Ein Schwerpunkt im Gans Verlag liegt in der Entdeckung moderner, formal wie inhaltlich außergewöhnlicher Lyrik. Bereichert wird dies seit dem Frühjahrsprogramm durch das Imprint „gutleut&gans“. Ein Überblick über Einzelbände, die in den vergangenen Jahren im Verlag erschienen sind:
- CARL-CHRISTIAN ELZE: ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist
- MAYJIA GILLE: Zitronenfaltertango
- JAN IMGRUND: Fusionskontrolle
- SASCHA KOKOT: Geisternetze
- JOHN SAUTER: Startrampen I & II
- MATHIAS TRAXLER: Restaurant & Orchestre Touché
- PAUL WATERMANN: Moskovian Kinder
CARL-CHRISTIAN ELZE: ich lebe in einem wasserturm am meer,
was albern ist
Elzes Verse sind klar und schnörkellos, von einer aber nur scheinbaren Einfachheit. Jedes der 77 Gedichte umfasst exakt zehn Zeilen. Innerhalb dieses eng gezogenen Flussbettes fließen die Gedichte schnell – und verhandeln die großen Themen der Literatur und des Lebens: Einsamkeit, Liebe und Tod. Dieser Klassiker der zeitgenössischen Lyrik erscheint nun im Gans Verlag mit Zusatzmaterial und Bonustracks.
Als der Band 2013 erstmals erschien, wurde er enthusiastisch aufgenommen. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Stiftung Lyrik Kabinett München empfahlen den Band.
Der Lyriker Jan Wagner schrieb ins seiner Empfehlung: »Schwäne mit Köchinnenhälsen, Lippen, die so weich sind wie Fischinnereien, Gras, das als Fell im Wind schwimmt, und Sommersprossen, die selbst Tote aufwecken und an der Klingelschnur im Sarg reißen lassen würden. Carl-Christian Elzes Gedichte sind originell bild- und vergleichsstark, mal komisch, mal derb, oft überraschend und immer berührend. Dabei geht jedes der Gedichte von einem ungeschützt sich ausstellenden, sich immer wieder hinterfragenden Ich aus, von dessen scheinbar ganz alltäglichen Beobachtungen an sich selbst und anderen, von jenen allen bekannten und doch verlässlich rätselhaften Gefühlsregungen. Ein Band, der leicht wirkt, so luftig ist wie der titelgebende Wasserturm, der aber nachwirkt; Gedichte, die so zärtlich wie übermütig daherkommen: Aber ›wollen wir vernünftig sein, müssen wir zum schlachthof gehen.‹«

+ Bonustracks: Mit bisher 9 unveröffentlichten Gedichten aus dem originalen Manuskript von 2013!
+ Zusatzmaterial: Mit Rezensionen von Kristian Kühn (signaturen.de), Peter Geist (Ostragehege) und der Laudatio von Holger Pils zur Verleihung des Rainer-Malkowski-Stipendiums der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
Autor

