Der Schauspieler, Regisseur und Schauspieldozent Raphael-Maria Goldstein entdeckt, dass er nicht aus einer gutbürgerlichen Duisburger Unternehmerfamilie stammt, sondern als Kind adoptiert wurde. Seine leibliche Mutter, die Auschwitz- Überlebende Esther Goldstein, verrät ihm nur zögerlich, wer sein Vater ist: Otto Frank, der Vater von Anne Frank. Er entschließt sich, sein Leben aufzuschreiben. Als er das Manuskript beendet hat, stirbt er.
Die Autorin und Journalistin Anja Scherz übernimmt das Manuskript und recherchiert weiter. Nach und nach offenbart sich ihr das Ausmaß dieser unglaublichen Lebensgeschichte: Nichts ist, wie es scheint, aber vieles scheint, als ob es so gewesen sein könnte.

„Goldstein – ein phantastisches Leben“ – man könnte auch sagen: Ein phantasiertes Leben. Ähnlich wie etliche andere, so die tragischerweise durch einen Suizid verstorbene Bloggerin Marie-Sophie Hingst oder der Journalist Fabian Wolff, hat sich Raphael-Maria Goldstein eine jüdische Identität zu eigen gemacht und ist vollkommen darin aufgegangen. Bis hin zu seinem letzten Wunsch, in Köln, wo Goldstein zuletzt lebte, auf dem jüdischen Friedhof begraben zu werden.
Anja Scherz sprach für ihr Buch mit beruflichen Weggefährten, Freunden und Geliebten, so auch mit der im vergangenen Jahr verstorbenen Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert. Ihre biographische Spurensuche wird ergänzt mit Originalauszügen aus der von Goldstein verfassten Biographie, unter anderem mit Briefen, die er an seine imaginierte Halbschwester Anne Frank verfasste. Gerade letzteres macht die ganze Tragik dieser „fantasy-prone personality“ deutlich.
ANJA SCHERZ
Goldstein – ein phantastisches Leben
STROUX edition, München
Erscheinungstermin: 12.01.2024
Rezensionen
Am 5.2.2025 nahm Anja Scherz an einem Podiumsgespräch im Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin teil: Sie und die Autorin Nora Hespers gaben Auskunft zum Thema: „Wie erinnern? Familiengeschichten zwischen Erfindung und Marginalisierung“. Das Gespräch ist in voller Länge hier zu sehen.
„Aber nicht nur wegen dieser phantastischen, beinahe unglaublichen Geschichte ist das Buch ein fantastisches Werk. Anja Scherz beherrscht eine gefühlvolle Sprache, eine tröstliche, im Angesicht einer Identität, die posthum in sich zusammenfällt.“ – Jonas Schlömer, WAZ Duisburg, 15.4.2024
Dass Anja Scherz die biographischen Notizen Goldsteins – in denen er beispielsweise Briefe an seine imaginierte, da bereits schon verstorbene Halbschwester Anne Frank schreibt – mit ihrer Recherche, in der sie nach und nach die Wirklichkeit aufdeckt – kombiniert, ergibt, so Arno Orzessek in seiner Buchkritik in Deutschlandfunk Kultur einen „starken Effekt“.
„Wie Anja Scherz diese Lebenslüge aufdeckt, das ergibt dann doch wieder eine faszinierende Fallgeschichte.“ – Ralf Stiftel im Westfälischen Anzeiger (13.3.2024)
Jutta Czeguhn stellt in der Süddeutschen Zeitung Buch und Autorin in einer großen Reportage im bayerischen Feuilleton vor (4.3.2024)
„Eine interessante Lektüre über einen Hochstapler und Phantasten (…)“ – Larissa Dämig, ekz
„Die Autorin zeichnet ein fein beschriebenes, differenziertes Bild und versucht dem Menschen Raphael-Maria Goldstein in allen Facetten gerecht zu werden, ohne zu werten oder zu verurteilen. Dies ist ihr in meinen Augen sehr gut gelungen, was angesichts der herausfordernden Situation großen Respekt verdient.“ – Barbara Pfeiffer, Kulturbowle
Eine eindeutige Leseempfehlung gibt Frank Wolf auf seinem Blog für das Buch ab. Und meint: „Das alles liest sich tatsächlich so spannend wie ein Krimi und man merkt der Autorin an, wie viele Gedanken sie sich um diese Recherche gemacht hat. Beispielsweise wenn es um die Frage geht, wie man Menschen beibringt, dass zentrale Teile der Lebensgeschichte des Menschen, mit dem sie viele Jahre ihres Lebens verbracht haben, möglicherweise nicht stimmen könnten.“
„Der Autorin Anja Scherz ist es hervorragend gelungen, in einer Kombination aus Ausschnitten der Memoiren und ihren eigenen journalistischen Recherchen eine fesselnde Geschichte zu erzählen.“ – Anna Lemberger, Dorfzeitung.com
Auszeichnung: Bayerns beste Indepent Bücher

