Im Juni 2024 erscheint im Berliner Gans Verlag mit „Moskovian Kinder“ das Debüt von Paul Watermann. Ein Prosalanggedicht, ungewöhnlich in der Form und Tonalität, das am dafür passenden Ort entstand: Der 1986 geborene Schriftsteller schrieb an dem Text während seines „Arp im Ohr“-Stipendiums, das in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck vom Künstlerhaus Edenkoben ausgelobt wird.
Entsprechend pendeln seine Texte zwischen Wirklichkeit und Surrealität: „Irgendwo im Niemandsland zwischen vielen stilistischen Stühlen platziert Paul Watermann seine kleinen literarischen Preziosen. Sie kommen bescheiden und leise daher, können aber beim Lesen sofort Bilder im Kopf erschaffen, die große Lebendigkeit ausstrahlen“, heißt es auf der Seite des Arp Museums über den Stipendiaten.
Und so kann „Moskovian Kinder“ getrost auch als Coming-of-Age-Geschichte mit kafkaesken Zügen beschrieben werden: Ein Text über Kindergangs in den schrundigen Winkeln der Großstadt, über die erste fragile Liebe, über Einsamkeit, Sehnsucht und den Verlust einer magischen Welt. Formuliert in einem assoziativen Fluss, der sich zum Langgedicht formt.
Eine Textprobe:
„Moskovian Kinder leben im Rücken der Gesellschaft. Sie leben moskovian. Sie laufen durch graue Häuserschluchten und verachten die Kinder reicher Eltern, die an der Hand spazieren geführt werden. Sie wollen nicht spazieren geführt werden, sie wollen selbst spazieren gehen. Sie wollen, sie wollen. „Oh goodness me!“, she said, „Ich möchte nicht reisen.“ Das war das erste Mal, dass du sowas gehört hast: „Ich möchte partout nicht reisen. Moskau ist meine Stadt. Ich bin arm, ich bin stolz, ich bin weiß.“ Das war das erste Mal, dass du sowas gehört hast. „Du nennst es einfach so, ich nenne es das Schöpfen aus dem Street-Life. Siehst du die Hunde dort? Sie gehören zu einem Mann, der an der Ecke Kirschbonbons verkauft. Warum sollte er auch etwas anderes tun? Klappt doch.“
Paul Watermann, 1986 in Melle geboren, studierte zunächst an der Sporthochschule Köln und anschließend literarisches Schreiben am Literaturinstitut Leipzig. Er lebt heute in Berlin.
Stimmen zum Buch:
„Man kann dem Autor nicht vorwerfen, es mangle ihm an ästhetischem Mut und sprachlicher Beherztheit.“ – Jan Wilm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Die „genau gebauten Sätze, originellen Bilder“, die „Sprachmagie“ hebt Nico Bleutge in seiner Besprechung bei Deutschlandfunk Kultur hervor. Moskovian Kinder sei ein Buch, in dem es „um Verwandlungen geht, das Verrückte, das Verrücken der Welt“.
„Schwer und zugleich leicht ist seine Prosa, ihre Wörter ähneln Steinbrocken und Spielzeugen. Lesend nimmt man beide in die Hände, lässt sie aufeinanderprallen und lauscht dem Echo nach. Es klingt, als wäre jemand vor langer Zeit hingefallen und dann wäre etwas kaputtgegangen.“ – Michael Wolf, taz
Informationen zum Buch:

Paul Watermann:
Moskovian Kinder
Gans Verlag, Berlin, Juni 2024
Hardcover mit Fadenbindung, Schutzumschlag und Lesebändchen
Den Schutzumschlag hat die Berliner Künstlerin
Johanna Kintner entworfen
150 Seiten | 18 x 13 cm | 978-3-946392-37-8
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
