KRÖNER VERLAG: Eimar O’Duffy – Esel im Klee

»Es gibt drei hassenswerte Dinge auf der Welt, zwei, die das Blut zum Erkalten bringen, und eines, das es zum Kochen bringt: das Zischen einer Schlange, das Fauchen eines Tasmanischen Teufels und das Lächeln eines Bankiers.«

Nach King Goshawk und die Vögel (2019) erschien 2020 mit Esel im Klee die Fortsetzung von Eimar O’Duffys »atemberaubender Satire« (Annemarie Stoltenberg im NDR).

Es läutet zum letzten Gefecht: der Halbgott Cuanduine, im ersten Teil eigens gezeugt, um die Singvögel – und die Welt – aus den Klauen des Goshawk zu befreien, gegen ebenjenen Goshawk, den reichsten Mann der Welt, angetre­ten, um sich die Welt einzuverleiben. Doch eigentlich möchte Cuanduine nach den Abenteuern des ersten Teils zunächst einmal nichts als seine Ruhe haben – zumal er sich alsbald heftig verliebt. Aber noch sitzen die Vögel in ihren Käfigen. Und so erinnert ihn die irische Kriegsgöttin Badb an seine Pflichten. Dabei gibt sie Cuanduine eine Menge gute Ratschläge mit auf den Weg, doch leider sind diese wie so oft unergründlich. Liegt es daran, dass die Dinge sich ganz anders entwickeln als erwartet, oder ist die Menschheit vielleicht einfach zu dumm, um gerettet zu werden?

Vor den Erfahrungen von großen Menschheitskrisen, des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise, schrieb Eimar O’Duffy 1931 diesen fulminanten Roman, der urkomisch, verblüffend aktuell und ein selten exquisiter Lesegenuss ist.

Eimar Ultan O’Duffy (1893–1935) wurde in Dub­lin geboren und studierte dort und in Lancashire. Zunächst Mitstreiter, dann Kritiker der irischen Un­abhängigkeitsbewegung, torpedierte er die Pläne für den Osteraufstand von 1916, indem er dem Chef der Irish Volunteers, der gegen jede gewaltsame Intervention war, verriet, dass er für die darauffolgende Woche geplant sei, woraufhin alle Aktionen der Volunteers ab­gesagt wurden. 1925 ging O’Duffy nach England. Als Mann zwischen allen Stühlen starb er 1935 in einem Vorort von London.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Eimar O’Duffy
Esel im Klee
Roman. Aus dem Englischen von Gabriele Haefs
2020, 340 Seiten, Halbleinenband € (D) 24,–
ISBN: 978 3 520 60801 7
Erscheint am 15. Oktober 2020
www.kroener-verlag.de

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.

KRÖNER VERLAG: Máirtín Ó Cadhain – Die Asche des Tages

Jeder kennt diese Situation: Man schiebt etwas so lange vor sich her, bis es fast unmöglich erscheint, es noch in Angriff zu nehmen. Wenn es sich aber um die Beerdigung der eigenen Frau handelt, wird die Sache doch irgendwann brenzlig. So geht es N., der gerade seine Frau verloren hat und sich nun um die Beerdigung kümmern müsste, aber statt dessen irrt er verloren durch Dublin, während die Menschen um ihn herum ihren Verrichtungen nachgehen, als wäre nichts geschehen. Und indem die Zeit verstreicht, wird es immer unmöglicher, nach Hause zurückzukehren, wo zu allem Überfluss noch die bösen Schwestern seiner Frau lauern. Das letzte Meisterwerk des irischen Kultautors: komisch, skurril, sprachmächtig, tieftraurig und ohne jede Pathetik. Deutsch von Gabriele Haefs.

Ó Cadhains Hauptwerk Grabgeflüster, »ein fulminant eigensinniger« Roman und ein »Meisterstück der literarischen Moderne« (FAZ), ist neben der Bibel das einzige Buch, das wirklich in jedem irischen Haushalt zu finden ist.

