
Ernest Hemingway ist eine Ikone der Weltliteratur – doch wer war der Mann hinter der perfekt inszenierten Fassade des machohaften Abenteurers, Boxers und Großwildjägers? Während Hemingway in seiner eigenen Autobiografie „A Moveable Feast“ (Paris – Ein Fest fürs Leben) ein sehr nostalgisches Selbstporträt zeichnet, offenbaren moderne biografische Werke eine weitaus komplexere, oft rücksichtslosere Persönlichkeit.
Wenn Sie tiefer in das Leben des Literaturnobelpreisträgers eintauchen möchten, finden Sie hier einige lesenswerte biografische Bücher, die unterschiedliche Facetten des Autors beleuchten. Der Beitrag wird laufend aktualisiert.
Der Blick hinter die Kulissen von „Fiesta“
Lesley M. M. Blume: „Und alle benehmen sich daneben: Wie Hemingway seine Legende erschuf“
Dieses Buch beleuchtet akribisch Hemingways Pariser Anfänge und die Pamplona-Reise von 1925, die als Vorlage für seinen Romandebüt „Fiesta“ diente.
- Der Mensch hinter dem Werk: Es zeigt den unerbittlichen Ehrgeiz des jungen Autors sowie eine von Machotum geprägte Selbstinszenierung.
- Verrat an Freunden: Hemingway nutzte reale Weggefährten wie Gertrude Stein oder Harold Loebungslos als literarisches Material, wodurch Freundschaften und seine Ehe mit Hadley zerbrachen.
- Literarische Kraft: Trotz Schattenseiten wie latentem Antisemitismus erfasst Blume die unmittelbare Energie, die Hemingway zur Stimme der „Lost Generation“ machte.
„Hemingway war von [uns] beiden geformt worden“, erinnerte sich Stein später in ihrer Autobiography of Alice B. Toklas, und sie seien „beide ein bisschen stolz auf und beschämt über [unser] Geisteskind gewesen.“ Hemingway, zu dem Ergebnis kamen sie, habe etwas von einem Feigling und einem Schwindler. Sie nahmen ihm sein übertrieben männliches Image einfach nicht ab.
„Was für ein Buch, stimmten [wir] beide überein, wäre die wahre Geschichte von Hemingway“, schrieb Stein. „Nicht die, die er schreibt, sondern die Bekenntnisse des wahren Ernest Hemingway.“
Und schließlich glaubten sie ohnehin nicht, dass er verstanden habe, worauf es ihnen in stilistischer Hinsicht ankam. Er gebe sich große Mühe, modern zu wirken, aber für Stein „roch er nach Museen.“
Ich möchte es einfach sagen dürfen: Was für ein unsympathisches Großmaul! Man mag zu seinen Werken stehen, wie man will – vieles davon, so seine Erzählungen, die Novelle „Der alte Mann und das Meer“ sind großartig – aber der Mensch hinter dem Werk war mir noch nie sympathisch. Alles too much: Zu viel verbale Aufschneiderei, zu viele Selbstinszenierungen beim Jagen, Fischen und Trinken, zu viel Machotum. Das Wissen, dass dahinter wohl ein sehr verletzbares, unsicheres Wesen steckte, auch das Wissen um seinen Suizid trug nicht wesentlich dazu bei, dass mir der Autor näher kam – er blieb in meinen Augen ein „Schwindler“.
Intensive Recherche und Quellenstudium für das Buch
Wie sehr er schwindelte, wie wenig ihm Werte wie Loyalität gegenüber Freunden und Förderern, selbst gegen Ehefrauen, Rücksichtnahme und Verschwiegenheit etwas galten, wenn es um die eigene literarische Karriere ging, das alles zeigt die amerikanische Journalistin Lesley M. M. Blume in ihrer Biographie „Everybody behaves badley: the true story behind Hemingway`s masterpiece The Sun also rises.“ Die umfangreichen Quellennachweise zeigen: Die Frau hat ihren Job gründlich erledigt, intensiv recherchiert.
Es würde dem Buch also nicht gerecht, bezeichnete man es als Tratsch- und Klatschkompendium mit literarischem Anspruch. Und doch ist es vor allem das Plaudern über die Zickenkriege zwischen männlichen Literaten, die dieses Buch so höchst unterhaltsam machen. Der Tratsch über wer-mit-wem und warum-und-wieso, der offenbar auch das Leben dieser amerikanischen Bohème in New York und Paris prägte. Und die größte Tratschtante von allen war nun mal Mr. Hemingway.
Paris als Sehnsuchtsort amerikanischer Autoren
Lesley M. M. Blume fokussiert sich auf die Anfangsjahre dieses von hemmungslosem Ehrgeiz und großer Geltungssucht getriebenen Menschen. Sie beschreibt die ersten Jahre bis zum Durchbruch, der mit dem 1926 erschienenen Debütroman „The Sun Also Rises (Fiesta)“ begann. Als Hemingway 1921 nach Paris kam, hatte er außer einigen Erzählungen noch wenig vorzuweisen – aber Paris, das war der Ort, an dem er glaubte, all die Erfahrungen, das Erleben und Leben aufsaugen zu können, die er zum Schreiben brauchte. Zudem war Paris das Zentrum der literarischen Welt: James Joyce, die Fitzgeralds, Gertrude Stein, Ezra Pound, Anderson Sherwood, all jene, von denen er glaubte, lernen (und profitieren) zu können, lebten dort. Wie sehr er seine Rolle als bescheidener Anfänger stilisierte, das ist im erst später erschienenen „Paris, ein Fest fürs Leben“ nachzulesen – seine Zeitgenossen hatten andere Erinnerungen an ihn, erkannten, wie sehr er sie benutzte:
„Er machte ungeniert Anleihen bei ihr [Gertrude Stein], begann aber, ihre Ideen zu hemingwayifizieren, indem er sie alle subtiler, attraktiver, zugänglicher machte.“
Harold Loeb stand unter Schock
Stein und Sherwood Anderson nutzt er, um sein Schreiben zu perfektionieren. Andere nutzt er, um überhaupt etwas zum Schreiben zu haben: Der eigentliche Skandal an „Fiesta“ war die Erkennbarkeit der nur leicht fiktionalisierten Figuren. Nicht von ungefähr zerbrachen nach der Fiesta zahlreiche Freundschaften und seine Ehe mit Hadley, der Frau, die ihm den Rücken für sein Dasein als Schriftsteller freigehalten hatte. Für Hemingway wird das Buch ein überwältigender Erfolg, wie Lesley M. M. Blume ausführt, für die Menschen, die als Vorlagen für den Roman benutzt wurden, wurde er zum Teil zum Disaster. Den Schriftsteller Harold Loeb – im Roman als Robert Cohn dargestellt – traf „The Sun Also Rises“ laut Blume „wie ein Schock“:
„Das Buch traf mich wie ein Kinnhaken“, erinnerte er sich später. Er durchforstete das Buch nach Passagen über Robert Cohn. Die „unnötige Gehässigkeit“ schockierte ihn genauso wie die weitgehende Übernahme seiner persönlichen Vorgeschichte. Seiner Ansicht nach wäre es für Hemingway genauso leicht gewesen, die Biografien aller Figuren so zu verändern, dass er und die anderen nicht auf Anhieb zu erkennen gewesen wären.“
Die Figuren, das sind vor allem die Freundeskreise, mit denen Hemingway in Paris verkehrte und mit denen er einen Ausflug in die Stierkampfstadt Pamplona unternahm. All das, was dort geschah – das Buhlen um eine Frau, die Verführung eines jungen Torero, die Besäufnisse und Prügeleien – all das verdichtete Hemingway in diesem zugestandenermaßen bis heute faszinierendem Roman. Auf persönliche Beziehungen nahm er dabei keine Rücksicht.
