KATHRIN NIEMELA: Lesung in der Lyrikhandlung in Tübingen

Am Samstag, 21. Mai, 17.00 Uhr liest Kathrin Niemela aus ihrem Debütband „wenn ich asche bin, lerne ich kanji“ in der Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15, 72070 Tübingen. Eva Christina Zeller („Unterm Teppich“) moderiert und führt das Gespräch mit Kathrin Niemela.

Der Eintritt für die Lesung bei Brot und Wein beträgt 10,00 Euro, ermäßigt 5,00 Euro.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird um eine Anmeldung bis zum 15. Mai gebeten:
https://lyrikhandlung.de/veranstaltungen/

Ort: Lyrikhandlung Tübingen

Johanna Hansen, Ulrike Schrimpf: Pariser Skizzen / Je te flingue

Bild: Jardin De Tuileries – https://pixabay.com/de/users/gaimard-10324218/

was uns möglicherweise eint im
nirgendland sind wir eher daheim als
in festgestelltem c`est une façon de
chercher

Auszug aus: „refuge/bild dir nichts ein“ in „Pariser Skizzen. Je te flingue“ von Ulrike Schrimpf und Johanna Hansen.

Es sind die Momente, bevor der Vorhang hochgeht, das Herzklopfen, das Lampenfieber, die Nervosität vor dem Auftritt. Und da die innere Stimme, die leise flüstert: „Nimm dich nicht zu wichtig. Bild dir nichts ein.“ Es schimmert immer wieder durch in diesen „Pariser Skizzen“, diese Fragilität des weiblichen Selbstbewusstseins, das sich behaupten muss gegen die Glaubenssätze, die frau mitgegeben werden, schon von Kindheit an, die sie aber auch annimmt, um sie dann doch mit einer Mischung aus Stolz, aus Selbstentfaltung und Selbstgestaltung zu überwinden. Das zögernde Kind, die junge Künstlerin, die sich im ersten Zyklus dieses wunderschönen Gedichtbands, nicht einmal selbst zugesteht, eine zu sein – der aussagekräftige Titel: „an eine junge künstlerin (die ich nie war)“ – sie lässt die Selbstzweifel allmählich vorwärts tastend hinter sich, gelangt zu ihrer eigenen „façon“:

„(…) denken sie
immer daran was sich auch
tun tun sie es mit
einer krone aus
glas und mine
de rien“

Scheinbar beiläufig werden die „Gesetze der Wahrscheinlichkeit“, so der Titel des letzten Zyklus in „Pariser Skizzen. Je te flingue“ unterlaufen. Das pantherhafte Drehen im allerkleinsten Kreise wird überwunden. Das tragische Ende der „Azur in nuce“ ist nicht ihres. Beides zeigt auch, wie elegant Ulrike Schrimpf viele feine Bezüge zur titelgebenden Stadt einzuflechten vermag, wie sie mit müheloser Geste auf poetische Vorläufer*innen referiert. Doch nicht nur diese Zwiegespräche mit Rilke, Unica Zürn und anderen sind es, die das lyrische Ich dieses Bandes in seinem Weg bestärken, begleiten, befördern – es ist vor allem die Zwiesprache mit einer anderen Dichterin, die auch – und in diesem Gedichtband vor allem – als bildende Künstlerin tätig ist. Jedes der Gedichte Ulrike Schrimpfs korrespondiert mit einem Bild von Johanna Hansen. Und man sieht es deutlich beim abschließenden Doppelportrait: Da haben sich zwei Künstlerinnenseelen gefunden.

„Da haben sich zwei getroffen, die gern schonungslos ablichten zu shootings – im Sinne von Fotos, aber auch mit dem Messer oder Revolver – oder Lippenstift als Waffe. Sie sehen sich in ihrer Weiblichkeit nicht als Objekte, nicht als targets, sondern zielen selber hin“, so Kristian Kühn im Vorwort zu diesem Band.

