JEAN DE PALACIO: Das Portrait

Mit „Das Portrait“ von Jean de Palacio veröffentlicht der von der Übersetzerin Dr. Alexandra Beilharz 2023 gegründete Flur Verlag (Heidelberg) ein besonderes literarisches Juwel: Der schmale Roman des renommierten französischen Literaturwissenschaftlers ist eine Reflexion über das sprachliche Erbe der Welt und ein Sprachkunstwerk zugleich.

Maurice Guilhon möchte das Sprachensterben beenden. Unermüdlich notiert er vom Vergessen bedrohte Wörter, um auf diese Weise möglichst viele Sprachen vor dem Verschwinden zu bewahren. Als eine ungewöhnliche Frau in sein Leben tritt, befällt eine seltsame Krankheit die Wörterbücher: Zeitformen von Verben verschwinden und Wörter werden wie von Zauberhand von den Buchseiten gelöscht.

„Seit geraumer Zeit wirkten die Seiten der Wörterbücher an einigen Stellen so verändert, als wären sie von Zahnfäule oder einem Aussatz befallen. Das Papier wurde brüchig, überzog sich mit rosafarbenen und auf der Rückseite weißen Flecken, die Druckerschwärze verblasste, manche Buchstaben blichen so stark aus, dass sie unleserlich wurden. Die Wörter schienen an ihren Gelenkstellen wie durch die knotige Form einer fremdartigen Reblaus zergliedert.“

Der Autor, Jean de Palacio, ist emeritierter Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft (Sorbonne), ein ausgewiesener Spezialist für die Literatur und den Begriff der Décadence. Auch „Das Portrait“ trägt Züge dieser literarischen Strömung, ist eingebettet in eine surreale Rahmenhandlung und voller sprach- und literaturwissenschaftlicher Bezüge. Ein intellektuelles Vergnügen!


Stimmen zum Buch:

„Eine hochgradig virtuos gefertigte Miniatur voller Sprachphilosophie und Kulturkritik.“ – Franz Schneider, Rhein-Neckar-Zeitung

„Die Sprache des Autors nimmt einen durch den Reichtum an symbolischen und allegorischen Elementen (…) restlos gefangen.“ – Maria Herlo, Mannheimer Morgen

Verlegerin Alexandra Beilharz im Interview mit Dirk Fuhrig zu „Das Portrait“ bei Deutschlandfunk Kultur

„Es handelt sich bei Das Porträt um ein hochkomprimiertes, intellektualisiertes, Barock-anmutendes Allegoriestück, das seine Inspiration aus der Wehmut und Sehnsucht nach einer Sprache zieht, die nicht mit der Tür ins Haus fällt.“ – Alexander Carmele

„Wenn sich die Lektüre des Kurzromans widerständig und kryptisch anlassen mag, so bietet sie doch in erster Linie ein grandioses Buffet mit pluralen Köstlichkeiten, an dem sich viele Leser:innen bedienen und es kommentieren können. Ganz im Sinne Sartres vollenden sie das Werk und schreiben sich somit in ein hermeneutisches Universum der Deutungen ein.“ – Anne Amend-Söchting bei literaturkritik.de

Holger Klatte stellt den Roman in der Ausgabe IV/2024 der „Sprachnachrichten„, dem Magazin des Vereins Deutsche Sprache, vor.


Bibliographische Angaben:

Das Porträt
Roman
Aus dem Französischen übersetzt von Alexandra Beilharz
Mit einem Vorwort von Ilina Gregori
Flur Verlag, Heidelberg, 2024
Festband mit Schutzumschlag, 136 Seiten, 11,5×18,5 cm
ISBN 978-3-98965-100-5
18,00 € (D)

Kontakt Verlag:
Flur Verlag
Klingelhüttenweg 3 b
69118 Heidelberg
info@flur-verlag.de
https://www.flurverlag.de/


Zum Autor:

Jean de Palacio, geboren 1931, emeritierter Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft (Paris-Sorbonne) ist Spezialist für Mary Shelley, William Godwin sowie für die Literatur und den Begriff der Décadence in Europa. Die Liste seiner literaturwissenschaftlichen Publikationen ist lang. In den letzten Jahren widmet er sich auch dem literarischen Schreiben. „Das Portrait“ ist der erste von sechs in Frankreich veröffentlichten Romanen, der ins Deutsche übersetzt wurde.


Weitere Informationen & Downloads:

*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage