KRÖNER VERLAG: Bernadette Schoog – Marie kommt heim

Marie, Mitte vierzig, attraktiv. Nach einigen Irrungen und Wirrungen in der Liebe hat sie sich in eine ruhige Kleinstadt im Süden zurückgezogen und beschlossen, fortan seelisch unverletzt zu bleiben und keine Lebensrisiken mehr einzugehen. Eines Tages erhält sie einen drängenden Anruf der Schwestern aus dem Pflegeheim ihrer Mutter: Die hochbetagte Frau liege im Sterben und wünsche sich so sehr, ihre Tochter noch einmal zu sehen. Marie war schon lange nicht mehr daheim, einem Wallfahrtsort am Niederrhein, denn das Verhältnis von Mutter und Tochter war immer ein gestörtes, kompliziertes.
Die Reise wird für Marie zu einer aufwühlenden Fahrt in die Vergangenheit, auch in die der Mutter. Gleichsam blättern sich zwei Lebensbücher auf. Erst zum Schluss finden beide das wieder Verbindende.

Für ihren ersten Roman hatte Bernadette Schoog prominente Vorableser:

„Sie kann nicht nur tolle Gespräche führen, sondern auch noch richtig gut schreiben! Meine Empfehlung!“
Harald Schmidt, Entertainer

„Dieses Buch hat mich berührt! Es ist die Geschichte einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung voller Sehnsüchte, in der das Leben immer wieder alles durcheinander wirbelt. Mal ist es komisch und ironisch, mal dramatisch, und immer spannend erzählt mit einem liebevollen Blick auf alles.“
Angela Winkler, Schauspielerin

„Genaugenommen hat Bernadette Schoog einen Roman über die Frauengeneration geschrieben, der auch meine Mutter angehörte. Vieles kommt mir aus meiner Familie bekannt vor. Es lohnt sich, wie man sieht, möglichst viele dieser Schicksalsgeschichten aufzuschreiben, denn viel zu viele davon sind bereits mit ins Grab genommen worden. Auch in meiner Familie. Beim Lesen hab ich manchmal an mein Lied vom Chippendale-Tisch denken müssen.“
Wolfgang Niedecken, Rocksänger BAP

Zur Autorin:
Nach dem Studium der Kommunikations- und Literaturwissenschaften in Aachen und Freiburg, sammelte Bernadette Schoog zunächst berufliche Erfahrungen als Dramaturgin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit an den Theatern in Bochum (bei Claus Peymann), München (Theater der Jugend) und am Stadttheater Basel. 

Nach der Geburt ihrer Kinder wechselte sie erst zum Radio, kurz darauf  folgte über 15 Jahre ihre aktive Fernsehzeit als Moderatorin von täglichen Livesendungen in der ARD und im SWR, wo sie Aktuelles,  Kultur, Service, Talk und Politik präsentierte. Formate, die sie auch bundesweit bekannt machten.

2014 kehrte sie dem Fernsehen den Rücken, um sich mit ihren Erfahrungen selbständig zu machen. Neben Lehraufträgen für Interviewführung am Institut für Rhetorik/Uni Tübingen, sind die Herzstücke ihrer Selbständigkeit zum einen ihre diversen Gesprächsreihen mit Prominenten, und zum anderen das Schreiben von Büchern. Waren es bisher Biografien über Mäzene wie Reinhold Würth oder Frieder Burda, über das Brücke-Museum Berlin oder den Designer Peter Schmidt, ist „Marie kommt heim“ Schoogs eindrucksvolles Debut als Romanautorin. Die Autorin ist Mitglied im PEN Zentrum Deutschland.
Bernadette Schoog ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
www.bernadetteschoog.de

Stimmen zum Buch:

„Ein gefühlvolles, unvergessliches Buch über zwei Frauenleben, über das Heimkommen, das Ankommen und die großen und kleinen Wunder des Lebens auf der Suche nach der eigenen Identität und den familiären Wurzeln.“ – Barbara Pfeiffer bei Kulturbowle

Bernadette Schoog im Interview bei der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz

Bernadette Schoog im Interview bei SWR 2: „In „Marie kommt heim“ nähert sie sich mit sehr viel Einfühlungsvermögen einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Eine erlösende Aussprache scheitert an der inzwischen an Demenz erkrankten Mutter. Bernadette Schoog erzählt die Geschichte einer betrogenen Generation, die durch Krieg, Religion und Konvention keine eigenen Träume leben durfte. Es ist auch die Geschichte ihrer eigenen Mutter.“

Besprechungen unter anderem in der Rheinpfalz, der Schwetzinger Zeitung, dem Reutlinger Generalanzeiger und dem Schwäbischen Tagblatt.

Informationen zum Buch:
Bernadette Schoog
Marie kommt heim
Alfred Kröner Verlag, 20. März 2022
280 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen, 22,00 €
ISBN: 978-3-520-76301-3
https://www.kroener-verlag.de/details/product/marie-kommt-heim/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Alfred Kröner Verlag.

ANDREAS FISCHER: Die Königin von Troisdorf

Die 1960er Jahre. Bundesrepublik Deutschland. Im rheinischen Troisdorf betreiben die Eltern des Erzählers ein gutgehendes Fotoatelier. Nach außen hin demonstriert man seinen Status: Häuser. Neues Auto. Sonntäglicher Kirchgang – zumindest der Frauen und des Kindes.

Doch hinter der gutbürgerlichen Fassade legen die Familienmitglieder verstörende Verhaltensweisen an den Tag. Was treibt die Eltern um, die den Zweiten Weltkrieg als junge Erwachsene erlebten? Warum verabscheut die Oma, die zwei Weltkriege erlebte, ihren Enkel?
Wie sehr ist das Gift des Nationalsozialismus bei diesen Menschen noch wirksam?

In einem weiten Bogen erzählt Andreas Fischer die Geschichte seiner Familie von 1914 bis 2014, vom Einsatz des Großvaters als Soldat im Ersten Weltkrieg bis zum Tod der Mutter. Der Autor verwebt Familienereignisse, die vor seiner Geburt lagen, mit Szenen aus seiner Kindheit und Jugend und Dokumenten aus unterschiedlichen Quellen: Briefe des gefallenen Bruders der Mutter finden sich ebenso im Buch wie Unterlagen aus Militärarchiven.

DIE KÖNIGIN VON TROISDORF zeigt eindrucksvoll, wie sehr eine ideologische Verblendung und nicht verarbeitete, traumatische Kriegserlebnisse Familien über Generationen hinweg prägen.

Ein beeindruckender Debütroman.
Ein Kriegsenkelroman.

Zum Autor:

Bereits in mehreren Dokumentarfilmen beschäftigte sich der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Filmemacher Andreas Fischer mit der Frage, wie sich kriegsbedingte Verluste und Traumata generationenübergreifend auf Familien auswirken, unter anderem in Söhne ohne Väter (3sat / SWR) und Der Hamburger Feuersturm 1943 (NDR).
Seit 1992 ist Andreas Fischer mit eigener Filmproduktionsfirma in Berlin ansässig:
www.moraki.de

Nominiert für die Shortlist beim Literaturpreis Ruhr 2022

Stimmen zum Buch:

„In seinen Dokumentarfilmen „Söhne ohne Väter“ oder „Töchter ohne Väter“ gibt er Kriegskindern das Wort. Themen, die traurige Aktualität haben und denen Andreas Fischer sich seit vielen Jahren widmet. Mit Katrin Heise spricht er über aufwühlende Interviews, Blicke ins Familienarchiv und die schwierigen Arbeitsbedingungen eines freien Filmemachers.“
Andreas Fischer in der einstündigen Sendung „Das Gespräch“ – im Gespräch mit Katrin Heise bei RBB Kultur.

„Das Erzählen von dem Erlebten ist vielleicht schmerzhaft, aber wo geschwiegen wird, geht es in jedem Falle schlechter.“ – Andreas Fischer im Interview im Bonner General-Anzeiger

Portraits erschienen unter anderem im „Tagesspiegel“, der Rhein-Sieg-Zeitung und der Rhein-Sieg-Rundschau.

„Andreas Fischer hat in seinem autobiografischen Debutroman ein außergewöhnliches und dennoch paradigmatisches Werk geschrieben, dass hoffentlich eine breite Leserschaft erreicht. Was hier für die deutsche Kriegs- und Nachkriegsgesellschaft beschrieben ist, kann als universell gelten. Die Auswirkungen von Krieg und Zerstörung enden nicht mit dem Einstellen der Kampfhandlungen. Unter der Geißel der Menschheit leiden auch die Nachfolgegenerationen. Eine unbedingte Leseempfehlung!“ – Sascha Thoma, koreander.net

„Mit „Die Königin von Troisdorf“ ist Andreas Fischer ein eindrucksvolles, sehr persönliches und tief bewegendes Zeitdokument der 60er und 70er Jahre gelungen. Er blickt nicht einfach nostalgisch zurück, sondern bringt die Verblendungen, Kälte und Verletzungen der Nachkriegsgenerationen ans Tageslicht. Ein faszinierender Roman und Schlüssel zum tieferen Verständnis dieser Zeit. Ein Buch, das geschrieben werden musste.“ – Jörg Liesegang, Horatio Bücher

„Mit Die Königin von Troisdorf bringt Fischer der Leserschaft die Befindlichkeit der Kriegsenkel näher, forscht in der Familiengeschichte nach den Ursachen und tut das, was ihm strengstens verboten wurde. Obwohl „Hindenburg und Ludendorff“ immer schwere Geschütze aufgefahren haben, um genau das schon im Vorfeld zu verhindern, hinterfragt Fischer die Dinge und scheut die kontroverse Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen nicht.“ – Helga Fitzner, Kultura extra

„Schmerzhaft und sehr detailgetreu wird die familiäre Situation beschrieben, dessen Epilog länger als der tatsächliche Epilog ist. Der Roman liest sich nichtsdestotrotz als Zeitdokument der 1970iger Jahre und den technischen Erfindungen, die Andreas eine neue Welt eröffnen. Fischer sucht die Nähe zu den Leser:innen in den Orten seiner Kindheit: Baggergruben, Kirchen, kleine Kinderzimmer, Küchen und die Straßen von Troisdorf. „Die Königin von Troisdorf“ ist harter Tobak, Fischer hinterfragt Glaubensgrundsätze und historische Ereignisse, er geht mit selbst dabei am härtesten ins Gericht.“ – Katharina Peham, katkaesk

Bibliographische Angaben:

Andreas Fischer
Die Königin von Troisdorf
Wie der Endsieg ausblieb
eschen 4 verlag, Berlin
473 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen, 22,50 €
ISBN: 978-3-00070-369-0
Erscheinungstermin: 31.3.2022

Kontakt zum Verlag:

eschen 4 verlag
Eschenstr. 4
12161 Berlin
030 81006740
verlag@eschen4.de
https://www.eschen4.de/

Presseanfragen und Rezensionsexemplare: Birgit Böllinger, Telefon 0821 4509-133, kontakt@birgit-boellinger.com

AXEL DIELMANN VERLAG: Oliver Teutsch – Die Akte Klabautermann

Berlin, 1946: In der zerstörten Stadt kämpft Hans Fallada ums Überleben. Einzig Johannes R. Becher, der Vorsitzende des Kulturbundes, bietet dem Schriftsteller eine Chance: Er soll auf Grundlage der „Akte Klabautermann“ den großen antifaschistischen Roman schreiben.

Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die Sucht: Fallada, körperlich und psychisch am Ende, wehrt sich zunächst gegen den Romanstoff. Und schreibt dann doch, wie im Rausch, ein Manuskript über 700 Seiten. Die Veröffentlichung von „Jeder stirbt für sich allein“ wird der Schriftsteller, der am 5. Februar 1947 stirbt, jedoch nicht mehr erleben.

So wechselvoll wie Falladas Geschichte ist auch die Veröffentlichungshistorie von „Jeder stirbt für sich allein“: 1947 erscheint der Roman in stark veränderter Fassung. Erst in den 2000er-Jahren wird er in den USA wiederentdeckt und kommt 2011 erstmals beim Aufbau Verlag in einer ungekürzten Version heraus. Der Journalist Oliver Teutsch war von der Wiederentdeckung des Romans so fasziniert, dass er sich 2014 auf eine ausführliche Recherche nach der Entstehung dieses Buches machte. Und nun in seinem Romandebüt „Die Akte Klabautermann“ mitreißend davon erzählt, wie dieser Schlüsselroman der deutschen Literatur entstand.

Während das vom Krieg zerstörte Berlin aus seinen Trümmern heraus zu neuem Leben kommt, spielt sich um Fallada die Entstehungsgeschichte eines Romans ab, die ebenso spannend wie der Weltbestseller selbst ist. Und die zudem eine imposante Galerie von zeitgenössischen Figuren im Gepäck hat. So entführt „Die Akte Klabautermann“ auch mitten in eine Zeitreise in das Berlin der Nachkriegszeit. Die Not der Bevölkerung, der illegale Schwarzmarkthandel, die Zonenpolitik und die Zerrissenheit der intellektuellen Elite, der Kampf der Zonenmächte um die geistige Vorherrschaft, dies alles wird so eindrücklich und lebendig erzählt, als wäre man mittendrin.

„Die Akte Klabautermann“: Ein spannend geschildertes Kapitel der Literatur- und Nachkriegsgeschichte, ein überzeugender Debütroman.

Zum Autor:
Oliver Teutsch wurde 1969 in Frankfurt am Main geboren. Seine berufliche Karriere begann er als Hospitant und freier Mitarbeiter bei der Frankfurter Neuen Presse. Nach dem Abitur Studium der Politikwissenschaften in Frankfurt war er lange für die Nachrichtenagentur ddp, die Frankfurter Rundschau und mehrere Jahre für den Deutschen Fußball-Bund DFB tätig. Heute ist Teutsch als Redakteur bei der Frankfurter Rundschau für Themen aus den Bereichen der Justiz, Polizei, Wirtschaft und für große Reportagen zuständig.

Informationen zum Buch:
Oliver Teutsch
Die Akte Klabautermann
Axel Dielmann Verlag, Frankfurt a. Main, Januar 2022
Hardcover mit Lesebändchen und ausführlichem Glossar, 20,00 €
ISBN: 978 3 86638 343 2
http://www.dielmann-verlag.de/

In der Frankfurter Rundschau ist bereits ein Vorabdruck erschienen:
Großer Mann – was nun?

Stimmen zum Buch:

Oliver Teutsch im Interview bei Deutschlandfunk Kultur zu seinem Roman.

„Mit dem Roman „Die Akte Klabautermann“ hat Oliver Teutsch ein Werk geschaffen, in dem er seiner eigenen Faszination für die Umstände, unter denen der Welterfolg „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada entstanden ist, Ausdruck verleiht. Teutsch verpackt die historischen Tatsachen in einen atmosphärisch-dichten Erzählbogen, der durch fiktive Elemente gekonnt abgerundet wird.“ – Sina-Christin Wilk bei Kulturabdruck

„Ein Roman über einen Roman? Als Werbebotschaft ist das übertrefflich. Als Formel für den Inhalt verspricht es in dem Fall aber einiges. Denn der Roman, um den es geht, ist »Jeder stirbt für sich allein«, einer der besten Romane über Nazideutschland. Und sein Autor Hans Fallada führte ein Leben, dessen Grellbuntheit nicht mal er selbst auserzählt hat. Überdies verknüpft der Schriftsteller Oliver Teutsch in »Die Akte Klabautermann« Fäden der Literaturgeschichte zu einem wahren »Who is Who« der Nachkriegsszene.“ – Ewart Reder, nd aktuell

„Für Fallada-Fans ist der Roman sicher allein aufgrund der biographischen Aspekte interessant, aber auch, wer sein Werk nicht gut kennt, kann Die Akte Klabautermann sicher mit Gewinn lesen. Der Roman handelt nicht nur vom Ringen um eine neue Literatur, die den Nationalsozialismus überwinden kann, ohne ihn zu negieren, sondern auch vom Bemühen, ein neues Deutschland zu schaffen und von einer Weltstadt, die ihr Gesicht verloren hat. Ein gelungenes Debüt und ein offener Blick auf einen Schriftsteller, der eben nicht immer einer von den „ganz Großen“ war.“ – Marion Rave bei „schiefgelesen“

„Die Akte Klabautermann von Oliver Teutsch ist ein spannendes Bild der letzten Lebensjahre von Hans Fallada, der Kulturlandschaft Deutschlands im Jahr 1946 und dem fast unmöglich erscheinendem Leben in der zerbombten Stadt Berlin.“ – Silvia Walter bei „Leckere Kekse“

„Die Akte Klabautermann ist ein im besten Sinne glaubhafter Roman. Eine
Verbeugung vor dem Romancier – und die beste Begleitlektüre zu „Jeder stirbt für sich allein“, die man sich wünschen kann.“ – Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse

Die Akte Klabautermann ist ein fundiertes wie spannendes Debüt.“ – Anne Kullmann, Aalener Kulturjournal

„Entstanden ist eine zutiefst menschliche Erzählung über diesen Fallada, der sich selbst im letzten Buch nicht verstellen wollte.“ – Rainer Julke, Leipziger Zeitung

„Oliver Teutsch hat nicht nur die Entstehungsgeschichte von „Jeder stirbt für sich allein“ erzählt. Er hat auch einen richtig guten Roman geschrieben!“ – Jörg Mielczarek, Literatur Weimar

