Um die Armen loszuwerden, schickten manche Ortschaften in Deutschland ihre Tagelöhner im 19. Jahrhundert als Wirtschaftsflüchtlinge nach Nordafrika. Sven Recker erzählt in "Der Afrik" auf beeindruckende Weise von solch einem Schicksal.
Lebensklug und poetisch: Die Bücher von Theres Essmann
Als feine Stilistin erweist sich die Autorin Theres Essmann mit ihren Büchern, so mit der Novelle "Federico Temperini" als auch mit dem Roman "Dünnes Eis".
Mike Johansen – ein wiederentdeckter Autor ukrainischer Literatur
Mike Johansen darf als einer der begabtesten Vertreter der "erschossenen Wiedergeburt" gelten, eine Generation ukrainischer Intellektueller, die dem Stalin-Terror zum Opfer fielen. Sein wichtigster Roman zeigt, wie eng verbunden er sich kulturell mit Westeuropa fühlte.
Im Schatten des Lebensborn – «Die Verwandelten» von Ulrike Draesner
Ulrike Draesner gibt in ihrem neuen Roman "Die Verwandelten" den Frauen, die im Krieg und auf der Flucht Gewalt erfuhren und erfahren, eine Stimme. Ein beeindruckender Roman, der allerdings auch einiges voraussetzt - insbesondere ein Einlassen auf den spezifischen Stil der Autorin.
Alice Grünfelder und Träume ohne Erfüllung im Jahrhundertsommer
„Jahrhundertsommer“: Ein Dorfroman, ein Anti-Heimat-Roman, vor allem aber auch ein Gesellschaftsroman. Alice Grünfelder schreibt über eine Familie auf der Schwäbischen Alb, die sich gegen Armut, soziale Ächtung und das Schicksal an sich stemmt.
Ein Solitär der deutschen Literatur: Albert Vigoleis Thelen auf der Insel des zweiten Gesichts
Albert Vigoleis Thelens Meisterwerk „Die Insel des zweiten Gesichts“ ist eines der herausragendsten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur.
Berlin in der Wendezeit – zwei Romane, ein Vergleich: Frederic Wianka und «Die Wende im Leben des jungen W.» sowie Lutz Seiler und sein «Stern 111»
Zwei Wenderomane im Vergleich: Lutz Seilers "Stern 111" und "Die Wende im Leben des jungen W." von Frederic Wianka.
Schlüsselroman der französischen Linken: Die Mandarins von Paris von Simone de Beauvoir
In dem mit dem "Prix Goncourt" ausgezeichneten Roman setzte sich Simone de Beauvoir mit dem Scheitern politischer Utopien und der Rolle der Frau auseinander.
Leonora Carrington feiert mit «Das Hörrohr» die alten Frauen
Ein surrealer Roman und ein feministisches Manifest: Die Künstlerin und Autorin Leonora Carrington über weibliche Selbstbestimmung im Altersheim.
Nachtgewächs: Die traumhafte Literatur von Djuna Barnes
Ein Werk voller dunkelschöner Sätze, das sich einem vielleicht nie ganz erschließt. Aber auch ein Buch, das man nicht mehr vergisst. Ein Klassiker der Moderne.
Berühmte letzte Sätze – Marguerite Yourcenar und Der Fangschuß
Marguerite Yourcenar war die erste Frau in der Académie Française. Bereits mit "Der Fangschuß" zeigte sich, warum sie eine so ungewöhnliche Autorin war.
Auch eine Lebensreise: Mit Friederike Mayröcker durch die Nacht
Das Schreiben und Leben der Friederike Mayröcker - ein Gesamtkunstwerk. Das 1983 erschienene "Reise in die Nacht" ist die Bestandsaufnahme einer älter werdenden Frau.
Ein Buch mit Wirkung: «Onkel Toms Hütte» von Harriet Beecher Stowe
An den Stereotypen und der Gefühligkeit dieses Romans gibt es viel Kritik. Und dennoch zeigt das Werk dieser Autorin, welche Wirkmacht Literatur innehat.
Arthur Koestler: Stalinismus führt in die Sonnenfinsternis
1940 entstand dieser Roman über Stalins "Säuberungen". Nun liegt er erstmals nach dem 2018 wiederentdeckten Originaltyposkript vor.
John Fante: «Voll im Leben» in «Little Italy»
Mit dem ersten Kind steht er plötzlich "voll im Leben": John Fante, endlich wiederentdeckt, mit einem tragisch-komischen Erzählstück seiner Biographie.