EBERHARD HILSCHER im Flur Verlag

Eberhard Hilscher (1927 – 2005) war ein literarisches Ausnahmetalent, dessen Schreiben von kompositorischen Freiheiten, Sprachwitz und ästhetischem Anspruch geprägt war. Zwar erzielte er zu Lebzeiten in der DDR Lebzeiten hohe Auflagen mit seinen Monografien über Thomas Mann, Arnold Zweig und Gerhart Hauptmann. Doch sein eigentliches literarisches Werk konnte nur zensiert erscheinen oder blieb unveröffentlicht.


Auch «Maestros Himmel- und Höllenfahrt» ist ein Fund aus dem Nachlass Hilschers, der in der Staatsbibliothek zu Berlin lagert. «Mit Maestros Himmel- und Höllenfahrt geht nun der Blick zurück zu den Anfängen des Schriftstellers – und weit voraus zur Imaginationskraft einer Kunst, die mit jeder umgeblätterten Seite, jeder feingestrichenen Saite und mit jedem Tastenschlag auf dem Klavier neue Welten eröffnet. Höllisch sind sie nicht, eher himmlisch», betont Herausgeber Volker Oesterreich in seinem Nachwort.

Kurz nach der Dresdener Uraufführung seines Oratoriums Das Paradies und die Peri im Jahr 1843 bricht Robert Schumann mit seiner Frau zu einer viermonatigen Russlandreise auf. Gemeinsam erleben sie den Glanz von Sankt Petersburg und Moskau, aber erschrecken auch über die Gegensätze zwischen Adel und Landbevölkerung. Während dieser Reise blickt der kränkelnde Robert oft voller Neid auf die pianistischen Erfolge seiner Frau Clara. Zurück in Deutschland wird das Ehepaar Schumann Zeuge der Ereignisse der Revolution von 1848/49. Der Komponist verspürt erneut eine ungeheure Schöpferkraft und arbeitet an seinen Szenen aus Goethes Faust. Zugleich legt sich schon eine „gespenstische Verschattung“ über sein Leben.

Flur Verlag Eberhard Hilscher
Rezensionen

„Es gilt, ihn als Schriftsteller wiederzuentdecken“ – Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung

„Das ironisch gebrochene Szenario und die launigen Dialoge, in denen über die Möglichkeiten der Kunst verhandelt wird, lassen ein wenig an Daniel Kehlmann denken.“ – Welf Grombacher, Nordkurier

Pünktlich zum 120. Todestag von Robert Schumann rezensiert Torsten Möller bei SWR Kultur den Roman.

„Kraftvoll und kurzweilig (…)“ – Christian Kaiser, Stadtkind Hannover

„Das Buch ist gleichermaßen eine Entdeckung für Freunde historischer Romane wie für musikinteressierte Leser.“ – Matthias Voß, Wochenspiegel der Märkischen Allgemeinen

„So sieht Hilscher auch Schumann: als Genie in den Klauen des Dämons, als tragischen, zerrissenen Künstler – vor allem aber als Menschen, dessen Stärke gerade aus seinen Schwächen erwächst. Damit erweist sich die humanistische Botschaft des Schriftstellers aus Świebodzin als bemerkenswert aktuell.“ – Univ.-Prof. Dr. habil. Nina Nowara-Matusik, Neues Wochenblatt

„Gleichzeitig ist der Roman voller skurriler Episoden und ironischer Brechungen, die einen wohltuenden Gegensatz zu der getragenen Grundstimmung bilden.“ – Marion Voigt, Folio Lektorat

„Der vielschichtige und atmosphärische Roman ist vor allem aufgrund Hilschers Vorliebe für gute, gelegentlich ironische Dialoge überaus unterhaltsam. Es ist keine sachlich-trockene Künstlerbiografie.“ – Sigismund von Dobschütz, buch.besprechung

„Maestros Himmel- und Höllenfahrt ist eine durchaus anspruchsvolle aber lohnende Lektüre für musikbegeisterte und geschichtsinteressierte LeserInnen, die Lust macht darauf, in die Klänge von Schumanns und auch Wagners Musik einzutauchen und sich diese mit einer fundierten und frischen Perspektive nochmal neu zu erschließen.“ – Barbara Pfeiffer, Kulturbowle

Autor
Der Schriftsteller Eberhard Hilscher Flur Verlag

Eberhard Hilscher(1927–2005) wurde in Schwiebus (heute polnisch Świebodzin) geboren. Er studierte in Berlin an der Humboldt-Universität Literaturwissenschaft und lebte in der DDR als freischaffender Schriftsteller. Neben Monografien über Gerhart Hauptmann oder Thomas Mann verfasste er Novellen, Essays, Lyrik und Romane. Darunter sein Hauptwerk Die Weltzeituhr (1983, unzensiert 2017). Literarisch fand er erst nach der Wende Anerkennung und wurde u.a. mit der Schiller-Ehrengabe in Weimar ausgezeichnet. 2000 wurde er zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Świebodzin ernannt und wurde dort, nach seinem Tod in Berlin, in einem Ehrengrab beigesetzt.

Eberhard Hilscher war ein literarisches Ausnahmetalent, dessen Schreiben von kompositorischen Freiheiten, Sprachwitz und ästhetischem Anspruch geprägt war.