„Und so wird Teutsch’s flüssig lesbarer, kurzweiliger Roman gleichzeitig zu einem Stück deutscher Literatur- und Kulturgeschichte. Mich haben diese letzten Lebensmonate von Hans Fallada und die Hintergründe zur Entstehung von „Jeder stirbt für sich allein“ sehr berührt und auf jeden Fall die Lust geweckt, dieses einzigartige Werk irgendwann noch ein zweites Mal zu lesen – dann sicher mit einem anderen und geschärften Blick.“ – Barbara Pfeiffer bei „Kulturbowle“

„Der Romancier ist psychisch labil, unzuverlässig, selten nüchtern, voller Stimmungsschwankungen. Teutsch kommt nicht in Versuchung den großen Literaten zu romantisieren. Es ist ein Porträt auf Distanz, das nur wenig vom Innenleben des Künstlers aber viel von der historischen Figur Falladas preisgibt.“ – Britta Röder bei den „booknerds“

„Oliver Teutsch hat in seiner Doppelbegabung als Journalist und Romancier mit seinem Debüt die Reflexion über Entstehung und Wert von Literatur befeuert. Der schwache Fallada hat einen starken Roman hinterlassen.“ – Bernhard R. M. Ulbrich

„Gerne würde man den Autor einmal fragen, welche Stellen eigentlich seiner Fiktion entsprungen sind. Die Dialoge sind es sicherlich. Aber selbst diese passen sich so selbstverständlich in die beschriebene Handlung ein, dass sie ohne Weiteres hätten so stattfinden können.“ – Raimund Gründler, Lesezeichen Mannheim

„Teutsch gelingt es, sowohl die Lebensbedingungen im zerstörten Berlin als auch das seelische Elend des Ehepaares Ditzen eindringlich zu beschreiben. Größeren Bibliotheken empfohlen.“ – Dr. Ronald Schneider, ekz Besprechungsdienst

„Die Akte Klabautermann liest sich auf den ersten Seiten gemächlich wie ein Falladaroman, um dann ein enormes Tempo anzunehmen, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.“ – schreibfeder.de

MIRABILIS VERLAG: Herbert Heinrich Beckmann – Es sind Kinder

Was geschieht, wenn Konflikte nicht gelöst werden? Wenn für unterschwellige Aggressionen ein Ventil gesucht wird, ein Sündenbock herhalten muss? Diesen Fragen geht Herbert Heinrich Beckmann in seinem neuen Roman „Es sind Kinder“ nach: spannungsgeladen und mit einem feinen Gespür für die inneren und äußeren Konflikte seiner Protagonisten.

Tine und Stefan sind ein Paar am Abgrund. Der dünne Faden, der ihre Beziehung noch zusammenhält, ist ihr kleiner Sohn Leon. Doch als dieser beim gemeinsamen Urlaub auf einer Insel mitten in der Baltischen See plötzlich spurlos verschwindet, stehen die beiden vor einer ganz besonderen Belastungsprobe. Das Kind Leon geht unterdessen seinen eigenen Weg. 

Mit psychologischem Feingefühl zeichnet Herbert Heinrich Beckmann, Autor erfolgreicher Kriminalromane, das Psychogramm einer eskalierenden Beziehung in einer Atmosphäre unerklärlicher subtiler Bedrohung. Ein Roman, der ebenso rätselhaft ist wie spannend.

Der Autor:
Herbert Heinrich Beckmann, geboren 1960, schreibt unter verschiedenen Namen für Erwachsene und Kinder: Hörspiele, Radiogeschichten, Romane und Erzählungen. Von ihm sind unter anderem erschienen: 

Atlantis Westberlin (2000), Ch. Links Verlag
Die Nacht von Berlin (2012), Gmeiner Verlag
Der Jesus von Kreuzberg (Kinderhörspiel, rbb 2012/ rbb media 2019)
Hotel ohne Wiederkehr (2018), Gmeiner Verlag
Nacht vor meinen Augen (2019), Gmeiner Verlag 

Er stand mit seinen Büchern unter anderem 2010 auf der Shortlist und 2012 der Longlist beim Sir-Walter-Scott-Preis, 2012 zudem auf der Top-5-Liste zum Deutschen Kinderhörspielpreis.

Herbert Heinrich Beckmann lebt mit seiner Familie in Berlin. 

Informationen zum Buch:

Herbert Heinrich Beckmann
Es sind Kinder. Roman
Mirabilis Verlag, 2021
Umschlaggestaltung: Florian L. Arnold
Hardcover, Fadenheftung, Schutzumschlag, Lesebändchen, 248 Seiten; 22 €
ISBN 978-3-947857-13-5

Stimmen zum Buch:

„Ein kluger Roman, der den Leser in jeder Phase mitnimmt, bis sich die aufgebaute Spannung schließlich in einer überraschenden Wendung löst.“ – Volker Jakob, Westfalenspiegel 02/2022

Herbert Heinrich Beckmann im Gespräch mit Katrin Schumacher vom MDR über Bücher, die Fernweh wecken und andere Leseleidenschaften

„Geschickt evoziert Herbert Heinrich Beckmann in „Es sind Kinder“ von Anfang an das Gefühl einer Bedrohung der drei Hauptfiguren.“ – Dieter Wunderlich

„Der Roman Es sind Kinder von Herbert Heinrich Beckmann ist ein psychologischer Thriller der besonderen Art. Einer, der ohne Verbrechen auskommt. Und der fast seine ganze Spannung aus einer verfahrenen Kommunikationssituation bezieht, während die genretypischen Angstmotive den Fantasien seiner Protagonisten überlassen werden.“ – Joachim Feldmann, Crimemag

„Ein berührendes Buch, mit dem uns der Autor aufzeigt, wohin mangelnder Respekt und Arroganz gegenüber dem Unbekannten, Andersartigen führen kann. Bezogen auf die aktuelle Situation in der Welt ist dem Autor hier ein Meisterwerk gelungen, das die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält und zahlreiche schockierende, aber auch traurig stimmende Dialoge beinhaltet.“ – Stefanie Steible, literaturkritik.de

Als Buchtipp in der „Baltischen Stunde“: „Die Leserinnen und Leser werden es schnell merken (…), dass es hier keine Sieger und Besiegten geben kann, in diesem komplizierten Kommunikationsgeflecht zwischen Mann und Frau. Aber, und das ist vielleicht ganz entscheidend für die Buchlektüre: es ist spannend zu lesen.“

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.


KRÖNER VERLAG: Sigrid Undset – Kristin Lavranstocher. Die Frau, Bd. 2

Das literarische Großprojekt beim Kröner Verlag gedeiht weiter: Nun liegt der zweite Band der Trilogie „Kristin Lavranstochter“ in einer neuen Übersetzung durch Gabriele Haefs vor, die diesen Roman von Sigrid Undset hell leuchten lässt. Gabriele Haefs übertrug das Werk, wie der Vergleich zur bisherigen übersetzten Fassung nahelegt, vermutlich erstmals aus der norwegischen Sprache: Dies gibt der Trilogie Authentizität und zugleich einen neuen Glanz. Deutschsprachige Leser kommen nun endlich in den vollen Genuss von Undsets außergewöhnlicher sprachlicher Ausdruckskraft.

Zum Buch:
Mit der ›Frucht der Sünde‹ im Leib und einer fürchterlichen Angst im Herzen trifft Kristin Lavranstochter als legitime Ehefrau von Erlend Nikulaussohn auf Husaby ein. Erlend ist derweil vor allem mit Politik, mit Kriegszügen und Intrigen, beschäftigt, vernachlässigt den eigenen Hof aufs Sträflichste, überlässt seiner Frau daneben die Sorge um die gemeinsamen und auch die Kinder mit seiner ehemaligen Geliebten. Als eine geplante Intrige in höchsten Kreisen auffliegt, droht die Katastrophe.
Die ganz große Stärke von Sigrid Undset ist, neben atemberaubenden Landschaftsbildern, die Charakterzeichnung, was ihrem großen Roman die seltene Kraft verleiht, dass wir Kristins Freuden und Leiden wirklich miterleben, dass wir mit ihr leiden und lieben, obwohl sie mit einer Zeit und mit Werten zu kämpfen hat, die nicht mehr die unsrigen sind. Der Literaturnobelpreis für die Trilogie ist nur konsequent.

Zur Autorin:
Sigrid Undset (1882–1949) gilt als eine der größten und einflussreichsten Schriftstellerinnen Norwegens. Ihre zeitgenössischen Romane Frau ›Marta Oulie‹ und ›Jenny‹ wurden wegen ihrer allzu selbständigen jungen Heldinnen zum Skandal. Als engagierte Antifaschistin stand Undset ganz oben auf der Roten Liste der Nazis und nach der Besetzung Norwegens konnte sie sich nur durch eine lebensgefährliche Flucht auf Skiern durch das Gebirge retten. Sigrid Undset wurde 1928 »vornehmlich für ihre kraftvollen Schilderungen des nordischen Lebens im Mittelalter« mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Außer ›Kristin Lavranstochter‹ schrieb sie die Erfolgsromane ›Olav Audunssohn‹, ›Viga-Ljot und Vigdis‹, ›Ida Elisabeth‹, ›Das glückliche Alter‹ und viele andere mehr.