Carl-Christian Elze wurde 1974 in Berlin geboren und wuchs in Leipzig auf, wo er immer noch wohnt. Sein Vater war Zootierarzt, wodurch er einen großen Teil seiner Kindheit im Leipziger Zoo verbrachte. Er studierte zwei Jahre Medizin, danach Biologie und Germanistik. Von 2004-2009 war er Student am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2006 erschienen mehrere Gedichtbände und Prosapublikationen. Sein Debütroman »Freudenberg« stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, 2023 war er Stadtschreiber von Dresden, 2024 Stadtschreiber von Halle.
Elze ist Mitbegründer und Gastgeber der Leipziger Lesereihe »Niemerlang«, Monatsjuror bei »lyrix«, dem Bundeswettbewerb für junge Lyrik, Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, Vorstandsmitglied des Ringelnatz-Vereins Wurzen und Schirmherr von »MENTOR die LeselernhelferInnen Leipzig e.V.«.
Bild: Janin Wölke
Bibliographische Angaben
Carl-Christian Elze
Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist
Gans Verlag, Berlin
Hardcover mit Fadenbindung
100 Seiten | 18 x 13 cm | 20,00 €
ISBN: 978-3-946392-80-4
ET: 10.03.2026
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ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist
ich bin immer versalzen, aber das süße halt ich nicht aus.
eine katze schlich ums haus & hat sich auf den rücken geworfen.
was das nur soll? ich will keine ergebenheit, ich will liebe.
woher ich meine liebe nehme, ist mein größtes geheimnis.
ich habe einen tank voll davon, aber nicht in meinem turm.
ich bin oft betrunken vor liebe & oft ein stinkendes feld.
das meer ist eine katze, der ich nichts anvertrauen kann.
in den dünen finden sich manchmal die knochen von engeln.
trete ich aus meinem turm heraus, liebe ich heftig die sonne.
Verlag
Gans Verlag
Ulrich Leinz
Heinrich-Heine-Straße 36
10179 Berlin
Telefon:
0 179 – 130 52 79
E-Mail: gansverlag@gansverlag.de
https://www.gansverlag.de/
MAYJIA GILLE: Zitronenfaltertango
Unangepasst und voller Vitalität: So wie der Zitronenfalter vagabundierend die Sonne und das Licht sucht, tanzen auch die Texte Mayjia Gilles durch die Welt. Sie decken Zwischentöne auf und führen in einen Dialog mit der Welt. Sprachstark geben sie wie beim Flug des Zitronenfalters das Auf und Ab des Lebens wieder, zart, tänzerisch, aber auch leidenschaftlich wie bei einem Tango. Dabei entfalten die Texte über das bewusste Wahrnehmen des Augenblicks, der Natur hinaus auch eine politische Dimension: Immer wieder wird das menschliche Miteinander, der Umgang mit Minderheiten und Schwächeren thematisiert, der Wunsch nach Kompromissen und einem »Tanz auf Augenhöhe« klingt durch. Mayjia Gilles Sprache besticht durch ungewöhnliche Naturbilder, einfühlsame Metaphern und zuweilen surreale Einfälle. Spürbar wird an der Musikalität und Bildhaftigkeit, dass sich die Schriftstellerin auch in den anderen Künsten betätigt.
Auch Dominik Dombrowski ist von dieser poetischen Stimme begeistert:
„Mayjia Gille gelingt ein empathischer Roadtrip, sie findet einen eigenen Sound, der, tatsächlich getaktet wie eine Schmetterlingsreise, dem Zufall vorgegeben scheint, aber eben als Wille zu ihm. Die Autorin fängt die Stimmung unserer sich leise verpuppenden apokalyptischen Zeit zwischen den Zeilen ein. Das ist starke Dichtung, angefangen vom durchdachten Titel, der bereits schon nicht willkürlich ist: skizzierende, stringente Lyrik, konsequent in der Metaphorik und von zärtlich-kritisch komponierter Liedhaftigkeit, eben der Tango eines Falters, von Nord nach Süd auf intuitiven, unerklärlichen und doch klaren Pfaden. Melancholische, manchmal entrüstete, manchmal bewölkte, doch immer verzeihende Zeilen. Ein Anflug, ein Aufglühen, ein Loslassen und ein Weiterreisen, bevor etwas verhärten kann. Diese Texte sind authentisch und poetisch eben darin, dass da – wo immer sich etwas findet – es auch uns findet. Wir bekommen etwas zu denken und werden damit zurückgelassen, Poesie wie eine Bestäubung, das hat was.“

Mayjia Gille
Zitronenfaltertango
Vagabundengedichte
Gans Verlag, Berlin
Hardcover mit Fadenbindung
120 Seiten | 18 x 13 cm |
ISBN: 978-3-946392-65-1
Erscheinungstermin: 20.09.2025
Autorin

