„Der Fluch der Füchsin ist, dass sie nicht geliebt wird. Die Füchsin ist nicht so stark, dass wir Angst vor ihr haben und uns ihr unterwerfen, und auch nicht so umwerfend schön, dass es uns den Atem verschlägt. Wie sollten wir auch ein Wesen lieben, das sein Gesicht und seinen Charakter ändert, das uns mal treu ergeben und im nächsten Moment bereit ist, uns für ein Spottgeld zu verkaufen, ein Wesen, bei dem wir nicht mal sicher sind, ob es zur Welt der Toten oder Lebenden gehört? Es gehört weder zu den wilden Tieren noch zu uns Menschen noch zu den göttlichen Wesen.“
Dubravka Ugrešić
Wie entstehen Erzählungen? Wer entscheidet, was erzählt wird und über wen? Von diesen Fragen angetrieben, schreibt Dubravka Ugrešić einen Roman über das Schreiben selbst – vielschichtig und geradezu ausgefuchst. Das Motiv der Füchsin taucht dabei immer wieder auf: als Gott der Schriftsteller, als Trickster, als echter Fuchs, der durch den Garten huscht. Die listige Ich-Erzählerin tauscht bisweilen die Masken und zieht uns augenzwinkernd in ihr raffiniertes Spiel mit Fiktion und Wahrheit. Sie reist mal literarisch, mal physisch nach Japan, Sizilien oder Kroatien, von der russischen Avantgarde zu Nabokovs Amerika-Abenteuern und begibt sich auf die Fährte des fast vergessenen Schriftstellers Dojvber Levin – oder doch seines Doppelgängers?
»Zwischen Essay und Erzählung, Autobiografie und Fiktion, erkundet Füchsin das Doppelleben der Literatur: wie sie täuscht, verwandelt, rettet.« – Jennifer Kurdyla

Dubravka Ugrešić
Füchsin
Aus dem Kroatischen von Marie Alpermann
384 Seiten | 24,90 €
eta Verlag, Berlin
ISBN: 978-3-949249-32-7
Erscheinungstermin: 01.03.2026
Autorin & Übersetzerin
Dubravka Ugrešić wurde 1949 in Jugoslawien (Kutina) geboren. Bevor sie Kroatien 1993 aus politischen Gründen verlassen musste, arbeitete sie am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Zagreb. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, wie den Jean- Améry-Preis für europäische Essayistik, den Neustadt International Prize und den Heinrich-Mann-Preis. Ihre Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien zuletzt ihr Essayband Europa in Sepia (2025, ebenfalls beim eta Verlag). Bis zu ihrem Tod 2023 lebte sie in Amsterdam.
Marie Alpermann studierte Slawistik in Halle (Saale) und übersetzt seit 2019 freiberuflich vor allem Prosa und Lyrik zeitgenössischer Autor*innen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, wie etwa Lejla Kalamujić, Biljana Jovanović, Antonela Marušić, Tanja Stupar Trifunović, Selma Asotić und Dubravka Ugrešić. Für die Übersetzung des Romans Der Sommer, als ich fliegen lernte von Jasminka Petrović war sie 2024 für den „Sonderpreis Neue Talente“ des Deutschen Jugendliteraturpreises nominiert.
Leseprobe
Verlag
Petya Lund
eta Verlag
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*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
