Kurt Oesterle gelingt mit diesem Essay eine prägnante Darstellung von Leben, Werk und Rezeption Hölderlins, behandelt zentrale Themen – württembergische Herkunft, evangelische Religiosität, Philosophie, Ökologie, Geschlechterverhältnis, Sexualität und Dichtung – und dies in einer leicht verständlichen Sprache, die dennoch der Komplexität des Hölderlinschen Werks gerecht wird. Durchaus also auch ein Buch für Hölderlin-Einsteiger, die sich mit diesem Dichter, der bis heute fasziniert, auseinandersetzen wollen.
Die „Wiederverheiligung“ des Lebens
Hölderlin lebte in einer gewaltigen Zeitenwende, der dritten in Europa: nach Renaissance und Reformation war es die Revolution von 1789, die diese Wende einleitete und sämtliche althergebrachten Einrichtungen in Politik und Gesellschaft, in Wissenschaft, Kunst und Religion in Frage stellte. Davon aufgewühlt, begann er mit den Mitteln seines Dichtens und Denkens eine grundlegende Reform der bisherigen Lebensweise – eine Art Wiederverheiligung des Lebens, um es in den Umbrüchen zu schützen und zu bewahren.
So wollte Hölderlin unbedingt ein neues Zusammenleben zwischen den Menschen herbeidichten, nicht belastet von nationalem und persönlichem Ehrgeiz, von Rivalität und Karrierestreben, frei von Sexismus und Geschlechterkampf. Außerdem gehört er in die Frühzeit des demokratischen Denkens in Deutschland: Das Politische wird bei ihm stets ganzheitlich gedacht, neben dem Zwischenmenschlichen und dem Rechtsstaat umfasst es auch eine gerechte Wirtschaftsordnung sowie ein sanftmütiges Verhältnis zur Natur.
Der Band ist in drei Teile gegliedert:
Teil 1: Hölderlin – Vom Versuch einer Wiederverheiligung des Lebens
Teil 2: Gedichtauswahl – Von Hölderlins Jugend bis ins Alter
Teil 3: Waiblinger, der radikale Romantiker, wird Hölderlins erster Biograph
Es ist der zweite Essayband von Kurt Oesterle im Gans Verlag nach dem vielfach beachteten Buch über Thomas Mann unter dem Titel „Es lebe die Republik!“.
Zum Autor:

Kurt Oesterle promovierte bei Walter Jens mit einer Arbeit über Peter Weiss’ »Die Ästhetik des Widerstands«. Seit seinem Debütroman »Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen« hat er etliche viel beachtete
Bücher veröffentlicht, unter anderem »Stammheim. Der Vollzugsbeamte Horst Bubeck und die RAF-Häftlinge«. Der Schriftsteller und ehemalige Literaturkritiker (SWR, Süddeutsche Zeitung, FAZ) lebt in Tübingen. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Berthold-Auerbach-Preis und
Ludwig-Uhland-Förderpreis.
Zum Buch:

Kurt Oesterle
Die schlaffen Völker mit Göttersprüchen entzünden
Essay
Gans Verlag, Berlin
ET: 02.02.2026
Hardcover mit Fadenbindung
180 Seiten | 18 x 13 cm
19,80 Euro [D] | 20,40 Euro [A]
ISBN: 978-3-946392-71-2
Downloads & Informationen:
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