Zur Übersetzerin:
Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Stimmen zum Buch:

„Mit der auch in Materialauswahl und Aufmachung sehr sorgsam gestalteten Neuedition legt der Kröner Verlag nicht nur ein zeitlos lesenswertes Buch vor. Gleichzeitig macht er sich in einer für Verlage nicht einfachen Zeit um ein großes literarisches Erbe verdient, das er mit einer neuen Auflage aus dem frühen 20. ins 21. Jahrhundert holt.“ – Buchtipp der Woche beim LeseZeichen Mannheim

„Kristin Lavranstochter ist eine kraftvolle Lovestory, die mich ins norwegische Mittelalter versetzt.“ – SRF, „Die BuchKönig“ bloggt

„Das ist dramatisch und ergreifend. Es ist nur noch eine Steigerung im dritten Band möglich. Manche Leser werden auch auf den dritten Teil ungeduldig warten!“ – Annemarie Stoltenberg, NDR

Eine „starke Frau“ sieht Peter Urban-Halle, Experte für Literatur aus Skandinavien, in der „Kristin Lavranstochter“. Und ihre Schöpferin, Sigrid Undset, ist eine „konservative Feministin“. – Deutschlandfunk Kultur, Podcast

„Sigrid Undset erzählt detailreich und spannend von Frauen im patriarchalen System, von heimlicher Liebe und Sündhaftigkeit. Die Handlung gleicht einer Achterbahnfahrt.“ – Radio Bremen

„Galt es zu Lebzeiten als Skandal, wie sich eine über Autoritäten hinwegsetzt, so geht Kristin heute als eindrucksvolle Gestalt durch, sich nicht einschüchtern lässt.“ – Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

„Vergleicht man die beiden Übersetzungen, gewinnt man den Eindruck, dass es Gabriele Haefs vor allem darum gegangen ist, den Roman dem Vokabular und der Syntax wie dem Sprachrhythmus nach nicht ‚einzudeutschen‘, sondern ihm seine ursprüngliche, ans Altnordische angelehnte Gestalt zu bewahren, da, wo tendenziell nüchtern und schnörkellos entfaltet wird, da, wo eher lyrische Töne für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Das führt anfangs zu niederschwelligen Rezeptionsbarrieren, die nach einer gewissen Einlesezeit aber vollständig abgebaut werden.“ – Günter Helmes, literaturkritik.de

„Ohne Frage ist die Jubiläumsausgabe der Trilogie um Kristin Lavranstochter gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Denn für die Ausgabe des Kröner Verlages hat sich Übersetzerin Gabriele Haefs an eine vollständige Neuübersetzung begeben.“ – Sina-Christin Wilk, Kulturabdruck

„Dass der Roman vor etwas mehr als hundert Jahren geschrieben worden ist, merkt man
ihm nicht an, er liest sich flüssig. Vermutlich liegt das auch an der gelungenen Neuübersetzung von Gabriele Haefs.“ – Sarah Teicher, booknerds

„Sigrid Undset hatte ein sehr feines Auge für Stimmungen, zwischenmenschliche Gefühle sowie eindrückliche Naturbeschreibungen und auch die Übersetzerin Gabriele Haefs hat hier einen sehr harmonischen sprachlichen Klang gefunden, der sich wunderbar liest.“ – Barbara Pfeiffer, Kulturbowle

„Die Sprache der Norwegerin ist klar und sehr präzise, die Dialoge, vor allem in den dramatischen Szenen, dicht und pointiert.“ – Constanze Matthes, Zeichen & Zeiten

„Das alltägliche Leben auf Gut Husaby, ihre Liebe zu Erlend und ihren schließlich sieben Söhnen und die allgemeinen Gegebenheiten im ländlichen, nur wenig besiedelten Norwegen des 14. Jahrhunderts hat Sigrid Undset wieder in einen dichten, atmosphärischen, psychologischen Roman gegossen. Auch diesmal kommt einiges an Spannung auf. Und man ist als Leser:in gespannt, wie es im dritten und letzten Teil, Das Kreuz, weitergehen mag.“ – Petra Reich, LiteraturReich

„Die Entwicklungen zu verfolgen macht die Lektüre nicht nur interessant, sondern auch spannend, denn neben der mittelalterlichen Welt öffnen sich zutiefst menschliche Welten und Abgründe.“ – Petra Lohrmann, Gute Literatur – Meine Empfehlung

„Sigrid Undset erzählt nüchtern und unsentimental, auch wenn es um große Gefühlsausbrüche geht. Ihre Darstellung ist so ruhig, langsam und episch breit wie wir es aus den großen Romanen des 19. Jahrhunderts kennen.“ – Dieter Wunderlich

„Sigrid Undset geht sehr ins Detail, schafft wundervoll komplexe Charaktere. Ein dichter Gesellschaftsroman, detailliert und atmosphärisch gestaltet.“ – Sabine Ibing

Informationen zum Buch:
Sigrid Undset
Kristin Lavranstochter. Die Frau
Roman. Band II. Übersetzt von Gabriele Haefs
450 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen, 24,00 €
ISBN: 978-3-520-62201-3
Band 1: Der Kranz, ist bereits erschienen, Band 3: Das Kreuz folgt im Frühjahr 2022.

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.

Henry James: „Die Europäer“ und „Die Gesandten“

james

Bild: (c) Michael Flötotto

Es mag ein Zufall gewesen sein, aber zum 100. Todestag von Henry James veröffentlichten zwei Verlage zwei Romane in neuer Übersetzung, die am Anfang und Ende seines Schaffens stehen – und einen thematischen Kreis schließen. Zu Beginn seiner Karriere lässt Henry James die Europäer in die Vereinigten Staaten kommen – gegen Ende suchen die Amerikaner in Europa ihr Glück und verlieren dabei die Orientierung.

„Die Europäer“, beim Manesse Verlag erschienen, ist ein luftig-leichtes Frühwerk. Eher ein Appetithäppchen, das die Neugier erweckt auf die späteren Bücher des Amerikaners, der ein Lebensthema hatte: Das Aufeinanderprallen der „alten“ und der „neuen“ Welt. Das amüsante Wechselspiel um einige Amouren und Aufeinanderprallen der Kulturen zeigt den Stil von Henry James bereits in den Grundzügen: Er forscht in den Regungen der Seele – auch wenn sein gestrenger Bruder William, berühmter Psychologe seiner Zeit, den Roman als „leer“ verurteilte. „Die Europäer“ erinnert – insbesondere durch den eloquenten Einsatz von Dialogen – an ein Stück von Oscar Wilde: Locker, luftig, leicht und amüsant.

„Die Gesandten“ dagegen, sein vorletzter Roman und in neuer Übersetzung durch Michael Walter beim Hanser Verlag erschienen, ist von ganz anderem Gewicht: Ein Amerikaner kommt nach Paris, um dort die Mesalliance eines jungen Mannes aus seiner Heimat mit einer Dame von zumindest angekratztem Ruf zu verhindern – der Herr in den besten Jahren verliert jedoch in der Alten Welt bald auch sein inneres Gleichgewicht: Paris, das ist so ganz anders, als Lambert Strether es sich in seiner amerikanisch-puritanischen Haltung vorstellen konnte. Strether beginnt sich selbst zu fragen, ob sein eigenes Leben nach den richtigen Prinzipien ausgerichtet ist.

Die „Europäer“ erschien zuerst 1878 in The Atlantic Monthly, im Herbst 2015 beim Manesse Verlag in neuer Übersetzung durch Andrea Ott. Mit seinem locker-leichten Ton, mit den ironischen Seitenhieben auf die neureiche Neue Welt und den abgewirtschafteten Adel der Alten Welt, mit seinen Dialogen wie Ping-Pong-Spielen und den amourösen Verwicklungen ist es ein leichtes Lesevergnügen und wartet mit reichlich viel Happy-Endings auf: Vier Hochzeiten und eine Abreise. Ausgerechnet Eugenia, die „Edelgeborene“, die sich einen wohlhabenden Amerikaner angeln wollte, geht leer aus.

James konstruiert in diesem Roman einen „clash der Kulturen“ – im eigentlichsten Sinne. Denn Eugenia und ihr malender Bruder Felix, mittellos und auf gute Partien hoffend, sind ganz der Kunst, auch der Kunst des Salongesprächs, zugeneigt – vor allem bei Eugenia weiß selbst der Leser nie ganz genau, worauf sie bei ihren Geplänkeln hinaus will. Am Ende verstrickt sie sich in ihren eigenen verbalen Fäden. Hier die überfeinerten Europäer – dort die puritanischen, grundehrlichen Amerikaner, die jedoch eines nicht können: Über ihre eigenen Gefühle und Stimmungen reflektieren, Innenschau halten. Auf diesem Gegensatz beruht dieser amüsante Roman.