Kristian Kühn von den „Signaturen“ brachte die beiden zusammen, als „Ulrike Schrimpf Bilder suchte, um ihr inneres Drängen mit konkret vorhandenen Bildern in ein formales Verhältnis zu bringen.“ Ausschlaggebend war für Kühn das „latent Überfließende“, das er im Werk beider Frauen wahrnahm. Was er nicht ahnte, war, dass beide Frauen diesen engen Paris-Bezug hatten: Johanna Hansen hatte ihre Pariser Skizzen während ihrer Zeit im Gastatelier der Cité Internationales des Arts in Paris erstellt, Ulrike Schrimpf die Stadt über ihre Familie und in ihrer Zeit als Studentin intensiv kennengelernt. Und so spielt auch die Stadt Paris in diesem Buch naturgemäß eine zentrale Rolle, neben dem lyrischen weiblichen Ich eigentlich wie ein eigenständiges Wesen, mal hell-leuchtend, dann wieder voller Abgründe. Eine wuchernde Pflanze, ein Moloch, wie er in der expressionistischen Lyrik als Topos erstand, in eindrucksvollen Bildern geschildert:

tu n`es pas venu zu einem
unterbrochenen klang der nun ihr
gehört wächst eine krautige
schlingpflanze im Jardin manche
enden um einen stuhl gewickelt“

Schlingpflanzen gleich ziehen Ulrike Schrimpfs Poeme mit ihren ausdrucksstarken Bildern beim Lesen förmlich in die Gedichte mit hinein, die überraschenden Wendungen, das Spiel mit den Polen, das Gefangensein in und entlassen werden aus diesen Gedichten ist ein sinnliches Erlebnis, das in den ebenso konkreten wie dennoch rätelshaften Bildern von Johanna Hansen seine Fortsetzung findet.

Informationen zum Buch:

Johanna Hansen, Ulrike Schrimpf
Pariser Skizzen / je te flingue
Edition Melos, Wien, 2021
ISBN 978-3-9519842-8-5

Homepage von Ulrike Schrimpf: https://www.ulrike-schrimpf.de/
Homepage von Johanna Hansen: https://www.johannahansen.de/

Einen Eindruck von den Pariser Skizzen von Johanna Hansen bietet dieses wunderschöne Video:

KRÖNER VERLAG: Christine Langer – Ein Vogelruf trägt Fensterlicht

An der Schwelle

Lichtrisse schieben den Himmel vor sich her bevor sie die Abend-
Glocken in die Baumwipfel hängen

Schwer wiegen sich die Schatten des Walds in den Wolken
Und spannen Laken über die Erde

Der Geruch feuchter Steine trägt Spuren wilder Tiere in mein Haus:
Ich habe die Stirn gelehnt an die offene Tür der Nacht

„Ein Vogelruf trägt Fensterlicht“: Das ist der neue Gedichtband von Christine Langer, nun erschienen in der Kröner Edition Klöpfer im Alfred Kröner Verlag. Mirko Bonné schreibt in seinem Nachwort zu diesem feinen Lyrikband:
„Christine Langers Gedichte sind mitreißende Übungen in der Zwiesprache mit Dingen, die von einem im Einklang stehenden Dasein offenbar mehr wissen als wir auf unserer
gehetzten Suche danach. Die Poesie ersucht hier noch einmal offenherzig die weise Welt um Rat.“

Zur Autorin:
Christine Langer, 1966 in Ulm geboren, lebt und schreibt in der Donaustadt. Chefredakteurin der Literaturzeitschrift „Konzepte“. Ihre letzten vier Gedichtbände erschienen alle bei Klöpfer & Meyer: „Lichtrisse“ (2007), „Findelgesichter (2010), „Jazz in den Wolken“ (2015) und „Körperalphabet“ (2018). Sie veröffentlicht ihre Gedichte auch regelmäßig in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen (u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jahrbuch der Lyrik, Akzente, allmende, „Das Gedicht“). Für ihre Gedichte wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. Stipendium für die Villa Vigoni, Lyrikförderpreis der Internationalen Bodenseekonferenz, Buch des Monats der Darmstädter Jury sowie Jahresstipendium des Landes Baden-Württemberg. Für 2022 hat sie die künstlerische Leitung des Ulmer Lyriksommers übernommen. In der Zeit hieß es über sie: „Zu entdecken: eine große Dichterin.“
Und Friederike Mayröcker sagte: „Christine Langers Gedichte sind einfach sehr schön.“

Informationen zum Buch:
Christine Langer
Ein Vogelruf trägt Fensterlicht
Alfred Kröner Verlag, 20. März 2022
160 Seiten, Fühlkarton mit Lesebändchen, 20,00 €
ISBN 978-3-520-76501-7
https://www.kroener-verlag.de/details/product/ein-vogelruf-traegt-fensterlicht/

Stimmen zum Buch:

„Christine Langer beschwört Bilder von solcher Schönheit herauf, dass man künftig anders durchs Haus, durch die Natur geht.“ – Barbara Weitzel in der Welt am Sonntag

„Die Gedichte der Ulmer Lyrikerin Christine Langer erzählen von Luft, Licht, Wolken und immer wieder von geöffneten Fenstern. Durch sie kann man nicht nur weit den Blick schweifen lassen, sondern auch Geräuschen lauschen, die einen weit in die Natur hinaustragen und manchmal auch darüber hinaus. Christine Langers Texte entführen in traumhafte Landschaften, in denen die Worte wie Bäume wachsen, umgeben von einer schwebenden Leichtigkeit.“ – Kerstin Bachtler, SWR 2

„Die Botschaft dieses feinen Textes, abgedruckt in einem nicht minder virtuosen Band, lautet, dass Krisen uns nicht zur Ohnmacht zwingen.“ – Dr. Björn Hayer interpretiert das Gedicht „Innere Ordnung“ im BÜCHERMagazin.

„Das sollte man gründlich, das darf man lohnend erlesen.“ – Jürgen Kanold in einer ausführlichen, begeisterten Rezension in der Südwest Presse

„Nahezu in all ihren Gedichten, die die Lyriksammlung enthält, beweist Christine Langer ein bemerkenswertes Talent für Worte und Sprache. Mit einer unglaublichen Präzision erschafft sie Dichtung, die beinahe melodisch anmutet.“ – Anna Jakob, booknerds.de

„Langer spielt souverän mit der Sprache und eindrucksvollen Bildern. So entstehen ausdrucksstarke Wortschöpfungen wie „Tapetengebete“, „wimpernschwer“, „Lichtfeder“ oder „Amselmond“, welche die Fantasie bei der Lektüre anregen und den Geist in Bewegung setzen.“ – Barbara Pfeiffer, Kulturbowle

„Erinnerungen mischen sich mit Gefühlen und verbinden sich mit dem Klang der Wörter zu einem stimmigen Ganzen.“ – Kulturbuchhandlung Jastram

„Christine Langer hat uns einen kostbaren, ernsthaften, bereichernden und lichtvollen Gedichtband geschenkt.“ – Thorsten Paprotny bei literaturkritik.de

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Alfred Kröner Verlag


Lyrikhandlung am Hölderlinturm: Jeder Tag ist ein Gedicht

Mitten in der Corona-Krise wagte Ulrike Geist den großen Schritt: Vor einem Jahr, im März 2021, eröffnete die Kunsthistorikerin und Germanistin in Tübingen eine der ersten deutschen auf Lyrik spezialisierten Buchhandlungen. Ein Abenteuer? „Nein“, sagt Ulrike Geist, „für mich ist seither jeder Tag buchstäblich wie ein Gedicht.“

Denn ihr Konzept – der Lyrik einen Raum zu geben, einen Ort für Begegnungen und Austausch zu schaffen, Poesie erlebbar zu machen – gehe auf. Natürlich gäbe es Höhen und Tiefen bei einem neuen Laden, der sich erst etablieren muss, sagt die Inhaberin der „Lyrikhandlung am Hölderlinturm“. Aber trotz Kontaktbeschränkungen und den Verzicht auf Lesungen habe sie schon einen festen, lyrikaffinen Kundenstamm gewonnen. „Es macht sich bemerkbar, dass die zeitgenössische Lyrikszene überaus aktiv und in den Medien präsent ist, aber die Lyrik an sich im Sortimentsbuchhandel oft ein Nischendasein führt“, so Ulrike Geist. „Ich biete einen analogen Ort an für eine literarische Gattung, die nicht nur gelesen, sondern auch erlebt werden will.“ Bei Kundengesprächen stelle sie immer wieder fest, wie schnell die Lektüre eines Gedichts zu einem intensiven Austausch zwischen Menschen führen könne.

Blick in die Lyrikhandlung. Bild: Ulrike Geist

Neben dem Lyrikschwerpunkt bietet die Buchhandlung zudem noch ein ausgewähltes Sortiment an literarischer Belletristik, Biographien und Bildbänden, Antiquarisches sowie feine Papeterie, „aber die Poesie steht über allem.“ Dass inzwischen in Berlin ein Laden mit ähnlichem Konzept eröffnete, versteht Ulrike Geist als Bestätigung und Kompliment: „Da war Tübingen der Metropole einen Schritt voraus.“

Um ihre Leidenschaft – Ulrike Geist liest selber täglich zum Einstieg in den Tag ein Gedicht – weitergeben zu können, ließ sie sich bereits im ersten Geschäftsjahr einiges einfallen. Die Quereinsteigerin, die für ihren Traum von einer eigenen Buchhandlung einen etablierten Job als Herausgeberin eines Kulturmagazins aufgab, stellte unter anderem einen Lyrikautomaten auf, bietet „Lyrik to go“, führte Aktionen mit Schulklassen durch und arbeitet an einem Lyrikkalender mit Veranstaltungen aus Baden-Württemberg.

Und auch zum einjährigen Bestehen wird es eine besondere Aktion geben:
Am Samstag, 26. März, wird der Ulmer Lyriker Marco Kerler, von 14.00 bis 17.00 Uhr, gerüstet mit Schreibmaschine und Papier, vor der Buchhandlung Lyriksprechstunden abhalten. Mit dieser Aktion begeistert der Straßenpoet unter anderem regelmäßig auch die Menschen in seiner Heimatstadt Ulm: Jeder kann vorbeikommen, dem Lyriker von sich etwas erzählen und sich dann von einem persönlichen Gedicht überraschen lassen. Dazu gibt es Sekt, Wein, Café und leckere Kleinigkeiten und natürlich Gedichte in Hülle und Fülle. Vor Ort wird auch eine Spendenkasse für die Ukraine aufgestellt.

Einladend: Der Eingang zur Lyrikhandlung. Rechts zu sehen: Ein Lyrikautomat. Bild: Ulrike

„Auch wenn wir mit unseren Gedanken bei den Menschen dort sind, will ich meine Veranstaltungen derzeit bewußt nicht absagen“, meint Ulrike Geist. Zu lange seien kulturelle Orte gar nicht oder nur eingeschränkt zugänglich gewesen. „Dabei ist es wichtiger denn je, dass wir Orte bewahren und lebendig halten, wo wir auch wieder Kraft, Zuversicht und Frieden finden können: die Literatur, insbesondere aber die Lyrik ist solch ein innerer Ort.“

Weitere Information und Kontakt:

Lyrikhandlung am Hölderlinturm
Ulrike Geist
Bursagasse 15
72070 Tübingen
Telefon: 07071/5667171
E-Mail: info@lyrikhandlung.de

www.lyrikhandlung.de

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für die Lyrikhandlung am Hölderlinturm

KATHRIN NIEMELA – wenn ich asche bin, lerne ich kanji

"wenn ich asche bin, lerne ich kanji" ist das Lyrikdebüt von Kathrin Niemela.

Mit ihrem ersten eigenständigen Lyrikband wenn ich asche bin, lerne ich kanji begeistert Kathrin Niemela sowohl Leserinnen und Leser als auch die Literaturkritik: „Das große Thema Liebe wird nochmals neu gefasst. Mit unerhörten Wortschöpfungen, mit frischen, die Sprachkonventionen aufbrechenden Kombinationen aus literarischen Anspielungen und gegenwärtigen Ausdrucksformen und einem sensiblen Gespür für Rhythmik, Klang und visueller Kraft. Dadurch wird aus den Versen eine berührende Geschichte, die mit einem originellen Zugriff die Befindlichkeiten der Liebenden behutsam seziert“, heißt es in der Begründung der Jury zum renommierten Jury-Preis des Irseer Pegasus über den Zyklus die süße unterm marmeladenschimmel.

Was passiert mit uns, wenn wir unterwegs sind, was setzt es frei? Und was, wenn wir fremd sind? Worin gründen Wurzeln? wenn ich asche bin, lerne ich kanji von Kathrin Niemela beschäftigt sich in fünf Kapiteln mit dem Reisen und dem Fremdsein: in der Liebe, in Paris, in der Welt, im Leben und Sterben, in der Herkunft. Ihre Gedichte erzählen von (Ab)Gründen und Höhenflügen, vom Suchen und Ausgesetztsein, vom Großen im Kleinen und vom Kleinen im Großen, von Momenten der Betörung, Verstörung, Zerstörung und der Einsamkeit, der digitalen Getriebenheit, der Suche nach Liebe und dem Scheitern.

Aus dem Nachwort von Artur Becker:

„Kathrin Niemela ist eine vielreisende Lyrikerin. Schlägt man ihren Debütband auf, wird man nicht nur nach Südamerika und Asien geschickt, um die Dichterin bei ihren oft gesellschaftskritischen Beobachtungen zu begleiten, sondern auch in die Bilderwelt einer Autorin, deren poetische Wortschöpfungen durchaus auch für Semiotik- und Archetypenforscher interessant sein könnten. Der den Bandtitel gebende Satz „wenn ich asche bin, lerne ich kanji“ stammt aus dem Gedicht „bad in shibuya“, das geradezu ein Paradebeispiel für Niemelas Schreiben ist: urbane, vor Werbung für Weltmarken überbordende Welten prallen mit Menschenmassen und Anonymität zusammen, und mittendrin das lyrische Ich, das das Mysterium unseres Daseins nicht nur beschreiben, sondern auch verstehen will. Niemela schreibt im besagten Gedicht aus Japan: „(…) ich bin kein roboter, / wähle alle bilder mit brücken – hantle mich an mangas / entlang, acht stunden neben der zeit – das waka bricht / silben in splitter – ich schneide mich am sein“.

