AGNIESZKA LESSMANN: Aga

Das Schicksal steht im Wald und feuert. Es führt Listen und fährt mit Lieferwagen durch die Stadt. Wenn man ihm einmal begegnet ist, lässt es einen nie wieder los.
Mein Vater hat die Namen und den Tod verschwiegen. Alle im Haus haben das getan. Jeder lebte mit seinem ganz eigenen Schweigen. Dann geschah der Mord.“

Zwei Mal schon hat sie mit ihren Eltern die Kontinente gewechselt und den Namen gleich dazu. Nun zieht Aga ins »Land der Mörder«, so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei. Lessmanns autobiografisch gefärbter Roman erzählt subtil, wie das Schweigen der Überlebenden den Nachkommen zur Last wird – und wie ihre heranwachsende Hauptfigur in gewitzter Selbstbehauptung die Hoffnung auf Heilung nie aufgibt. Nach der antisemitischen Hetze der Kommunistischen Partei Polens im Jahr 1968, die ihre Eltern zwang, ihre Heimat zu verlassen, kommt Aga über Israel nach Deutschland. Es ist etwas Merkwürdiges mit dem Haus, in dem sie nun wohnt. Es steht neben einer Kaserne, auf deren Tennisplatz amerikanische Soldaten ihre Freizeit verbringen, und dem Garten eines ehemaligen Klosters, in dem Hippies Bäume pflanzen. Dazwischen wuchern die kindlichen Fantasien. Das Verschwiegene bricht sich schließlich Bahn in einem tatsächlichen Mord. Schritt für Schritt beginnt Aga die leeren Stellen in den Erinnerungen zu füllen. Dafür aber muss sie erst ihren richtigen Namen wiederfinden. Mit der Hauptfigur reifen ihre Sprache und ihr Verständnis.

Ein Roman über das Schweigen nach der Shoah, und eine Geschichte darüber, was nötig ist, um es zu überwinden. Und auch eine Liebesgeschichte.


Stimmen zum Buch:

„Aus Polen ist die kleine Aga erst nach Israel gezogen, und von Israel dann nach Deutschland: Ins Land der Mörder, wie sie gehört hat. Aber wie lebt man 1968 als Kind in einem Haus der jüdischen Gemeinde. Umgeben von Schweigen, umgeben von Geschichte, umgeben von Geschichten?“ – Agnieszka Lessmann im Gespräch zum Buch bei Westart Lesen, WDR

Agnieszka Lessmann in der Sendung „Schabat Schalom“ des NDR.

„„Aga“ ist eine eindringliche Mischung aus Memoir und Migrationsgeschichte und ein Buch über die Suche nach Heimat und Zugehörigkeit.“ – Thorsten Keller, Berliner Morgenpost

„Die Erkenntnis über den Holocaust setzt eine lange, schmerzhafte Suche in Gang. Die Schicksale ermordeter Familienmitglieder und ihres Vaters sind die dunklen, tieftraurigen Momente dieses dichten, großartigen Romans.“ – Ilonka Kunow, Münchner Feuilleton

„Agnieszka Lessmanns Debütroman ist eine Erzählung über transgenerationales Trauma und eine Liebesgeschichte. Er handelt vom Schmerz, dem Gefühl des Ausgegrenztseins, aber auch von der Katharsis und dem Triumph einer jungen Frau, die sich letztlich wiederfindet.“ – Sara Klatt, Jüdische Allgemeine, 30.10.2025

„Agnieszka Lessmann hat mit ihrem Debütroman „Aga“ ein vielschichtiges und vielstimmiges Werk vorgelegt. In der Genauigkeit, mit der sie die Sätze komponiert, erkennt man die Lyrikerin, in den genauen Dialogen die Hörspielautorin mit ihrem feinen Gespür für Wortwitz und Dramaturgie. Denn das ist dieses Buch auch: spannend, humorvoll und leicht.“ – Anke Glasmacher bei Signaturen

