»Poesie ist für mich ein analytisches Werkzeug, das Zeile um Zeile offenbart, wie das lyrische Ich zu jener Stimme werden konnte, die nun zu sprechen beginnt.«
Nathalie Schmid
Die Sprache, die Poesie als Mittel der Spurensuche. Die Fragen dabei wichtiger als die Antworten. Das ist den Gedichten der Schweizer Schriftstellerin Nathalie Schmid beinahe eingeschrieben: »Der Auftrag war nie: Sei das Gedicht. Sondern: Höre wie es zu dir spricht.«
In ihren Gedichten erforscht die Autorin Bewusstseinszustände – zwischen dem wachen Blick auf das Leben und einem unterbewussten Wahrnehmen der Welt. Beides hat Einfluss auf das eigene Werden. Ihre Gedichte kreisen um Fragen der Identitätsbildung. Sie untersuchen, wie ein lyrisches Ich zu seiner einerseits vermeintlich festen, andererseits aber oft auch fragilen Identität als Frau und Mutter gelangt. Das thematisiert die Autorin im Zyklus »Alltag & Abstammung« und zeichnet so die Wirkung von sozialem Rollenverhalten und Konsensdruck nach. In den Gedichten unter dem Titel »Eine Anleitung gibt es nicht« stellt sie sich den Themen Sterbehilfe und Tod. Und im Gedichtzyklus im Aargauer Dialekt »Wie mer send« verschriftlich Nathalie Schmid mit einer autochthonen Sprache zugleich den sprachlichen Nahbereich des Alltags. Für Leser*innen gibt es selbstverständlich eine Übertragung der schweizerischen Lyrik in die deutsche Schriftsprache.
Poesie ist für Nathalie Schmid ein analytisches Werkzeug, das Zeile um Zeile offenbart, wie das lyrische Ich zu jener Stimme werden konnte, die nun zu sprechen beginnt. Geprägt von der Auseinandersetzung mit angelsächsischen Autorinnen und Autoren wie Robert Hass, Anne Carson oder Eileen Myles fügt Nathalie Schmid diesem Chor ihre eigene, unverwechselbare Stimme bei.
Stimmen zum Buch:
„Was der Titel „Ein anderes Wort für einverstanden“ auf sich hat, verrät sie im Podcast. Viele Texte im Buch handeln von einer Suchbewegung, vom Einverstanden sein.“ – Nathalie Schmid im Interview bei Radio 3Fach zu ihrem Buch und ihrem Schreiben
Schriftstellerin Alice Grünfelder interviewt Nathalie Schmid
„Was bleibt beim Zuklappen des Buchs: ein leises Zittern der eigenen Gedanken und Erinnerungen an die eigenen Gärten der Kindheit. Und, ähnlich wie z.B. auch bei Iris, der Wunsch, das eine oder andere anders gemacht zu haben, ohne sich für seine früheren Taten und Unterlassungen aber schuldig zu fühlen.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch
„Schmid dichtet schriftsprachlich wie mundartlich in freien, aber gewählten Rhythmen und mit konziser, kommaloser Diktion. Zum Ringen der Frau und Künstlerin um ihren Platz in der Gesellschaft gehört der Kampf gegen den Impuls, sich über Mangel zu definieren.“ – Florian Bissig in der Sommerliteratur-Beilage der NZZ
Zur Autorin:

Nathalie Schmid wurde 1974 in Aarau, Schweiz, geboren. Sie studierte am Deutschen Literatur Institut Leipzig (1998 – 2003). Nathalie Schmid veröffentlichte bisher drei Gedichtbände: »Die Kindheit ist eine Libelle« (2005), »Atlantis lokalisieren« (2011) und »Gletscherstück« (2019). 2023 erschien ihr erster Roman »Lass es gut sein« im Geparden Verlag. Für ihre Arbeit hat Nathalie Schmid mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Lyrikpreis des Autoren Verbandes der Schweiz und für Auszüge aus dem Lyrikmanuskript „Ein anderes Wort für einverstanden“ 2019 den Werkbeitrag des Aargauer Kuratoriums.
Nathalie Schmid lebt mit ihrer Familie in Baden, Schweiz.
Bild: Claudia Herzog
Zum Buch:

Nathalie Schmid
Ein anderes Wort für einverstanden
Lyrik
Gans Verlag, Berlin
ET: 5. März 2025
Hardcover, Fadenbindung
128 Seiten | 18 x 13 cm
22,00 Euro [D] | 22,70 Euro [A]
ISBN: 978-3-946392-56-9
Weitere Informationen:
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