Kathrin Niemela: wenn ich asche bin, lerne ich kanji. Gedichte, mit einem Nachwort von Artur Becker, parasitenpresse, Köln 2021, 88 Seiten. Preis: 12,- €.

ISBN 978-3947676859

Kathrin Niemela, geboren 1973 in Regensburg, lebt in Passau und Regensburg und ist unterwegs als Lyrikerin und Markenbotschafterin. Sie studierte Betriebswirtschaft in Regensburg und Paris. Bisher erschienen ihre Gedichte in Anthologien und Literaturzeitschriften. wenn ich asche bin, lerne ich kanji ist ihr erster Lyrikband. Zuletzt wurde sie mit dem Jurypreis des 23. Irseer Pegasus für den im Band enthaltenen Zyklus die süße unterm marmeladenschimmel ausgezeichnet.

Homepage von Kathrin Niemela: www.kathrin-niemela.de

Stimmen zum Buch:

„Den größten Zauber haben Niemelas Gedichte, wenn eine neue Sprache in ihnen entsteht:
„dämmerlang“, „eine frage des überliebens“, das Pärchen ist sich „sperrangelnah“. In diesem Ton schreibt Niemela über die Liebe und ihr Vergehen, über Paris, Herkommen,
Fortkommen, Ankommen und den Tod.“ – Kathrin Niemela im Portrait in der Passauer Neuen Presse

Immer wieder wird in den nur vordergründig luftig leicht wirkenden Versen dabei das Bemühen dieser Autorin sichtbar, die Welt im Wandel besser zu begreifen. Und sich schwierigen Fragen zu stellen: „wie verworrenem / ordnung geben, ohne dass / das geheimnis zerbricht?“ – Antje Weber, Süddeutsche Zeitung

„Kathrin Niemela ist eine vielreisende Lyrikerin. Schlägt man ihren Debütband auf, wird man nicht nur nach Südamerika und Asien geschickt, um die Dichterin bei ihren oft gesellschaftskritischen Beobachtungen zu begleiten, sondern auch in die Bilderwelt einer Autorin, deren poetische Wortschöpfungen durchaus auch für Semiotik- und Archetypenforscher interessant sein könnten.“ – Kathrin Niemela mit einer Lesung und im Gespräch bei Literatur Radio Hörbahn

„Kopfüber mitten in die Sprache, so kann man einen Gedichtband auch beginnen. Allein schon diese 20 Gedichte beglaubigen die sprachliche Virtuosität von Kathrin Niemela und sind mit ihrem Anspielungsreichtum ein wahrer Fundus für Poesie-Aficionados.“ – Hellmuth Opitz bei „Das Gedichtblog“

„Lyrikfreunde haben an diesem Bändchen sicherlich grosse Freude. Für mich ist Kathrin Niemela jedenfalls eine Entdeckung und erhält einen verdienten Platz im Lyrik-Regal meiner Bibliothek.“ – Adrian T. Mai, arcimboldis world

„Beginnend bei „1“ und endend mit „LETZTER GANG“, ist dieser im Verlag parasitenpresse erscheinende, 88 Seiten starke Lyrikband ein Panorama unserer Zeit, bleibt daran jedoch nicht gebunden.“ – Stephan Moers bei zugetextet.com

„Kathrin Niemelas Gedichte sind wie Kanji um dieses Fließen, den Buchstaben und Worten den richtigen Platz geben, das Gesamtbild, bemüht. Jede Ausschmückung ist ihr fremd, ihr geht es um die Essenz. Bereits in ihrem Debüt hat sie ihre eigene poetische Stimme gefunden. Schön.“ – Petra Lohrmann bei „Gute Literatur – meine Empfehlung“

„Dieser Debütband ist eine kleine Weltreise. Man reist mit der Autorin in einer globalen Welt und streift dabei das moderne Leben und macht kulturelle und gesellschaftliche Beobachtungen, die durch die Gedichte etwas ganz Persönliches bekommen.“ – Hauke Harder, Buchhändler, auf seinem Blog Leseschatz

Laudatio der Jury beim Irseer Pegasus

Über die Preisvergabe und das Buch berichteten die Passauer Neue Presse und die Regensburger Rundschau.

Drei Gedichte bei Signaturen

Presseanfragen und Rezensionsexemplare: Birgit Böllinger, Telefon 0821 4509-133, kontakt@birgit-boellinger.com

Theodor Fontane – Noch einmal ein Weihnachtsfest

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm` ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Theodor Fontane

Joachim Ringelnatz: Trostworte an einen Luftkranken

Humorvolle Spinner

Spinnete Köpfe, gescheit und begabt,
Weil ihr einen Pieps, einen Vogel habt,
erlachen euch manche und meiden
Euch. Ich mag euch leiden.

Ein Piepvogel lebt so hoch und frei
Über den Filzlatschen der Spießer.

Der Spießer meint: Ein Bandwurm sei
Kein stiller Genießer.

Doch Spießermeinung ist nicht mal so wichtig
Wie das, was aus Piepvogel fällt.

Nur der, der im Kopf nicht ganz richtig
Ist, lebt sich und unterhält.

Aus „Flugzeuggedanken“, 1929, von Joachim Ringelnatz

Es ist, als habe sich Herr Ringelnatz in diesem Gedicht selbst portraitiert. Er war so ein wilder Vogel, ein Piepvogel, der hoch und frei lebte. Am Ende, schon todkrank, unter den Nationalsozialisten auch vogelfrei. Der Dichter, Maler, Bühnenkünstler, der vor allem von (und für) seinen Auftritten lebte, wurde von der Bühne verbannt, seine Bücher beschlagnahmt und verbrannt. Er starb, erst 51 Jahre alt, an den Folgen seiner Tuberkulose-Erkrankung am 17. November 1934.

In den guten Jahren – also auch 1929, als sein Gedichtband „Flugzeuggedanken“ beim Ernst Rowohlt Verlag erschien – war Ringelnatz ständig auf Reisen für seine Bühnenauftritte. Das brachte auch manches Flugabenteuer mit sich. Einige der schönsten Gedichte dazu sind in einer wundertoll illustrierten neuen Ausgabe erschienen: Florian L. Arnold, selbst Schriftsteller und bildender Künstler wie Ringelnatz auch, widmet dem luftigen Dichter das Buch „Trostworte an einen Luftkranken“. Er habe sich daran erfreut, „auf ringels musenroos reitend, eigenwilligste flug- und flatterapparate zu ersinnen“.

Mit „Trostworte an einen Luftkranken“ zeigen Arnold den großen Joachim Ringelnatz als Verehrer und augenzwinkernden Spötter des Flugwesens: „Man glaubt es kaum, aber Ringelnatz hat der Fliegerei und ihren komischen Ausuferungen einen großen Platz in seinem Werk eingeräumt.“ Ob es nun eine abenteuerliche Ballonfahrt, eine Fliege im Flugzeug, eine risikolustige Freundin am Seil in höchsten Lüften ist – Ringelnatz findet immer einen geistreichen Reim auf Ungereimtes. Und es erweist sich, daß seine Gedanken zu menschlichen Flugabenteuern auch beinah 100 Jahre nach ihrem Entstehen nichts an Witz und Gültigkeit verloren haben. „Im Gegenteil: Lest diese Texte, wenn ihr flugkrank oder Vielflieger seid, wenn ihr einen Fesselballon besitzt oder einen Zeppelin“, meint Florian L. Arnold augenzwinkernd.

Erschienen ist „Trostworte an einen Luftkranken“ in der neu gegründeten „Edition Hibana“, in der schmale Texte und eigenwillige Illustrationen ihren Raum finden werden. Ein Blick auf die Seite zeigt: Auch die Illustrationen zu den Ringelnatz`schen Luftkünsten sind grandios, einfach zum Abheben.

Als Augsburgerin freue ich mich natürlich besonders, dass auch die „Freiballonfahrt mit Autoverfolgung“ in der Auswahl ihren Platz fand: Denn, wenn „auf Augsburgs sonntagsbunten Flugplatz“ die Sonne lacht, machen wir eigentlich nichts anderes, als mit unseren Töff-töffs den freischwebenden, gasgefüllten Tieren nachzujagen. Das Beitragsbild beweist es: Ballon am Augsburger Rathaus, direkt von mir verfolgt.

