MAGDALÉNA PLATZOVÁ: Prag 1989 – Tagebuch einer Siebzehnjährigen

Magdaléna Platzová ist eine international übersetze und bekannte Schriftstellerin aus der Tschechischen Republik. Im BALAENA Verlag ist 2024 bereits ihr gefeierter Roman „Leben nach Kafka“ erschienen. Im September 2026 kommt ihr autofiktionales Tagebuch über die „Samtene Revolution“ aus der Sicht eines 17-jährigen Mädchens heraus.


Prag, 1989: Unter dem Einfluss der russischen „Perestrojka“ werden auch in der Tschechoslowakei die Zügel gelockert. Die junge Generation tanzt zur Musik der Undergroundbands und versucht durch kreative Protestaktionen, ihre Spielräume zu erweitern. Als Magdaléna im März ´89 ihr neues Tagebuch beginnt, ahnt sie nicht, dass ihr Leben nur zehn Monate später ein völlig anderes sein wird. Die Oberstufenschülerin eines Prager Gymnasiums sieht in der Enge der „realsozialistischen“ Tschecheslowakei kaum Perspektiven für sich und träumt von einer Zukunft als Schauspielerin. Und natürlich von der großen Liebe, die einfach nicht kommen will.

Deshalb vertraut sie ihre Gedanken dem kleinen blauen Buch an, was ein Glück für uns Leser:innen ist. Denn so erleben wir mit ihr, wie sich in kleinen Schritten anbahnt, was in den brutalen Vorfällen vom 17. November seinen Höhepunkt erreicht und letztlich die politische Wende einleitet. Später wird man in Tschechien von der „Samtenen Revolution“ sprechen oder, bezogen auf ganz Europa, vom „Fall des Eisernen Vorhangs“.

Eine spannende Coming-of-Age-Geschichte mit realem Hintergrund für alle Siebzehnjährigen oder für diejenigen, die sich noch gut daran erinnern können, wie es war, als nach den Jahren des Kalten Krieges in Europa alles möglich erschien. Nebenbei ein Lehrstück über die Mechanismen totalitärer Systeme und den Wert der Freiheit, die zeigt, dass es oft persönlichen Mut erfordert, sie zu erringen oder nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mit dem autofiktionalen Tagebuch kehrt Magaléna Platzová in ihre eigene Jugend zurück, als sie im November 1989 in den ersten Reihen der Demonstranten die Gewalt des Staates erfahren musste.

Magdaléna Platzová
Prag 1989 – Tagebuch einer
Siebzehnjährigen

Roman (ab 16 Jahren)
Aus dem Tschechischen von Kathrin Janka
Klappenbroschur | 240 Seiten |22,-
BALAENA Verlag, Landsberg am Lech
ISBN 978-3-911491-04-4
Erscheinungstermin: 24. September 2026

Autorin & Übersetzerin

Magdaléna Platzová, geboren 1972 in Prag, studierte in den Vereinigten Staaten und in England. Ihren Master in Philosophie erwarb sie an der Karlsuniversität in Prag. Sie
arbeitet regelmäßig für den Tschechischen Rundfunk und die Monatszeitschrift Host. In den Jahren 2009 bis 2012 lebte sie in den USA, wo sie an der New York University unterrichtete. Nach einem Aufenthalt in Lyon ist sie 2026 ihre Heimatstadt Prag zurückgekehrt.
Magdaléna Platzová ist Autorin mehrerer Romane, Kurzgeschichtenbände und Jugendbücher. Ihre Titel wurden neben dem Englischen, Französischen, Deutschen und Italienischen in zehn weitere Sprachen übersetzt.
Auf Deutsch erschien „Aarons Sprung“ (Büchergilde Gutenberg, 2009) und „Leben nach Kafka“ (BALAENA, 2024), beide in der
Übersetzung von Kathrin Janka.
Sie war zweimal für den wichtigsten tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera nominiert. Der Roman „Leben nach Kafka“ erhielt die Auszeichnung „Bayerns beste Independent Bücher“.