Gustav Seibt schreibt in seinem Nachwort zur Manesse-Ausgabe:

„Der ästhetisch-kulturelle Gegensatz zwischen Europa und Amerika bleibt als historisches Thema bedeutend genug – die Frage nach dem Verhältnis von Vorgänger- und Nachfolgerkulturen wird die globalisierte Welt auch in Zukunft begleiten. Und wie wenig James, bei aller Liebe zu den Künstlern Europas, den amerikanischen Standpunkt verleugnet, zeigt sich etwas in dem stolzen Satz von Mr. Wentworth, der, auf den fürstlichen Stand seiner Cousine Eugenia angesprochen, knapp erklärt: „Hierzulande sind wir alle Fürsten.“ 

Thematisch ähnlich, doch deutlich komplexer ist das von Michael Walter für den Hanser Verlag neu übersetzte Werk „Die Gesandten“, das 1903, ebenfalls zunächst als Vorabdruck in einer Zeitschrift, erschien. Das Buch ist eine Herausforderung an die Leser: Ein echter Henry James. Es lebt von präzis-minutiöser Erforschung des Innenlebens seiner Protagonisten und doch bleibt manches unausgesprochen, verharrt in Andeutungen, vieles erklärt sich nur vage an kleinen Handlungen, Äußerungen, in Nuancen.

Der biedere Herausgeber einer Zeitschrift, Lewis Lambert Strether, aus dem Städtchen Woollett (Massachusetts) soll den Sohn der ebenfalls sehr biederen Witwe Mrs. Newsome nach Hause holen: Jung-Newsome lebt in Paris, ist in eine amouröse Geschichte mit einer klugen, charmanten Französin namens Madame de Vionnet verstrickt und denkt gar nicht daran, sich wieder in die Eintönigkeiten amerikanischen Kleinstadt- und Geschäftslebens zu fügen. In den Augen der gestrengen Mrs. Newsome (und zunächst auch in Strethers Auffassung) hat Madame de Vionnet ein ganzes Bündel an Fehlern: Sie ist um einige Jahre älter, verheiratet und zudem mit einer hübschen Tochter gesegnet. Obwohl zutiefst unglücklich, ist die Ehe mit einem Adeligen, die nur noch auf dem Papier besteht, nicht auflösbar. Überkommener Adelcodex trifft auf amerikanischen Puritanismus.

Strether, der selbst an eine Verbindung mit Mrs. Newsome denkt, ist zunächst guter Dinge, seinen Auftrag bewältigen zu können – und scheitert. Denn seine „Pariser Erfahrungen“ führen ihn zu ganz zentralen Fragen an sich selbst, zu einer Auseinandersetzung mit seinem Leben. Bei einer Unterhaltung mit einem jungen, unsicheren Mann, den er in der Hauptstadt der Liebe kennenlernt, bricht es plötzlich aus dem rechtschaffenen Amerikaner heraus:

„Leben Sie, so intensiv Sie können; alles andere ist ein Fehler. Was Sie tun, spielt eigentlich keine große Rolle, solange Sie ihr eigenes Leben leben. Wenn Sie das nicht gelebt haben, was haben Sie dann überhaupt gehabt?“ 

Verbunden mit dem temperamentvollen Appell an den jüngeren Mann ist jedoch die melancholische Einsicht, dass für ihn selbst, den 55jährigen, der Zug wohl schon abgefahren ist – und dennoch kehrt Strether am Ende des Romans nach Hause zurück. Allerdings ist er nicht mehr derselbe, wie der Abschied von einer amerikanischen Freundin in Paris am Ende des Romans verdeutlicht.

„Es brachte sie zurück auf ihre unbeantwortet gebliebene Frage. „Was erwartet Sie denn zu Hause?“
„Ich weiß es nicht. Irgendetwas gibt es immer.“
„Eine große Veränderung“, sagte sie, während sie seine Hand festhielt.
„Eine große Veränderung – ganz ohne Zweifel. Trotzdem werde ich sehen, was sich daraus machen lässt.“

Maike Albath, eine ausgezeichnete Kennerin von Henry James` Werk, schreibt über „Die Gesandten“:

„Hier klingt ein weiteres zentrales Motiv von Henry James an, das er in vielen Romanen variiert: das des verpassten Lebens. Gründe dafür können Zaghaftigkeit, emotionale Taubheit, aber auch wirtschaftliches Kalkül sein, wie in seinem groß angelegten Fresko „Die Flügel der Taube“, in dem Berechnung schließlich jede tiefere Gefühlsregung verfälscht und Verstellung eine fatale Dynamik entwickelt. In seinem ausführlichen Nachwort, das in dieser Ausgabe zum ersten Mal auf Deutsch erscheint, erzählt der Autor, wie er 1895 über einen Freund von einem älteren Gentleman hörte, der einen jungen Mann vor der Gefahr des Verzichts warnte.“ 

Ihr Artikel verknüpft Kenntnis des Werks und der Biographie des Autors geschickt. Wer sich Henry James annähern will, findet hier eine gute Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/buch-der-woche-henry-james-die-gesandten.700.de.html?dram:article_id=346874 

Auch heute noch, in einer globalisierten Welt, in der durch die digitalen Medien scheinbare Nähe aufgebaut wird, wirken die Romane Henry James in ihrem Kernthema – Alte Welt versus Neue Welt – eigenartig modern. Die jüngsten Präsidentschaftswahlen haben dies vielleicht einmal mehr gezeigt, wie wenig wir von den Vorgängen in den USA und der amerikanischen „Seele“ wissen. James, der sich selbst zeitlebens in Europa wohler fühlte, hätte das Erstaunen der Europäer über Trumps` Wahl vielleicht mit einem Schulterzucken und einem wissenden, müden Lächeln quittiert. Immer wieder hat er in seinen Büchern versucht, die Masken zu lüften – und immer wieder doch auch aufgezeigt, wie vieles die alte von der neuen Welt trennt.

Verlagsinformationen zu „Die Europäer“:
https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Europaeer/Henry-James/Manesse/e483140.rhd

Verlagsinformationen zu „Die Gesandten“:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-gesandten/978-3-446-24917-2/


„Es war allerdings ein Leichtes, nicht zu sprechen, wo die eigentliche Schwierigkeit doch darin lag, Worte zu finden.“

Henry James, „Die Kostbarkeiten von Poynton“, Manesse Verlag, 2017.

Henry James ist einer dieser Schriftsteller, die nie ganz weg, aber auch nie ganz da sind – wohl jeder, der sich mit englischsprachiger Literatur befasst, wird eines seiner bekanntesten Werke, sei es „Die Drehung der Schraube“, „Portrait of a Lady“ oder „Washington Square“ gelesen haben. Doch die gesamte Fülle seines Werks harrt immer noch einer angemessenen Übertragung ins Deutsche.
Umso mehr muss man anerkennen, dass beim Manesse Verlag seit einiger Zeit nach und nach einiger seiner Werke in hervorragender neuer Übersetzung erscheinen – und darunter, so wie nun mit „Die Kostbarkeiten von Poynton“, durchaus nicht nur die oben genannten, bereits berühmten Titel, sondern auch ein Roman, der zu den weniger bekannten Stücken aus James` Gesamtwerk zählt.

Wie Alexander Cammann in seinem Nachwort herausarbeitet, bildet dieses Buch eine Art Zäsur im Schaffen des amerikanischen Schriftstellers. Mit dem Krebstod seiner Schwester Alice, dem Tod seines Brieffreundes Robert Louis Stevenson und dem Suizid seiner Seelenverwandten Constance Fenimore Cooper hatte Henry James innerhalb kürzester Zeit seine engsten Vertrauten verloren, dazu kam sein öffentliches Scheitern als Bühnenautor. Seine Reaktion: Er setzt sich mit seinem eigenen Schaffen auseinander, beginnt wieder an einem Roman zu schreiben: „Ich gedenke, weit bessere Arbeit zu leisten als je zuvor.“

An dem 1896 erstmals veröffentlichten Poyntoner Kostbarkeiten werden sich die Geister scheiden: Wer sich mit dem Stil von Henry James, der zugegebenermaßen wenig „actionreich“ ist, sowieso nicht anfreunden kann, der wird das Buch entnervt zur Seite legen. Andere finden darin jedoch ihren vollen Genuss.

Im Grunde ist die Geschichte etwas Schall, sehr viel Rauch – Rauch, in dem das vermeintliche Objekt der Begierde, ein mit Devotionalien vollgestopftes Haus, am Ende in Flammen aufgeht. Eine unerwartete Pointe für eine Erzählung, die jedoch um einen ganz anderen Kern kreist: Die Unfähigkeit der beteiligten Personen, die (selbstauferlegten) Grenzen der Konvention, der öffentlichen und der gefühlten Moral abzulegen und ihrem eigentlichen Bedürfnissen und Gefühlen nachzugeben. Am Ende liegt alles buchstäblich in Schutt und Asche – auch das Lebensglück eines verliebten Paares, das nicht fähig ist zu können, wie es wollen sollte.