Máirtín Ó Cadhain gilt als wichtigster irischer Autor des 20. Jahrhunderts und Erneuerer der irischsprachigen Literatur. 1906 westlich von Galway geboren, hat er bis zu seinem 6. Lebensjahr kein Wort Englisch gehört. Ó Cadhain war zunächst Lehrer, engagierte sich dann in der IRA, war 1940–44 interniert und kehrte schließlich der IRA den Rücken. In Dublin arbeitete er als Übersetzer und Professor für Literatur. Im Trinity College in Dublin ist ein Lesesaal nach ihm benannt.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Verlagsinformationen zum Buch: Die Asche des Tages

Stimmen zum Buch:

„Eine skurrile und sprachgewaltige Satire.“ – Ellen Kipple, ekz

„Von den vor allem seelischen und gedanklichen Irrungen und Wirrungen des N. erzählt Máirtín Ó Cadhain in sich umeinander drehenden, gleichsam in den eigenen Schwanz beißenden Sätzen, in einer prallen, hinterlistig doppelbödigen, auch gern mal derben Sprache.“ – Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

„Es ist ein großes Verdienst des Verlags, diesen außerhalb Irlands wenig bekannten irischen
Autor in sehr gelungenen Übersetzungen von Gabriele Haefs einem breiten, deutschsprachigen Publikum nahezubringen.“ – Joachim Schwend, Kreuzer Leipzig

„Ein wunderbarer Roman voller tragischer Komik, Melancholie und Menschlichkeit.“ – Jörg Liesegang, Horatio Bücher

„Ein herrlich kauziger Roman.“ – Martin Oehlen, Bücheratlas

„Was den mit hundertfünfzig Seiten recht schmalen Roman so lesenswert macht, ist die gesunde Mischung aus rabenschwarzem Humor und bitterer Melancholie.“ – Stefan Härtel, Bookster HRO

„Máirtín Ó Cadhain reiht sich mit dieser feinen Wiederentdeckung und Übersetzung von Gabriele Haefs in die Kultwerke (z.B. Flann O’Brien in der Übersetzung von Harry Rowohlt) der irischen Literatur ein. Also, gerne alles aufschieben und Máirtín Ó Cadhain lesen!“
Hauke Harder, leseschatz, der das Buch auch bei seinen 12 Indiebook-Tips für 2020 aufnahm

„Máirtín Ó Cadhain entfaltet eine kafkaeske Gedankenwelt in einer tragikomischen Umgebung.“ – Dieter Wunderlich

„Cadhain versteht es meisterhaft, die Verzweiflung, den zunehmenden Realitätsverlust, die Suche, den Strudel der Gedanken, die Sehnsucht nach Flucht, auch aus der Verant-wortung, das Greifen nach jedem Strohhalm Ns. darzustellen. Eingebettet in die Besonderheiten Irlands, das nicht nur Kulisse ist. Und zu denen auch die Nähe von Tragik und Komik gehört.“ – Petra Lohrmann, „Gute Literatur – Meine Empfehlung“

„Die persönliche Tragikomödie eines ewigen Prokrastinierers. Máirtín Ó Cadhain nimmt uns tief mit in die Gedankenwelt des Witwers N., der an den Umständen, seiner eigenen Entscheidungsschwäche und nicht zuletzt an seiner Trauer verzweifelt. Dabei versteht es Ó Cadhain in typisch irischer Manier, immer wieder den absurden Humor aus tieftraurigen Situationen zu kitzeln.“ – Schriftstellerin Ellen Dunne bei den „Irlandnews“

„Ein philosophisches und tiefgründiges Buch, dem man seine 50 Jahre auf dem Buckel nicht anmerkt. Ein ungewöhnliches Thema und eine immer noch zeitlos, modern wirkende Stilistik, die an Bewusstseinsstrom bzw. „Stream of Consciousness“ erinnert.“ – Barbara Pfeiffer bei Kulturbowle

„Sprachgewaltig, deftig, aber immer unprätentiös, lässt Màirtìn Ò Cadhain uns an N.`s Odyssee durch Dublin teilhaben.Sein intensiver und stark verdichteter Roman ist prall gefüllt mit dem purem Leben. Versagen, Schuld, Enttäuschung, Lebenswille und Hoffnung, die ganz großen Themen werden hier verhandelt und liegen, wild vermischt, dicht beieinander.“ – Horatio in einem Gastbeitrag bei rezensionsnerdista

