EBERHARD GEISLER im Gans Verlag

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Der Essay widmet sich den drei Intellektuellen Helga M. Novak, Susan Taubes und Henriette Beese, die sich dem patriarchalen akademischen Diskurs widersetzten und Ausdrucksformen wie Gedichte und Briefwechsel nutzten. Geisler verknüpft persönliche Reflexionen mit dem Denken von Derrida und Lessing sowie Bezügen zum Hohelied.

Eberhard Geisler widmet seinen Essay drei Frauen, die es wieder und noch zu entdecken gilt: Der aus der DDR stammenden Dichterin Helga M. Novak, der ungarisch-jüdischen Schriftstellerin Susan Taubes, die in den USA aufwuchs und lebte, und der deutschen Literaturwissenschaftlerin Henriette Beese.

Was die drei Frauen eint: Sie vertraten selbstbewusst ein Verständnis ihrer Arbeit, das sich dem akademischen Diskurs, wie er noch immer innerhalb der patriarchalisch organisierten Universität ihrer Zeit vorherrschend gewesen war, widersetzte.

Sie kultivierten dichterische Ausdrucksformen wie Gedicht und Erzählung, aber auch den Briefwechsel. Und nicht zuletzt waren sie intellektuelle Sinnsucherinnen, deren Schreiben erst plastisch wird, wenn die jüdische Überlieferung in ihrem Universalismus und ihrer Affinität zu Poesie als Lesart herangezogen wird. Gespickt mit persönlichen Reflexionen, in Bezug auf das universalistische Denken Jacques Derridas sowie Gotthold Ephraim Lessings zeichnet Geisler das Bild der drei schreibenden Frauen nach, für die er einen geheimen Fluchtpunkt annimmt: Das Hohelied des König Salomon.

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Die Erzählung beleuchtet eine Begegnung des 72-jährigen Helmut mit seiner Jugendliebe und reflektiert Goethes „Werther“ im Lichte der Malerei von Henri Michaux.

Ein Abend am See, drei Menschen, Weißwein trinkend, im angeregten Gespräch: Unverhofft findet sich der 72-jährige Helmut in einer platonischen Ménage-à-trois wieder. Just als er sich wieder einmal der Lektüre des »Werther« widmet, dem literarischen Bezugspunkt für unglückliche Liebesgeschichten schlechthin, begegnet er erneut seiner großen Liebe aus lang zurückliegenden Studentenzeiten.

Was nach einem wehmütig verlaufenden Abend klingt, führt jedoch zu innerer Klärung und großer Leichtigkeit. Im Gespräch mit Veronika, einer Literaturwissenschaftlerin, und ihrem Mann, einem Kunsthistoriker, eröffnet sich dem Erzähler ein neuer Blick auf die Leiden des jungen Werthers. Im Lauf dieser Auseinandersetzung wird ihm klar, wie narzisstisch geprägt Werthers Liebe und die eigenen Leiden als junger Liebender waren. Zu einem künstlerischen und intellektuellen Bezugspunkt wird im Gespräch des Trios die Malerei von Henri Michaux (1899–1984).

Der Künstler stellte sowohl die Einzigartigkeit des Individuums, aber auch ein von narzisstischen Spiegelungen befreites zwischenmenschliches Verhältnis in den Mittelpunkt seiner Kunst. In seinen Werken kommt es zur »Gemeinschaft der Heiligen«.

So wird Eberhard Geislers Erzählung nicht nur zu einem intellektuellen Lesevergnügen, sondern auch zu einer wunderbar berührenden Erzählung über das Wesen der Liebe, die Kraft der Freundschaft und den Gewinn an Gelassenheit, den wir mit den Jahren erhalten können.

Cover zum Buch von Eberhard Geisler
Autor

Bild: Uwe Simon de Lima

Bibliographische Angaben
Verlag
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ALEXANDRU BULUCZ: Über Leben und Literatur

Alexandru Bulucz bilanziert in diesem Band seine Lektüren und Schriftspuren einer Dekade: Ein Dokument seiner Liebe zu Kunst und Literatur und insbesondere zum poetischen Ausdruck. Nicht von ungefähr lautet der Titel dieses Essaybandes: „Über Leben und Literatur“.

BJÖRN HAYER: Die Essays im Gans Verlag

In Essays zur Kultur, zur zeitgenössischen Lyrik und seinen politischen Beiträgen geht Björn Hayer den drängenden Fragen unserer Zeit nach. Die drei Bände mit Essays, Kritiken und journalistischen Beiträgen liegen im Gans Verlag vor.

KURT OESTERLE im Gans Verlag: Essays zu Literaturklassikern

Von Autor Kurt Oesterle sind im Gans Verlag inzwischen zwei Essaybände über zwei Klassiker erschienen: »Es lebe die Republik!« über Thomas Mann und »Die schlaffen Völker mit Götterfunken zu entzünden« über Friedrich Hölderlin.

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