„Agnieszka Lessmann hat einen berührenden Roman über die Folgen des Holocaust verfasst“ – Kölner Stadt-Anzeiger, 18. Oktober 2025

„Agnieszka Lessmann wählt die Perspektive eines Kindes, um mit erschütternder Arglosigkeit davon zu erzählen, wie sich Traumatisierung über Generationen hinweg in das Leben von Familien einschreibt.“ – Rheinische Post, 19. Oktober 2025

„Und manchmal diese unheimliche Stille: Agnieszka Lessmann erzählt in ihrem autofiktionalen Roman „Aga“ von der Kindheit unter Traumatisierten.“ – Petra Pluwatsch in der Frankfurter Rundschau

„Erinnerung erscheint hier nicht als kohärente Chronik, sondern als Flickarbeit. Das Erzählen selbst übernimmt die Methode des Erinnerns: Es tastet sich an Bruchstücke heran, fügt sie probeweise zusammen und lässt doch sichtbar, wo die Nähte verlaufen. Das macht den Roman so stark – er verschleift nicht, er belässt die Zerrissenheit.“ – Ute Pappelbaum bei lesering.de

„Ich wusste lange nicht, warum, aber ich konnte meine Geschichte nur Stück für Stück aufarbeiten – jahrzehntelang haben wir über unsere Identität meist geschwiegen“, sagt sie. Nach dem 7. Oktober 2023 sei ihr klar geworden, dass das nicht so bleiben darf. – Agnieszka Lessmann im Gespräch mit Uli Kreikebaum vom Kölner Stadt-Anzeiger

„Ich liebe dieses Buch!“ – Manuela Hahn, Lesenswertes aus dem Bücherhaus

„Agnieszka Lessmanns Verdienst ist es, die Verletzungen der zweiten Opfergeneration sichtbar zu machen, deren Leben geprägt ist durch das Schweigen der Eltern. „Sie wuchern, diese Geschichten, die man Kindern nicht erzählt“, schreibt sie. Doch Kinder seien Seismografen.“ – Petra Pluwatsch, Bücheratlas

„Das ist ein Hauptanliegen von Aga: endlich diesen dunklen, unausgesprochenen Wörtern und Vermutungen ihrer Kindheit Namen und Gesichter zuzuordnen.“ – Angela Busch, Literaturgarten

„Es ist eine einfühlsame Erzählung, die zugleich ergründet, wie Traumata fortleben.“ – Melanie Schippling, trailer ruhr

„Indem sie die Perspektive eines Kindes zu Beginn ihres Romans wählt, kann sie mit erschütternder Arglosigkeit davon erzählen, wie sich Traumatisierungen über Generationen in das Leben von Familien einschreiben. Die Sätze sind kindlich kurz und kindlich strukturiert. Alles wird durch die Augen dieses erzählenden Mädchens gesehen und verliert dadurch an Schwere, die den Begebenheiten anhaften.“ – Michael Seehoff, Elsternest


Zur Autorin:

Agnieszka Lessmann,
aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, lebt als freie Schriftstellerin in Köln. Sie ist Autorin von acht Hörspielen und wurde für den Prix Europa und mehrfach für den Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert. Im Jahr 2020 erschien unter dem Titel »Fluchtzustand« ihr erster Lyrikband im Elif Verlag. Ihre Gedichte und Erzählungen wurden in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Ihre Arbeit wurde mit zahlreichen Stipendien gefördert, zuletzt im April 2025 mit einem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

Bild: Verlag


Bibliographische Angaben:

Bibliographische Angaben:

Agnieszka Lessmann
Aga
Roman
Gans Verlag, Berlin
Hardcover mit Schutzumschlag, Fadenbindung und Lesebändchen
242 Seiten | 18 x 13 cm |
ISBN: 978-3-946392-60-6
Erscheinungstermin: 08.10.2025

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Gans Verlag
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