„Ich dachte an den wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Universitätsbibliothek, der mir hatte weismachen wollen, wir könten das, was hinter der Grenze lebte, nicht sehen, weil sich alles Seiende von dort aus einer anderen Sinnquelle speise und sich deshalb unserem Blick entziehe. Doch mich beschlich immer mehr das Gefühl, diese Unsichtbarkeit sei eher die Folge dessen, wie perfekt es uns gelungen war, unseren Blick zu zähmen, wie eng der Auslauf blieb, den wir ihm zugewiesen hatten.“
Aus: „Die andere Stadt“ von Michal Ajvaz
Dem Erzähler dieses fantastischen Romans fällt in den Regalen eines Prager Antiquariats ein seltsames Buch in die Hände – verfasst in einer unbekannten Schrift und offenbar aus einer anderen, verborgenen Stadt stammend, die im Schatten und in den Spiegelungen Prags existiert. Schritt für Schritt dringt der Protagonist in ihr labyrinthisches Geflecht vor, nur um festzustellen: Je näher er ihrem Zentrum zu kommen glaubt, desto weiter weicht es zurück.
Mit der Präzision eines Philosophen und der Imagination eines Surrealisten erschafft Michal Ajvaz eine Welt, in der Realität und Traum nahtlos ineinander übergehen. Die andere Stadt ist eine Odyssee durch Grenzbereiche der Wahrnehmung, inspiriert von der deutschsprachigen Prager Literatur Gustav Meyrinks und Alfred Kubins, in ihrer phantastischen Weite aber auch dem Labyrinth-Denken Jorge Luis Borges verpflichtet – und zugleich eine zeitgenössische, unverwechselbare Vision.
Michal Ajvaz
Die andere Stadt
Roman
Aus dem Tschechischen von Veronika Siska
Allee Verlag, München
Erscheinungstermin: 15.09.2025

Der Roman erschien bereits 1993 auf Tschechisch und liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Er markiert den Auftakt zu Ajvaz’ umfangreichem prosaischem Gesamtwerk, das in den kommenden Jahren im 2024 gegründeten Allee Verlag erscheinen wird.
Rezensionen
Print:
„Entdecken lässt sich ein Werk, das die tschechische Hauptstadt verzaubert und unseren Möglichkeitssinn herausfordert.“ – Auf einer ganzen Seite stellt Tilman Spreckelsen diesen „tschechischen Kultroman“ in der FAZ vor.
„Die „andere Stadt“ wird in herrlich absurd klingenden Wortkaskaden beschrieben, die, liest man sie laut, eine hypnotische Wirkung entfalten können.“ – Erwin Uhrmann, Die Presse
„Eskapismus pur, ein Füllhorn des herrlich Absurden, und ein Buch für Prag-Liebhaber.“ – Erwin Uhrmann, Die Presse am Sonntag
“ (…) als ein Appell an die Leserschaft verstehen, sich auf das Unbekannte einzulassen. Eine literarische Unabhängigkeitserklärung ist Ajvaz’ vieldeutiger Roman allemal.“ – Judith Leister, NZZ
„Es finden sich sehr viele Sätze darin, die man aufspießen und sich an die Wand hängen möchte – zum einen der Schönheit von Ajvaz’ Sprache wegen, die Veronika Siska in ein nicht minder schönes Deutsch überführt hat; zum anderen, weil es sich lohnen könnte, an der ein oder anderen Stelle gedanklich länger zu bleiben.“ – Katharina Granzin, taz
„Ein faszinierender Roman über das Abenteuer des Erzählens und die Macht der Fantasie.“ – Michael Braun, Medienprofile (Borromäusverein)
„Ein im Wortsinne fantastischer Roman.“ – Michael Schreiner, Münchner Merkur/tz, 13.11.2025
„Am besten lässt man sich selbst mit der Zauberbahn auf den eigenen Fantasiewegen fahren!“ – Martina Lisa, Kreuzer Leipzig, März 2026
Rundfunk:
„Für mich ist das der Roman eines wahren Dichters“, schwärmt Maximilian Mengeringhaus über „Die andere Stadt“ von Michal Ajvaz bei Deutschlandfunk Kultur und bricht eine Lanze für Literatur, die auch einmal herausfordern darf. Die Kritik zum Nachlesen hier.