Mayjia Gille ist Schriftstellerin, Schauspielerin, Komponistin, Sängerin in ihrer Band »Eisvogel« und Malerin. Für ihre bildnerischen und literarischen Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet und erhielt Stipendien in Finnland, Hamburg und Lahr. Im Jahr 2022 war sie auf der Shortlist für den Lyrikpreis München und im Jahr 2024 für den Literaturpreis des Nürnberger »Pegnesischen Blumenorden«. Mayjia Gille veröffentlichte bisher drei Gedichtbände: »Seit Tagen warte ich in den Sarottihöfen« (2016), »Kurznachricht um acht« (2019) und »Trompeter auf der Landebahn«. Im Jahr 2023 erschien ihr Debütroman »Landgang«.
Gedichtbeispiel
Kleine Wolken
am Himmel
so als wäre nichts gewesen
Menschen im Bärlauch
nach unten gebückt
Aprilsturm hat
Lindenblüten verteilt auf dem Weg
Maigrün um den Schmetterling
sogar die richtige Blüte
verhüllt im Blätterrock
könnte ich mir vorstellen
Spazierende zu warnen
eingeboren werden
eine heftige Böe
weht mich unerwartet auf die Dorfstraße
mitten ins Volksfest
und du sagst
es ist Krieg
JAN IMGRUND: Fusionskontrolle
Der Begriff „Fusionskontrolle“ kommt aus dem Kartellrecht. Mit ihr soll verhindert werden, dass ein Unternehmen durch Aufkäufe oder einen Zusammenschluss zu mächtig wird. Doch nicht immer lassen sich die Auswirkungen kontrollieren. Um Fusionen, die außer Rand und Band geraten, kreisen die bemerkenswerten Gedichte von Jan Imgrund.
Im Mittelpunkt steht der Mensch, der die moderne Technik, die er für seine Bequemlichkeit erfand, nicht mehr beherrscht. Zugleich fusioniert Imgrund disparate Materialien durch die intuitiven Verfahren der Dichtung: So legen sich im Innern der papiernen Brennzellen dieses Lyrikbandes Business-Sprache, technischer Jargon, Automobile und auf die schiefe Bahn geratene Tiere miteinander an. Das alles steigert sich hin zu wuchernder Komplexität; die namenlosen Ich-Erzähler führen orientierungslos durch Vorgänge, die sie kaum durchschauen und nicht mehr kontrollieren können.
Die Sprache des Bands kommt mal technisch-nüchtern, mal poetisch-sanft und dann wieder direkt und hart daher. Sie führt in eine von Menschen geschaffene und wieder verlorene Welt ein, die gegenwärtig und dystopisch zugleich wirkt. Wer sich als Leser darauf einlässt, erhält kein Ergebnis, doch einige formbare Elemente.

Jan Imgrund
Fusionskontrolle
Gans Verlag Berlin
Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen
112 Seiten | 18 x 14 cm
22,00 Euro
978-3-946392-49-1
Erscheinungstermin: September 2024
Autor

Jan Imgrund, geboren 1974 in Düsseldorf, ist Jurist und Lyriker. Er hat in Köln und Paris Rechtswissenschaften studiert und in Göttingen zu einem kartellrechtlichen Thema promoviert. Nach einer längeren Zeit in Brüssel, wo er als Rechtsanwalt in einer
Wirtschaftskanzlei gearbeitet hat, lebt und arbeitet er heute in Berlin. Er hat Gedichte in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht; im Jahr 2006 hat er an der Endrunde des „Open Mike“- Wettbewerbs teilgenommen.
Bild: Privat
SASCHA KOKOT: Geisternetze
Sascha Kokots Lyrik ist höchst eigenständig und vertraut ganz der Wahrnehmung, den Gedanken und Bildern. Leise und ruhig spinnen diese Gedichte ihre Netze mit einer wunderschönen Genauigkeit, sie sind so durchscheinend, dass man, wenn man durch sie hindurchschaut, meint, nichts als Tiefe zu erkennen.
Martina Hefter zu „Geisternetze“
Sascha Kokots “Geisternetze” verweben die vergeblichen und glückenden Versuche, ein neues Leben entstehen zu lassen, mit der uns allen verbindenden Erfahrung von Verlust und Vergänglichkeit. Die Gedichte widmen sich ehrlich und enttabuisierend dem Kinderwunsch eines Paares, der es zu den Herausforderungen der modernen Reproduktionsmedizin führt.

Wir begleiten das lyrische Ich bei seinen medizinischen und gedanklichen Schritten. Wir begegnen den Zweifeln und Sorgen, die auf dem Weg zu einer Vaterschaft liegen. Wir können mitverfolgen, wie Hoffnung entsteht, mit Verlust umgegangen werden muss und neue Kraft für einen letzten Versuch geschöpft wird.
Daraus erwächst ein Motiv, ein lyrisches Interesse, das auch die restlichen Gedichte bevölkert: Wo im Leben begegnen wir unweigerlich Verlusten, an was halten wir fest und was müssen wir loslassen? Sascha Kokot zeigt uns einen poetischen Umgang. “Geisternetze” führt uns dazu von den Erinnerungen an eine große Liebe, ihren Anfang und ihr allmähliches Ende hin zu der vielleicht größten Vergänglichkeit, die zum Leben gehört: dem Tod derer, die uns prägen, die wir lieben, zu unserer eigenen Sterblichkeit.
Autor

Sascha Kokot, 1982 in der Altmark geboren und aufgewachsen, lebt als freier Autor und Fotograf in Leipzig. Nach einer Lehre als Informatiker in Hamburg und einem längeren Aufenthalt in Australien studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, veröffentlichte in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.
»Geisternetze« beim Gans Verlag ist sein dritter Lyrikband. Die beiden Gedichtbände »Ferner« (2017) und »Rodung« (2013) sind in der edition AZUR erschienen.
Bild: Enrico Meyer
Rezensionen
Online & Blogs:
„Die Gedichte wirken wie Erkundungen innerer Erfahrungsräume, in denen Verletzlichkeit und Geborgenheit eng beieinanderliegen.“ – Carola Quint, Lesen mit Carola
„Man merkt, wie dieser poetische Ton hilft, das kaum Benennbare dennoch in Worte zu fassen, es geradezu in die Hände zu nehmen und mit einer Aufmerksamkeit zu betrachten, die die Poesie unserer Welt erst sichtbar macht.“ – Ralf Julke, Leipziger Zeitung
„Kokots Gedichte (…) vertrauen auf Genauigkeit, auf die Kraft der Beobachtung und auf eine Sprache, die sich nicht aufdrängt.“ – Michael Fiedler, lesering.de
„Kokot zeigt die unsichtbaren „Geisternetze“, die unser Leben durchdringen, zart, zerbrechlich und voller Schmerz und Schönheit.“ – Dano Senger, Lust auf Literatur
Bibliographische Angaben
Sascha Kokot
Geisternetze
Lyrik
Gans Verlag, Berlin
ET: 18.02.2026
Hardcover, 92 Seiten, 18 x 13 cm, 20,00 €
ISBN: 978-3-946392-72-9
JOHN SAUTER: Startrampen I & II
John Sauter erzählt in seinen Gedichtzyklen in rhythmisch pointierten von Begegnungen auf einer Reise durch das Hinterland und in die Vorstädte der Großstadt. Von den Weiten der Natur geht es in die Unendlichkeit des Weltalls: Einem Lyriker sind keine Grenzen gesetzt.
Was einem von der Startrampe aus widerfährt, ist manchmal skurril, manchmal einfach auch alltäglich. Aber immer mit genauem Blick beobachtet, das „kleine Leben“ beim Edeka und der „Tanke“ oder neben „Sigis Marktkauf“:
„Am Stadtrand
Im Blumenladen gibt es Oleander
Für 17 Euro und rotes Geld
Tiefgrün, plastikfarben, abwischbar
Mein betrunknes Hundeherz
Kann nicht verstehen
Warum zwischen den Wänden
Der Krach manchmal so laut wird
Es möchte sich wegducken“
Unter seinem eigentlichen Namen John Sauter veröffentlichte der bis dahin als Rapper bekannte Johnny Katharsis 2019 seinen ersten Gedichtband „Startrampen“ im Wiener Verlag Edition fabrik.transit in einer Kleinauflage. Weitere Gedichtbände, die von der Kritik hervorgehoben wurden, folgten.
Nun gibt es die längst vergriffenen Texte aus „Startrampen“ wieder zu lesen. Erweitert um neue Langgedichte ist unter dem Titel „Startrampen I & II“ im Gans Verlag der inzwischen vierte Lyrikband von John Sauter erschienen.

„Man wird selbst atemlos beim Lesen der Gedichte, muss man sich doch dem Rhythmus der an Rap angelehnten Sprache unterwerfen.“ – Michael Seehoff
John Sauter
Startrampen I & II
Gedichte
Gans Verlag, Berlin
Erscheinungstermin: 20. Juni 2024
Zum Autor

