Sascha Kokots Lyrik ist höchst eigenständig und vertraut ganz der Wahrnehmung, den Gedanken und Bildern. Leise und ruhig spinnen diese Gedichte ihre Netze mit einer wunderschönen Genauigkeit, sie sind so durchscheinend, dass man, wenn man durch sie hindurchschaut, meint, nichts als Tiefe zu erkennen.
Martina Hefter
Sascha Kokots “Geisternetze” verweben die vergeblichen und glückenden Versuche, ein neues Leben entstehen zu lassen, mit der uns allen verbindenden Erfahrung von Verlust und Vergänglichkeit. Die Gedichte widmen sich ehrlich und enttabuisierend dem Kinderwunsch eines Paares, der es zu den Herausforderungen der modernen Reproduktionsmedizin führt.

Wir begleiten das lyrische Ich bei seinen medizinischen und gedanklichen Schritten. Wir begegnen den Zweifeln und Sorgen, die auf dem Weg zu einer Vaterschaft liegen. Wir können mitverfolgen, wie Hoffnung entsteht, mit Verlust umgegangen werden muss und neue Kraft für einen letzten Versuch geschöpft wird.
Daraus erwächst ein Motiv, ein lyrisches Interesse, das auch die restlichen Gedichte bevölkert: Wo im Leben begegnen wir unweigerlich Verlusten, an was halten wir fest und was müssen wir loslassen? Sascha Kokot zeigt uns einen poetischen Umgang. “Geisternetze” führt uns dazu von den Erinnerungen an eine große Liebe, ihren Anfang und ihr allmähliches Ende hin zu der vielleicht größten Vergänglichkeit, die zum Leben gehört: dem Tod derer, die uns prägen, die wir lieben, zu unserer eigenen Sterblichkeit.
Autor

Sascha Kokot, 1982 in der Altmark geboren und aufgewachsen, lebt als freier Autor und Fotograf in Leipzig. Nach einer Lehre als Informatiker in Hamburg und einem längeren Aufenthalt in Australien studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, veröffentlichte in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.
»Geisternetze« beim Gans Verlag ist sein dritter Lyrikband. Die beiden Gedichtbände »Ferner« (2017) und »Rodung« (2013) sind in der edition AZUR erschienen.
Bild: Enrico Meyer
Bibliographische Angaben
Sascha Kokot
Geisternetze
Lyrik
Gans Verlag, Berlin
ET: 18.02.2026
Hardcover, 92 Seiten, 18 x 13 cm, 20,00 €
ISBN: 978-3-946392-72-9
Rezensionen
Online & Blogs:
„Die Gedichte wirken wie Erkundungen innerer Erfahrungsräume, in denen Verletzlichkeit und Geborgenheit eng beieinanderliegen.“ – Carola Quint, Lesen mit Carola
„Man merkt, wie dieser poetische Ton hilft, das kaum Benennbare dennoch in Worte zu fassen, es geradezu in die Hände zu nehmen und mit einer Aufmerksamkeit zu betrachten, die die Poesie unserer Welt erst sichtbar macht.“ – Ralf Julke, Leipziger Zeitung
„Kokots Gedichte (…) vertrauen auf Genauigkeit, auf die Kraft der Beobachtung und auf eine Sprache, die sich nicht aufdrängt.“ – Michael Fiedler, lesering.de
„Kokot zeigt die unsichtbaren „Geisternetze“, die unser Leben durchdringen, zart, zerbrechlich und voller Schmerz und Schönheit.“ – Dano Senger, Lust auf Literatur
Leseprobe & Downloads
wir schreiben ein neues Leben
grob eingezeichnet in den Kalender
mehr Bleistift als Hand und Fuß
muss es sich noch festbeißen
in dir in mir was wir uns geben
wächst im Labor unter einem
Embryoskop sehen wir uns
immer wieder teilen und mehren
die Sorge keimen und etwas
noch ohne Struktur lässt nicht
mehr von uns ab umhüllt
die Hälfte von dir und mir
und liegt so groß vor uns
Verlag
Gans Verlag
Ulrich Leinz
Heinrich-Heine-Straße 36
10179 Berlin
Telefon:
0 179 – 130 52 79
E-Mail: gansverlag@gansverlag.de
https://www.gansverlag.de/
*Im Rahmen meiner Arbeit – PR für Verlage
