MICHAL AJVAZ: Die andere Stadt

„Ich dachte an den wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Universitätsbibliothek, der mir hatte weismachen wollen, wir könten das, was hinter der Grenze lebte, nicht sehen, weil sich alles Seiende von dort aus einer anderen Sinnquelle speise und sich deshalb unserem Blick entziehe. Doch mich beschlich immer mehr das Gefühl, diese Unsichtbarkeit sei eher die Folge dessen, wie perfekt es uns gelungen war, unseren Blick zu zähmen, wie eng der Auslauf blieb, den wir ihm zugewiesen hatten.“

Aus: „Die andere Stadt“ von Michal Ajvaz


Rezensionen

Print:

„Entdecken lässt sich ein Werk, das die tschechische Hauptstadt verzaubert und unseren Möglichkeitssinn herausfordert.“ – Auf einer ganzen Seite stellt Tilman Spreckelsen diesen „tschechischen Kultroman“ in der FAZ vor.

„Die „andere Stadt“ wird in herrlich absurd klingenden Wortkaskaden beschrieben, die, liest man sie laut, eine hypnotische Wirkung entfalten können.“ – Erwin Uhrmann, Die Presse

„Eskapismus pur, ein Füllhorn des herrlich Absurden, und ein Buch für Prag-Liebhaber.“ – Erwin Uhrmann, Die Presse am Sonntag

“ (…) als ein Appell an die Leserschaft verstehen, sich auf das Unbekannte einzulassen. Eine literarische Unabhängigkeitserklärung ist Ajvaz’ vieldeutiger Roman allemal.“ – Judith Leister, NZZ

„Es finden sich sehr viele Sätze darin, die man aufspießen und sich an die Wand hängen möchte – zum einen der Schönheit von Ajvaz’ Sprache wegen, die Veronika Siska in ein nicht minder schönes Deutsch überführt hat; zum anderen, weil es sich lohnen könnte, an der ein oder anderen Stelle gedanklich länger zu bleiben.“ – Katharina Granzin, taz

„Ein faszinierender Roman über das Abenteuer des Erzählens und die Macht der Fantasie.“ – Michael Braun, Medienprofile (Borromäusverein)

„Ein im Wortsinne fantastischer Roman.“ – Michael Schreiner, Münchner Merkur/tz, 13.11.2025

„Am besten lässt man sich selbst mit der Zauberbahn auf den eigenen Fantasiewegen fahren!“ – Martina Lisa, Kreuzer Leipzig, März 2026

Rundfunk:

„Für mich ist das der Roman eines wahren Dichters“, schwärmt Maximilian Mengeringhaus über „Die andere Stadt“ von Michal Ajvaz bei Deutschlandfunk Kultur und bricht eine Lanze für Literatur, die auch einmal herausfordern darf. Die Kritik zum Nachlesen hier.

Online:

„Ajvaz ist eine ausgezeichnete Variation des Themas „liminale Parallelwelten“ gelungen. Einerseits ein wilder Mix aus Bestehendem, das aber durch die Neukomposition seinerseits zu etwas Neuem geworden ist, andererseits auch eigene Gedanken, die sein Prag zu einer philosophischen Parallelwelt werden lassen. Und, weil des Ich-Erzählers Odyssee ja mit einem Buch beginnt, fast unerlässlich für die Bibliothek aller Bücherliebhabenden.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch

„Michal Ajvaz ist in unseren Gefilden mangels Veröffentlichungen auf Deutsch noch kein großer Name in der Literatur. Bedauerlich, denn der Tscheche verbindet gekonnt Elemente des Surrealismus und des Magischen Realismus mit universellen Denkkonzepten. „So entsteht ein ganz eigener Stil, der nicht immer einfach zu lesen ist, aber sich dennoch lohnt.“ – Ronny Thon bei zugetextet

„Ein kunstvoller, labyrinthischer Roman, in dem man auch verloren gehen kann – wie die Bibliothekare im 20. Kapitel –, hervorragend übersetzt von Veronika Siska.“ – Marc Späni