Informationen zum Buch:

Trostworte an einen Luftkranken
Fluggedichte und -gedanken
Gedichte von Joachim Ringelnatz

Edition Hibana, Ulm, 2021
Mit Bildern von Florian L. Arnold
44 Seiten, limit. Edition, durchgehend farbig illustriert
ISBN: 978-3-9822910-7-9

Zu bestellen über den Buchhandel, den Onlineshop der Edition Dreiklein oder direkt beim Verlag (Email: edition-hibana@florianarnold.de).

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Anke Glasmacher: Ein morsches Licht

Bild: https://pixabay.com/de/photos/wandrelief-skulptur-gesicht-frau-6674930/

Am Lebensende

spult sich eine laufmasche
von der achillesferse
langsam nach oben

die alte frau spuckt
ein grunzen über die straße
hinter ihr bleibt

ein blutiges bein
das schwarze kleid wirft
kaum mehr schatten

Aus: „Ein morsches Licht“ von Anke Glasmacher

Es sind die Nachtgedanken einer Spaziergängerin, Bilder, die man beim Umherstreifen durch die Städte pflückt, Beobachtungen der Welt um uns herum. Das ist jedoch nicht in Hochglanz verpackt, sondern in gedämpften Farben beschrieben. Die Bilder erinnern an alte schwarzweiß Fotografien, Licht und Schatten, Nachtgewächse.

„Geisterstunde“ ist ein Kapitel überschrieben, und das ist trefflich: Da sind die Gezeiten ein wechselhafter Tod, die „morsches Licht“ über das Kind auf der Sandbank schütten, während die „eichenschwere“ Zeit nur langsam kriecht. Selbst die Leichtigkeit eines Sonnentages offenbart ihre Schattenseiten.

Stadt, Land, Fluss: Die Lyrikerin, die bereits mehrere Bände im Elif Verlag veröffentlichte, nimmt mit diesem Band die Leserinnen und Leser mit auf ihre Streifzüge durch Landschaften und Städte. Die Beobachtungen dabei: Leise, melancholisch, unerbittlich. Ein besonderes Kapitel ist der letzte Abschnitt, „An einem Freitag“, überschrieben: Ein Totentanz im November, gespickt mit eindringlichen Bildern.

Informationen zum Buch:

Anke Glasmacher
Ein morsches Licht
Elif Verlag 2020
Klappenbroschur mit Fadenheftung, 104 Seiten, 18,00 €
ISBN 978-3-946989-27-1

Die Schriftstellerin betreibt auch eine eigene Homepage: https://www.ankeglasmacher.com/

KRÖNER VERLAG: Hubert Klöpfer – Der handschriftliche Gedichtekalender 2022

Mit Gedichten von Ernst Blass, Richard Dehmel, Emily Dickinson, Joseph von Eichendorff, Robert Gernhardt, Johann Wolfgang Goethe, Andreas Gryphius, Friedrich Hölderlin und vielen weiteren Poetinnen und Poeten durch das Jahr – das ist allein schon ein schöner Gedanke.

Doch zur Besonderheit wird der Gedichtekalender 2022, der im September im Kröner Verlag erscheint, durch seine hochwertige Gestaltung und Ausstattung. Jedes Gedicht ist handgeschrieben von Hubert Klöpfer und wird in faksimilierter Abschrift präsentiert. Damit setzt Hubert Klöpfer die Tradition des handschriftlichen Gedichtekalenders des renommierten Freiburger Buchhändlers Thomas Bader fort.

Neu: Die einzelnen Gedichte haben „Patinnen und Paten“, sie wurden von namhaften Literaturfachleuten, darunter unter anderem Matthias Politycki, Rainer Moritz, Thea Dorn und Denis Scheck, vorgeschlagen.

Weitere Informationen auf der Verlagsseite: https://www.kroener-verlag.de/details/product/gedichtekalender-2022/

Pressestimmen:

„Berührende Gedichte, in eine illustrative Handschrift gekleidet, die den stillen Glanz erlesener Sprachgeschmeide zum Leuchten bringt.“
Helmut Benze in der Rubrik „Benzes Besonderes Buch“, Buchmarkt 11/2021

„Wer aber einen Kalender sucht, der das Formale und die Schönheit des Abdrucks schätzt, dem sei der Kalender aus dem Kröner Verlag ans lyrische Herz gelegt, gestaltet von Hubert Klöpfer.“ – Matthias Ehlers, WDR

„Diese schöne Schreibschrift ist das Nonplusultra in diesem Kalender.“
Karsten Koblo, Blog „aus-erlesen“

„Ein weiterer Pluspunkt ist, dass bei der Auswahl der Gedichte auch auf Beiträge von Lyrikerinnen Wert gelegt worden ist: Neben der bereits erwähnten Emily Dickinson überrascht zum Beispiel die unbekannte Stimme barbara laskowski mit ihrem minimalistischen Gedicht von 2021, ohne Titel, das bisher noch nicht veröffentlicht worden ist.“
Sarah Teicher bei „booknerds“.

„Es ist ein besonderer Kalender, eine erlesene Sammlung für Freundinnen und Freunde
ausgewählter Poesie – und einer ausgeprägten Handschrift. Ein wirkliches Schmuckstück.“
Sabine Kaufmann, „Musenblätter“

„In gewohnt qualitätsvoller Gestaltung und Ausstattung.“
Ingeborg Jaiser, Titel Kulturmagazin

„Schön dabei ist nicht nur die Schrift; Klöpfer wechselt zwischen zeitgenössischen Dichtern wie Walle Sayer, Robert Gernhardt, Kurt Marti und Christoph Meckel und „alten Größen“ wie Goethe, Sappho oder Emily Dickinson.“ Harald Schwiers, Kunstportal Baden-Württemberg

„Haptik und Optik werden bei diesem fein gestalteten Wandschmuck in schlichter Eleganz dem Inhalt gerecht.“ – Michael Borrasch, Schwäbische Zeitung

„Hubert Klöpfer verleiht der Poesie kalligraphisch das Antlitz, das sie verdient.“ – Barbara Weitzel, Welt am Sonntag kompakt

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Alfred Kröner Verlag.

KRÖNER VERLAG: Bernd Storz – Sommergespräche

Jedes einzelne Wort
eine Hieroglyphe.

Letter für Letter entziffert
und wieder
chiffriert.

Aus den Zwischenräumen
antwortet
das Ungesagte.

Bernd Storz

Am Anfang war das Staunen – oder das Entsetzen. Das Staunen hat mit erlebtem und wahrgenom­menem Glück, Lebensglück – und das Entset­zen mit Desaster, Elend, Gewalt und Ohnmacht zu tun. Beides zusammen macht den ›Stoff‹, den ›Gehalt‹ der Gedichte von Bernd Storz aus – und die wiederum beziehen Position, freuen sich am Geglückten und wehren sich gegen die Banalität des nur faktisch Gegebenen.

Seit vier Jahrzehnten schreibt der Autor Bernd Storz auch Gedichte, veröffentlicht in Anthologien, Zeitschriften und kleinen bibliophilen Ausga­ben. Dieser jetzt von ihm selbst komponierte Band Sommergespräche sammelt eine Auswahl »Gedichte mit Bestand« wieder ein – und bringt sie gleichsam als Essenz seiner Dichterexistenz aufs Neue heraus. Eine Entdeckung.

Bernd Storz, 1951 in Ravensburg geboren, Dipl. Pädagoge, Hochschuldozent, lebt in Reutlingen. Zahlreiche Essays, Rezensionen und journalistische Arbeiten zur zeitgenössischen Kunst. Autor zahl­reicher Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und auch Kriminalromane. Mitglied im VS und »Syn­dikat«. Lyrikproben von ihm erschienen in Antho­logien und Literaturzeitschriften, zuletzt, 2020, im »Mauerlaeufer«.

http://www.bernd-storz.de/

Informationen zum Buch:
https://www.kroener-verlag.de/details/product/sommergespraeche/

Pressestimmen:
„Diskret feiert der Dichter das Leben, die „kleinen Glückinseln“ und vergisst weder die Schönheit noch die Zerbrechlichkeit des Guten, die wir erfahren dürfen.“
Dr. Thorsten Paprotny bei literaturkritik.de

„Ein schönes Werk, darin Geschichten, die sich in fünf Sekunden lesen lassen und doch breitwandige Bilder im Kopf entstehen lassen.“
Klaus Stopper, Schwarzwälder Bote, 26. Oktober 2021

„Eine berührende Entdeckungsreise.“
Bernhard Haage, Schwäbisches Tagblatt, 7. November 2021

„Der Leser staunt. Fühlt sich nicht nur angesprochen, sondern in ein Gespräch mit dem Autor vertieft und legt den Band nach dem letzten Gedicht erfüllt und bereichert – nicht zu weit weg.“ – Martin Meyer, Schriftsteller

Bernd Storz mit „Sommergespräche“ bei Freies Radio Wüste Welle

Einige Gedichte aus dem Band bei kunstkulturliteratur.com

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.