Martin Gehring: Der Dackel aus Kloten

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Bild von Marzena P. auf Pixabay

Kürzlich fuhr ich durch Lühe
und dachte so nach über Kühe.
Eine einzelne Kuh
macht gemeinhin ja Muh.
Machen dann mehrere Mühe?

Martin Gehring, „Der Dackel aus Kloten“, mit Illustrationen von Dorothea Gratwohl, edition dreiklein, 2018

Ich hab ein Faible für mehr oder weniger sinnfreie Gedichte, Lalala-Poeme, Lautmalereien und ja, auch für Limericks. Dieser Fünfzeiler, der nach der irischen Stadt (oder auch nicht) benannt wurde, hat in meinen Jugendjahren schon manche Party (sagt man heute wohl auch nicht mehr) gerettet. Was heute die Poetry Slammer sind, das waren einstmals die Stegreif-Limericker. Leider gehören sie fast zu einer aussterbenden Art wie dieses Getier aus dem baden-württembergischen Horben:

Einem Velociraptor aus Horben
hat die Eiszeit den Morgen verdorben.
An Schuppe und Ohr
fror es den Carnivor
Bald ist er frustriert ausgestorben.

So wie Limericks einstmals öde Parties retten konnten, so könnten sie heute vielleicht die Welt retten – stellt euch mal vor, Trump und Putin müssten ihre Statements im anapästischem Versmaß abgeben. Nun gut, illusorische Vorstellung: Denn ein Trump aus Amerika, der hätte nur drei Wörter da, und nach dem ersten very, very, da merkte selbst die Mary, der Trump, der schwätzt nur blabla.

Sorry für den mißglückten Versuch, aber ich bin aus der Limerick-Übung. Weitaus besser kann dies der Autor Martin Gehring aus dem baden-württembergischen Blaubeuren, der in der schwäbischen Kleinstadt mit Marion Hartlieb den Verlag „edition dreiklein“ betreibt.  Er limerickt, was das Zeug hält – und 100 halbwegs hilfreiche Limericks hat er nun in diesem Taschenbuch zusammengestellt. Schöner Nonsens, nicht immer politisch korrekt, aber für einen Lacher gut. Die Fünfzeiler nehmen einen mit auf eine Weltreise und durch das halbe Tierreich: Da treten Mathematiker aus der Eifel ebenso wie Windhunddamen aus Elze auf, Bauingenieure aus Boston machen sich einen Reim auf Biber aus Mandern.

Wunderbar illustriert von Dorothea Grathwohl. Die Homepage der Ulmer Künstlerin findet sich hier: https://www.dorothea-grathwohl.com/

Gehring bezeichnet das Buch selbst als „witzigen und lehrreichen Allzweckratgeber“. In jedem Fall trägt das Buch zur guten Laune bei – und davon kann man in finstren Zeiten wie diesen nicht genug haben. Lachen, Leute, denn das Leben ist so kurz:

Sehr philosophisch in Zerbst
sagte in seiner Tage Herbst
ein Mensch: „Tja, das Leben
ist ein Nehmen und Geben.
Und ganz am Ende, da sterbst.“

 

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