YANICK LAHENS: Mondbad

Nach einem dreitägigen Orkan wird Cétoute Florival ertrunken an einem Strand gefunden. Der innere Monolog von Cétoute, die auf ihren „zweiten Tod“, die Reise ins Jenseits, wartet, wechselt mit der Erzählerstimme, die vom über hundertjährigen schicksalhaften Neben-, Mit- und Gegeneinander der Großfamilien Lafleur (Bauern, Fischer und Diener der Voodoogeister) und den Großgrundbesitzern Mésidor berichtet. In einer Saga, die sich vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erstreckt, entsteht ein einzigartiges Porträt des ländlichen Haiti mit seinen traditionellen Glaubensvorstellungen und Bräuchen. Dabei werden immer wieder die Trennlinien zwischen denen, die stets „Jäger“ und denen, die „Beute“ sind, sichtbar.

In nüchterner und zugleich poetischer Sprache schafft Yanick Lahens ein Sittengemälde der bäuerlichen Welt Haitis, deren Faszination man sich nicht entziehen kann. „Ein wunderbares Fresko der sozialen und kulturellen Bruchlinien, die Haiti seit einem Jahrhundert durchziehen“, urteilte Le monde des livres. Das Original (Bain de lune, Paris, Editions Wespieser, 2014) wurde mit dem Prix Femina, einem der wichtigsten französischen Literaturpreise, ausgezeichnet.

Die deutsche Übersetzung von Jutta Himmelreich erscheint im Rahmen des Förderprogramms des Institut Français.Sie wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amts unterstützt durch Litprom e.V. – Literaturen der Welt.


Stimmen zum Buch:

„Mondbad“ ist ein eindringlicher Roman – sehr lesenswert für all jene, die Haiti und seine gewaltvolle Geschichte besser verstehen wollen. – Victoria Eglau bei Deutschlandfunk Kultur

„Die Ambivalenz der haitianischen Gesellschaft hat die Autorin Yanick Lahens vielfältig analysiert und in ihren Romanen sichtbar gemacht. Besonders überzeugend ist ihr dies in ihrem 2014 in Frankreich mit dem Prix Femina ausgezeichneten und jetzt auch von Jutta Himmelreich ins Deutsche übersetzten Roman „Mondbad“ gelungen.“ – Andrea Pollmeier, Frankfurter Rundschau

„„Mondbad“ ist kein Roman, den man schnell oder nebenbei liest. Er erfordert Aufmerksamkeit und Offenheit, er verlangt, dass man sich mitnehmen lässt, auch wenn man nicht immer alles versteht. Und doch ist das Buch bewegend. Etwa der ungeschönte Umgang mit Themen wie sexualisierte Gewalt, patriarchale Machtstrukturen und soziale Ungleichheit. Lahens schildert, wie politische Gewalt bis in die kleinsten Dorfgemeinschaften vordringt und wie Armut und Hoffnungslosigkeit generationsübergreifend wirken.“ – Anna Buhl in ila – Das Lateinamerika-Magazin

„Die Geschichte hat mich in ihren Bann geschlagen. Einmal, weil die Autorin ein ganz großes Schreibtalent ist, die mich bildreich durch die Seiten reisen ließ, aber auch, weil ich so viel über die haitianische Kultur (…) erfahren habe.“ – MariOn

„Die Sprache ist intensiv wie ein Geschichtsbuch, oftmals spannend wie ein Krimi, weich wie ein Gedichtband und dennoch hart wie die Realität. Wenn man mit einem offenen Geist in die Seiten eintaucht, erlebt man ein Gefühl für das Land, ohne es bereisen zu müssen. Ganz große Leseempfehlung.“ – Marco Lombardi

„Dazu kommt ihre sehr geschickt eingesetzte Erzähltechnik, in der zwei von einander zunächst unabhängige Erzählstränge mehr und mehr zusammen geführt werden. So erhalten wir als Lesende nicht nur ein sehr informatives Bild der Gesellschaft auf Haiti, sondern können uns auch noch an einer schönen literarischen Komposition erfreuen.“ – Paul Hübscher