Nikolaus Stingl hat in seiner Übersetzung die leisesten Schwingungen und Untertöne, die Henry James seinen Figuren bei diesem dialoghaltigen Roman in den Mund legt, hervorragend aufgenommen. James, der souveräne „Menschenautor“, lässt einem jede feinziselierte Seelenregung seines Personals nachvollziehen, obwohl niemals direkt das ausgesprochen wird, was eigentlich gemeint ist – auch das macht die Lektüre insbesondere seines Spätwerks, das durch „Die Kostbarkeiten von Poynton“ eingeläutet wurde, zu einem herausfordernden Genuss.

Verlagsinformationen zum Buch:
https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Kostbarkeiten-von-Poynton/Henry-James/Manesse/e450014.rhd

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Joachim Geil: Ruhe auf der Flucht

Geil„Als Jill vor wenigen Wochen sagte, mein Onkel und ihr Vater seien fällig, fragte ich mich, ob sie deren Tod meinte, Der Tod ist ein ausgetretener Pfad, den zu viele beschritten haben, als dass er noch erstrebenswert wäre (allein der Todestourismus in die Schweiz, und gegen die Todesstrafe bin ich auch, obwohl es seit der Zarenkrise wieder viele Fürsprecher gibt, mehr denn je). Er hat seine ruhmreichen Zeiten hinter sich, aber als momentane Beatmung einer großen Flucht ins Endgültige bekommt der Tod einen coolen Reiz.“ 

Joachim Geil, „Ruhe auf der Flucht“, Steidl Verlag, 2016 

Was für ein seltsames, irritierendes, faszinierendes Buch. Genregrenzen? Einfach gesprengt. Erzählebenen? Durchmischt, vermischt, verwoben. Typographisches Einheitsbild? Gesetzte Kunst statt Einheitsbrei.

Ich muss zugeben: Es dauerte ein wenig, bis ich in die „Kellersonderwelt“ dieses Protagonisten hineinfand. Bildstarker Einstieg, dann der erste abrupte Einschub, Jan mit dem Kurzhaarschnitt wechselt an die Stelle des Erzählers Hubert.

Kein stringenter Erzählfaden eben (sondern ein Roman in vier Teilen und neunundfünfzig Verwahrstücken). Also auch keine „Ruhe auf der Flucht“. Man muss beim Lesen so hellwachsein wie der junge Hubert, seines Zeichens Ich-Erzähler (dem die Geschichte jedoch des Öfteren aus der Hand genommen wird), wenn der Onkel vor der Tür steht. Man muss die Geschichte mit den in einer Art Register angehängten Verwahrstücken, Puzzleteilen gleich, zusammenfügen, einen Sinn suchen, zugleich schon ahnend, dass neue Fragen sich öffnen werden. Aber dies vermag ein gutes Buch: Es wirft auch nach dem Lesen neue Fragen auf. Und so schlägt man am Ende den Roman zu, verwirrt, manches bleibt unaufgelöst, aber doch wissend: Da habe ich etwas ganz Besonderes gelesen.

Den Inhalt von Joachim Geils Roman in einer Rezension zusammenzufassen, ist kein einfaches Unterfangen. In einem Interview sagt der Schriftsteller: „In diesem Roman sind alle auf der Flucht“. Selbst die Hauptfigur, die äußerlich sesshaft scheint, flüchtet sich „in Kopfwelten“.

Vordergründig erzählt wird die Geschichte des 36jährigen Hubert, der – immer noch mit dem leiblichen Onkel zusammenlebend – Rachepläne schmiedet: Als Kleinkind ist er nach dem tödlichen Unfall seiner Eltern zu dem alleinstehenden Mann gekommen. Doch die größte Lust dieses gepflegten, sich so weltmännisch gebenden Kulturmanagers einer pfälzischen Kleinstadt ist es, den Jungen zu misshandeln und zu missbrauchen – das geht so Jahre hinweg, bis Hubert uninteressant – weil zu männlich – für den Peiniger wird.

Parallel dazu wird von Jan erzählt – dessen erste Begegnung mit dem Rahmenhändler Daniel in einer Verführung endet, die einer Vergewaltigung gleicht. Gemeinsam mit dem älteren Mann zieht Jan auf eine irrsinnige Diebestour von Colmar bis Karlsruhe – zwei rätselhafte, aber durchaus anziehende Kunsträuber auf der Walz. Jans Traum: „Ein Weltschrank, wo endlich alles reinpasst.“ Die Welt, in Schubladen geordnet – ein Konzept, dem sich Joachim Geils Buch gekonnt entzieht. Ironie als Stilmittel, um immer wieder Lesererwartungen zu brechen:

 „Daniel nennt es Trip.“

 „Mein Onkel nannte es Hirnwichserei („…ach, sorry, Hubsi, war nicht so gemeint, wahrscheinlich hast du recht.“ Hätte er mehr gewichst und weniger gefickt, wäre ich womöglich das Opfer einer glücklichen Kindheit geworden.“

Erst nach und nach löst es sich auf, dass Jan offenbar nicht der angebetete Nachbarsjunge Huberts ist, sondern dessen Erfindung, sein abenteuerliches Flucht-Alter-Ego? Von denen Hubert mehrere hat – so auch den psychisch kranken Dichter Jakob van Hoddis, ebenfalls ein ewig Flüchtender, der jedoch – ähnlich wie Hubert – dann ausgerechnet an dem Ort, an dem es für ihn zum Schrecklichsten kommt, bleibt.

Während Jan und Daniel ihre Kreise ziehen, führt ein weiterer Erzählstrang auf die Spuren eines Frauenmörders, dessen Taten der Erzähler seinem von Parkinson geschüttelten Onkel unterschiebt. Rache vollendet, scheinbar.

Damit noch nicht genug an phantastischen Erzähleinfällen und -schüben: Afrikanische Flüchtlinge, die wie im KZ gefangen gehalten werden, Vor- und Rückblenden, in denen unter anderem von Jakob van Hoddis, von Georg Heym und Hölderlin erzählt wird, flämische Künstler, die zum Leben erweckt werden: Joachim Geil zeigt eine Lust am Spiel mit Identitäten und Erzählebenen, die beim Lesen zunehmend mehr an eigener Spiellust weckt. Er erzählt von Flucht und Flüchtenden, ein weiteres zentrales Thema ist jedoch auch dieses von Schuld und Sühne: Selbst mit vollzogener Rache ist Hubert nicht befreit – der Racheakt auch ein Akt der Selbst-Verschuldung.

Missbrauchsdrama, düsterer Thriller, Provinzposse, Dystopie und vieles mehr – dieser Roman hält sich nicht an Grenzen, nicht an Formen und Stile und, wie eingangs erwähnt, nicht an Schrifttypen: „Ruhe vor der Flucht“ ist auch optisch ein auffallendes Buch, typographisch mit viel Sorgfalt gemacht, handwerklich perfekt. Ein „Steidl-Buch“ sagt der Autor, der eigentlich einen ganz „normalen“ Roman geplant hatte. Doch da nahm im einerseits der kalligraphisch begabte Protagonist die Feder aus der Hand, andererseits entwickelte sich die Zusammenarbeit mit dem Künstler Reinhard Doubrawa, ein Dialog, der Wort und Bild in den Verwahrstücken zusammenführt.

„Ruhe auf der Flucht“ ist der Schlusspunkt einer Art „Heimattrilogie“, die jeweils im Pfälzischen angesiedelt ist. Vor allem aber sind es Bücher, die um die Themen Vergeblichkeit und Vergeben im menschlichen Leben kreisen.

Schon in seinem Debütroman „Heimaturlaub“, der von einem Soldaten im Zweiten Weltkrieg handelt, als auch in „Tischlers Auftritt“, der die Fragen der 1968er-Generation aufgreift (beide ebenfalls bei Steidl erschienen), stellte Joachim Geil Männer in den Mittelpunkt, die aus den richtigen Gründen das Falsche tun, die Schuld auf sich laden. Mit dem ungewöhnlichen Roman „Ruhe auf der Flucht“ zeigt der in Köln lebende Autor seine unkonventionelle Gestaltungskraft auf. „Ruhe auf der Flucht“: ein empfehlenswertes Buch für Leser, die die Geduld haben, sich einem Buch nicht nur flüchtig, sondern in aller Ruhe zu widmen.

