Zum 90. Jahrestag der Bücherverbrennung kam in einer prächtigen Neuauflage "Die verbrannten Dichter" von Jürgen Serke wieder heraus. Wie kein anderer hat der Autor dazu beigetragen, die Literatur der Weimarer Republik wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Mike Johansen – ein wiederentdeckter Autor ukrainischer Literatur
Mike Johansen darf als einer der begabtesten Vertreter der "erschossenen Wiedergeburt" gelten, eine Generation ukrainischer Intellektueller, die dem Stalin-Terror zum Opfer fielen. Sein wichtigster Roman zeigt, wie eng verbunden er sich kulturell mit Westeuropa fühlte.
Robert Reuland: Brooklyn Supreme
Die eigentliche Hauptrolle in diesem intelligent konstruierten Roman spielt die Stadt: "Brooklyn Supreme" von Robert Reuland evoziert Kinobilder.
Im Schatten des Lebensborn – „Die Verwandelten“ von Ulrike Draesner
Ulrike Draesner gibt in ihrem neuen Roman "Die Verwandelten" den Frauen, die im Krieg und auf der Flucht Gewalt erfuhren und erfahren, eine Stimme. Ein beeindruckender Roman, der allerdings auch einiges voraussetzt - insbesondere ein Einlassen auf den spezifischen Stil der Autorin.
Nachtigallentage von Sabine Schiffner und eine Leiche im Keller
Die Nachtigall singt für die Liebenden: Doch die Protagonistin in diesem Roman hat zwar Vögel im Garten, aber vor allem eine Männerleiche im Keller. "Nachtigallentage" von Sabine Schiffner ist ein poetisches Lesevergnügen mit einer äußerst sympathischen, traumverlorenen Hauptfigur.
Alice Grünfelder: Jahrhundertsommer
„Jahrhundertsommer“: Ein Dorfroman, ein Anti-Heimat-Roman, vor allem aber auch ein Gesellschaftsroman. Alice Grünfelder schreibt über eine Familie auf der Schwäbischen Alb, die sich gegen Armut, soziale Ächtung und das Schicksal an sich stemmt.
Herzergreifende Einsamkeit: „Seht mich an“ von Anita Brookner
1983 veröffentlichte Anita Brookner den Roman "Seht mich an", der nun in deutscher Erstübersetzung beim Eisele Verlag erschien. Ein berührend melancholisches Buch über ein gesellschaftliches Phänomen: Einsamkeit.
Meisterin der Düsternis – Joy Williams und ihre Stories
In den USA ist Joy Williams lange schon eine literarische Größe, bewundert von Lauren Groff, Don DeLillo, Raymond Carver und anderen. Auf dem deutschen Buchmarkt wird das Werk der fast 80-jährigen Autorin erst jetzt entdeckt. Höchste Zeit!
C. A. Davids: Hoffnung & Revolution
"Hoffnung & Revolution" ist der zweite Roman der südafrikanischen Autorin C. A. Davids. Er erzählt von gescheiterten politischen Hoffnungen und dem Streben nach Gerechtigkeit.
Gwendolyn Brooks: Maud Martha
„Maud Martha“: Der einzige Roman der amerikanischen Lyrikerin Gwendolyn Brooks ist eine beeindruckende Wiederentdeckung. Auf beinahe verhaltene Weise zeigt der Text die Folgen von Diskriminierung und Ausgrenzung auf. Die melancholische Ballade eines Frauenlebens.
„Der erste Zug nach Berlin“ von Gabriele Tergit führt durch ein zerstörtes Deutschland
„Der erste Zug nach Berlin“ ist eine literarische Überraschungstüte und eindrucksvolles Zeitzeugnis zugleich: Knallbunt und doch auch düster, tragisch und komisch zugleich, wie von leichter Hand geschrieben und doch voll tiefem Ernst.
Karl Alfred Loeser: Requiem
Zu seinen Lebzeiten konnte Karl Alfred Loeser keines seiner Manuskripte veröffentlichen. Sein Roman "Requiem" ist nun die späte Neuentdeckung eines Romans, der ein vielstimmiges Bild von Unterdrückung und Judenverfolgung im Nationalsozialismus zeichnet.
Ein Solitär der deutschen Literatur: Albert Vigoleis Thelen und „Die Insel des zweiten Gesichts“
„Die Insel des zweiten Gesichts“ von Albert Vigoleis Thelen: Wenn ich vor die Wahl gestellt würde, welches Buch ich auf einen Inselaufenthalt mitnehmen dürfte, dann wäre es ohne Zweifel dieses.
Max Brod über kindliches Lesefieber in „Arnold Beer. Das Schicksal eines Juden“
Max Brod ist als Nachlassverwalter und Freund von Franz Kafka in Erinnerung. Aber auch seine eigenen Romane sind eine Entdeckung wert. Das goldene Prag der Zwischenkriegszeit lebt in "Arnold Beer" wieder auf. Ein kurzes Lesezeichen.
William Faulkner und die Reise mit einem Sarg: „Als ich im Sterben lag“
William Faulkners Roman „Als ich im Sterben lag“ erschien 1930 und war, nach „Schall und Wahn“ das Buch, das seinen Weltruhm als außergewöhnlicher Stilist begründete. Eine Tour de Force, nicht nur für die Protagonisten, sondern auch ein Parforceritt für den Schriftsteller selbst.