Ein wiederentdeckter Roman, der auch heute nichts an seiner Dringlichkeit verloren hat: „Marschieren – nicht träumen. Zerstörte Erinnerung“ von Emil Belzner erschien erstmals 1931. So kurz vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten stieß das Buch auf viel Kritik und wurde dann schnell verbannt – denn Belzner schrieb mit diesem Buch einen eindringlichen Antikriegsroman, der nicht in den Militarismus der Zeit passte.
Hauptfigur ist der vom Ersten Weltkrieg traumatisierte Major a. D. Ritchard, der seine Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg nicht schreiben kann, weil Albträume sie zerstören. Das soll für ihn der junge Redakteur Emil Belzner übernehmen. Doch der Major geht an seinen Albträumen zugrunde und dem autobiografischen Erzähler Belzner gerät sein geplantes Buch Ritchard über den älteren Freund zum Roman eines zerstörten Erinnerns.
Ein sehr modernes Erzählkonzept, das auch schon Elemente der frühen Moderne aufnahm: Die beiden durchwandern apokalyptische Landschaften, und sie inszenieren surrealistische Kampfszenen, die Ritchard mit dadaistischen Nonsens-Reimen begleitet. Sein Nachbau eines Schlacht-Szenarios mutet gar wie ein jüngstes Environment an.
Emil Belzners erschütternder und zugleich burlesker Roman, ist weit mehr als ein Antikriegsroman im traditionellen Sinne. Ein modernes Konzept, eine kräftige, bilderreiche Sprache und die anhaltende Brisanz des Themas machen das Buch auch heute, nach fast 100 Jahren, aktuell und ungeheuer lesenswert.

Emil Belzner
Marschieren – nicht träumen
Zerstörte Erinnerung
Nachwort von Hannes Schwenger
Elsinor Verlag, Coesfeld
Erscheinungstermin: 15. Juli 2026
Rezensionen
Im Funk:
Belzner-Experte Roland Krischke im Interview mit Dirk Fuhrig bei Deutschlandfunk Kultur (10.07.2026)
Print:
„Marschieren – nicht träumen“ ist ein verrückter Antikriegsroman. Weniger über den Krieg selbst, sondern darüber, was er in den Seelen anrichtet. – Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost
Kulturredakteur Thomas Groß würdigt im Mannheimer Morgen den Verlag dafür, dass „ein aktuell gebliebenes Buch“ wieder besichtigt werden kann.
„In der heutigen Zeit (…) ist die authentische Botschaft dieses vor 95 Jahren kurz vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus erschienenen Buches so aktuell wie damals.“ – Klaus Nilius in der Zeitschrift Ossietzky
„Wildes Buch wiederentdeckt“ – Stefan Weidle schreibt im Journal „Lesart“ begeistert über den Roman aus den 1930er-Jahren.
epd-Redakteurin Susanne Lohse hat Elsinor-Verleger Thomas Pago zum Buch ausführlich interviewt.
„Aus heutiger Sicht fasziniert Belzners sprachspielerischer Witz, seine tiefen Einblicke ins Journalistenmilieu und die harsche Kritik an den Kriegsgräueln, die er in „Marschieren – nicht träumen“ übt.“ – Volker Oesterreich, Rhein-Neckar-Zeitung
Online-Medien:
Günter Helmes hebt bei literaturkritik.de die „virtuose Form-, Sprach-, Bild- und Beschreibungsmächtigkeit des Romans“ und seinen stupenden situativen bzw. inszenatorischen Erfindungsreichtum hervor. – Günter Helmes, literaturkritik.de
Blogs:
„Beängstigend. Hochkomisch. Beeindruckend. Absolut lesenswert.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch
„Dieses Buch gehört in eine Reihe mit „Im Westen nichts Neues“ und „Die rote Tapferkeitsmedaille (…).“ – Karsten Koblo, aus-erlesen
„Marschieren – nicht träumen von Emil Belzner überrascht. Anstatt sich in den Fahrwassern bekannterer Werke zu bewegen, wählt unser Autor einen eigenen Ansatz. Eindrucksvoll gelingt es ihm, sich den Auswirkungen des Krieges auf die Gesellschaft und den Einzelnen erzählerisch und handwerklich anzunähern. Eine Lektüre, die niemanden kaltlässt. Nicht immer einfach. Aber wichtig und groß.“ – Eugen Tews, Bücherbriefe
„Der Roman verlangt Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit überraschenden Wendungen, sprachlicher Präzision und einem eigenwilligen Humor. Fast hundert Jahre nach seiner Entstehung wirkt er nicht wie ein literarisches Relikt, sondern wie eine Wiederentdeckung, die gerade zur richtigen Zeit kommt.“ – Marion Helen Stagars, Kulturaspekte
Autor

Emil Belzner (1901 – 1979) war lange als Schriftsteller und Journalist sehr erfolgreich. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte, Versepen und Romane; ab 1924 war er zudem bei mehreren Zeitungen als Feuilletonchef und Chefredakteur in seiner badischen und württembergischen Heimat tätig, darunter von 1946 bis 1969 als stellvertretender Chefredakteur der von Theodor Heuss gegründeten Rhein-Neckar-Zeitung. Er war Mitglied des PEN, der Mainzer und der Darmstädter Akademie und erhielt 1949 den gesamtdeutschen Heinrich-Heine-Preis.
Bild: Privat
Bibliographische Angaben
Emil Belzner
Marschieren – nicht träumen
Zerstörte Erinnerung
Nachwort von Hannes Schwenger
Elsinor Verlag, Coesfeld
ET: 15.07.2026
Hardcover, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Preis: 25,00 € [D]
ISBN: 978-3-942788-96-0
Leseproben & Downloads
Verlag
Elsinor Verlag e.K.
Dr. Thomas Pago
Gaupel 30
D-48653 Coesfeld
E-Mail: info@elsinor.de
https://www.elsinor.de/
SUSAN GLASPELL: Treue
Susan Glaspell (1876 – 1948) war eine Pionierin der feministischen Literatur in den USA. Die Pulitzer-Preisträgerin wird nun im deutschsprachigen Raum wiederentdeckt. Zum 150. Jahrestag bringt der Stifter Verlag ihren Roman „Treue“ in einer neuen Übersetzung heraus.
DUBRAVKA UGREŠIĆ: Füchsin
„Füchsin“ von der mehrfach preisgekrönten kroatischen Schriftstellerin Dubravka Ugrešić (1949 – 2023) ist eine flirrende Erkundung der Literatur. Changierend zwischen Essay und Erzählung entsteht ein raffiniertes Spiel mit Fiktion und Wahrheit.
ANTHONY BURGESS: Das Land wo die Eiscreme wächst
Anthony Burgess, weltbekannt durch Uhrwerk Orange, war ein vielseitiger Autor. So verfasste er das bezaubernde Kinderbuch „Das Land wo die Eiscreme wächst“. Es erscheint nun im Elsinor Verlag in deutscher Erstübersetzung.
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
