materie strömt, schübe von plasma, astraler sturm
treibe im geladenen, realitäten wechseln ihre
aggregatszustände, fälschungsichere fakenews, alles
fliegt von stier richtung skorpion mit 73 m/s
dehnt sich raum, gelber schmetterling sonnt sich
auf mauer, teich ein spiegel, kein lüftchen
in grünanlage rasender stillstand, heraklit, parmenides
stumm sediert in liegestühle, starren vor sich hin
In seinem neuen Gedichtzyklus „halsermohnz“ setzt sich der Lyriker und Fotokünstler Axel Görlach mit einer drängenden Frage der Gegenwart auseinander: Unsere Zeit ist geprägt von einer „Derealisierung des Realen“, durch virtuelle Welten und deren spezifischen Deutung der „Realität“ einerseits, andererseits bewegt sich der Mensch als empfundener Bestandteil der „Natur“ und einer Wirklichkeit, die nicht über Medien vermittelt wird.
Der Gedichtzyklus halsermohnz bewegt sich in diesem Spannungsfeld mit seinem immer neu ansetzenden Sprechen, den Versuchen einer Verortung des Individuums zwischen Selbstvergewisserung und Auflösung. „Poetisches Sprechen, wie ich es aktuell verstehe, beschränkt sich nicht darauf, die deformierenden Prozesse thematisch aufzunehmen und widerzuspiegeln. Diese wirken sich direkt in der Sprache selbst aus, dringen in Syntax und Semantik ein und verändern sie“, so Axel Görlach.
Im vorliegenden Gedichtzyklus versucht das lyrische Ich in immer wieder neuen Anläufen, Spuren der eigenen Sozialisation und Gründe für das die Existenz grundierende Unbehagen aufzudecken, Perspektiven der Verarbeitung zu eröffnen und eine Balance zwischen Mitgerissenheit und Widerstand zu finden.
Stimmen zum Buch:
„Die Natur, das Wasser, schließlich die Mutmacherzeile am Schluss von Görlachs mittlerweile viertem Lyrikband mit dem hübsch geheimnisvollen Titel „halsermohnz“ geben der Person, die hier in rund zwei Dutzend Gedichten ihren Alltag bestreitet und sich dabei von Medien umstellt und von staatlichen Vorgaben gegängelt sieht, Halt.“ – Florian Welle in der Süddeutschen Zeitung.
Paul Hübscher rezensiert „halsermohnz“ auf seinem Blog litteratur.ch
„Nein, Lyrik wird die Welt nicht verändern. Aber sie kann benennen, verdichten, stören – und das tut sie hier. Görlach beherrscht sein Handwerk, seine Sprache ist präzise und zugleich offen, widerständig.“ – Florian Birnmeyer
„Was bleibt nach der Lektüre dieses schmalen Bandes? Der Eindruck eines Autors, der seine Sprache kennt und ihr etwas zutraut.“ – lyrikkritik.de
Zum Autor:

Axel Görlach, geboren 1966 in Kaufbeuren, lebt als Lyriker und Fotokünstler in Nürnberg. Pädagogikstudium, Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literaturgeschichte in Nürnberg, Erlangen und Hagen, Studium des Deutschen als Zweitsprache und des Türkischen in Nürnberg und Istanbul.
Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Auszeichnungen u. a.: erostepost-Literaturpreis 2020, Feldkircher Lyrikpreis 2014, Wiener Werkstattpreis 2008. Bisherige Gedichtbände: leben gezeichnet, fza verlag, Wien 2009; »lichtstill«, edition art science, St. Wolfgang 2015; »weil es keinen grund gibt für grund«, edition keiper, Graz 2021.
Homepage von Axel Görlach
Informationen zum Buch:

Axel Görlach
halsermohnz
Black Ink Lyrik
36 Seiten, geheftet, EUR 8
Veröffentlichung: 07.07.2025
ISBN 978-3-930654-78-9
Kontakt Verlag:
Black Ink
Vogel & Fitzpatrick Verlag GbR
Keltenstraße 6
86937 Scheuring
Tel: 08195 – 99 89 401
Fax: 08195 – 99 89 403
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