Verlag


Ein falsch programmierter Rezensionsautomat zeigt die Grenzen künstlicher Intelligenz auf, ein Schauspieler wird im Traum – ähnlich wie Benjamin Button – immer jünger, ein Diktator fürchtet seinen Doppelgänger und ein Schriftsteller lässt sich in einen Gefrierschlaf versetzen: Wer heute die Erzählungen von Eberhard Hilscher (1927 – 2005) liest, ist verblüfft angesichts ihrer Aktualität, aber auch aufgrund ihres subversiven Humors. Freilich blieben sie in der DDR, wo Eberhard Hilscher als Schriftsteller und Literaturwissenschaftler wirkte, größtenteils unveröffentlicht.

Die zwischen 1961 und 1993 entstandenen Erzählungen finden sich unter dem vielsagenden Titel »Rendezvous der Träumer, Narren und Verliebten« in Hilschers Nachlass-Konvolut in der Handschriften-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Die 15 markantesten Texte zu den Themenbereichen Traum, Phantastik und Science-Fiction werden nun erstmals in diesem Band des Flur Verlags (Heidelberg) präsentiert. Herausgeber ist der Eberhard Hilscher-Experte Volker Oesterreich, Kulturjournalist und Literaturwissenschaftler, der seit 2001 das Feuilleton der Rhein-Neckar-Zeitung leitet.

In seinem kenntnisreichen Nachwort macht Oesterreich deutlich, warum Eberhard Hilscher ein literarisches Ausnahmetalent war, dessen Werk von kompositorischen Freiheiten, Sprachwitz und ästhetischem Anspruch geprägt war. Lieber ein Denkersatz als ein Denk-Ersatz: Diese Begriffe aus Eberhard Hilschers Erzählung »Superstar oder Anleitung zum Schreiben eines Reißers« stehen programmatisch für das Werk des Schriftstellers.

Cover des Erzählbandes von Eberhard Hilscher Flur Verlag

Die nun erstmals veröffentlichten Erzählungen schließen eine Lücke in Eberhard Hilschers Gesamtwerk, der zu Lebzeiten hohe Auflagen mit seinen Monografien über Thomas Mann, Arnold Zweig und Gerhart Hauptmann erzielte. Literarische Beachtung fand er mit ersten Novellen und Kurzgeschichten. Sein bekanntestes Werk, der Roman »Die Weltzeituhr«, konnte 1987 zunächst nur in einer zensierten Fassung erscheinen, schildert Hilscher darin doch die Entwicklung der DDR zu einem diktatorischen Staat.

Wie »Die Weltzeituhr« sind auch die Erzählungen Hilschers von einem sowohl schelmischen Widerstand gegen die Verhältnisse als auch von einem philosophischen Blick auf die Welt durchdrungen. Eine humorvolle Mischung aus Realem, Utopischem und Phantastischem, darunter gleichermaßen Satiren auf die DDR und die Bundesrepublik sowie auf den Literaturbetrieb.

Rezensionen

„Es lohnt, sich auf den imposanten Bildungshintergrund einzulassen, mit dem der Autor nie selbstgefällig hausieren geht. Ironie, auch die eigene Person betreffend, und jede Menge Sprachwitz sorgen für geistige Durchlüftung. Und die wortwörtlich traumwandlerische Mischung aus Realem, Utopischem und Fantastischem.“ – Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost

„Hilscher zündet in den vorliegenden rund 250 Seiten ein literarisches Feuerwerk vom Feinsten. Jede Geschichte weist je eigene Schönheiten auf; jede Geschichte kennt ihre eigenen Quirks, hat ihre eigenen Pointen. Hilscher verdiente es, (wieder) bekannt zu werden. Vorliegende Auswahl ist sicherlich ein guter Einstieg in seinen Kosmos.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch

„Das Verdienst kann nicht hoch genug gelobt werden, einen Schriftsteller vor dem Vergessen zu bewahren, der nicht zur ersten Reihe der DDR-Autoren zählt. Und wenn das durch einen jungen westdeutschen Verlag geschieht, ist das umso schöner und zugleich der Beweis dafür, dass 35 Jahre nach der Wiedervereinigung das oft vermisste Interesse aneinander doch existiert.“ – Welf Grombacher, Märkische Allgemeine Zeitung/Rhein-Neckar-Zeitung, u.a.

„Hilschers Geschichten sind zeitlos. Auch all jene, die vor 1990 entstanden. Weil auch sie die Enge im Denken und Handeln der Menschen zum Thema machen. Das Kleinliche im gepriesenen Land der Dichter und Denker, die sich immer mehr dünkten, als sie wirklich waren.“ – Ralf Juhlke, Leipziger Zeitung

„Die vorliegende Ausgabe ist angetan, ihm die Anerkennung zukommen zu lassen, die er als ein Schriftsteller verdient, der seine Zeit scharfsinnig-surreal beschrieben hat.“ – Michael Braun, Borromäusverein

„Der geschmackvoll gestaltete Band ist hervorragend geeignet, Eberhard Hilscher wiederzuentdecken – oder auch, was wahrscheinlicher ist, erst noch kennen- und schätzen zu lernen. Denn auch thematisch und formal lässt sich an diesen Erzählungen ein repräsentativer Überblick zu Hilschers Gesamtwerk gewinnen.“ – Thomas Groß, Mannheimer Morgen

„(…) Die meisten Texte strahlen eine Heiterkeit oder zumindest eine gutgelaunte Gelassenheit aus.“ – Martin Lowsky, literaturkritik.de

„Dieser Band ist keine späte Gedenkplatte, sondern ein Monsterbrillant aus dem Tiefsee‐Schatz der deutschsprachigen Literatur: 15 Geschichten, die zeigen, wie utopisch, verspielt und hellsichtig Prosa aus der DDR sein konnte, wenn sie sich weder den Dogmen des Ostens noch den Marktgesetzen des Westens beugte.“ – Lesen mit Carola

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*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage