Gerichtsreportagen, Feuilletons, Lebenserinnerungen und drei Romane: Das spät wiederentdeckte Werk von Gabriele Tergit (1894 - 1982) ist großartig.
MAURICE BLIK: Zweiter Atem
Maurice Blik, als Kind einer jüdischen Familie aus Amsterdam nach Bergen-Belsen deportiert, ist heute einer der bekanntesten Bildhauer in Großbritannien. In seinen Erinnerungen "Zweiter Atem" beschreibt er eindrücklich, wie seine Kunst ihn rettete.
KIRSTI ELINE TORHAUG: Der schmale Grat der Vernunft
Inspiriert vom Schicksal ihres Onkels, der als Teil des norwegischen Widerstands gegen die nationalsozialistische Besatzung ins KZ Sachsenhausen kam, griff die Schauspielerin Kirsti Eline Torhaug zur Feder. Der erste Teil ihrer gefeierten "Amazonas-Trilogie" liegt nun in deutscher Erstübersetzung vor.
JULIETTE PARY: An die Deutschen
Julia Gourfinkel (1903 - 1950), die hauptsächlich das Pseudonym Juliette Pary nutzte, wurde in Deutschland nie bekannt. Nicht einmal mit ihrem Gedichtband "An die Deutschen", die sie, eine jüdische Russin, in deutscher Sprache schrieb.
PERSONA VERLAG: Krisenfest seit 41 Jahren
Vor 41 Jahren gründete Lisette Buchholz in Mannheim den persona verlag, um vergessener Exilliteratur einen Raum zu geben. Nun freut sie sich in schwierigen Zeiten für die Buchbranche über die Auszeichnung mit dem Deutschen Verlagspreis.
Karen Gershon fühlte sich wie ein «Unterkind»
Käthe Loewenthal gelangte 1938 noch mit einem der letzten Kindertransporte nach England. Dort wurde sie als Schriftstellerin Karen Gershon bekannt. Doch es dauerte Jahrzehnte, bis sie eine Form für die Erzählung ihrer Kindheit fand.
Ilva Fabiani: Meine langen Nächte
In "Meine langen Nächte" lässt Ilva Fabiani eine Tote auf ihre Entwicklung zur überzeugten Nationalsozialistin und ihren Dienst als "braune Schwester" zurückblicken. Der preisgekrönte Debütroman liegt nun in deutscher Erstübersetzung vor.
Jürgen Serke: Die verbrannten Dichter
Zum 90. Jahrestag der Bücherverbrennung kam in einer prächtigen Neuauflage "Die verbrannten Dichter" von Jürgen Serke wieder heraus. Wie kein anderer hat der Autor dazu beigetragen, die Literatur der Weimarer Republik wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Im Schatten des Lebensborn – «Die Verwandelten» von Ulrike Draesner
Ulrike Draesner gibt in ihrem neuen Roman "Die Verwandelten" den Frauen, die im Krieg und auf der Flucht Gewalt erfuhren und erfahren, eine Stimme. Ein beeindruckender Roman, der allerdings auch einiges voraussetzt - insbesondere ein Einlassen auf den spezifischen Stil der Autorin.
Dem Vergessen entrissen: Autor*innen der Weimarer Republik
Nach 1945 wurden viele der zuvor verfolgten Autor*innen fast vergessen. Es ist ein Verdienst unabhängiger Verlage, diese Werke wieder aufzulegen.
Literarische Orte: Hans Sachs und die Szenen einer Ehe
Hans Sachs, der Meistersinger aus Nürnberg, ist der bekannteste Vertreter seines Standes, der sich zu jener Zeit auch die Künste eroberte.
Uwe Wittstock beschreibt den Februar 33 als Winter der Literatur
"Februar 33": Sorgfältig recherchiert, rasant geschrieben. Ein gelungenes Buch, das nochmals deutlich macht, welchen geistigen Verlust die deutsche Literatur und Kunst in diesen wenigen Wochen erlitten hat.
Bertolt Brecht: Kuhle Wampe und andere Filme
Bertolt Brecht war zwar vom Medium Film fasziniert, hatte aber damit kein Glück. BB und der Film – das war weniger episches Theater, sondern ein Drama ohne Ende.
Der Bericht eines Überlebenden: Eddy de Wind blieb in Auschwitz
Der holländische Arzt Eddy de Wind überlebte Auschwitz. Schon 1946 veröffentlichte er seinen Bericht, der jedoch erst im Jahr 2020 in deutscher Sprache erschien.
Arthur Koestler: Stalinismus führt in die Sonnenfinsternis
1940 entstand dieser Roman über Stalins "Säuberungen". Nun liegt er erstmals nach dem 2018 wiederentdeckten Originaltyposkript vor.