Máirtín Ó Cadhain in guter Gesellschaft

Ich freue mich so, dass Máirtín Ó Cadhains letzter Roman, „Die Asche des Tages“, in der Übersetzung von Gabriele Haefs, erschienen beim Kröner Verlag, auch im logbuch, dem Sonderheft des kreuzer leipzig zum Bücherherbst 2020, vorgestellt wird.

Der große irische Autor (Seite 13) ist dabei in guter Gesellschaft: Die kreuzer-Autorinnen und Autoren gratulieren mit Julian Barnes und Edna O`Brien zwei Schriftstellern, die ich unendlich bewundere. Und mit Deniz Ohde, Kaśka Bryla, Ronya Othmann und Olivia Golde kommen in der großen Titelgeschichte vier Autorinnen zu Wort, von denen man hoffentlich noch viel lesen wird.

Reinschauen lohnt sich also: https://kreuzer-leipzig.de/epaper_uploads/Logbuch_2020_Herbst/#0

Neuigkeiten!

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Ausgiebig über Bücher spricht das „gemischte Doppel“ beim NDR, bestehend aus Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz. Unter den Buchempfehlungen für den Herbst 2020 ist auch Máirtín Ó Cadhain mit „Die Asche des Tages“ aus dem Kröner Verlag zu finden. Zum Nachhören findet sich die Sendung hier: https://www.ndr.de/ndrkultur/Das-Gemischte-Doppel-Buchtipps-fuer-den-Spaetsommer-Teil-3,audio739266.html

Richard Mayr stellte am 2. September im Feuilleton der Augsburger Allgemeinen den „Federico Temperini“ von Theres Essmann vor. Er meint: „Ein Debüt, das gespannt macht auf mehr“.
https://www.pressreader.com/germany/augsburger-allgemeine-ausgabe-stadt/20200902/281861530897913

Und über die Buchpremiere von Martina Altschäfers Roman „Andrin“ und Vorstellung des Mirabilis Verlags berichtet die Neu-Ulmer Zeitung: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Literatur-unter-Baeumen-in-Neu-Ulm-Mirabilis-ein-Verlag-fuer-kleine-Wunder-id58034261.html

Buchhändler Hauke Harder stellt „Die Asche des Tages“ vor

Kröner Verlag

„Man leidet mit N., auch wenn man ihn gerne an den Schultern schütteln möchte. Man glaubt ihm seine Gedanken und denkt, er wird alles irgendwann eventuell doch meistern. Der, der es meistert, ist der Autor. Ein typisch schräger, irischer Roman. Máirtín Ó Cadhain reiht sich mit dieser feinen Wiederentdeckung und Übersetzung von Gabriele Haefs in die Kultwerke (z.B. Flann O’Brien in der Übersetzung von Harry Rowohlt) der irischen Literatur ein. Also, gerne alles aufschieben und Máirtín Ó Cadhain lesen!“

Große Freude über diese Leseempfehlung von Hauke Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt auf seinem Blog „Leseschatz“

Die Rezension gibt es in voller Länge hier: https://leseschatz.com/2020/08/28/mairtin-o-cadhain-die-asche-des-tages/.

Máirtín Ó Cadhain: Die Asche des Tages, Kröner Verlag

Jeder kennt diese Situation: Man schiebt etwas so lange vor sich her, bis es fast unmöglich erscheint, es noch in Angriff zu nehmen. Wenn es sich aber um die Beerdigung der eigenen Frau handelt, wird die Sache doch irgendwann brenzlig. So geht es N., der gerade seine Frau verloren hat und sich nun um die Beerdigung kümmern müsste, aber statt dessen irrt er verloren durch Dublin, während die Menschen um ihn herum ihren Verrichtungen nachgehen, als wäre nichts geschehen. Und indem die Zeit verstreicht, wird es immer unmöglicher, nach Hause zurückzukehren, wo zu allem Überfluss noch die bösen Schwestern seiner Frau lauern. Das letzte Meisterwerk des irischen Kultautors: komisch, skurril, sprachmächtig, tieftraurig und ohne jede Pathetik. Deutsch von Gabriele Haefs.

Ó Cadhains Hauptwerk Grabgeflüster, »ein fulminant eigensinniger« Roman und ein »Meisterstück der literarischen Moderne« (FAZ), ist neben der Bibel das einzige Buch, das wirklich in jedem irischen Haushalt zu finden ist.

Máirtín Ó Cadhain gilt als wichtigster irischer Autor des 20. Jahrhunderts und Erneuerer der irischsprachigen Literatur. 1906 westlich von Galway geboren, hat er bis zu seinem 6. Lebensjahr kein Wort Englisch gehört. Ó Cadhain war zunächst Lehrer, engagierte sich dann in der IRA, war 1940–44 interniert und kehrte schließlich der IRA den Rücken. In Dublin arbeitete er als Übersetzer und Professor für Literatur. Im Trinity College in Dublin ist ein Lesesaal nach ihm benannt.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Verlagsinformationen zum Buch: Die Asche des Tages

Besprechungen:

„Ein seltsam düsterer, mit hintergründigem Witz gewürzter Roman.“ – Annemarie Stoltenberg in NDR KULTUR.

„Máirtín Ó Cadhain entfaltet eine kafkaeske Gedankenwelt in einer tragikomischen Umgebung.“ Dieter Wunderlich

„In einem kafkaesken Gedankenstrom fließt tiefe Traurigkeit, gepaart mit Skurilität und Humor dahin.“ – Karin Braun bei Born to read.

„Diesen Roman zu lesen ist ein überraschendes Vergnügen.“ – Martin Oehlen beim Bücheratlas

„Cadhain versteht es meisterhaft, die Verzweiflung N.s, seinen zunehmenden Realitätsverlust, die Suche, den Strudel der Gedanken, die Sehnsucht nach Flucht, auch aus der Verantwortung, das Greifen nach jedem Strohhalm darzustellen. Eingebettet in die Besonderheiten Irlands, das nicht nur Kulisse ist. Und zu denen auch die Nähe von Tragik und Komik gehört.“ – Petra Lohrmann beim Hotlistblog