KURT DRAWERT: Neue Publikationen zum 70. Geburtstag

Die Liste seiner Veröffentlichungen sowohl als Autor als auch als Herausgeber ist beeindruckend, ebenso die Zahl der an ihn vergebenen Preise und Stipendien: Kurt Drawert ist jedoch nicht nur ein etablierter Autor unserer Gegenwart, sondern stets auch Mentor und Förderer nachkommender Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Kurt Drawert feiert am 15. März seinen 70. Geburtstag – aus diesem Anlass widmet ihm der axel dielmann – verlag einen Programmschwerpunkt.

2023 hat Kurt Drawert im axel dielmann – verlag die Edition Darmstädter Textwerkstatt eingerichtet. Der Band »Und zwischen uns das Meer« mit kurzen Erzählungen von Elke Barker, die ab 2008 an der Textwertstatt teilnahm, eröffnete die Reihe, die in loser Folge Debüts von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Darmstädter Textwerkstatt bringt – offen in Form und Genre, streng in der Vorgabe: eigenwillige Stimmen, denen weitere Publikationen sehr zu wünschen sind. Band 2 füllte Christoph Wirges mit Kurzprosa unter dem Titel »Das Gewitter umarmen«, im April 2026 folgt nun Band 3 mit Friederike Bergs Roman »Der Riss«.

Die Theaterstücke in einem Band

Darüber hinaus aber gibt der Frankfurter Verlag zwei Bände mit Werken von Drawert selbst heraus: Am 15. März erscheint mit »Das Gegenteil von gar nichts.« erstmals ein Sammelband mit allen Theaterstücken von Kurt Drawert. Als Nachwort – oder eher als fünfter Theatertext – ist Kurt Drawerts Essay »Das Theater am Ende seiner Selbstaufgeklärtheit« beigefügt, der erstmals in seinem alle Ambivalenzen benennenden Band »Rückseiten der Herrlichkeit« erschienen war. Ausgehend von Kusturicas Film »Unterground« wird hier die Bühne – wie auch die Leinwand – als jene Oberfläche erkennbar, auf die unsere Hypertrophien straucheln, während aus den Tiefen von Vergessen und Verdrängen die Parallelwelten heraufsickern – und die abenteuerlichsten Gemische ausprägen. In unseren Köpfen wie in unseren Gesellschaften.

Prosa zwischen Ost und West

Der Band »Nach Osten ans Ende der Welt. & Amerika.Methaphern« vereint zwei Reiseerzählungen, die zur aktuellen Weltlage hervorragend passen: Sie erzählen von Russland und den USA, dazwischen erkennen wir europäische Kultur – und sei es nur im Blick des Erzählers, als der Drawert immer Lebensformen und -verformungen unter der breitesten Perspektive zu fassen versteht.
»Nach Osten ans Ende der Welt.« ist eine Eisenbahnreise mit der Transsibirischen Eisenbahn, bereits 2002 bei Arche und Suhrkamp erschienen, aber inzwischen lange vergriffen. »Amerika. Metaphern.« ist während Kurt Drawerts Stipendium in der Villa Aurora, Los Angeles, im Jahr 2021 entstanden, kurze Blitzlichter in knapper Taktung auf den American Way of Life.


Autor

Kurt Drawert, geboren am 15. März 1956 in Hennigsdorf (Brandenburg), lebt seit 1996 als freier Autor von Lyrik, Prosa, Dramatik und Essays in Darmstadt, wo er seit 1998 die Darmstädter Textwerkstatt und seit 2004 das Zentrum für neue Literatur leitet. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Sächsischen Akademie der Künste. Zahlreiche Veröffentlichungen von Prosa, Lyrik, Dramatik und Essays sowie Herausgaben, Übersetzungen und Kritiken. Zahlreiche Preise und Stipendien. Mehr Informationen dazu: https://kurtdrawert.de/

Bild: Ute Döring

Bibliographische Angaben

Nach Osten ans Ende der Welt. & Amerika. Metaphern.
Erzählungen
axel dielmann – verlag, Frankfurt am Main
ET: 15.03.2026
Hardcover mit Lesebändchen, 104 Seiten
22,00 €
ISBN: 978 3 86638 075 2

Das Gegenteil von gar nichts
Theaterstücke
axel dielmann – verlag, Frankfurt am Main
ET: 15.03.2026
Klappenbroschur, 356 Seiten
22,00 €
ISBN: 978 3 86638 076 9

Verlag

*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage und Autor*innen


MIKIS THEODORAKIS: Paradiesische Höllen

Zum 100. Geburtstag von Mikis Theodorakis bringt der axel dielmann-verlag eine besondere Würdigung des griechischen Künstlers heraus: Erstmals erscheinen unter dem Titel »Paradiesische Höllen« alle Gedichte in deutscher Übersetzung.

DIERK WOLTERS: Kampf der Zauberer

In seinem klugen Essay »Kampf der Zauberer« zeigt Dierk Wolters auf, wie Thomas Mann dem Faschismus seiner Zeit begegnete – und was uns diese Erzählung angesichts der Rückkehr rechter Ideologien heute zu sagen hat.

axel dielmann – verlag: «Frank Xerox’ wüster Traum»

Es ist eine kleine Sensation, dass zum doppelten Jahrestag Rolf Dieter Brinkmanns nach 50 Jahren nun auch ein Text an die Öffentlichkeit gelangt, an dem er mit Ralf-Rainer Rygulla gearbeitet hatte: »Frank Xerox’ wüster Traum« ist ein Literaturexperiment, das zuletzt im Literaturarchiv Marbach zwischen zwei Aktendeckeln schlummerte.

MICHAEL WÄSER: Warum der stille Salvatore eine Rede hielt

Mit „Warum der stille Salvatore eine Rede hielt“ legt Michael Wäser eine Tragikomödie vor, die politischer Thriller und die Liebesgeschichte zweier Außenseiter zugleich ist. Und wie bei allen seinen bisherigen Romanen ist das Buch überbordend bevölkert von schrillen und abgründigen Charakteren. Eine packende Groteske über den Krieg in der Welt, und sein an sich höchst…

DIERK WOLTERS: Dienstag

In seinem neuen Roman „Dienstag“ begleitet Dierk Wolters die Mitglieder einer Familie durch einen einzigen Tag. Und legt mit diesem „stream of consciousness“ aus sechs Stimmen das Innerste seiner Figuren frei.