Bayerns beste Indie-Bücher
„Goldstein – ein phantastisches Leben“ wurde auf die Empfehlungsliste des Bayerischen Kultusministeriums für die zehn besten Bücher aus unabhängigen Verlagen 2024 gewählt.
Aus der Jurybegründung:
„Warum erfindet sich jemand eine jüdische Pseudo-Biografie? Diese Frage treibt die Autorin Anja Scherz umso mehr um, als sie Rainer Maria Goldstein in seinen späten Jahren persönlich kannte und Sympathie für ihn hegte. Vom Verlag engagiert, die Memoiren auf ihre Wahrheit hin zu überprüfen, wird die Autorin immer mehr zur Zweifelnden und Goldsteins Geschichte zu einem phantastischen Leben.
Ein Wechselbad der Gefühle, das seine Form in einem romanhaften Sachbuch findet. Passagen aus Goldsteins Memoiren, in Typewriter-Font gesetzt, wechseln ab mit dem Erzählen von einer aufwändigen Recherche, die Schritt für Schritt die Wahrheit ans Licht bringt. Eine spannende Lektüre über Sein und Schein, über menschliche Antriebe und Abgründe.“
Zur Autorin

Anja Scherz, in Unna/Westfalen geboren, ist Redakteurin und
Autorin. Sie absolvierte ihre journalistische Ausbildung in Bonn. Von dort führte ihr Weg beruflich und privat nach München, wo sie heute freiberuflich arbeitet.
„Goldstein – ein phantastisches Leben“ ist ihre erste biographische Spurensuche.
Bild: Wolfgang Scherz
Bibliographische Angaben
ANJA SCHERZ
Goldstein – ein phantastisches Leben
STROUX edition, München
344 Seiten, Hardcover
€ 26,00 [D]
ISBN 978-3-948065-30-0
Erscheinungstermin: 12. Januar 2024
Verlag
STROUX edition
Donnersbergerstraße 32
80634 München
Telefon: +49 89 1678 3156
Email: info@stroux-edition.de
https://stroux-edition.de/
MAURICE BLIK: Zweiter Atem
Maurice Blik, als Kind einer jüdischen Familie aus Amsterdam nach Bergen-Belsen deportiert, ist heute einer der bekanntesten Bildhauer in Großbritannien. In seinen Erinnerungen „Zweiter Atem“ beschreibt er eindrücklich, wie seine Kunst ihn rettete.
MARIE GATÉ: Mirador
Marie Gaté beschreibt in ihrem Roman „Mirador“ die verschlungene Geschichte eines Gemäldes aus der Hand des Reisemalers Johann Moritz Rugendas. Ein bildreicher Roman, der durch Jahrhunderte, durch deutsche Geschichte und über den südamerikanischen Kontinent führt.
KRISTIN RUBRA: Keloid – vom überleben und lieben
„Keloid“ ist der medizinische Fachbegriff für eine wuchernde Narbe. Ein passender Titel für den Debütroman der saarländischen Autorin Kristin Rubra. Auch psychische Wunden verheilen manchmal kaum, wie es das Schicksal ihres Protagonisten Leon, der als GI bei der Befreiung des KZ Dachau dabei war, zeigt.
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