Innovative Kraft von The Sun Also Rises
Lesley M. M. Blume gelingt jedoch der Spagat, das rüde Vorgehen Hemingways zu schildern ohne jedoch die innovative Kraft, die der Roman seinerzeit hatte, zu schmälern. Sie verfällt angesichts der Makel und Unzulänglichkeiten des Charakters Hemingway, diesem vom Ehrgeiz zerfressenen Schriftsteller, nicht in unreflektierte Schwärmerei, zeigt auf jeden dunklen Flecken auf seiner Weste – unter anderem auch seinen latenten Antisemitismus – hin. Aber dennoch ist spürbar, wie sehr sie den Roman an sich und seine unmittelbare Kraft schätzt:
„Was hier nun folgt, ist die Geschichte, wie Hemingway überhaupt erst zu Hemingway wurde – und die des Buches, das alles in Gang setzte. Die Vorgeschichte des Romans The Sun Also Rises und die des Aufstiegs seines Autors sind identisch. Literaturkritiker stellen seit langem Hemingways zweiten Roman A Farewell to Arms (In einem anderen Land) als den Roman hin, der ihn zu einem Giganten im literarischen Pantheon machte, aber in mancher Hinsicht ist die Bedeutung von The Sun Also Rises viel größer. In Sachen Literatur führte dieses Buch die breite Leserschaft ins 20. Jahrhundert.“
Und nicht zuletzt machte der Roman Hemingway zur Stimme der „Lost Generation“ – wenn er auch diesen Ausdruck, wie so vieles andere, von Gertrude Stein abgekupfert hatte.
„Und alle benehmen sich daneben“: Ein unterhaltsames und informatives Buch nicht nur (oder vielleicht auch gar nicht) für Hemingway-Leser, aber auch für alle, die an dieser Blütezeit der amerikanischen Literatur interessiert sind.
Und alle benehmen sich daneben: Wie Hemingway seine Legende erschuf
Übersetzt durch Jochen Stremmel
dtv Verlagsgesellschaft, München 2017
ISBN: 978-3-423-28109-6

Die Pariser Jahre in Echtzeit: Ein literarischer Schlagabtausch
Ernest Hemingway & F. Scott Fitzgerald: „Wir sind verdammt lausige Akrobaten. Briefwechsel“ (Herausgegeben von Benjamin Lebert)
Dieser 15-jährige Briefwechsel dokumentiert die konkurrenzreiche Freundschaft der beiden Literaten im O-Ton.
- Zwei Wortakrobaten im Wettbewerb: Während Fitzgerald 1925 bereits ein gefeierter Star war, suchte der junge Hemingway in Paris den Anschluss.
- Schonungslose Kritik: Die Autoren tauschten sich offen über Alltag, Schreibkrisen und private Konflikte aus, wobei Fitzgerald Hemingway auch kritisch ermahnte.
- Das spätere Zerrbild: Trotz früher Verbundenheit distanzierte sich Hemingway später posthum von Fitzgerald und urteilte hart über die einstige Freundschaft.
Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald verband eine der faszinierendsten und konkurrenzreichsten Freundschaften der Weltliteratur. Ein Briefwechsel zeigt, wie die beiden Genies miteinander umgegangen sind.
„Und, Ernest, ich kann das nicht mal als eine literarische Fingerübung akzeptieren. Es scheint mir, das alles müsste sorgfältig gekürzt werden, sogar neu geschrieben. Unsere arme alte Freundschaft wird das kaum überleben, aber was lässt sich tun? Besser ich sage Dir das als irgend so ein Niemand von der Literaturkritik, der sich weder um Dich noch um deine Zukunft sorgt.“
Die arme alte Freundschaft hat auch diesen Brief aus dem Jahre 1929 überlebt (der Brief bezieht sich übrigens auf den Roman „In einem anderen Land“). Was Wunder nimmt: Denn allgemein galt Ernest Hemingway als nachtragend und Kritik gegenüber als äußerst empfindlich. Nun, vielleicht hat er später Rache genommen – indem er diese von Beginn an wunderliche, wundersame Freundschaft zu dem anderen großen Literaten dieser Zeit, F. Scott Fitzgerald, in späteren Jahren relativierte, die Rollen neu schrieb.