Bild: David Konecny

Kathrin Janka, geboren 1969 in Freiburg/Breisgau, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte, Germanistik und Allgemeine Vergleichende Literaturwissenschaften. Sie lebt als freie Übersetzerin, Lektorin und Literaturvermittlerin in Stolzenhagen (nordöstlich von Berlin). Sie übersetzt Belletristik (Prosa, Poesie) und wissenschaftliche Literatur, Dramen, Filme und Erinnerungstexte von Zeitzeugen,vorwiegend aus dem Tschechischen. Von ihr erschienen unter anderem Romane von Magdaléna Platzová, Jakuba Katalpa und Kristina Hamplová, sowie Lyrik von Vít Slíva.

Verlag

BALAENA-Verlag
Dr. Heinz Granvogl e.K.
Eichholzstraße 6
86899 Landsberg am Lech
Telefon: +49 8191 305638
E-Mail: verlag@balaena.de
https://balaena.de/


Wer war eigentlich Felice Bauer, mit der Franz Kafka zweimal verlobt war und der er über fünf Jahre lang Hunderte von Briefen schrieb? Die Literaturwissenschaft hat sich nie mit ihr befasst, über ihr Leben nach dem Bruch mit dem Prager Schriftsteller ist wenig bekannt. Sie heiratete, bekam zwei Kinder und emigrierte mit ihrer Familie nach Amerika. Vierzig Jahre bewahrte sie die Briefe des Mannes auf, der sie verlassen hatte.

Magdaléna Platzová machte sich 2010 auf die Suche nach Felices Spuren in den USA. Sie begegnete deren Sohn und seiner Familie und schuf aus diesen Eindrücken ein Buch, das nicht nur von Felice Bauer handelt, sondern auch von anderen Menschen, die Franz Kafka nahestanden: Grete Bloch, Ernst Weiss, Max Brod und Salomon Schocken. Und auch der angebliche Sohn Franz Kafkas spielt eine Rolle.

Von Berlin über Genf nach Los Angeles, mit Zwischenstationen in Paris, New York und Tel Aviv über San Donato bei Florenz und Pontresina in der Schweiz und wieder zurück nach New York führt die Autorin ihre Leser:innen, nicht ohne einen kurzen Zwischenstopp am häuslichen Schreibtisch in Lyon einzulegen und die eigene Arbeitsweise zu reflektieren: Wie diesen Menschen gerecht werden, von deren Leben man nur Bruchstücke in Erfahrung bringt?

Mit viel Einfühlungsvermögen, Respekt und akribischer Recherche ist es ihr gelungen, dieses Mosaik von Schicksalen und Schauplätzen zu einem spannenden Roman zu verweben.

Magdaléna Platzová
Leben nach Kafka
Roman
Aus dem Tschechischen von Kathrin Janka
Hardcover | 300 Seiten |28,- €
BALAENA Verlag, Landsberg am Lech
ISBN 978-3-911491-00-6
Erscheinungstermin: 11. November 2024

Rezensionen

Die Mischung aus Dokumentation und Fiktion bespricht Olga Hochweis bei Deutschlandfunk Kultur

Benedict Pappelbaum stellt das Buch bei Lesering.de vor

Eine Rezension beim Blog „Pflege und Kunst“



ŠTĚPÁN KUČERA: Gablonz / Jablonec. Ein literarisches Mosaik

Gablonz/Jablonec: Eine kleine, bikulturelle „Weltstadt im Herzen Europas“. Der 1985 in Jablonec (deutsch: Gablonz) geborene und beheimatete Autor Štěpán Kučera blättert in der Chronik seiner Heimatstadt zwischen 1900 und 2020 und entwirft ein lebendiges, sensibles und originelles Portrait dieser über Jahrhunderte hinweg zweisprachigen Stadt.

OLGA STEHLÍKOVÁ: Majnka

„Majnka“ ist die starke Geschichte eines Mädchens, dessen bisherige Sicherheiten ins Wanken geraten, nachdem eine ernste Krankheit in das idyllische Leben ihrer Familie eingedrungen ist. Mit Sprachwitz und Humor, mit Empathie und der richtigen Dosis an Emotionen bringt die Autorin Kindern ein Thema näher, das selbst Erwachsene oft meiden.


*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen