ALEXANDER GRAEFF: Tentakel ausbilden. Plädoyer für queeres Denken

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In seinem umfangreichen Essay «Tentakel ausbilden. Plädoyer für queeres Denken»
(Gans Verlag | ET: 06.10.2026) nimmt Alexander Graeff die Leser*innen mit auf eine «Reise zum Wir» und dem von ihm entwickelten Ansatz zu einem «anderen Miteinander». 

Der Oktopus steht dabei als Metapher für neue Denk- und Handlungsansätze. Er entspricht als Begriffstier wegen seiner fluiden Form, seinen Tentakeln und seiner vermeintlichen Schwerelosigkeit vielleicht deshalb unserer Gegenwart, weil wir aufgrund der weltweiten Krisen – Klima, Krieg, Kapitalismus, Faschismus – gezwungen sind zu tentakulärer Kooperation.

Das Buch ist ein Plädoyer dafür, unsere Welt anders zu denken. Politische, ethische und philosophische Überlegungen verbindet der Autor mit persönlichen Erfahrungen und Anekdoten aus dem Literaturbetrieb in einer individuellen Erzählweise, die den theoretischen Ansatz lebendig les- und nachvollziehbar macht.

Graeff geht von persönlichen Erfahrungen einer Dorfkindheit aus, wo sexuelle Abweichung zwar ihren festen Platz hatte, jedoch ausschließlich Prominenten zugewiesen wurde: «Ein Freddie Mercury durfte schwul sein oder bisexuell, aber doch niemand aus dem echten Leben». Seinen Weg zu queerer Selbstfindung und seinem Platz im Literaturbetrieb verknüpft Alexander Graeff mit kulturkritischen, philosophischen und tierethischen Fragestellungen.

Erstmals verbindet Alexander Graeff «eines der faszinierendsten Wesen auf diesem Planeten», den Oktopus, mit seinem Ansatz queeren Denkens 2022 in einem kurzen Essay für die Frankfurter Rundschau. Danach entwickelt er sein »Tentakel ausbilden«-Konzept kontinuierlich weiter.

Inspiriert von der Biologin und Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway entsteht ein «tentakuläres Verständnis von Welt»: «Queeres Denken zeichnet sich dadurch aus, dass es dem ontologischen Denken vermeintlicher Eindeutigkeit und Unverrückbarkeit eine Absage erteilt.»

Im vorliegenden Buch «Tentakel ausbilden. Plädoyer für queeres Denken» bereichert Alexander Graeff sein Konzept um weitere Tiere wie Hund und Qualle als Denkfiguren und um neue Aspekte. Entstanden ist so ein literarischer Beitrag, der Themen wie Ökologie, Polykrisen und solidarische Formen des Zusammenlebens aufgreift.

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Autor

Bild: Natalia Reich

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