Ein Blick in das Buch lohnt sich sehr:
https://steidl.de/Buecher/Ruhe-auf-der-Flucht-1639425061.html

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KRÖNER VERLAG: Eduardo Lago – Brooklyn soll mein Name sein

»Mehr noch als ein erster Roman ist ›Brooklyn soll mein Name sein‹ ein außergewöhnlicher Roman, wie es sie im Literaturbetrieb nur selten gibt. Seine Lektüre ist mitreißend und erfüllt einen ganz und gar, und am Ende möchte man sofort wieder anfangen. Dieses Buch hat seinen Autor gefunden.«
Le Monde


Eine Bar in den Docks von Brooklyn, bevölkert von einer Ansammlung seltsamer Gestalten, Seeleute, Einwanderer, Ausgestoßene, allesamt Heimatlose, von den Widrigkeiten der Welt an diesen Ort gespült, wo sie unter ihresgleichen ein Stück Heimat wiederzufinden hoffen. Der Kapitänstisch ist reserviert für Gal Ackerman, einen Schriftsteller, der mit dem Roman seines Lebens eine einzige Leserin zu erreichen sucht: Nadja Orlov, seine seit Jahren verschollene große Liebe. Gals Existenz umgibt ein großes Geheimnis, das Raum und Zeit übergreift, zurückreicht bis in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs. Nach seinem Tod ist es an seinem Freund Ness, das Geheimnis seines Lebens Stück für Stück zu entschlüsseln und auf diese Weise seinen Roman zu Ende zu schreiben.

»Brooklyn soll mein Name sein« entwickelt einen unheimlichen Sog, der einen nicht so schnell wieder loslässt. In selten eindringlichen Bildern erzählt er von Freundschaft, von Liebe und abgrundtiefer Einsamkeit, die selbst die Freundschaft nicht heilen kann, und, wie sollte es anders sein, von Brooklyn.

Eduardo Lago, geboren 1954 in Madrid, ist Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker, der für seine Interviews mit den bedeutendsten nordamerikanischen Schriftstellern für ›El País‹ vielfach ausgezeichnet wurde. Nach vielen Jahren als Direktor des Instituto Cervantes in New York arbeitet er inzwischen als Professor für Literatur am Sarah Lawrence College nahe Manhattan. Für sein Romandebüt »Llamame Brooklyn« wurde er 2005 aus dem Stand mit dem Premio Nadal, dem bedeutendsten spanischen Literaturpreis ausgezeichnet. Obwohl das Buch danach in zahlreiche weitere Sprachen übersetzt wurde, liegt es nun erstmals in deutscher Sprache vor.

Pressestimmen:

„Mit der Kombination von kräftiger Kolportage und zarter intellektueller Reflexion schafft Eduardo Lago eine aufregende Version des magischen Realismus, stärker noch inspiriert als die lateinamerikanische vom „Ulysses“ von Joyce, der wichtig ist für Lago (…)“ – Fritz Göttler in der Süddeutschen Zeitung

„Die Hauptperson ist nach wenigen Seiten tot. Was anschließend auf 460 Seiten erzählt wird, sind „atmende Seiten“. Kurz: Es ist Literatur. Nicht zuletzt der Roman Brooklyn soll mein Name sein des Spaniers Eduardo Lago selbst.“
Alexander Kluy in der „Der Standard“

„Eine große Hymne auf diesen New Yorker Stadtteil.“
Johannes Lau in der „Buchkultur“ 5/2021

„Lago ist ein talentierter Erzähler, der mit großer psychologischer Tiefenschärfe schreibt und dem komplexen Innenleben seiner Figuren feinfühlig auf den Grund geht. Sein Roman ist mal poetisch, mal kurios, oft melancholisch und niemals langatmig. Am Ende möchte man Lagos Brooklyn-Mikrokosmos am liebsten gar nicht mehr verlassen.“ – Victoria Eglau, Deutschlandfunk Kultur

„Ein souveräner Erzähler – die Übersetzung greift die Töne, die er anschlägt, gekonnt auf. Ein großes Vergnügen, ihm in jeden Winkel seiner Geschichte in Raum und Zeit zu folgen.“ – Monika Buschey, WDR

„Wer als Leser*in keine Angst vor Überfülle hat und Umwege liebt, wer gerne wissen will, wie alles mit allem zusammenhängt, wie Zeiten sich überlagern, Orte sich kaleidoskopisch auflösen, darf sich bei Eduardo Lago und seinem Kampf gegen die Furie des Verschwindens gut aufgehoben fühlen. Lago führt in lauter Wunderkammern des menschlichen Lebens mit dem Tod als zuverlässigem Gast. Den Grundton des Romans könnte man wohl am besten mit gedämpft, ein wenig schwermütig charakterisieren. Aber Lagos Melancholie beflügelt, so paradox das klingt, und beschert ein literarisches Glück.“ – Nora Eckert, literaturkritik.de

„Eduardo Lago hat einen bravourösen Roman geschrieben, der den Leser in seinen Bann
zieht.“ – Otto A. Böhmer, Weltwoche

„Eine faszinierende, sogartige Geschichte, in der sich alles findet, was uns im Leben begegnet, die allgegenwärtige Tragödie, vor denen keiner von uns gefeit ist – ob in oder weit weg vom Mittelpunkt der Welt, Brooklyn.“
Anke Wittkopp, STADTKIND – hannovermagazin, 11/2021

„Man findet es fast schade, wenn man am Ende angelangt ist und diesen ganz eigenen Kosmos wieder verlassen muss. Das fühlt sich dann an, als wäre eine sehr schöne Reise zu Ende. Was bleibt, ist das jedoch dieses sehr gute Gefühl, an etwas Schönem teilgenommen zu haben.“
Adrian T. Mai bei arcimboldis world

„Es ist ein Fest, diesen Roman zu lesen.“ – Hauke Harder, Buchhändler, auf seinem Blog Leseschatz

„Diese Roman hat eine unglaubliche Tragweite. Eduardo Lago erzählt von Verletzlichkeit, von Liebe und Kummer, Leidenschaft und Sehnsucht, von Freundschaft und Träumen.
Jamie Lindner auf ihrem Blog „Librovore“

„Am Ende fügt sich alles zu einer Geschichte, die einen in ihren Bann schlägt.“
Marina Müller-Nauhaus vom Blog „We read Indie“

„Es gibt Romane, die einen Sog entwickeln, obwohl man nicht so genau weiß, warum. “Brooklyn soll mein Name sein” ist ein solcher Roman.“ – DieBedra

„Ein literarischer Hochkaräter.“ – Claudia Kowalski, Renies Lesetagebuch

„Ein komplexer Roman, ein literarisches Kunstwerk.“ . Sabine Ibing, Literaturblog

„Es gibt nur wenige solche Bücher: Man möchte sich einkuscheln in ihre Sätze, in jedes Wort, in jede Silbe. Man möchte jede einzelne ihrer Zeilen einsaugen in sich und nie wieder davon lassen. Sobald man ein solches Buch gefunden hat, kann man sich gar nicht vor­stellen, dass man jemals freiwillig damit aufhören könnte, es zu lesen.“ – eine Gastrezension von Bernhard Bathiany beim Blog Elsternest

„Brooklyn soll mein Name sein ist ein mehr als verschachteltes und herausforderndes Leseerlebnis, das dem Lesenden einiges abverlangt. Am Ende wird man aber mit einer komplexen Geschichte belohnt, die tatsächlich eine erneute Lektüre reizvoll macht, wie es auch die Pressestimme der Le Monde auf dem Buchrücken preist. Besonders für anspruchsvolle Lektüreliebhaber*innen mit Schwäche für Metaebenen und New York ist Eduardo Lagos Buch ein trickreiches Leseerlebnis (…)“ – Marius Müller, Buch-Haltung

Informationen zum Buch:
Eduardo Lago
Brooklyn soll mein Name sein
Übersetzt von Guillermo Aparicio
2021, 464 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen, 25,00 €
ISBN: 978 3 520 62401 7

https://www.kroener-verlag.de/details/product/brooklyn-soll-mein-name-sein/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.

KRÖNER VERLAG: Sibylle Schleicher – „Die Puppenspielerin“

Das neue Buch von Sibylle Schleicher erzählt die Geschichte der Zwillingsschwestern Sarah und Sophie, die sich als Kinder eine gemeinsame Welt geschaffen haben, die sie bis weit in ihre sehr verschiedene Erwachsenenwelt hinein verbindet. Die beiden sind ein eingespieltes Team – bis die Krankheit einbricht in ihr Leben und alles verändert. Hilflosigkeit, Zuversicht, Humor, Verzweiflung, Ungeduld, Zuneigung, Angst, Zärtlichkeit: widerstrebende Gefühle in einem unerbittlichen Prozess, in den dieser besondere Roman auf anrührende, herzhafte, sehr lebendige Weise ganz tief eintaucht.

„Die Puppenspielerin ist eine traurig-schöne, bewegende Zwillingsgeschichte, die auf charmante Weise die Tragfähigkeit gemeinsamer Beziehungserfahrung beleuchtet, Kosten und Nutzen psychischer Abwehrreaktionen behutsam wägt und damit den Blick wieder frei macht auf unsere eigentlichen Werte und Bedürfnisse. Das gibt Hoffnung und macht Mut“, sagt Dr. Klaus Hönig, Psychotherapeut, Leiter der Konsiliar- und Liaisonpsychosomatik am Universitätsklinikum Ulm.

