Nach Die andere Stadt (2025) und Passagen unter Glas (2026) erscheint nun der dritte Band aus Michal Ajvaz’ literarischem Gesamtwerk in deutscher Übersetzung durch Veronika Siska im Allee Verlag. Das Frühwerk ist der ideale Einstieg in die Gedankenwelt des tschechischen Kultautors: imaginationsstark, eigenwillig und voller Anspielungen, die in ein Labyrinth des Phantastischen entführen.
Der Doppelband umfasst das Lyrik- und das Prosadebut des tschechischen Kultautors Michal Ajvaz: Die Gedichte Mord im Hotel Intercontinental (1989) und die Erzählungen Die Rückkehr des alten Waran (1991) lassen in surreale Welten eintauchen.
Kaum in der Luft, setzt ein literaturkundiges Känguru während eines gemeinsamen Schanzensprungs zum Totalverriss jenes Autors an, mit dem es durch die Eislandschaft fliegt. Aber: Es könnte auch eine Muschel, ein Waran, ein kleiner Elefant, ein Quastenflosser oder ein Seepferdchen sein, das ihn zum Duell ganz eigener Art herausfordert.
Bereits in diesen frühen Gedichten und Erzählungen gedeiht der „feine Keim des Wahnsinns“ wie nirgends sonst – in einem gedankensatten und sinneshungrigen Prag, wo der „leise Wellenschlag der Sprache“ brandet.
Es spricht dabei alles, was sonst stumm bleibt, und nimmt uns mit auf eine Reise in die ungehörten Melodien und Kontrapunkte der Wirklichkeit. Wir werden Zeugen der „Geburt des Unbekannten“ zu einer Zeit, als der Autor „lernte, der Welt stille Sprache zu verstehen“.
Bibliographische Angaben:

Michal Ajvaz
Die Rückkehr des alten Waran | Mord im Hotel Intercontinental
Erzählungen und Lyrik
Aus dem Tschechischen von Veronika Siska
ca. 180 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
22,1 × 14,2 cm | € 27,00 [D] | € 27,90 [A]
ISBN 978-3-911524-01-8 | Auch als E-Book erhältlich
Erscheinungstermin: 15. September 2026
Zum Autor:

Michal Ajvaz (*1949 in Prag) studierte Tschechisch und Ästhetik an der Karls-Universität Prag und promovierte über Richard Weiner und Karel Čapek. Während des kommunistischen Regimes lebte er in „innerer Emigration“ und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er 1994 freier Autor wurde. Seit 2003 ist er zudem als Wissenschaftler am Zentrum für theoretische Studien der Akademie der Wissenschaften und der Karls-Universität tätig. Seine Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays und philosophischen Studien sind in 24 Sprachen übersetzt.
Auszeichnungen:
Tschechischer Staatspreis für Literatur (2020)
Prix Utopiales (2015)
Magnesia-Litera-Preis (2012)
Jaroslav-Seifert-Preis (2005)
Bild: David Konecny
Zur Übersetzerin:
Veronika Siska (*1976) studierte französische Sprache und Kultur an der Sorbonne in Paris, anschließend Neuere deutsche Literatur und Slawistik in München und Prag. Sie war viele Jahre in der Redaktion des Biographischen Lexikons zur Geschichte der böhmischen Länder tätig. Seit 2000 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin und Lektorin. Als Kulturvermittlerin organisiert sie seit 2022 Lesereihen. 2024 gründete sie den Allee Verlag für europäische Literatur in deutscher Übersetzung.
Der Allee Verlag
Der 2024 gegründete Allee Verlag in München veröffentlicht literarische Stimmen aus ganz Europa, deren Sprachen und Perspektiven im deutschsprachigen Raum unterrepräsentiert sind. Er steht für Bücher, die kulturelle Vielfalt erfahrbar machen, vermeintliche Ränder ins Zentrum rücken und literarische Grenzen ausloten.
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