John Sauter wurde 1984 in Freiberg / Sachsen geboren, studierte Journalistik und Kunstgeschichte in Leipzig sowie Sprachkunst in Wien. Er lebt in Leipzig. Als Rapper tritt er unter dem Künstlernamen Johnny Katharsis auf. Seine Texte performt er auf Live-Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum.
Bild: Alena Sternberg
Bibliographische Angaben
John Sauter:
Startrampen I & II
Hardcover mit Fadenbindung, Schutzumschlag und Lesebändchen
320 Seiten, 24,00 Euro
ISBN: 978-3-946392-39-2
Downloads
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MATHIAS TRAXLER: Restaurant & Orchestre Touché
„Ein im besten Sinne sinnbefreites, beglückendes Sprechen, das Mathias Traxler hier darbietet. Große Empfehlung!“ – Fabian Thomas, The Daily Frown
Ein Kompendium aus Gedichten, Konzertstücken und Songs. Manchmal ernst, manchmal „Firlefanz“. Aber wenn ein Text die Kraft hat, Lebens-Stabilität zu schaffen, so muss er bleiben, sagt der Dichter. In »Restaurant & Orchestre Touché« vertrauen unterschiedliche poetische Gestalten in den Moment ihrer Entstehung. Sie bewegen sich in Form und Klang in mannigfaltige musikalische Richtungen.
Durch zahlreiche Leseauftritte und Aufführungen Mathias Traxlers haben sich die Texte in ihrer fertigen geschriebenen Form konkretisiert. Das Buch gliedert sich in zwei Abteilungen, die durch Klang und Echo miteinander verbunden sind.
In der ersten Abteilung findet sich ein Reigen von Texten, die den Charakter von Songs und Couplets haben und mit Motiven aus der lyrischen Tradition, von der Antike (Vergil) über den Minnesang bis in die heutige Zeit (Horváth, Jaccottet), spielen.
Die zweite Abteilung ist ein großangelegtes Narrativ, das in eine Vielzahl erzählerischer Genres eintaucht und weitgehend aus Transkriptionen improvisatorisch eingesprochener Passagen – entlang von Werken klassischer Musik – entstanden ist. Dieser Teil hat den Charakter eines Konzertstückes, für ein lautes und mit Spannungsbögen gestaltetes Lesen.

Erzählt wird darin die Geschichte zweier Figuren, die sich dem Leser immer wieder entziehen, die aus einer unbekannten Welt ausgesandt wurden und unterwegs sind, gemeinsam mit anderen, um Klänge und Instrumente zu sammeln. »Willst du das aufnehmen?«, fragt die eine Figur die andere. Die andere schüttelt den Kopf: »Nein, nichts aufnehmen.« Weil sie nicht durch Aufnehmen sammeln.
Mathias Traxler
Restaurant & Orchestre Touché
Gedichte, Konzertstücke, Songs
Gans Verlag, Berlin
Erscheinungstermin: 12.3.2026
Zum Autor
Mathias Traxler, 1973 in Basel geboren. Studium der Jurisprudenz in Basel und Fribourg. Seit 1999 lebt er als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Sein literarisches Schaffen bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Dichtung und Musik, Lyrikvortrag und Übersetzung. Er arbeitet dabei oft in Kooperationen mit anderen Dichtern und Musikern (u. a. Norbert Lange, Álvaro Seiça, Harald Muenz, Beat Keller, Vincent Laju).

Zuletzt erschienen: Komplimente machen, hochroth 2020; Álvaro Seiça: 365 vorhergesagte Gedichte | previsão para 365 poemas, übersetzt von Mathias Traxler, parasitenpresse 2021; Variationen Montale Reihe i-iv, parasitenpresse 2025.
Bild: Dana Sauerland
Bibliographische Angaben
Mathias Traxler
Restaurant & Orchestre Touché
Gedichte, Konzertstücke, Songs
Gans Verlag, Berlin
Erscheinungstermin: 12.3.2026
Hardcover | 90 Seiten | 18 x 14 cm |
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-946392-79-8
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Leseprobe & Downloads
PAUL WATERMANN: Moskovian Kinder
„Moskovian Kinder leben im Rücken der Gesellschaft. Sie leben moskovian. Sie laufen durch graue Häuserschluchten und verachten die Kinder reicher Eltern, die an der Hand spazieren geführt werden. Sie wollen nicht spazieren geführt werden, sie wollen selbst spazieren gehen. Sie wollen, sie wollen.“
Prosalanggedicht oder poetischer Roman? Erzählung oder Lyrik? So wie sich „Moskovian Kinder“ von Paul Watermann einer eindeutigen Genrezuschreibung entzieht, so frei und ungebunden ist auch die Geschichte. Der Text, ungewöhnlich in der Form und Tonalität, ist am dafür passenden Ort entstand: Der 1986 geborene Schriftsteller schrieb daranwährend seines „Arp im Ohr“-Stipendiums, das in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck vom Künstlerhaus Edenkoben ausgelobt wird.
Entsprechend pendeln seine Texte zwischen Wirklichkeit und Surrealität: „Irgendwo im Niemandsland zwischen vielen stilistischen Stühlen platziert Paul Watermann seine kleinen literarischen Preziosen. Sie kommen bescheiden und leise daher, können aber beim Lesen sofort Bilder im Kopf erschaffen, die große Lebendigkeit ausstrahlen“, heißt es auf der Seite des Arp Museums über den Stipendiaten.
Und so kann „Moskovian Kinder“ getrost auch als Coming-of-Age-Geschichte mit kafkaesken Zügen beschrieben werden: Ein Text über Kindergangs in den schrundigen Winkeln der Großstadt, über die erste fragile Liebe, über Einsamkeit, Sehnsucht und den Verlust einer magischen Welt. Formuliert in einem assoziativen Fluss, der sich zum Langgedicht formt.
In einem skurrilen Panorama aus Möwen in roten Samtanzügen, sprechenden Bäumen, Fischfrauen, Jugendlichen im Park und den moskovitischen Kindern, werden Themen wie Einsamkeit, Sehnsucht und die Suche nach Zugehörigkeit verhandelt. Gefeiert wird: „Das Traurige, das Abwegige, das Komische und das Kleine. Das mit den weit aufgerissenen Augen.“

Paul Watermann
Moskovian Kinder
Gans Verlag, Berlin
ISBN: 978-3-946392-37-8
Erscheinungstermin: 12. Juli 2024
Autor
Paul Watermann, 1986 in Melle geboren, studierte zunächst an der Sporthochschule Köln und anschließend literarisches Schreiben am Literaturinstitut Leipzig. Er lebt heute in Berlin.
Rezensionen
„Man kann dem Autor nicht vorwerfen, es mangle ihm an ästhetischem Mut und sprachlicher Beherztheit.“ – Jan Wilm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Die „genau gebauten Sätze, originellen Bilder“, die „Sprachmagie“ hebt Nico Bleutge in seiner Besprechung bei Deutschlandfunk Kultur hervor. Moskovian Kinder sei ein Buch, in dem es „um Verwandlungen geht, das Verrückte, das Verrücken der Welt“.
„Schwer und zugleich leicht ist seine Prosa, ihre Wörter ähneln Steinbrocken und Spielzeugen. Lesend nimmt man beide in die Hände, lässt sie aufeinanderprallen und lauscht dem Echo nach. Es klingt, als wäre jemand vor langer Zeit hingefallen und dann wäre etwas kaputtgegangen.“ – Michael Wolf, taz
Bibliographische Angaben
Paul Watermann:
Moskovian Kinder
Gans Verlag, Berlin, Juni 2024
Hardcover mit Fadenbindung, Schutzumschlag und Lesebändchen
Den Schutzumschlag hat die Berliner Künstlerin
Johanna Kintner entworfen
150 Seiten | 18 x 13 cm | 978-3-946392-37-8
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ERICH THIES: Notate – Neu im Gans Verlag
Mit «Notate» versucht Erich Thies das eigentlich Unfassbare, den Tod eines Kindes, in Worte zu fassen. Horst Bredekamp sagt über diesen Band: «Notate dringen in Abgründe des Leids, ohne in diesen aufzugehen. Sie lehren, dem Unverstehbaren in Würde zu begegnen.»
Der Gans Verlag gratuliert: Klopstock-Preis für neue Literatur
wird 2026 an Jan Kuhlbrodt verliehen
Der diesjährige Klopstock-Preis für neue Literatur wird an den Schriftsteller Jan Kuhlbrodt überreicht. Der Leipziger Autor erhält die wichtigste Literatur-Auszeichnung des Landes Sachsen-Anhalt für sein literarisches Gesamtwerk.
Der gutleut verlag wird als Imprint im Gans Verlag weitergeführt
Eine neue Heimat beim Gans Verlag: Der gutleut verlag wird als Imprint nach dem überraschenden Tod seines Verlegers Michael Wagener weitergeführt.
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
