Vor 90 Jahren erlebte das Stück "Der Weltuntergang" des ukrainisch-österreichischen Autors Jura Soyfer seine Premiere. Bis heute ist es von ungebrochener Aktualität.
LUKÁŠ CABALA: Denkst du noch an Trenčín?
"Denkst du noch an Trenčín?" von Lukáš Cabala ist eine Hommage an Trenčín – zwischen Erinnerung, Identität und Imagination. Die slowakische Stadt Trenčín ist 2026 Kulturhauptstadt Europas. Stefanie Bose, die Übersetzerin des Romans, wird Mai – September 2026 Stadtschreiberin von Trenčín sein.
Karen Gershon: Das Unterkind
Käthe Loewenthal gelangte 1938 noch mit einem der letzten Kindertransporte nach England. Dort wurde sie als Schriftstellerin Karen Gershon bekannt. Doch es dauerte Jahrzehnte, bis sie eine Form für die Erzählung ihrer Kindheit fand.
Max Brod über kindliches Lesefieber in „Arnold Beer. Das Schicksal eines Juden“
Max Brod ist als Nachlassverwalter und Freund von Franz Kafka in Erinnerung. Aber auch seine eigenen Romane sind eine Entdeckung wert. Das goldene Prag der Zwischenkriegszeit lebt in "Arnold Beer" wieder auf. Ein kurzes Lesezeichen.
Christoph Ribbat: Die Atemlehrerin
Christoph Ribbat erzählt in "Die Atemlehrerin" das Schicksal der jüdischen Gymnastiklehrerin Carola Spitz.
Christoph Heubner: Ich sehe Hunde, die an der Leine reißen
Mit drei eindrücklichen Erzählungen gibt Christoph Heubner den Opfern des Holocaust eine Stimme.
Olga Tokarczuk: Die Jakobsbücher
Überwiegend wurden „Die Jakobsbücher“ im Feuilleton als „Opus Magnum“ der polnischen Schriftstellerin Olga Tokarczuk gefeiert, als ein Roman, der vor allem in Polen – wo das Buch ja auch bei Nationalisten auf heftigen Widerstand und zu Bedrohungen der Autorin führte – zu einem neuen, anderen Blick auf die europäische und polnische Geschichtsschreibung führt. Mich ließ das jüngste Werk der Literaturnobelpreisträgerin jedoch etwas ratlos zurück.
Eddy de Wind: Ich blieb in Auschwitz
Der holländische Arzt Eddy de Wind überlebte Auschwitz. Schon 1946 veröffentlichte er seinen Bericht, der jedoch erst im Jahr 2020 in deutscher Sprache erschien.
Gabriele Tergit: Effingers
„Effingers“, das ist ein gewaltiger Familienroman, ein deutsches Epos, ein Berlinroman, lebendige Geschichtsschreibung am Beispiel zweier fiktiver Familien.
Hans Sahl: Memoiren eines Moralisten
Die Erinnerungsbände von Hans Sahl sind mit das Beste, was man an autobiografischer Exilliteratur über das 20. Jahrhundert lesen kann.
Von Rilke gefördert, später vergessen: Ite Liebenthal
Die Philosophin und Lyrikerin Ite Liebenthal veröffentlichte schon früh eigene Gedichte. Unter den Nationalsozialisten verstummte sie, 1941 wurde sie ermordet.
Selma Meerbaum-Eisinger und die Blütenlese
Gerade einmal 18 Jahre alt wurde Selma Meerbaum-Eisinger, die inzwischen zu den großen Dichtern aus der Bukowina zählt, neben Paul Celan und Rose Ausländer.
Albert Londres war „Ein Reporter und nichts als das“
Albert Londres war das französische Pendant zu Egon Erwin Kisch. Tucholsky würdigte ihn "als Nummer für sich". Ein rasender Reporter, ein brillanter Literat.
Urkomisch und sehr weise: „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg
„Die Tante Jolesch“ ein Buch der Wehmut, aber auch ein Buch, das zum Schmunzeln bringt: Anekdoten aus einer versunkenen Zeit.
Isaac B. Singer und seine Kindheit in Warschau
In "Eine Kindheit in Warschau" erzählt Isaac B. Singer auch davon, wie die Liebe zum Lesen und zur Literatur in ihm erwachte.