Etwas stimmt nicht mit dem Haus im Bayerischen Wald, das Karla von ihren Eltern erbt – zumindest nicht mit einem kleinen, kaum benutzten Zimmer: Man schwebt darin. Sobald Karla über die Schwelle tritt, hebt sie vom Boden ab und steigt Richtung Decke wie ein Heliumballon. Was anfangs einen Schock auslöst und die verzweifelte Suche nach einer Erklärung, führt zunehmend zu einer Sucht. Das Schweben ermöglicht Karla einen Ausweg aus dem engen Leben einer Sacharbeiterin im Landratsamt Rainacker – und setzt damit Ereignisse in Gang, deren Konsequenzen nicht abzusehen sind. Weder für sie noch für ihren Liebhaber David und andere Menschen in ihrem Umfeld.
In elf Kapiteln lernen wir die unterschiedlichsten Bewohner der Kleinstadt kennen: Eine bald Hundertjährige, die sich durch ihr Alter von der Umgebung entmenschlicht fühlt, Kaplan Kirmeyer, der vom Fliegen träumt und Lisa, die sich mit ihrem »Cocktail der Woche« regelmäßig in den Blackout trinkt. Kristina Schilke fügt in ihrem ersten Roman magischen Realismus und bayerischen Slapstick zusammen, kombiniert eine Schauergeschichte mit einer Lovestory, vereint Poesie und Humor. „Alles was lebt“ ist eine Ode an die Kindheit im Erwachsenenalter und eine kitschfreie Erzählung über das Leben in der Provinz.
Simon Urban („Plan D“/“Zwischen Welten“ mit Juli Zeh) sagt über den Roman: „Mit schwebender Leichtigkeit erzählt das Buch von Hoffnung und Scheitern, von Sehnsucht und Liebe – also davon, was uns zu Menschen macht.“
Stimmen zum Buch:
Kristina Schilke im MDR-Gespräch zu ihrem Roman während der Leipziger Buchmesse
Über ihre Kindheit in Russland, das Aufwachsen in der bayerischen Provinz, Lieblingslektüren und natürlich über ihren Roman sprich Kristina Schilke im Podcast „Buchplausch“
„Ein schönes Stück Gegenwartsliteratur und eine Aufforderung, wieder einmal mit einem Buch in der Hand einfach loszuschweben.“ – Jörg Schieke in der MDR-Sendung „Unter Büchern“ (ab Min. 31:18)
Manuela Reichart gibt bei radio 3, RBB eine Leseempfehlung für den Roman ab: Kristina Schilke habe eine angenehme Art zu erzählen, man gewinne eine gute Vorstellung der handelnden Personen, ohne dass alles auserzählt sei.
„So mysteriös die Sache mit dem Zimmer ist – Schilke lässt sich nicht hinreißen, das Unheimliche zu zelebrieren, sondern setzt einen angenehm unaufgeregten Ton, was Sprache und Handlung angeht: Karla nutzt nach anfänglichen Bedenken den Raum, um sich in Schwerelosigkeit zu entspannen.“ – Katharina Keller, Mittelbayerische Zeitung
„Sie ist wieder eine Meisterin des episodischen, an der Shortstory geschulten Erzählens, das aus verschiedenen Perspektiven ein Romankaleidoskop aus der Bayrischen Provinz ergibt.“ – Schriftstellerin Isabelle Lehn
„Mit ihrem Roman spannt Kristina Schilke einen weiten Themenbogen um das Leben und Aufwachsen in der Provinz mit seiner gefühlten Enge und der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstfindung. Feinfühlig verbindet sie Tragik und Komik und legt humorvoll die Absurdität offen, die im Alltäglichen liegt. Vor allem aber begegnet sie ihren Figuren mit großem Respekt und Empathie, weshalb man ihr als Leser:in gerne folgt.“ – Britta Röder, booknerds.de
„Das komplexe Thema Leben in all seinen Facetten (also auch dessen Ende) wird auf eine zugängliche und auch einfühlsame Weise zu behandelt, die Charaktere haben „Hand und Fuß“ – wirken authentisch.“ – Marco Lombardi
„Schilke hat ein leichtfüßiges, frisches und unkonventionelles Werk darüber geschrieben, mit offenen Augen, wachem Blick und der nötigen Toleranz in die Welt zu schauen und im Hier und Jetzt zu leben. Entstanden ist ein Stück Literatur, das – wenn man sich darauf einlässt – die Gedanken zum Schweben bringt.“ – Barbara Pfeiffer, Kulturbowle
„Alles was lebt ist ein interessanter, nachdenklicher, aber auch humorvoller Text, der trotz kleinerer Schwächen lesenswert ist.“ – Dominic Schmiedl, Schmiertiger
„Die Autorin entfaltet, nein zündet, zündelt, fackelt, also entfacht in diesen recht erotischen, wunderbarsten, witzigsten, wünschenswertesten Geschichten ein Fest der Liebe, das alle Träume und Sehnsüchte wahr werden lässt. Frau prays, eine dieser Romanfiguren zu sein.“ – Katja Lohoff, ekz
„Allein schon das zentrale Leitmotiv des Buches zeigt: Dem Blick auf das Leben der sogenannten kleinen Leute entspricht in „Alles was lebt“ eine Sprache, die aufs Detail achtet. Und diese detailverliebte Sprache ist das vielleicht Schönste in diesem Roman. Wie nichts anderes zielt sie auf Tod und Verletzlichkeit des Menschen.“ – Andreas Urban, urbslit.de
Zur Autorin:

Kristina Schilke debütierte mit dem Erzählband »Elefanten treffen«, der im Piper Verlag erschien. Ihre Erzählungen
wurden in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht.
Auszeichnungen: Nominierung für den
Clemens-Brentano-Preis, Stipendium am Literarischen Colloquium Berlin,
Stipendium Kulturstiftung
des Freistaates Sachsen.
Schilke wurde 1986 in Tscheljabinsk, Russland geboren. In den 1990er-Jahren wanderte sie mit ihrer Familie als Russlanddeutsche nach Grafenau im Bayerischen Wald aus. 2011 machte sie ihren Abschluss am Deutschen
Literaturinstitut in Leipzig. Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Die Autorin lebt und arbeitet in Leipzig.
Bild: Malte Seidel
Bibliographische Angaben:

Kristine Schilke
Alles was lebt
Roman
Gans Verlag, Berlin
ET: 13.02.2025
Hardcover, Fadenbindung, Schutzumschlag, Lesebändchen
284 Seiten | 18 x 13 cm
24,00 Euro [D] | 24,70 Euro [A]
ISBN: 978-3-946392-54-5
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
