JOACHIM MAASS: Der Schnee von Nebraska

„Der Schnee von Nebraska“ handelt von einer Kindesentführung in der amerikanischen Provinz, die grauenhaft endet. Joachim Maass hielt sich 1936 und 1937 mehrere Monate in den USA auf, bevor er 1939 ganz übersiedelte. Schon beim ersten amerikanischen Aufenthalt stieß er auf Zeitungsberichte, die vom Mord an einem kleinen Jungen handelte – bis sich die „bisher ungefügten Reise-Eindrücke mit dem dunklen Schicksal des schönen Knaben zu einer Art mystischer Einheit zusammenschlossen.“

Die 1938 erstmals erschienene Erzählung „Der Schnee von Nebraska“ ist nicht nur eine packende, ungeheuer dicht erzählte Story und psychologische Studie zweier Männer, die unheilvoll miteinander verbunden sind, sondern darüber hinaus auch der Blick auf ein „anderes Amerika“. Eines, hinter dem „eine dämonische Macht steht, eine Übermacht der Natur, die schicksalsbildend und selber Schicksal ist.“

Maass, der Deutschland aus politischen Gründen verließ und ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus war, war nach einem Besuch in Hamburg 1952 von der politischen und kulturellen Situation in der jungen Bundesrepublik zutiefst enttäuscht. Er starb 1972 in New York.

Herausgegeben von Andreas F. Kelletat wurde die Erzählung im persona verlag wieder aufgelegt. Ergänzt durch einige weitere kurze Texte von Joachim Maass, in dem er über seine Erzählung und sein kritisches Verhältnis zu Deutschland schreibt. Hilfreich ist auch das kenntnisreiche Nachwort des Herausgebers.

Joachim Maass Der Schnee von Nebraska persona verlag

Joachim Maass
Der Schnee von Nebraska
Erzählung
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Andreas F. Kelletat
persona verlag, Mannheim 2024
112 Seiten, Hardcover, 18 Euro



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