KURT OESTERLE: Es lebe die Republik!

Zum 150. Geburtstag Thomas Manns zeichnet der Tübinger Autor Kurt Oesterle den Weg Thomas Manns vom zunächst eher unpolitischen, dann beinahe reaktionären Denken zu einem engagierten Verfechter der Demokratie nach. Und entdeckt dabei zahlreiche bedeutsame Texte Manns, die heute wieder hochaktuell sind. Der Essayband »Es lebe die Republik!  Wie Thomas Mann zum gewichtigen Fürsprecher der Demokratie wurde und was wir heute von ihm lernen können« erscheint am 5. Februar im Gans Verlag.

»Ich bin Demokrat – in dem einfachen und allgemeinen Sinn, daß ich an die Unvergänglichkeit von Ideen glaube, die mir mit der Idee des Menschen selbst, mit jedem Gefühl für die Tatsache Mensch unverbrüchlich verbunden scheinen, der Idee der Freiheit zum Beispiel, die man heute für überwun­den erklären möchte. Das geschieht vor allem auf politisch-sozialem Gebiet, wo die modischen Begriffe des Blutes, des Instinktes, des Triebes und der Gewalt eingesetzt werden gegen die Gedanken der Demokratie«, schreibt Thomas Mann 1933.

Die Verwandlung Thomas Manns zum gewichtigsten Fürsprecher der Demokratie unter Deutschlands Schriftstellern war jedoch keineswegs geradlinig: Begonnen hat der Autor der »Buddenbrooks«, des »Zauberbergs« und des »Doktor Faustus« noch als Vertreter obrigkeitsstaatlichen Denkens. Er beanspruchte für sich das Bürgerrecht, unpolitisch zu sein, Kultur stand für ihn in scharfem Gegensatz zur Zivilisation. Sein Umdenken begann nach der Ermordung von Walther Rathenau und vollendete sich im amerikanischen Exil. Summarisch niedergelegt hat er die eigene Entwicklung zum Demokraten und Republikaner in der grandiosen Rede »Deutschland und die Deutschen«. Diese und andere, weniger bekannte Texte des Literaturnobelpreisträgers zieht Kurt Oesterle in seinem Essay heran, um die politische Reise des Literaturnobelpreisträgers zu erhellen. Ein Essay, der zum 150. Geburtstag von Thomas Mann auch verdeutlicht, wie aktuell die Schriften Manns sind – gerade in Zeiten, in denen antidemokratisches Denken verstärkt um sich greift.


Stimmen zum Buch:

„„Dem deutschen Wesen fremd und giftig“: Als Thomas Mann noch dachte wie ein Rechtspopulist“ – Johannes Bruggaier findet in seinem umfassenden Essay im Südkurier auch Antworten in Kurt Oesterles Buch, die erklären, warum sich Thomas Mann doch noch zum Demokraten wandelte

„Indem Kurt Oesterle zeigt, wie aktuell Thomas Mann Schriften heute noch sind, warnt er vor den Gefahren unserer krisengeschüttelten Zeit. Für eine literarisch und politisch interessierte Leserschaft ab mittleren Beständen sehr gern empfohlen.“ – Gertrud Plennert, Borromäusverein

„Kurt Oesterle ist Thomas-Mann-Experte, der sich nicht vor einer Bücherwand ablichten lassen muss, um ernstgenommen zu werden. Er nimmt den Ausruf „Es lebe die Republik!“ zum Anlass die Wandlung Thomas Manns unter die Lupe zu nehmen.“ – Karsten Koblo

„„Was wir heute von ihm lernen können“, verspricht Oesterle im Titel, von diesem Jubilar mit Ecken und Kanten, von diesem Kind seiner Zeit, von diesem Epochenzeugen, von einem Menschen, der wie jedermann seiner fragmentarischen Erkenntnis unterliegt: Sich einzubringen trotz Widrigkeiten. Die Gesellschaft ist zufällig und zeitlich, die Gemeinschaft bleibt notwendig, um die Kultur des Menschseins zu bewahren.“ – Christa Hagmeyer bei literaturkritik.de

„Eine Lektüre lohnt sich! Gerade in Zeiten wie diesen.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch

Kurt Oesterle im Interview mit Susanne Lohse (epd) in der Evangelischen Zeitung

„1922 hält Thomas Mann in Berlin seine Rede „Von deutscher Republik“: ein Plädoyer für die Republik, für Demokratie – und für die Akzeptanz eines „besonderen Gefühlsbezirks“. Wie war es dazu gekommen? Und was können wir heute von Mann lernen? Darüber hat der Tübinger Autor Kurt Oesterle ein Buch geschrieben.“ – Moritz Siebert, Südwestpresse

„Das Buch ist aber auch und vor allem als Anregung zu verstehen, sich selbst auszuleuchten, indem man sich die Originale vornimmt.“ – Richard Färber, Kocherbote

„Insgesamt eine sehr gute Einführung in den politischen Thomas Mann: verständlich auf das Wesentliche komprimiert.“ – danares.mag


Zum Autor:

Kurt Oesterle promovierte bei Walter Jens mit einer Arbeit über Peter Weiss’ »Die Ästhetik des Widerstands«. Seit seinem Debütroman »Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen« hat er etliche viel beachtete Bücher veröffentlicht, unter anderem »Stammheim. Der Vollzugsbeamte Horst Bubeck und die RAF-Häftlinge«. Der Schriftsteller und ehemalige Literaturkritiker (SWR, Süddeutsche Zeitung, FAZ) lebt in Tübingen. Oesterles Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Berthold-Auerbach-Preis und dem Ludwig-Uhland-Förderpreis. Seinen Thomas Mann-Essay „Es lebe die Republik!“ stellt er 2025 bei rund 30 Lesungen vor.

https://www.kurt-oesterle.de/


Zum Buch:

Kurt Oesterle
Es lebe die Republik!
Wie Thomas Mann zum gewichtigen Fürsprecher der Demokratie wurde und was wir heute von ihm lernen können

Gans Verlag, Berlin
Essayband Nr. 8
ET: 05.02.2025
Hardcover, Fadenbindung
124 Seiten | 18 x 13 cm
ca. 12,90 Euro [D] | ca. 13,30 Euro [A]
ISBN: 978-3-946392-59-0

https://www.gansverlag.de


*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage