KIEV STINGL: Mein Collier um deinen Hals

„Ausgestoßen ohne Gerichtsurteil, in die Wüste verwiesen, streicht er wie ein Dieb durch seine Stadt. Er, einst ein Engel, dessen Strahlen die Neider anlockten, nun seines Himmels, der Erde, beraubt, ans Unsichtbare gekettet. Dennoch wird er nicht müde, jede Nacht Töne wie Peitschenhiebe in die schlafende Stadt zu brüllen. Was sonst?“

Kiev Stingl, „Mein Collier um deinen Hals“, Flur Verlag

Eine schillernde Figur, ein unerschütterliches Enfant terrible, ausgestattet mit einem Hang zur Provokation und Unangepasstheit, zugleich aber auch mit einem Sinn für Poesie begabt und überaus belesen: Der Songwriter und Schriftsteller Kiev Stingl mischte vor allem in den 1970- und 80er Jahren die deutsche Kulturszene auf, betätigte sich als Musiker, Dichter und Schauspieler. Um sich dann ganz konsequent über Jahrzehnte hinweg allem zu entziehen. Doch seit Jahren wird es um das Phänomen Stingl wieder etwas lauter: 2021 erschien im Verlag Moloko Print ein Erzählfragment, 2022 wird die EP „X R I NUIT“ veröffentlicht und nun zuletzt im Frühjahr 2024 beim Flur Verlag ein Band mit Gedankensplittern: „Mein Collier um deinen Hals“.

Die Auswahl aus seinem über Jahrzehnte angewachsenen Arsenal an Texten, verstreut in Schubladen, Büchern und Manuskripten liegende Gedankensplitter und Beobachtungen, besorgte Kiev Stingl noch selbst, erleben konnte er die Veröffentlichung leider nicht mehr: Kurz vor seinem 81. Geburtstag verstarb Stingl, den man auch als einen der wenigen deutschen Poètes maudits bezeichnen könnte, in Berlin, sein letztes Buch stand da kurz vor dem Erscheinen.

So ist „Mein Collier um deinen Hals“ auch eine Art Vermächtnis. Oder, wie Daniel Dubbe in einer Rezension in der Jungen Welt schreibt, „Bruchstücke einer intimen Konfession, die uns zeigen, wie er sich und die Welt sah, was er als Poet so draufhatte und was ihn tief bedrückte“.


Stimmen zum Buch:

„Keine Alltagskost. Verblüffend aufrichtig und bestens geeignet als Mitbringsel für Leute mit einer poetischen Ader, die das Ungewöhnliche lieben.“ – Daniel Dubbe, Junge Welt

„Die bunte Palette seiner Gedankensplitter spiegelt Stingls Vielseitigkeit.“ – Lea Holland, Rhein-Neckar-Zeitung

„Die hier wie ein Vermächtnis zusammengefügten Texte öffnen einen letzten Blick in das Denken und Fühlen eines Wanderers, eines Unbehausten, der einiges zu sagen hatte. Ein lesenswertes Gedanken-Kompendium.“ – Frank Becker, Musenblätter

„Mein Collier um Deinen Hals heißt das schmale, quadratische Paperback, dessen Texte Kiev Stingl noch selbst zusammengestellt hat, Sentenzen von nüchternem Pathos, überraschender Empathie und fast barocker Religiosität“ – Joachim Feldmann, Am Erker

„Die Auswahl der verstreut in Schubladen, Büchern und Manuskripten aufgefundenen Blättern und Zetteln, birgt existentielle Einsichten, sinnstiftende Sprüche, und Beobachtungen und wurde von Kiev Stingl noch selbst zusammengestellt. Er selbst nennt es »Eine lose Folge kleiner Einsichten zur Pyramide geformt«. Lesen wir es wie den milden Abschiedsgruß eines Poeten, der sich auf den Weg in ein anderes Blau gemacht hat.“ – Herbert Debes, Glanz&Elend


Bibliographische Angaben:

Kiev Stingl
Mein Collier um deinen Hals
Flur Verlag, Heidelberg, 2024
Klappenbroschur, 64 Seiten
13,5 x 16 cm,
12,00 € (D)
ISBN 978-3-98965-200-2
Kontakt Verlag:
Flur Verlag
Klingelhüttenweg 3 b
69118 Heidelberg
info@flur-verlag.de


Zum Autor:

Kiev Stingl (1943 – 2024) war ein Sänger, Dichter und Songwriter. Er wuchs in Hamburg auf lebte später in Berlin. 1975 wurde er bekannt mit seinem Album „Teuflisch“. Es folgten weitere von der Kritik hochgelobte Musikalben sowie mehrere Gedicht- und Prosabände.
Ein ausführliches Portrait findet sich zum Beispiel bei laut.de

Ein Mann sitzt in einem Raum voller Bücherregale und schaut nachdenklich. Im Hintergrund sind verschiedene Bücher und eine Lampe sichtbar.
Eine der letzten Aufnahmen von Kiev Stingl. Bild: Alexandra Beilharz

Weitere bibliographische Angaben:

*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage