Alexandru Bulucz bilanziert in diesem Band seine Lektüren und Schriftspuren einer Dekade: Ein Dokument seiner Liebe zu Kunst und Literatur und insbesondere zum poetischen Ausdruck. Dabei kristallisieren sich thematische Schwerpunkte heraus.
Der Blick des Kritikers, der in Rumänien geboren wurde, als das Land noch »Sozialistische Republik« hieß, gleitet stets nach dem sogenannten europäischen Osten. Autorinnen und Autoren, die er bespricht oder interviewt, schreiben oder schrieben auf Polnisch, Serbisch, Slowenisch, Slowakisch, Ukrainisch, Ungarisch, Rumänisch oder Russisch. Andere wiederum auf Deutsch, haben aber rumäniendeutsche oder ostdeutsche Biografien. Nicht selten waren sie von den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts direkt oder indirekt betroffen.
Bulucz sucht dabei auch nach den eigenen Wurzeln, um sich die eigene rumänische Geschichte zu erschließen – und der Lyriker in ihm hält bisweilen Ausschau nach Inspiration und jenen poetologischen Positionen, die er selber vertritt. Weitere Schwerpunkte sind jüdisches Leben und Schreiben sowie die moderne Erfahrung der Migration und Integration. Und wenn die Gegenwart den Text einholt oder diesen sogar veranlasst, dann steckt sie in tiefen Krisen: in einer Pandemie oder im Krieg.
Der Band enthält Texte aus den Jahren 2013 bis 2025 zu Anneliese Botond, E. E. Cummings, Werner Hamacher, Mila Haugová, Wolfgang Hilbig, Judith Herzberg, Franz Hodjak, Eugène Ionesco, Marianna Kijanowska, Wulf Kirsten, Ryszard Krynicki, Monica Lovinescu, Agi Mishol, Rainer René Mueller, Ronya Othmann, Dana Ranga, Tomaž Šalamun, Werner Söllner, Wisława Szymborska, Alexander Sinowjew und Ernest Wichner und anderen.

Alexandru Bulucz
Über Leben und Literatur
Texte 2013 bis 2025
Gans Verlag, Berlin
ET: 13.10.2025
Hardcover mit Fadenbindung, 304 Seiten, ISBN: 978-3-946392-64-4
Stimmen zum Buch
„Es geht Bulucz um eine Haltung, die Literatur nicht bloß aus informierter Beflissenheit, müder Kontextualisierung oder opportuner Nobilitierung der eigenen Moral betrachtet, sondern sie in ihrer weltentwerfenden, weltverwurzelten, wehrhaften wie auch künstlerisch labilen Dimension erkennt – um dann ein gültiges Urteil über sie zu fällen. Denn ein gutes kritisches Urteil verhält sich zur Literatur wie der Schleifstein zum Schwert.“ – Paul Henri Campbell bei Textor.online
Autor

Alexandru Bulucz, geboren 1987 in Alba Iulia, Rumänien, ist Autor und Übersetzer. Für seine Prosa wurde er mit dem Deutschlandfunk-Preis beim Bachmannwettbewerb (2022) ausgezeichnet, für seine Dichtung zuletzt mit dem Bingel-Preis und dem Hölty-Preis (beide 2024). Er ist seit 2013 publizistisch tätig – für Onlineportale und Zeitungen und im Rundfunk. Im Wintersemester 2025 wird er eine Gastdozentur für Literaturkritik innehaben. Er lebt in Berlin. Bild: Renate Mandoldt
Leseprobe & Downloads
Verlag
BJÖRN HAYER: Die Essays im Gans Verlag
In Essays zur Kultur, zur zeitgenössischen Lyrik und seinen politischen Beiträgen geht Björn Hayer den drängenden Fragen unserer Zeit nach. Die drei Bände mit Essays, Kritiken und journalistischen Beiträgen liegen im Gans Verlag vor.
KURT OESTERLE im Gans Verlag: Essays zu Literaturklassikern
Von Autor Kurt Oesterle sind im Gans Verlag inzwischen zwei Essaybände über zwei Klassiker erschienen: »Es lebe die Republik!« über Thomas Mann und »Die schlaffen Völker mit Götterfunken zu entzünden« über Friedrich Hölderlin.
EBERHARD GEISLER im Gans Verlag
Der Literaturwissenschaftler, Autor und Kritiker Eberhard Geisler ist mit zwei Werken im Gans Verlag vertreten: Mit dem Essay „Taubes Novak Beese“, einer Annäherung an Helga M. Novak, Susan Taubes und Henriette Beese. Und der Erzählung „Gemeinschaft der Heiligen“.
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
