„Und Glück war, zumindest für mich, ein Leiterwagen mit roten Fahnen und Männer mit entschlossenen Gesichtern, Männer, die das Unglück vom Erdball fegen würden. Und wir würden Teil dieser Gruppe sein. So jedenfalls hatte ich das empfunden. Thilo war da ein wenig zurückhaltender.“
Von Aufbruch und Erwachsenwerden, von verlorenen Illusionen und neuen Einsichten erzählt Jan Kuhlbrodt in „Schneckenparadies“. Der zweite Band der „Chemnitzer Trilogie“ des Schriftstellers liegt nun in einer neuen, überarbeiteten Fassung vor, nachdem das Buch lange vergriffen war. Im ersten Band „Vor der Schrift“, das in diesem Frühjahr erschien, erzählt der Autor von seiner Kindheit in Chemnitz. Abgeschlossen wird die Trilogie durch das mit dem Alfred Döblin-Preis 2023 ausgezeichnete „Krüppelpassion“.
In „Schneckenparadies“ geht der Held des Romans geht nach der Wende von Karl-Marx-Stadt nach Frankfurt am Main, um Philosophie zu studieren. Die Versprechen von einer gerechteren Welt, Teil der DDR-Utopie, sind da bereits verschüttet, allenfalls verbunden mit den Erinnerungen an einen Jugendfreund, an Leiterwagen und rote Fahnen. In der Bundesrepublik findet der Protagonist dieses autofiktionalen Romans Anschluss an die linke studentische Szene in Frankfurt, um nach und nach ernüchtert festzustellen: Auch die jugendlich-revolutionäre Vision einer vermeintlich freien Republik hat ihre Begrenzungen und Schattenseiten. Und wie die Schnecken, denen die Kinderfreunde in einer alten Badewanne eine neue Heimat bieten wollten, zieht es auch die Protagonisten dieses Buches weiter.
Die große Elke Erb schrieb dazu:
„Kuhlbrodt stellt die Frage nach dem richtigen Denken im Gleichnis der Schnecken, die Kinder in eine alte Zinkbadewanne mit gesammelten Blättern und Kräutern setzen, die Schnecken aber verschwinden über Nacht. Die Lehre ist: sie wollen ihre eigene Welt, kein künstliches vermeintliches Paradies.“
Stimmen zum Buch:
„Es ist unterhaltsam, Kuhlbrodts mit Anekdotischem gespickten Gedankengängen zu folgen. Zumal die Sprache des Autors nicht manieristisch, aber kunstvoll ist.“ – Tobias Prüwer, Kreuzer Leipzig
„Kuhlbrodt kommt von der Lyrik. Sein Text lebt von Assoziationen und Beobachtungen scheinbarer Kleinigkeiten, in denen sich die großen Fragen des Menschseins spiegeln.“ – Andreas Baum, Deutschlandfunk Kultur
„Was sich scheinbar wie ein Assoziationsteppich der Erinnerungen an die vergangene Zeit liest, voller Bilder und kleiner, prägender Ereignisse, wird so auf einmal zu einem Zeitbild.“ – Ralf Juhlke, Leipziger Internet-Zeitung
„Mit seinem Roman „Schneckenparadies“ vollendet sich die Chemnitzer Trilogie des in Karl-Marx-Stadt geborenen Schriftstellers.“ – Tobias Prüwer, Freie Presse
Zum Autor:

Jan Kuhlbrodt studierte politische Ökonomie an der Universität Leipzig sowie Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt am Main. Von 1997 bis 2001 absolvierte er außerdem ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Von 2007 bis 2010 war er Geschäftsführer der Literaturzeitschrift Edit, Lehrbeauftragter an der Hochschule Leipzig und Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Leipzig.
Jan Kuhlbrodt ist Verfasser von erzählenden Werken, Essays, Gedichten, Theaterstücken sowie eines Blogs. Er erhielt u. a. 2007 ein Stipendium des Autorenförderungsprogramms der Stiftung Niedersachsen sowie 2014 den Sächsischen Literaturpreis.
Zum Buch:

Jan Kuhlbrodt
Schneckenparadies
Hardcover mit Fadenbindung, Schutzumschlag und Lesebändchen
160 Seiten | 18 x 13 cm
24,00 Euro
978-3-946392-47-7
Erscheinungstermin: Oktober 2024
Weitere Informationen & Downloads:
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
