Ein außergewöhnliches publizistisch-ästhetisches Projekt bilden Frank Olberts Essay «Das verschwundene Viertel» und Agnieszka Lessmanns Gedichtband «Schieferbruchverse»: Die beiden Titel nähern sich der Historie des Kölner Jüdischen Viertels. Sie eröffnen Perspektiven auf Geschichte, die in unsere Gegenwart hineinragen, und begleiten publizistisch die bald zu erwartende Eröffnung des Jüdischen Museums MiQua in Köln.
Zwei Perspektiven auf das jüdische Köln
In der Bartholomäusnacht 1349 ging das Jüdische Viertel Kölns in Flammen auf. Die damals starben, empfanden sich als Kölnerinnen und Kölner, sie wurden Köbchen und Jutta gerufen, ihre Vorfahren lebten teilweise seit Generationen in der Stadt. Wie kam es, dass der von Erzbischof und Stadt verbriefte Schutz an diesem Augusttag versagte?
Davon erzählt Frank Olbert in seinem Essay «Das verschwundene Viertel». Er stellt dabei Bezüge zum aschkenasischen Judentum und zu seinen rheinischen Zentren her: Eine Geschichte, die von der Ersterwähnung der Kölner Juden im Jahr 321 bis zur Ausgrabung des mittelalterlichen Viertels und zum Bau des Museums MiQua reicht.
Frank Olberts Essay korrespondiert mit Agnieszka Lessmanns Gedichtband «Schieferbruchverse». Lessmann erzählt in ihren Gedichten von zwei parallelen Erkundungen: der archäologischen Ausgrabung des mittelalterlichen Jüdischen Viertels in Köln und von der Suche der Autorin nach der Bedeutung ihrer jüdischen Herkunft.
Tastend, die Bedeutungs- und Zeitschichten der Sprache abklopfend, spürt sie der Resonanz nach, die historische Dokumente, archäologische Funde und abgebrochene Erzählungen in ihr hinterlassen. Von der Ballade bis zum Sprachspiel, von der Fundpoesie bis zum narrativen Langgedicht: Vielstimmig komponiert, spiegelt der Band die Vielfalt jüdischen Lebens durch die Jahrhunderte. In diese behutsame Annäherung prallt der 7. Oktober 2023 und zwingt die Autorin, eine neue Sprache für eine bisher unbekannte Identität zu finden.
Bereits im Gans Verlag erschienen ist von Agnieszka Lessmann der vielgelobte Debütroman «Aga», der ebenfalls die Thematik jüdischer Identität und jüdischen Lebens in Deutschland aufgreift.
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Zu den Autoren
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Frank Olbert wurde in Köln geboren. Er arbeitete als Kulturjournalist für die FAZ und die ARD. Seit 1995 war er Redakteur beim Kölner Stadt-Anzeiger, zuletzt als Feuilletonchef. Buchveröffentlichungen u. a. in „Anno 321. Jüdisches Leben in Deutschland“.
Agnieszka Lessmann, aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, lebt als freie Schriftstellerin in Köln. Sie ist Autorin von acht Hörspielen. Ihr erster Lyrikband „Fluchtzustand“ erschien 2020, ihr Romandebüt „Aga“ 2025. Der Gedichtband „Schieferbruchverse“ wurde mit einem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds gefördert.
Bibliographische Angaben
Bibliographische Angaben zu den Titeln
Das verschwundene Viertel
- Autor: Frank Olbert
- Genre: Essay
- Ausstattung: Hardcover mit Fadenbindung, 224 Seiten
- Verlag: GANS VERLAG
- ISBN: 978-3-946392-82-2
- Preis: 19,00 €
- Direktlink zum Buch: Das verschwundene Viertel im Gans Verlag Shop
Schieferbruchverse
- Autorin: Agnieszka Lessmann
- Genre: Gedichte
- Verlag: GANS VERLAG
- ISBN: 978-3-946392-81-1
- Preis: 19,00 €
- Direktlink zum Buch: Schieferbruchverse im Gans Verlag Shop
Verlag
Gans Verlag
Ulrich Leinz
Heinrich-Heine-Str. 36
10179 Berlin
Telefon: +49 – 179 – 130 52 79
Email: gansverlag@gansverlag.de
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