Sibylle Schleicher wurde 1960 in der Steiermark geboren, studierte Schauspiel in Graz und hatte Engagements an Bühnen in Graz, Darmstadt, Bielefeld, Kiel sowie 13 Jahre am Theater Ulm. Ihre Veröffentlichungen umfassen Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. Für ihren ersten Roman „Das schneeverbrannte Dorf“ (2000 bei Haymon) erhielt sie den Peter-Klein-Preis der Stadt Aachen. „Die Puppenspielerin“ erschien vor wenigen Tagen im Kröner Verlag, www.kroener-verlag.de.

Homepage: https://sibylleschleicher.de/

Die erste öffentliche Buchvorstellung fand vor rund 120 begeisterten Gästen am Sonntag, 10. Oktober, 11.00 Uhr, im Theater Ulm statt, Veranstalter war der Literatursalon Donau, gefördert wurde die Veranstaltung von der Berthold Leibinger Stiftung GmbH, Ditzingen. „Die Puppenspielerin“ wurde bei einer bunten Matinee vorgestellt. Mit Sibylle Schleicher las Alexandra Ostapenko, Ensemblemitglied im Theater Ulm. Am Klavier war Michael Weiger zu hören. Die Moderation übernahm Michael Sommer, der langjährige Leitende Schauspieldramaturg am Theater Ulm, der durch sein Projekt „Sommers Weltliteratur to go“ vielen literaturaffinen Menschen gut bekannt ist. Für die Buchpräsentation gab er eine kleine Liveaufführung von Sibylle Schleichers Stück „Der faule Stein“, das auch im Roman eine Rolle spielt:

Pressestimmen:

„Sophies Unrast nimmt den Leser mit, und trotzdem ist „Die Puppenspielerin“ kein bedrückender Roman. Denn er erzählt von einer Familie, die einander trägt, Kraft aus den gemeinsamen, oft witzigen Erinnerungen zieht.“
Jana Zahner, Südwest Presse, 6. Oktober 2021

„Es geht in „Die Puppenspielerin“ ums Leben, seinen Wert und seine Zerbrechlichkeit.“
Dagmar Hub, Neu-Ulmer Zeitung, 6. Oktober 2021

„Sibylle Schleicher – Lyrikerin, Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin – erzählt mit
unglaublicher Beobachtungsgabe und großem Einfühlungsvermögen (…).“
Maria Leitner, Sonderheft Österreich der Buchkultur

„Sibylle Schleicher verfügt über Sprachgefühl, weiß, wie eine Geschichte gebaut sein muss, dass Spannung in sie reinkommt, erschafft lebendige Charaktere, an deren Schicksal sie die Leser teilhaben lässt.“
Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 23. Oktober 2021

„Das ist die Stärke dieses Romans. Wehleidige Momente voller Trauer zum falschen Zeitpunkt sucht man vergebens.“
Karsten Koblo, Blog aus-erlesen

„Sibylle Schleicher erzählt eine ergreifende Geschichte, leise und nachdenklich, ohne Sentimentalität. Die Sterbende wie die Angehörigen lernen loszulassen, das Gegebene anzunehmen.“ – Anne Kullmann, Aalener Kulturjournal

„Ich habe selten einen Roman gelesen, in dem ein so bedrückendes Thema so einfühlsam und erschütternd und gleichzeitig so warmherzig und heiter in Worte gefasst wurde. Sibylle Schleichers Ich-Erzählerin Sophie nimmt ihre Leser*innen mit auf eine Reise, die vom ersten Schritt an von dunklen Wolken überschattet ist, und doch bricht sich immer wieder ein unbeugsamer Sonnenstrahl durch das tiefe Grau.“ – Yvonne Schauch

„Es gibt Bücher, die gehen unter die Haut und berühren tief im Inneren: Sibylle Schleicher hat mit „Die Puppenspielerin“ ein solches geschrieben – ein Herzensbuch, ein tieftrauriger und doch hoffnungsvoller Roman über Familienbande und das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen.“
Barbara Pfeiffer, Blog Kulturbowle

„Sibylle Schleicher schafft mit diesem Roman etwas, das berührt ohne aufgeregt zu sein. Literatur, die das Tieftraurige und zugleich Hoffnungsvolle beschreibt, ohne dabei auf Kitsch, Rührseligkeiten oder besonders Außergewöhnliches zurückzugreifen.“
Anna-Lena Deckers bei Aufklappen

„Ein fesselnder Roman, unprätentiös und ergreifend.“ – Barbara Leinfelder, „Bayern lesen“ in BR 2

„Die Puppenspielerin erzählt einfühlsam und doch schonungslos, wie die Zwillingsschwestern Sarah und Sophie mit dem Leidensweg durch eine schwere Krebserkrankung eine der beiden Schwestern umgehen.“ – Literaturmagazin ORF Steiermark, Alina Samonig

„So glücken Schleicher unter die Haut gehende Passagen in diesem Roman über Angst und das Bannen der Angst durch Benennen, Beschreiben, durch Literatur also.“ – Alexander Kluy, Literaturhaus Wien

„Sibylle Schleicher erzählt einfühlsam, leise und ohne Effekthascherei, aber doch tief berührend.“ – Blog „Die Bedra“

Sibylle Schleicher im Podcast bei Radio Donau3FM und bei Günter Encic.

Sibylle Schleicher im Autorenlexikon beim Literaturportal Bayern.

Informationen zum Buch:
Sibylle Schleicher
Die Puppenspielerin
Roman. 268 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen,
ISBN 978-3-520-75601-5
https://www.kroener-verlag.de/details/product/die-puppenspielerin/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.

KRÖNER VERLAG: Otto A. Böhmer – Auf das, was da noch war

Wer Nietzsche zu nahekommt, darf sich über die Folgen nicht beklagen. Das bekommt auch der Ich-Erzähler des Buches zu spüren: Man ruft ihn zum Nietzschekenner aus, obwohl seine Begabungen erkennbar limitiert sind und ihm wesentliche Erinnerungen abhanden kommen. Muss er sich Sorgen machen? Das muss er wohl, zumal ihm eine seltsame, fast kurios anmutende Krankheit zusetzt, die nicht mehr therapierbar ist. Insgesamt aber befindet er sich noch immer in bester Gesellschaft: Man raunt, plappert und schreibt voneinander ab. Eine Zeitlang macht der Erzähler da noch mit; er betätigt sich als Referent, Biograph, Filmemacher und Auftragspoet. Danach wird’s eng für ihn: Als eine Pandemie die irritierte Menschheit belästigt, hat er sich bereits sein eigenes Virus eingefangen, mit dem er aber zurechtkommt. Ohnehin ist er ja müde geworden und freut sich in der Helle von Hindeloopen am Ijsselmeer auf sein Ende, das er sich heiter und friedfertig oder, noch besser, lieber gar nicht vorstellt. Es kommt, wie es kommen muss, und zu guter Letzt herrscht »Ruhe im Karton«.
Friedrich Nietzsche führte uns Leben und Philosophie als offenen Spielbetrieb vor, in dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das mutet unbefriedigend an, macht aber auch das aus, was wir, in den uns geneigten Stimmungen, als lebenswert bezeichnen.

Zum Autor:
Otto A. Böhmer, 1949 in Rothenburg ob der Tauber geboren, lebt als Schriftsteller in Wöllstadt (Wetterau). Rundfunkarbeiten für den BR, SWR und WDR. Essays und Literaturkritiken u.a. für Die Zeit, die Neue Zürcher Zeitung und die Wiener Zeitung. Mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter der Erich-Fried-Preis und das Hermann-Hesse-Stipendium.
Zahlreiche Buchveröffentlichungen. Bei Klöpfer & Meyer erschienen mit Erfolg seine Erzählung »Hegel & Hegel oder Der Geist des Weines« sowie sein Roman »Nächster Halt Himmelreich«. Bei Alber erschien 2021 sein Essay »Reif für die Ewigkeit. Kierkegaard und das Lachen der Götter.«

Informationen zum Buch:
Otto A. Böhmer
Auf das, was da noch war
Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 2021
285 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen, 22,00 €
ISBN 978-3-520-75701-2

Stimmen zum Buch:

„Handelt es sich bei dem Werk überhaupt um einen Roman?, so muss gefragt werden. Die Konstruktion des vielschichtigen Textes kann am besten mit dem englischen Wort sophisticated charakterisiert werden: raffiniert, subtil, vertrackt.“ – Günter Rinke bei literaturkritik.de

„Witzig, schrullig, charmant“ – Melanie Wilke bei „Bücherliebe“

„Mit seinem neuen Roman „Auf das was da noch war“ versucht Böhmer den Ruf des nicht unum-strittenen Philosophen Nietzsche gerade zu rücken, auf das setzend, was da noch war.“ – Bernhard R.M. Ulbrich

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.