CHARLES NODIER: Jean Sbogar. Ein romantischer Räuberroman

Napoleon soll diesen Roman auf Sankt Helena in einer Nacht durchgelesen haben, wie Charles Nodier (1780 – 1844) im Vorwort zu einer späteren Ausgabe 1832 nicht ganz ohne Ironie, aber auch nicht ohne Stolz schreibt. Auf jeden Fall wurde der Räuberroman »Jean Sbogar«, 1818 erschienen, zum größten Erfolg des französischen Schriftstellers, der als Mitbegründer des romantischen Schauerromans und der phantastischen Literatur in Frankreich gilt.

Auch deutsche Leserinnen und Leser verschlangen die dramatisch-schauerliche Geschichte um den edel gesinnten Banditen auf Abwegen und seine tragisch endende Liebe zu der zarten Antonia. Allerdings verzichtete die letzte Übersetzung von 1914 auf wesentliche Passagen. Insbesondere »Lotharios Aufzeichnungen«, die die Philosophie dieses französischen Robin Hood umfassen, wurden der Leserschaft vorenthalten.

Nun liegt der Roman in einer überarbeiteten und in Teilen neu übersetzten Fassung vor: Erstmals kommt man so in den Genuss des vollständigen »Jean Sbogar«. Verlegerin und Romanistin Alexandra Beilharz macht damit einen Schlüsselroman der französischen schwarzen Romantik vollständig zugänglich.

Zum Inhalt:

Die empfindsame Antonia, ein verwaistes Mädchen aus reichem Haus, verliebt sich in den geheimnisvollen Lothario. Dieser erwidert ihre Liebe, doch er führt eine Doppelexistenz: Hinter Lothario verbirgt sich der berüchtigte Räuberhauptmann Jean Sbogar. Als die Banditen, die sich um Lothario alias Jean versammelt haben, die junge Frau und ihre Schwester versehentlich entführen, spitzt sich das Geschehen dramatisch zu. Die Schauplätze dieses spannenden Klassikers sind Venedig und Triest zur Zeit der Napoleonischen Kriege.

Mit seinem 1818 zunächst anonym erschienenen Jean Sbogar greift Nodier die damalige Mode des romantischen Räuberromans auf und verbindet sie mit Elementen der Schauerliteratur und der gothic novel. In seinem Vorwort geht der Autor selbst auf mögliche Parallelen und Vorläufer ein; darunter Schillers Räuber, Abällino der große Bandit von Heinrich Zschokke, Valérie von Juliane von Krüdener, Adolphe von Benjamin Constant oder auch Byrons Corsair.


Stimmen zum Buch:

„Die aktuelle Fassung der Verlegerin Alexandra Beilharz überzeugt stilistisch, ist den früheren aber besonders darin überlegen, dass sie Kapitel XIII übersetzt, das ganz aus einem Notizbuch Sbogars besteht.“ – Niklas Bender in der FAZ

„Der ganze Roman befindet sich in einem reizvollen Zwischenreich von Fabel und Realität.“ – Peter Urban-Halle in der NZZ

Elmar Krekeler empfiehlt den Roman bei seinen literarischen Urlaubtipps in der Literarischen Welt

Verlegerin Alexandra Beilharz, die das Buch selbst übersetzt hat, im Gespräch mit Dirk Fuhrig im Büchermarkt beim Deutschlandfunk

Eine große Leseempfehlung gibt Peter Urban-Halle in „Studio 9“ bei Deutschlandfunk Kultur für den Roman ab

„Ausgesprochen gut liest sich die neue Übertragung. Die abenteuerliche Handlung und die moralischen Fragen, die der Roman aufwirft, lassen an Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist denken.“ – Welf Grombacher in der Rhein-Neckar-Zeitung, 15./16. Februar 2025

Christian Kaiser empfiehlt „Jean Sbogar“ im Stadtkind Hannover

„Die im FLUR Verlag erschienene aktuelle Ausgabe ist eine vollständige, was nicht zu allen Zeiten gegeben war. Mehr noch spürt man die buchmacherische Leidenschaft, diese Geschichte von Charles Nodier angemessen herausgeben zu wollen eben auch in jenen kleinen Tusche Zeichnungen, die jedes Kapitel nebst den oftmals angeblichen Werkzitaten vom vorherigen abheben.“ – Geruede bei Feiner reiner Buchstoff

Jean Sbogar stellt den wohl ersten Schauerroman der französischen Literatur dar. Seine Wurzeln sind vielfältig. (…) (Man) wird in Jean Sbogar vor allem eines finden: immer wieder eingestreute herrliche Landschaftsbeschreibungen. Alleine dafür lohnen sich die rund 250 Seiten Lektüre, finde ich.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch

Jean Sbogar von Charles Nodier stellt einen äußerst unterhaltsamen Räuberroman dar, der Liebes-, Abenteuer- und Schauerelemente zu einem stimmungsvollen Gesamtwerk verbindet. Eine erfreuliche Wiederentdeckung, die den Leser mit einigen vergnüglichen Stunden belohnt – sofern man sich auf den (aus heutiger Sicht) sperrigen Stil einlassen kann.“ – Eugen Tews, Bücherbriefe

„Wer auf spannende Abenteuer mit mehr als einer Nuance Romantik steht, wird mit „Jean Sbogar“ ein wahres Inferno der besten Sorte erleben.“ – Karsten Koblo

„Heute dürfte „Jean Sbogar“ besonders für Liebhaber klassischer und romantischer Literatur ein literarischer Leckerbissen sein.“ – Sigismund von Dobschütz

„Gespickt mit Elementen der Schauerliteratur bietet Jean Sbogar eine zeitlose romantische Erzählung, die für Liebhaber literarischer Meisterwerke des 19. Jahrhunderts eine lohnenswerte Lektüre ist.“ – Maria Herlo, Mannheimer Morgen

„Zu dem literarischen Genuss kommt noch der ästhethische. Der Band ist (…) mit seinen zahlreichen Illustrationen aus einer französischen Ausgabe von 1894 eine Augenweide.“ – Ferdinand Knauß, Cicero, Augsgabe 2/2025

„Eine herrliche Schmonzette zum Versinken im Ohrensessel mit winterlicher Wolldecke über den Knien.“ – Frank Becker, Musenblätter



Bibliographische Angaben:

Charles Nodier
Jean Sbogar

Ein romantischer Räuberroman
Aus dem Französischen von August von Hogguer und Johannes Mumbauer, überarbeitet und teilweise neu übersetzt von Alexandra Beilharz
Flur Verlag, Heidelberg, 2024
Festband mit Schutzumschlag, illustriert, 248 Seiten
Preis: 24,00 €
ISBN: 978-3-98965-101-2

Kontakt Verlag:

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