EBERHARD HILSCHER: Maestros Himmel- und Höllenfahrt. Szenen um Robert Schumann

Passend zum 170. Todestag von Robert Schumann (1810–1856) am 29. Juli 2026 hebt der Heidelberger Flur Verlag einen bislang unveröffentlichten Künstlerroman des Schriftstellers Eberhard Hilscher (1927 bis 2005) ans Licht: «Maestros Himmel- und Höllenfahrt» ist ein 1958 entstandenes Frühwerk des Schriftstellers, der in der DDR mit Künstler-Monographien zwar hohe Auflagen erzielte, ansonsten aber eine Außenseiterposition innehatte.

Einige seiner Texte wurden in der DDR nur zensiert veröffentlicht, so sein Roman «Die Weltzeituhr», andere erschienen erst posthum, so etliche seiner Erzählungen, die der Flur Verlag 2025 in einem Band unter dem Titel «Rendezvous der Träumer, Narren und Verliebten» veröffentlicht hat.

Auch «Maestros Himmel- und Höllenfahrt» ist ein Fund aus dem Nachlass Hilschers, der in der Staatsbibliothek zu Berlin lagert. «Mit Maestros Himmel- und Höllenfahrt geht nun der Blick zurück zu den Anfängen des Schriftstellers – und weit voraus zur Imaginationskraft einer Kunst, die mit jeder umgeblätterten Seite, jeder feingestrichenen Saite und mit jedem Tastenschlag auf dem Klavier neue Welten eröffnet. Höllisch sind sie nicht, eher himmlisch», betont Herausgeber Volker Oesterreich in seinem Nachwort.

Kurz nach der Dresdener Uraufführung seines Oratoriums Das Paradies und die Peri im Jahr 1843 bricht Robert Schumann mit seiner Frau zu einer viermonatigen Russlandreise auf. Gemeinsam erleben sie den Glanz von Sankt Petersburg und Moskau, erschrecken aber auch über die Gegensätze zwischen Adel und Landbevölkerung. Während dieser Reise blickt der kränkelnde Robert oft voller Neid auf die pianistischen Erfolge seiner Frau Clara. Zurück in Deutschland wird das Ehepaar Schumann Zeuge der Ereignisse der Revolution von 1848/49. Der Komponist verspürt erneut eine ungeheure Schöpferkraft und arbeitet an seinen Szenen aus Goethes Faust. Zugleich legt sich aber auch schon eine „gespenstische Verschattung“ über sein Leben.

Neben Robert und Clara Schumann treten in diesem Künstlerroman zahlreiche Musikerpersönlichkeiten wie Richard Wagner oder Michail Glinka auf, aber auch Zeitgenossen wie der Gelehrte Carl Gustav Carus, der Bildhauer Ernst Rietschel oder der russische Zar.


Der Schriftsteller Eberhard Hilscher Flur Verlag

Eberhard Hilscher(1927–2005) wurde in Schwiebus (heute polnisch Świebodzin) geboren. Er studierte in Berlin an der Humboldt-Universität Literaturwissenschaft und lebte in der DDR als freischaffender Schriftsteller. Neben Monografien über Gerhart Hauptmann oder Thomas Mann verfasste er Novellen, Essays, Lyrik und Romane, darunter sein Hauptwerk Die Weltzeituhr (1983, unzensiert 2017). Literarisch fand er erst nach der Wende Anerkennung und wurde u.a. mit der Schiller-Ehrengabe in Weimar ausgezeichnet. 2000 wurde er zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Świebodzin ernannt und wurde dort, nach seinem Tod in Berlin, in einem Ehrengrab beigesetzt.

Eberhard Hilscher war ein literarisches Ausnahmetalent, dessen Schreiben von kompositorischen Freiheiten, Sprachwitz und ästhetischem Anspruch geprägt war.


Flur Verlag Eberhard Hilscher

Eberhard Hilscher:
Maestros Himmel- und Höllenfahrt. Szenen um Robert Schumann.
Roman
Hrsg. und mit einem Nachwort von Volker Oesterreich
Flur Verlag, 2026
384 Seiten
28,00 Euro
Klappenbroschur, Fadenheftung, 12 x 19 cm
ISBN 978-3-98965-104-3
Erscheint am 28. Mai 2026

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