ACHIM STEGMÜLLER: Der Prozess der Modernisierung

Virtuos verbindet dieser Roman die Bauernaufstände vor 500 Jahren mit Machtkämpfen an einer Universität in Kyoto in der Gegenwart – erzählt wie ein brueghelsches Wimmelbild.

Erleichterung spürt die Hauptfigur, Deutschlehrer an einer Privatuniversität in Kyoto: Die Studenten sind verabschiedet, die Semesterferien können beginnen. Da steht Professor Kobayashi vor ihm, hat Großes vor – und einen Auftrag: Ein kunsthistorisches Symposium zum 500. Jubiläum des deutschen Bauernkriegs gemeinsam vorzubereiten.

Der junge Lehrer fühlt sich überfallen und stürzt sich doch voller Enthusiasmus in die Arbeit. Er reist mit dem Professor nach Deutschland zur Recherche. Dort angekommen, ist Kobayashi wie ausgewechselt, der Zweck der Reise scheint ihn nicht mehr zu interessieren. Der Ich-Erzähler gerät zunehmend in einen Strudel aus Kobayashis Enthüllungen, historischen Spiegelungen und persönlichen Konflikten.

Zurück in Kyoto tobt an der Universität ein Kampf um akademische Positionen und Fördergelder. Alles scheint alles verloren. Da zeigt sich aus einer anderen Richtung Rettung – und Liebe. Stegmüller entwirft in seinem Roman ein weites Panorama, das von Loyalitätskonflikten, unerfüllten Sehnsüchten, Scheitern und einem Funken Hoffnung erzählt.

Achim Stegmüller
Rezensionen

Jörg Schieke stellt den Roman in der MDR-Sendung „Unter Büchern“ vor

„Der Prozess der Modernisierung ist ein Roman, der sich ebenso wie sein Titel einer eindeutigen Kategorisierung entzieht. Mit Schauplätzen in Japan wie auch in Deutschland, einer Handlung in der Gegenwart, die der Zeit vor 500 Jahren nachspürt und einem durch die Gedanken und Historie flanierenden Erzähler gelingt ihm ein interessantes Stück Literatur das (…) einen ganz eigenen Rhythmus und Ton entfaltet und damit besticht.“ – Marius Müller, Buch-Haltung

„Unaufgeregt versetzt der Autor seine Leserschaft in die Lebenswelt eines Menschen, der nach und nach realisiert, dass er unterdrückt wird.“ – Ronny Thon, zugetextet.com

Ronny Thon von zugetextet.com führte zudem ein ausführliches Interview mit Achim Stegmüller zu seinem Roman: „Brückenbauer zwischen den Kulturen“. Dazu veröffentlichte das Magazin auch ein Autorenprofil.

Autor

Achim Stegmüller lebt in Kyoto und arbeitet dort an einer Universität als Lektor für Deutsch. Es bereitete ihm diebische Freude, den Universitätsalltag mit seinen Konflikten und die deutschen Bauernkriege in diesem Roman zu verweben. Um die Jahrtausendwende studierte Stegmüller am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, dann Japanologie in Tübingen. Seit Anfang des Jahrtausends veröffentlicht er stetig Prosa und Gedichte, erhielt zahlreiche Stipendien und Preise.

Verlag
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