„Auf Avjaz´ andere Stadt und auf die Suche nach Antworten muss man sich einlassen. Der Gewinn ist ein neuer Blick auf Prag. An einigen Stellen musste ich an den Roman „Meister und Margarita“ von Michael Bulgakow denken. „Meister und Margarita“ ist längst nicht so fantastisch, aber ähnlich surreal.“ – Vera Lejsek, glasperlenspiel 13

„Die besondere Faszination dieses fantastischen Prag-Romans geht aber von der wunderbar rätselhaften Reise der Figuren in die Schattenstadt aus, in der Fantasiewesen wie aus einem Pieter-Bruegel-Gemälde die Straßen bevölkern.“ – Thomas Hummitzsch, intellectures

„Prag ist eine wunderbare Stadt, durch die ich in Zukunft jedoch nicht mehr werde schlendern können, ohne an das „andere Prag“ denken zu können.“ – Stefan Jost, buecher_books_libros

„Die Grenzen zwischen Unterhaltung, Philosophie und Spannung heben sich ineinander auf, um sich miteinander zu bestärken. Der Besuch der anderen Stadt lohnt sich und ist immer wieder eine Reise wert.“ – Hauke Harder, Leseschatz

Autor & Übersetzerin

Michal Ajvaz (*1949 in Prag) studierte Tschechisch und Ästhetik an der Karls-Universität Prag und promovierte über Richard Weiner und Karel Čapek. Während des kommunistischen Regimes lebte er in »innerer Emigration« und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er 1994 freier Autor wurde. Seit 2003 ist er zudem als Wissenschaftler am Zentrum für theoretische Studien der Akademie der Wissenschaften und der Karls-Universität tätig. Seine Gedichte, Romane, Essays und Studien sind in 24 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erscheint sein Prosawerk im Allee Verlag.

Auszeichnungen:
Tschechischer Staatspreis für Literatur (2020)
Prix Utopiales (2015)
Magnesia-Litera-Preis (2012)
Jaroslav-Seifert-Preis (2005)

Bild: David Konecny

Veronika Siska hat das Werk mit großer Präzision und sprachlicher Sensibilität übertragen, den charakteristischen Rhythmus erhalten und die langen, ineinanderfließenden Sätze so gefasst, dass ihre innere Spannung im Deutschen unverändert spürbar bleibt.

Bibliographische Angaben

Michal Ajvaz
Die andere Stadt
Roman
Aus dem Tschechischen von Veronika Siska
Mit einem Nachwort von Tomáš Glanc
208 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
22,1 × 14,2 cm | € 27,00 [D] | € 27,90 [A] | ISBN 978-3-911524-02-5 | Auch als E-Book erhältlich
Leseprobe: www.allee-verlag.de/leseproben
Erscheinungstermin: 15. September 2025

Verlag

*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen



Michal Ajvaz im Allee Verlag:

MICHAL AJVAZ: Passagen unter Glas

Nach dem großen Erfolg der deutschen Erstübersetzung von „Die andere Stadt“ bringt der Allee Verlag München nun mit „Passagen unter Glas“ den jüngsten Roman von Michal Ajvaz, der 2024 auf Tschechisch erschienen ist, heraus. Erneut von Verlegerin Veronika Siksa übersetzt, ist dies der zweite Roman aus Michal Ajvaz’ Gesamtwerk im Allee Verlag.

Verlagsportrait: Der Allee Verlag

Der Name ist Programm beim erst 2024 von Veronika Siska gegründeten Allee Verlag: Mit seinen Publikationen will der Münchner Verlag Wege ebnen zu bislang noch unbekannten literarischen Schätzen aus Europa. „Der Verlag steht für die Idee eines vielfältigen Europas – nicht als politisches Schlagwort, sondern als gelebte kulturelle Praxis“, sagt die Übersetzerin und Lektorin Veronika…