„Spannend, erhellen und bewegend.“ – Marion Stagars, Culturama

Als sehr lesenswert empfiehlt Margret Hövermann-Mittelhaus auf ihrem Blog „altmodisch:lesen“ den Roman und bereichert ihre Rezension mit historischen und politischen Hintergrundinformationen zu Haiti: „Yanick Lahens hat 2014 den französischen Literaturpreis »Femina« für ihren Roman »Mondbad« erhalten. Mit der Begründung, sie erzähle auf poetische und zugleich politisch engagierte Weise. Dem kann ich nur zustimmen!“

„Der Roman stellt hohe Anforderungen an die Leserinnen und Leser, die sich vermutlich nicht viel besser mit der politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Geschichte Haitis auskennen als die Rezensentin. Lahens schafft mit ihrer komplexen Erzählung, die ganz nahe an den Menschen dieses Landes orientiert ist, die Möglichkeit, einen neuen Blick auf diese uns weitgehend unbekannte Welt zu entwickeln.“ – Dr. Elke Trost, egotrip

„Jede einzelne dieses an Personen reichen Romans ist einprägsam gezeichnet. Die Autorin zeigt sie in ihrem Handeln, ihrer Art, zu sprechen. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht eines „wir“, eines Kollektivs der Armen. Dieses „wir“ berichtet, was es hört, sieht, wahrnimmt, mit Kommentaren hält es sich zurück. Diese Perspektive, zusammen mit den häufigen Gebeten und Gesängen, gibt dem Roman eine faszinierende Tiefe, ermöglicht einen Blick in eine fremde Welt.“ – Petra Lohrmann

Trotz der immer weiter wachsenden Gefahren hat sich die international ausgezeichnete, haitianische Autorin Yanick Lahens weiterhin entschieden, ihren Lebensmittelpunkt in Port-au-Prince zu bewahren. Hier ist ihr Werk verwurzelt, hier entstand auch der in Frankreich mit dem Prix Femina 2014 ausgezeichnete Roman „Mondbad“, der nun ins Deutsche übersetzt worden ist. Der Roman spürt den Wurzeln nach, die die Gegenwart des Karibikstaates bis heute prägen und lenkt den Blick vor allem auf die Lebensweise der Menschen, die innerhalb traditioneller Hofgemeinschaften in der bäuerlich geprägten Provinz überdauert haben, stellt Andrea Pollmeier auf der Plattform Textor fest.

„Ungeschönt und in poetischen Worten veranschaulicht Lahens in Mondbad das nie endende Ringen um Macht in einem Land, das durch tiefe Narben an Mensch und Natur gezeichnet ist.“ – Laura Sill, Virginia Frauenbuchkritik, Ausgabe Herbst 2025


Zum Buch:

Yanick Lahens
Mondbad
Aus dem Französischen von Jutta Himmelreich
Softcover, 215 Seiten, 18,50 Euro, ISBN 978-3-940435-50-7

Kontakt zum Verlag:
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54295 Trier
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Zur Autorin:

Yanick Lahens, geboren 1953 in Port-au-Prince, studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne. Zurück in Haiti lehrte sie an der Ecole normale supérieure und setzte sich für die kreolische Sprache im Erziehungswesen ein. Sie ist Mitbegründerin der Zeitschrift Chemins critiques. Zu ihren bekanntesten literarischen Werken zählen Tanz der Ahnen (Zürich, Rotpunkt, 2004, Original: Dans la maison du père, 2002), Morgenröte (Zürich, Rotpunkt, 2012, Original: La couleur de l’aube, 2008) sowie Sanfte Debakel (Litradukt, 2021, Original Douces déroutes, 2018). Sanfte Debakel kam auf Platz 1 der Litprom-Bestenliste Weltempfänger Sommer 2021. 2019 hatte Yanick Lahens die Gastprofessur „Mondes francophones“ am Collège de France inne.
Bild: Iris Geneviève Lahens


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*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage