Der Roman Kasalé, im Original 2003 erschienen, ist das Produkt einer spirituellen Suche der Autorin nach ihren Wurzeln. Kettly Mars, die sich bereits als Lyrikerin einen Namen gemacht hatte, etablierte sich damit auch als Erzählerin.
In dem kleinen Dorf Kasalé bewahrt Antoinette, genannt Gran’n, Großmutter, die althergebrachten Praktiken und Riten. Um sie herum andere, jüngere Frauen: Nativita, Altagrâce, Esther und vor allem Sophonie, die „auf dem Höhepunkt des Regenschauers in andere Umstände fiel“. Antoinette hat in ihr diejenige erkannt, die ihr nachfolgen soll, aber Sophonie zögert und begreift auch erst nach und nach, was es mit dem Kind auf sich hat, das sie erwartet.
Antoinette fühlt ihr Ende nahen, aber bevor sie „nach Guinea heimkehrt“, muss das vom Sturm zerstörte Haus der Mysterien, der Geister der Voodoo, wieder aufgebaut werden. Das Projekt droht die Gemeinschaft zu entzweien, denn viele Bewohner haben sich von den Mysterien abgewendet.
Kettly Mars‘ erster Roman erzählt in der Tradition des magischen Realismus von der Welt des ländlichen Haiti, seinen Traditionen, von der tragenden Rolle, die Frauen darin spielen, und von den Konflikten mit der vermeintlich modernen Welt. Er liegt nun erstmals in deutscher Sprache vor.

Kettly Mars
Kasalé
Aus dem Französischen von Ingeborg Schmutte
Litradukt
Erscheinungstermin: 14. April 2024
Rezensionen
„Bei Kettly Mars verdichten sich metaphorische Sinnlichkeit und magischer Animismus zu einer poetisch aufgeladenen Romanwirklichkeit.“ – Cornelius Wüllenkemper, FAZ, 29.4.2024
Victoria Eglau empfiehlt Kasalé in ihrer Buchkritik beim Studio 9 beim Deutschlandfunk Kultur wärmstens.
„Wer sich für realistische Schilderungen zu begeistern mag und auch vor ein bisschen Magie nicht zurückschreckt, ist mit diesem Roman gut bedient. Er macht Lust auf mehr. Auf mehr von Kettly Mars und auf mehr aus Haïti.“ – Paul Hübscher, litteratur.ch
„Ein Roman, der uns verführt. Voller Sinnbilder und beschriebener Naturelemente tauchen wir ein in eine für uns exotische Welt. Eine fließende Welt, die das Althergebrachte und die aufkommende Moderne auf Haiti beschreibt.“ – Buchhändler Hauke Harder, der Kasalé auch im Video vorstellt
„Die Geschichte ist fesselnd und bringt uns eine fremde, aber faszinierende Kultur näher. Dieser Roman ist eine spannende und lehrreiche Lektüre, die den Leser in eine andere Welt eintauchen lässt.“ – Manuela Hahn, Lesenswertes aus dem Bücherhaus
Eine Besprechung des Romans bei „Latizón TV – Fernsehen über Lateinamerika“
Autorin

Kettly Mars, geboren 1958 in Port-au-Prince, kann als eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen Haitis gelten. Ab den Neunzigerjahren wurde sie als Lyrikerin bekannt, später, durch Kasalé (2003) auch als Romanautorin. L’heure hybride (2005, dt. Die zwielichtige Stunde, Litradukt 2020) bedeutete ihren internationalen Durchbruch. Bei Litradukt erschienen außerdem Fado (2010), Wilde Zeiten (2012), Vor dem Verdursten (2013) und Der Engel des Patriarchen (2019).
Kettly Mars erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den niederländischen Prins-Claus-Preis und war mehrfach auf der Litprom-Bestenliste Weltempfänger vertreten.
Bild: Georges Seguin-Okki
Bibliographische Angaben
Kettly Mars
Kasalé
Aus dem Französischen von Ingeborg Schmutte
Softcover, 211 Seiten
18,00 Euro
Litradukt Verlag, Trier
ISBN 978-3-940435-48-4
Erscheinungstermin: 15. April 2024
Verlag
Litradukt
Literatureditionen Manuela Zeilinger-Trier
Christian-Eberle-Straße 4a
54295 Trier
Tel.: +49 (0)651 99168588
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