Eine ungewöhnliche Männer- und Brieffreundschaft
Unter anderem in „Paris, ein Fest fürs Leben“. Hier bin ich erstmals auf diese Verbindung zwischen den beiden Autoren gestoßen. Die von Hemingway geschilderte Anekdote spricht Bände über seine spätere Inszenierung dieser Freundschaft:
„Zelda hat gesagt, dass ich, so wie ich gewachsen bin, nie eine Frau glücklich machen könne, und das war`s, was sie zuerst aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Sie sagte, es sei eine Frage der Maße. Seit sie das gesagt hat, bin ich nie wieder der alte gewesen, und ich muss es wahrheitsgemäß wissen.“
„Komm raus, ins Büro“, sagte ich.
„Wo ist das Büro?“
„Das WC.“
Hola, die Waldfee! Erzählt man dieses über tote Kumpels? Macht man die so posthum zur Minna? Oder ist es eben das typische Konkurrenzgehabe kleiner Jungs? Denn selbstverständlich hat Hemingway den Überblick. Nicht nur an dieser Stelle zeigt er sich F. Scott Fitzgerald leicht gönnerhaft-überlegen, der Freund und Konkurrent wird als hypochondrisches Weichei charakterisiert.
Einige Briefe erstmals in deutscher Übersetzung
Deutlich wird das Ungleichgewicht im Briefwechsel zwischen Hemingway und Fitzgerald, der sich immerhin 15 Jahre hinzog. Erschienen bei Hoffmann und Campe unter dem Titel „Wir sind verdammt lausige Akrobaten“, herausgegeben von Benjamin Lebert („Crazy“), der einige der Briefe Fitzgeralds erstmals ins Deutsche übersetzt hat. Umfangreich ist das Buch nicht – etliche der Briefe blieben wohl nicht erhalten -, die editorische Leistung ist eher mäßig: Das Vorwort ist mehr von persönlicher Begeisterung als von Fachinformation geprägt, die Ergänzungen zu Werk und Leben sowie erwähnten Personen könnten ausführlicher sein.
Aber die Briefe an sich sind es, die dieses Zirkusstückchen ausmachen: Zwei Wortakrobaten, die sich gegenseitig in schwindelnde Höhen hochschaukeln, Witz-Kapriolen schlagen, den traurigen Clown mimen. Der „Schriftverkehr“ wirft ein neues, ungeahntes Licht auf diese Kumpanei zwischen dem eleganten Lebemann und dem trinkfesten Macho.
Kennengelernt haben sie sich 1925 in Paris – F. Scott Fitzgerald bereits berühmt durch „Der große Gatsby“ und durch seinen Lebensstil – er und seine Frau Zelda verkörperten die Roaring Twenties, das Jazz Age. Hemingway noch ein no name, der als Korrespondent die Nähe der von ihm bewunderten Literaten in der französischen Metropole sucht: Gertrude Stein (die ihn in der „Autobiographie von Alice B. Toklas“ recht giftig als willigen Schüler darstellt), James Joyce, Sherwood Anderson, und anderen.
Stark in der Kunst, schwach im Leben?
Die Freundschaft zu Fitzgerald hält am längsten – in der Nachbetrachtung, da man ihrer beider Schicksale kennt, verwundert dies nicht: Zwei hochtalentierte Menschen, die stark in der Kunst, aber schwach im Leben waren.
Sie tauschen sich aus über ihren Alltag, Geldsorgen, Probleme mit Frau (Fitzgerald), Frauen (Hemingway), die Liebe zu den Kindern, über Freunde, Trinkgelage, Reisen, aber vor allem über eines: Das Schreiben.
Auf einen Blick: Die Themen des Briefwechsels
- ■ Alltag & Geldsorgen: Der harte Kontrast zwischen literarischem Genie und finanziellen Engpässen.
- ■ Beziehungsprobleme: Fitzgeralds turbulente Ehe mit Zelda und Hemingways wechselnde Liebesbeziehungen.
- ■ Trinkgelage & Reisen: Wilde Nächte und kreative Fluchten im Paris der Roaring Twenties.
- ■ Das Schreiben: Schonungslose Kritik und gegenseitiger Ansporn im literarischen Wettbewerb.