Online:
„Ajvaz ist eine ausgezeichnete Variation des Themas „liminale Parallelwelten“ gelungen. Einerseits ein wilder Mix aus Bestehendem, das aber durch die Neukomposition seinerseits zu etwas Neuem geworden ist, andererseits auch eigene Gedanken, die sein Prag zu einer philosophischen Parallelwelt werden lassen. Und, weil des Ich-Erzählers Odyssee ja mit einem Buch beginnt, fast unerlässlich für die Bibliothek aller Bücherliebhabenden.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch
„Michal Ajvaz ist in unseren Gefilden mangels Veröffentlichungen auf Deutsch noch kein großer Name in der Literatur. Bedauerlich, denn der Tscheche verbindet gekonnt Elemente des Surrealismus und des Magischen Realismus mit universellen Denkkonzepten. „So entsteht ein ganz eigener Stil, der nicht immer einfach zu lesen ist, aber sich dennoch lohnt.“ – Ronny Thon bei zugetextet
„Ein kunstvoller, labyrinthischer Roman, in dem man auch verloren gehen kann – wie die Bibliothekare im 20. Kapitel –, hervorragend übersetzt von Veronika Siska.“ – Marc Späni
„Auf Avjaz´ andere Stadt und auf die Suche nach Antworten muss man sich einlassen. Der Gewinn ist ein neuer Blick auf Prag. An einigen Stellen musste ich an den Roman „Meister und Margarita“ von Michael Bulgakow denken. „Meister und Margarita“ ist längst nicht so fantastisch, aber ähnlich surreal.“ – Vera Lejsek, glasperlenspiel 13
„Die besondere Faszination dieses fantastischen Prag-Romans geht aber von der wunderbar rätselhaften Reise der Figuren in die Schattenstadt aus, in der Fantasiewesen wie aus einem Pieter-Bruegel-Gemälde die Straßen bevölkern.“ – Thomas Hummitzsch, intellectures
„Prag ist eine wunderbare Stadt, durch die ich in Zukunft jedoch nicht mehr werde schlendern können, ohne an das „andere Prag“ denken zu können.“ – Stefan Jost, buecher_books_libros
„Die Grenzen zwischen Unterhaltung, Philosophie und Spannung heben sich ineinander auf, um sich miteinander zu bestärken. Der Besuch der anderen Stadt lohnt sich und ist immer wieder eine Reise wert.“ – Hauke Harder, Leseschatz
Autor & Übersetzerin

Michal Ajvaz (*1949 in Prag) studierte Tschechisch und Ästhetik an der Karls-Universität Prag und promovierte über Richard Weiner und Karel Čapek. Während des kommunistischen Regimes lebte er in »innerer Emigration« und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er 1994 freier Autor wurde. Seit 2003 ist er zudem als Wissenschaftler am Zentrum für theoretische Studien der Akademie der Wissenschaften und der Karls-Universität tätig. Seine Gedichte, Romane, Essays und Studien sind in 24 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erscheint sein Prosawerk im Allee Verlag.
Auszeichnungen:
Tschechischer Staatspreis für Literatur (2020)
Prix Utopiales (2015)
Magnesia-Litera-Preis (2012)
Jaroslav-Seifert-Preis (2005)
Bild: David Konecny
Veronika Siska hat das Werk mit großer Präzision und sprachlicher Sensibilität übertragen, den charakteristischen Rhythmus erhalten und die langen, ineinanderfließenden Sätze so gefasst, dass ihre innere Spannung im Deutschen unverändert spürbar bleibt.
Bibliographische Angaben
Michal Ajvaz
Die andere Stadt
Roman
Aus dem Tschechischen von Veronika Siska
Mit einem Nachwort von Tomáš Glanc
208 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
22,1 × 14,2 cm | € 27,00 [D] | € 27,90 [A] | ISBN 978-3-911524-02-5 | Auch als E-Book erhältlich
Leseprobe: www.allee-verlag.de/leseproben
Erscheinungstermin: 15. September 2025
Leseprobe & Downloads
Verlag
Allee Verlag
Inh. Veronika Siska
c/o Kubula
Thierschstr. 39
80538 München
Tel: +49 89 5431 5858
Email: post@allee-verlag.de
https://allee-verlag.de/
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen
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