Die Bücher von Aharon Appelfeld und Otto Dov Kulka, die als Kinder den Nazi-Terror erlebten, zeigen, wie wichtig es ist, über diese Vergangenheit zu sprechen.
Edward Lewis Wallant: Der Pfandleiher
Jahrzehnte hat es gedauert, bis dieser Roman ins Deutsche übersetzt wurde. In den USA hatte er dagegen bereits in der 1960ern eine große Debatte ausgelöst.
AGNIESZKA LESSMANN: Aga
Agnieszka Lessmann erzählt in ihrem Roman "Aga", wie das Schweigen der Überlebenden den Nachkommen zur Last wird – und wie ihre heranwachsende Hauptfigur in gewitzter Selbstbehauptung die Hoffnung auf Heilung nie aufgibt. Ein Roman über das Schweigen nach der Shoah, und eine Geschichte darüber, was nötig ist, um es zu überwinden.
JULIETTE PARY: An die Deutschen
Julia Gourfinkel (1903 - 1950), die hauptsächlich das Pseudonym Juliette Pary nutzte, wurde in Deutschland nie bekannt. Nicht einmal mit ihrem Gedichtband "An die Deutschen", die sie, eine jüdische Russin, in deutscher Sprache schrieb. Die bewegende Ansprache an die Nation der Mörder erscheint nun im persona verlag in deutscher Erstausgabe.
MICHAEL KLEINHERNE: Lea
Michael Kleinherne erzählt in seinem neuen Roman "Lea" von einer Liebe, die von der deutsch-jüdischen Geschichte geprägt ist: München und Tel Aviv werden zur Bühne einer komplizierten Beziehung.
KRISTIN RUBRA: Keloid – vom überleben und lieben
"Keloid" ist der medizinische Fachbegriff für eine wuchernde Narbe. Ein passender Titel für den Debütroman der saarländischen Autorin Kristin Rubra. Auch psychische Wunden verheilen manchmal kaum, wie es das Schicksal ihres Protagonisten Leon, der als GI bei der Befreiung des KZ Dachau dabei war, zeigt.
ANJA SCHERZ: Goldstein – ein phantastisches Leben
Kurz nach Fertigstellung seiner Autobiographie stirbt Raphael-Maria Goldstein. Eine Journalistin übernimmt das Manuskript des Mannes, der angibt, der Halbbruder von Anne Frank zu sein und stellt bei ihren Recherchen Unglaubliches fest.
Karen Gershon: Das Unterkind
Käthe Loewenthal gelangte 1938 noch mit einem der letzten Kindertransporte nach England. Dort wurde sie als Schriftstellerin Karen Gershon bekannt. Doch es dauerte Jahrzehnte, bis sie eine Form für die Erzählung ihrer Kindheit fand.
„Der erste Zug nach Berlin“ von Gabriele Tergit führt durch ein zerstörtes Deutschland
„Der erste Zug nach Berlin“ ist eine literarische Überraschungstüte und eindrucksvolles Zeitzeugnis zugleich: Knallbunt und doch auch düster, tragisch und komisch zugleich, wie von leichter Hand geschrieben und doch voll tiefem Ernst.
Karl Alfred Loeser: Requiem
Zu seinen Lebzeiten konnte Karl Alfred Loeser keines seiner Manuskripte veröffentlichen. Sein Roman "Requiem" ist nun die späte Neuentdeckung eines Romans, der ein vielstimmiges Bild von Unterdrückung und Judenverfolgung im Nationalsozialismus zeichnet.
Christoph Heubner: Ich sehe Hunde, die an der Leine reißen
Mit drei eindrücklichen Erzählungen gibt Christoph Heubner den Opfern des Holocaust eine Stimme.
Eddy de Wind: Ich blieb in Auschwitz
Der holländische Arzt Eddy de Wind überlebte Auschwitz. Schon 1946 veröffentlichte er seinen Bericht, der jedoch erst im Jahr 2020 in deutscher Sprache erschien.
Tadeusz Pankiewicz und sein bewegendes Zeitdokument: „Die Apotheke im Krakauer Ghetto“
Tadeusz Pankiewicz war als Apotheker der einzige nichtjüdische Bewohner des Krakauer Ghettos. Sein Buch ist ein erschütterndes Zeitdokument.
Von Rilke gefördert, später vergessen: Ite Liebenthal
Die Philosophin und Lyrikerin Ite Liebenthal veröffentlichte schon früh eigene Gedichte. Unter den Nationalsozialisten verstummte sie, 1941 wurde sie ermordet.
Zwei Romane von Isaac B. Singer: „Max, der Schlawiner“ und „Meschugge“
Hadern mit Gott, ringen mit Wörtern, leiden an der Liebe – das sind die Leitmotive des Isaac Bashevis Singer. So in "Meschugge" und "Max, der Schlawiner".