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag

KRÖNER VERLAG: Eimar O’Duffy – King Goshawk und die Vögel

»Hast du jenen Abend vor langer Zeit in meines Vaters Garten vergessen, als wir Hand in Hand dem Lied der Nachtigallen lauschten? Und als ich sagte: ›Welch trauriger Gedanke, dass überall auf der Welt so viele Vögel singen, die ich niemals hören werde.‹ Und als du antwortetest: ›Geliebte, wenn ich erst meine Herrschaft angetreten habe, werden dir alle Singvögel auf der ganzen Welt gehören.‹«

Ein Mann ein Wort – King Goshawk hat Guzzelinda alle Singvögel der Welt versprochen, und die soll sie auch bekommen. Warum er das kann? Weil der der reichste Mann der Welt ist. Wer fortan ein Vögelchen singen hören will, muss dafür bezahlen. Nur einem geht das gründlich gegen den Strich, und der, da von den Menschen keine Hilfe zu erwarten ist, ruft einen sagenhaften irischen Krieger herbei, der antritt, um die Singvögel – und die Welt – zu retten.

So beginnt Eimar O’Duffys sprachmächtige, wütende Satire auf eine Welt, die uns immer bedenklicher bekannt vorkommt, je weiter der Roman voranschreitet. Dass dieser Roman schon 1926 veröffentlicht wurde, ist kaum zu glauben. Dass er erst jetzt wiederentdeckt und auch erstmals ins Deutsche übersetzt wurde, dagegen schon, denn O’Duffy war seiner Zeit so deutlich voraus, dass es fast wirkt, als hätte er hellsehen können. Wiederentdeckt und kongenial übersetzt von Gabriele Haefs.

Douglas Adams lässt grüßen
Bezeichnet wird das Werk als Missing Link zwischen Jonathan Swift und Flann O’Brien (Auf
Schwimmen-zwei-Vögel) – warum hier der Name Douglas Adams nicht fällt? Tatsächlich erinnert King Goshawk immer wieder so stark an Per Anhalter durch die Galaxis, dass alle, die noch immer sehnsüchtig einer Fortsetzung nachtrauern, sich hier über einen Ahnherrn freuen dürfen. Köstliche Unterhaltung ist in jedem Fall garantiert.

Eimar Ultan O’Duffy (1893–1935) wurde in Dublin geboren und studierte dort und in Lancashire. Zunächst Mitstreiter, dann Kritiker der irischen Unabhängigkeitsbewegung,
torpedierte er die Pläne für den Osteraufstand von 1916, indem er dem Chef der Irish Volunteers, der gegen jede gewaltsame Intervention war, verriet, dass er für die darauffolgende Woche geplant sei, woraufhin alle Aktionen der Volunteers abgesagt wurden. 1925 ging O’Duffy nach England. Als Mann zwischen allen Stühlen starb er 1935 in einem Vorort von London.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Informationen zum Buch:

Eimar O‘ Duffy
King Goshawk und die Vögel
Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 2019

Stimmen zum Buch:

„Eine sensationell hellsichtige, kühne, sprachgewaltige, wildkomische und bitterböse Gesellschaftssatire.“ – Gitta List, Magazin Schnüss

„Mit diesem Roman gelingt es dem Kröner-Verlag erneut, in Deutschland eher unbekannte irische Autoren vorzustellen, deren Werke ein Lesegenuss sind und die uns zum Nachdenken anregen.“ – Joachim Schwend, Kreuzer Leipzig

„Bigotterie, Propaganda, Politiklügner, Kriegstreiber – staunenswert aktuell ist dieser gallige Roman des irischen Außenseiters.“ – Alexander Kluy, Buchkultur

„Dieser Roman ist durch und durch politisch und extrem provokant. Satirisch? Keine Frage und irgendwie auch verbittert, vielleicht auch desillusioniert.“ – Petra Kuhn, Petras Bücherapotheke

„O’Duffy war nicht nur ein visionärer Sozialkritiker, sondern auch als Schriftsteller seiner Zeit weit voraus.“ – Stefan Härter, Bookster HRO

„Selten hatte ich ein so gutes Buch in der Hand! Der Sprache merkt man die 100 Jahre an, die das Buch alt ist, doch ich liebe die Poesie und den Anspruch. Die Sätze sind lang und kompliziert, es ist wohl ein Buch, das man nicht so nebenbei weglesen kann, jeder Satz will beachtet werden. Eimar O’Duffy schreibt intelligent, philosophisch, bissig, satirisch.“ – Julia Moldenhauer, ausgebucht

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.