Und dabei geben sie sich, trotz allem literarischen Wettbewerbs gegenseitig Unterstützung und Hilfe, sparen aber ebenso nicht an deutlicher Kritik:
Fitzgerald an Hemingway:
„Nun ja, jedenfalls finde ich einige Teile von Fiesta nachlässig erzählt, Du erzielst keine Wirkung…Dein erstes Kapitel enthält ungefähr zehn Stellen dieser Art, und es übermittelt sich mir beim Lesen das Gefühl einer herablassenden Gleichgültigkeit…Wie ich Dich kenne, würdest Du dergleichen bei anderen als halb Stil, halb Pferdescheiße bezeichnen.“
Diese Ehrlichkeit tut der Freundschaft in den ersten Jahren jedoch keinen Abbruch – vielmehr versichern sich die beiden immer wieder, in beinahe schon zärtlicher Manier, ihre gegenseitigen Zuneigung.
Der Stierkämpfer und sein Mr. Fizzgerald
Mit der Zeit werden die Kontakte zwischen dem „lieben Papa, Stierkämpfer, Gourmand“ und dem „Mr. Fizzgeral“ (eine Anspielung auf die Rechtschreibschwächen des großen Gatsby-Autors) weniger, die Anzahl der Briefe geringer. Aus dem Jahre 1940 ist nur ein Schreiben Scotts an Ernest erhalten – kurz vor seinem Tod im Dezember verfasst.
„Ich bin nie dazu gekommen, Dir zu sagen, dass mir Haben und Nichthaben ebenso gut gefallen hat…“. Dann verstummt der große amerikanische Autor.
Nachgestellt ist diesem ein Brief von Hemingway 1954 an Harvey Breit, in dem er sich von dieser Freundschaft, die vielleicht nur in Briefen wirklich lebte, distanziert:
„Manchmal war es lustig. Aber in Ordnung war es nie.“
Was diese Freundschaft also vor allem Hemingway bedeutete – man wird es niemals wissen können, die Spuren seiner Zuneigung zum Akrobatenfreund hat er später gut verwischt. Doch was bleibt, sind die Briefe – und in dem Moment, als er Sätze schrieb wie diesen, waren diese wohl auch wahr:
„Doch wenn Du nichts dagegen hast, Du bist mein allerbester Freund.“
Wir sind verdammt lausige Akrobaten. Eine Freundschaft in Briefen
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Benjamin Lebert
Übersetzt von Werner Schmitz und Benjamin Lebert
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2013
160 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-455-40466-1
Hintergrund: Wer war Ernest Hemingway?
Ernest Miller Hemingway (1899–1961) zählt zu den einflussreichsten US-amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Neben seiner literarischen Arbeit prägte sein bewegtes Leben als Reporter, Abenteurer und Großwildjäger den unverkennbaren Mythos des Autors.
- Leben & Stil: Nach seinen Einsätzen im Ersten Weltkrieg zog es Hemingway in den 1920er-Jahren als Europa-Korrespondent nach Paris. Dort wurde er zur zentralen Stimme der „Lost Generation“. Berühmt ist er für seinen extrem verknappten, schnörkellosen Schreibstil – dem sogenannten Eisbergmodell, das maßgeblich von Gertrude Stein und Ezra Pound beeinflusst wurde. Spätere Stationen führten ihn nach Key West und für über zwei Jahrzehnte nach Kuba.
- Wichtige Werke: Er schuf zeitlose Klassiker der Moderne wie „Fiesta“ (1926), „In einem andern Land“ (1929), „Wem die Stunde schlägt“ (1940) sowie die meisterhafte Novelle „Der alte Mann und das Meer“ (1952). Postum erschienen unter anderem seine Pariser Erinnerungen „Paris – Ein Fest fürs Leben“ (1964).
- 1947: Bronze Star Medal (für seine Arbeit als Kriegsberichterstatter)
- 1953: Pulitzer-Preis (für „Der alte Mann und das Meer“)
- 1954: Literaturnobelpreis (für sein erzählerisches Gesamtwerk)
