BIRGITTA M. SCHULTE: Ruhrgemüse, polnisch

Eine Familiengeschichte im Ruhrgebiet, die vom Ankommen in der Fremde, von Zusammenhalt, Kampf gegen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Armut erzählt – sie beginnt am Ende des 19. Jahrhundert spannt sich bis in die 1930er Jahre.

1893 kommen Adam und Zuzanna Koszyński wie viele andere polnische Zuwanderer auch ins Ruhrgebiet. In der Region, die einen industriellen Aufschwung erlebt, sind die zusätzlichen Arbeitskräfte einerseits begehrt – andererseits erleben sie aber auch Ausgrenzung und Diskriminierung. Durch einen Arbeitsunfall verliert Adam ein Auge und wegen seines politischen Engagements wenig später seine Stelle. Er tritt einem Spar- und Bauverein bei, engagiert sich in der Gewerkschaft, bei den Socialdemokraten und für die neue Arbeiter-Zeitung. Um die Familie zu unterstützen, nimmt Zuzanna Kostgänger auf und verdingt sich als Näherin.

Die Familie wächst, kämpft um ihre Identität und die neue Heimat – auch im Widerspruch zu manchen Freunden aus der alten Heimat, polnischen Nationalisten, sowie im Kampf mit den täglichen Ausgrenzungen durch die Einheimischen.

Cover des Romans Ruhrgemüse polnisch aus der STROUX edition

Erzählt wird ein wichtiges Kapitel des Ruhrgebiets: Die frühe Phase der Arbeitsmigration, als der industrielle Aufschwung Arbeitskräfte nach Dortmund, Essen und die anderen großen Städte der Region holte.

Gespickt mit zahlreichen historischen Details zeichnet Birgitta M. Schulte in „Ruhrgemüse, polnisch“ das spannende Portrait einer Familie, die sozusagen ein Gegenentwurf zu den „Buddenbrooks“ ist.


Autorin
Portrait der Schriftstellerin Birgitta M. Schulte PR für Verlage
Bild: Masako Kato

Birgitta M. Schulte wurde 1951 in Bochum geboren. Sie hat als Redakteurin bei pädagogischen Zeitschriften angefangen, war lange Zeit Autorin für den Hörfunk der ARD mit den Schwerpunkten Bildung/Frauen/Kultur und arbeitet seit 2015 nur noch belletristisch. Nach vielen Veröffentlichungen und vier Sachbüchern ist „Ruhrgemüse, polnisch“ ihr erster Roman.

In „Ruhrgemüse, polnisch“ spürt sie ihren eigenen familiären Wurzeln nach: Wie es den Urgroßeltern erging, die als Westpreußen und Polen in stürmischen Zeiten im Ruhrgebiet gegen Widerstände von verschiedenen Seiten – Kirche, Nationalverbänden, Politsche Positionen, Arbeitshierarchien – zu kämpfen hatten. Wie sie gezwungen wurden, ihren Familiennamen zu ändern – aus Koszyński wird Kosshofer. Wie sie aber dennoch ihren eigenen Platz finden.

Bibliographische Angaben

Birgitta M. Schulte
Ruhrgemüse, polnisch
mit farbigen Illustrationen von
Pauline Stroux & Leonard Senholdt
STROUX edition, München
188 Seiten, Hardcover, Fadenheftung, € 26,00 [D]
ISBN 978-3-948065-40-9
Erscheinungstermin: 27. Mai 2025

Rezensionen

Rundfunk & Print:

Birgitta M. Schulte im Interview bei WDR 3 Mosaik

„Heute gehört diese Zuwanderungsgeschichte zur viel beschworenen Identität des Ruhrgebiets als Schmelztiegel der Kulturen. Dabei wird oft vergessen, wie schwer und schmerzlich dieser Integrationsprozess für viele war. Die Autorin Birgitta M. Schulte erzählt in ihrem soeben erschienenen Roman „Ruhrgemüse, polnisch“ davon.“ – Andreas Fasel interviewt Birgitta M. Schulte in der „Welt am Sonntag“ (08.06.2025)

„Ruhrgemüse, polnisch“ erzählt exemplarisch von der Hunderttausende umfassenden polnisch-masurischen Binnenmigration ins Ruhrgebiet vor dem Ersten Weltkrieg. Und darin, im Pioniergeist, in der Zerrissenheit und der Selbstaufopferung der ersten Zuwanderergeneration steckt viel über Konstanten der Migration. – Bastian Püttner in bodo – das Straßenmagazin

„Es gibt eine Menge Zeitkolorit, wir erleben sogar die Gründung von Borussia Dortmund mit, und wir möchten eigentlich immer weiter lesen – und das ist das Manko am Buch: Es ist viel zu kurz!“ – Gabriele Haefs, Virginia Frauenbuchkritik, Ausgabe Herbst 2025

Online & Blogs:

„Sehr gerne gelesen und nebenbei viel dabei gelernt. Große Leseempfehlung für dieses schön aufgearbeitete Stück Zeitgeschichte.“ – Marco Lombardi

„Mit nur ca. 180 Seiten Umfang ist „Ruhrgemüse, polnisch“ schnell zu lesen, ohne Tiefe oder historische Details vermissen zu lassen. Schultes Sprache ist klar, die Erzählstruktur ist immer übersichtlich. Empathisch bindet sie ihre Leser:innen an ihre Figuren.“ – Britta Röder, booknerds.de

„Der Roman ist sehr lesenswert, weil er die Situation der polnischen Arbeitsmigranten sehr anschaulich macht und dabei zeithistorische Ereignisse detailliert darstellt. Vieles ist uns heutigen Lesern gar nicht mehr so bekannt.“ – Elke Trost, Online-Magazin egotrip

„Gespickt mit zahlreichen historischen Details – Rosa Luxemburg am 1. Mai in Dortmund, die Gründung von Borussia Dortmund – ist der kurze Roman besonders für Interessierte an regionaler Geschichte ein wichtiger Beitrag in einer besonders schönen Edition: Jedem Kapitel ist eine ganzseitige Illustration vorangestellt.“ – Ileana Beckmann, Borromäusverein

„Ein nachdenklich stimmender Roman – persönlich, historisch und hochaktuell.“ – Anna Lemberger, Dorfzeitung

Verlag


*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage