IM LYRIKRAUM: Alain Lance

LanceJedem Leben ist Honig und Galle bereitet, und
Jeglicher rudert allein seinem Ende entgegen, aber
Die Wasser mögen noch anderen Fahrgästen singen
Die in den Wipfeln die entschlossenen Schwärme sehn
Im steten Verblühen der Jahreszeiten.

Aus „Donau oberhalb von Budapest“, aus dem Französischen übersetzt von Volker Braun.

Alain Lance, „Rückkehr des Echos. Ausgewählte Gedichte.“

Ob nun in den erst 2019 erschienenen „Fantȏmémoires“ oder in dem bereits 1974 herausgekommenen Gedichtband „Les Gens perdus deviennent fragiles“: Da schlägt uns eine Stimme entgegen, die wahlweise zornig, bitter, ironisch und immer auch politisch ist. Und bis ins hohe Alter hinein frisch klingt: Der beinahe 81-jährige Alain Lance beobachtet die Welt mit wachem Blick und hadert mit ihr und dem menschlichen Treiben. „Europa geht aus dem Leim“ konstantiert er beinahe umgangssprachlich in seinem Gedicht „2017“ und schreibt unter dem Titel „Es brennt“ nur einige wenige melancholische Zeilen:

Kaum August schon fällt
Das Blattwerk in Schauern
sollen wir trauern
Um die untergehende Welt?

Man täte diesem Dichter jedoch unrecht, würde man ihn allein auf das Politische reduzieren. Volker Braun, verbindet eine beinahe lebenslange Freundschaft zu dem Franzosen, der sich auch in mannigfaltiger Weise um die deutsch-französischen Kulturbeziehungen (siehe hierzu ein Artikel von Peter von Becker in „Der Tagesspiegel“) verdient gemacht hat. Als Herausgeber hat Volker Braun eine gute Auswahl an Gedichten aus dem Werk seines Freundes getroffen, die dessen Entwicklung aufzeigen. Im Nachwort betont Braun auf ein Zitat von Gérard Noiret hin, der Lance als einzigen politischen französischen Dichter bezeichnet:

„So lese ich ihn nicht, das macht ihn nicht aus, es ist noch immer der robuste, turbulente, anspruchsvolle Geist des Quartier Latin: dieser erstaunlichen irdischen Mischung vom Leben. Nicht nur Résistance, sein Naturell lässt ihn immer wieder Renaissance erleben, wie das Gedicht für Renate wunderbar zeigt.“

Tatsächlich bietet dieser gelungene Auswahlband eine Mischung aus direkter politischer Lyrik ebenso wie Gedichter voller surrealer Bilder und gar dadaistischen Sprachspielereien. Und dazwischen eine Botschaft an den Freund V. B.:

Schreib über Bäume
Es ist kein Verbrechen mehr

Angaben zum Autor:

Alain Lance, geboren 1939 in Bonsecours/Normandie, studierte Germanistik in Paris und Leipzig. Von 1985 bis 1991 leitete er das Institut français in Frankfurt a. M., im Anschluss das Institut français in Saarbrücken und danach bis 2004 das Pariser Literaturhaus Maison des écrivains et de la littérature. In seinem 2009 veröffentlichten Buch Deutschland, ein Leben lang (2012, Matthes & Seitz) beschreibt er anekdotenreich seinen Lebensweg als Vermittler zwischen den Kulturen. Bereits 1977 erschien eine erste Auswahl seiner Gedichte auf Deutsch, schon damals herausgegeben und nachgedichtet von Volker Braun (zusammen mit Paul Wiens). Alain Lance ist neben seiner schriftstellerischen Arbeit auch als Übersetzer tätig, oft gemeinsam mit seiner Frau Renate Lance-Otterbein, u. a. von Volker Braun, Franz Fühmann, Ingo Schulze und Christa Wolf.

Informationen zum Buch:

Alain Lance
Rückkehr des Echos
Herausgegeben von Volker Braun
Mit Nachdichtungen von Volker Braun, Richard Pietraß, Gabriele Wennmer, Simon Werle und Ludwig Harig.
Faber & Faber, 2020
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 96 Seiten im Format 13,5 x 20,5 cm, 20.00 EUR [D], 20.60 EUR [A]
ISBN 978-3-86730-171-8
https://www.verlagfaberundfaber.de/


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IM LYRIKRAUM: ANKE GLASMACHER

GlasmacherAm Lebensende

spult sich eine laufmasche
von der achillesferse
langsam nach oben

die alte frau spuckt
ein grunzen über die straße
hinter ihr bleibt

ein blutiges bein
das schwarze kleid wirft
kaum mehr schatten

Aus: „Ein morsches Licht“ von Anke Glasmacher

Es sind die Nachtgedanken einer Spaziergängerin, Bilder, die man beim Umherstreifen durch die Städte pflückt, Beobachtungen der Welt um uns herum. Das ist jedoch nicht in Hochglanz verpackt, sondern in gedämpften Farben beschrieben. Die Bilder erinnern an alte schwarzweiß Fotografien, Licht und Schatten, Nachtgewächse.

„Geisterstunde“ ist ein Kapitel überschrieben, und das ist trefflich: Da sind die Gezeiten ein wechselhafter Tod, die „morsches Licht“ über das Kind auf der Sandbank schütten, während die „eichenschwere“ Zeit nur langsam kriecht. Selbst die Leichtigkeit eines Sonnentages offenbart ihre Schattenseiten.

Stadt, Land, Fluss: Die Lyrikerin, die bereits mehrere Bände im Elif Verlag veröffentlichte, nimmt mit diesem Band die Leserinnen und Leser mit auf ihre Streifzüge durch Landschaften und Städte. Die Beobachtungen dabei: Leise, melancholisch, unerbittlich. Ein besonderes Kapitel ist der letzte Abschnitt, „An einem Freitag“, überschrieben: Ein Totentanz im November, gespickt mit eindringlichen Bildern.

Informationen zum Buch:

Anke Glasmacher
Ein morsches Licht
Elif Verlag 2020
Klappenbroschur mit Fadenheftung, 104 Seiten, 18,00 €
ISBN 978-3-946989-27-1

Die Schriftstellerin betreibt auch eine eigene Homepage: https://www.ankeglasmacher.com/


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Bücherhamstern (2): Flirrende Visionen

– Kostenfreie Werbung –

Heute stellt Thomas Zehender vom danube books Verlag ein Buch aus seinem Programm vor:

COV_Mahic_Flirrende_9783946046165Das Buch:

Mit „Flirrende Visionen / Lepršava priviđenja“ möchte ich Euch den bosnischen Dichter Admiral Mahić (1948 – 2015) vorstellen. Seine Lyrik ist Ausdruck einer humanistischen und liberalen Gesinnung über sämtliche nationale Grenzen und einen Krieg hinweg. Bis heute wird diese wichtige Stimme aus dem multi-kulturellen Sarajevo im ganzen ehemaligen Jugoslawien verehrt. Bei danube books erstmals umfassend in deutscher Übersetzung erhältlich!

Der Verlag:

Der danube books Verlag wurde 2015 gegründet. Das Programm enthält Sachbücher und Belletristik. Eine Besonderheit ist die Lyrik-Reihe edition textfluss mit zumeist zweisprachigen Bänden. Das Ziel: Die Förderung der kulturellen Vielfalt der Donauländer. Unser Motto lautet: grenzenlos europäisch!

Die Buchhandlung:

Man kann „Flirrende Visionen“ bei der Aegis Literatur Buchhandlung in Ulm bestellen, die einen Onlineshop und Lieferservice betreibt: aegis-literatur.de. Für Österreich empfehlen wir den Bestell- und Lieferservice der Buchhandlung Lerchenfeld:  lerchenfeldbuch.at/

Informationen zum Buch:

Admiral Mahić
Flirrende Visionen / Lepršava priviđenja
danube books Verlag
Hardcover, 164 Seiten
Preis: 18,00 € (D), 18,50 € (A)
ISBN 978-3-946046-16-5


Wegen der Coronakrise bietet der Blog unabhängigen und kleinen Verlagen unter der Rubrik #buecherhamstern die Möglichkeit, Titel aus ihrem Programm sichtbar zu machen. Das ist ein Zeichen der Solidarität für das verlegerische Engagement, das für Vielfalt und Auswahl für Lesende sorgt. Diese Beiträge sind kostenfreie Werbung.

 

IM LYRIKRAUM: Marcus Hammerschmitt

HammerschmittPsalm

Ich gehe unter Blüten,
denn so ist es sicher.

Fällt mich dort ein Raubtier an,
ein Heiliger mit seinem Glück,
die Zähne werden stumpf,
das irre Lächeln schwindet,
der Blütenschnee macht sie ermatten.

Auch Borke, Rinde, Federvieh.
Alles was sich weiß und rosa
in die Lüfte windet. So sänftigt
die Natur das Gift des hohen Säugetiers.

Es duftet. Es ist weich.
Federn, Blüte, Haargesichte.
Wir hätten was zu essen
und fühlten uns geliebt.
Das gute Ende der Geschichte.

Marcus Hammerschmitt, „Psalm“ aus „Der Brief des Nachtportiers“.

Vielleicht sind dies die passenden Gedichte für Tage wie diese, in denen Sicherheiten schwinden und es keine Eindeutigkeiten mehr gibt. Alles wirkt „klassisch halb“, wie Marcus Hammerschmitt eines seiner Kapitel nennt. „Manchmal ist alles beseelt“, doch diese Momente sind selten. Meistens ist nichts, wie es scheint, und jedes Ding hat seine zwei Seiten:

„Ich trag ihn rum und zeig ihn vor,
den köstlich verrotteten Jahrgang.“

Die Zyklen in diesem Gedichtband führen in die Ferne, in das mauretanische Zouerate unter anderem, und führen zurück in die Heimat, die „Verschränkung“ ist. Dazwischen Fein- und Grobalchemie und „Sexy Science“. Eine große thematische Bandbreite, die unter dem Mikroskop jedoch wiederkehrende Themen offenbart – wie der Mensch sich Natur aneignet, wie er versucht, eine ungezähmte Materie zu bändigen, die sich ihm aber immer wieder aufs Neue entzieht. So heißt es in dem Gedicht „Der Mond ist auf“:

„Die Nacht erzwingt den Wald.
Der Wald erzwingt die Gedanken.
Scherenschnitte erzwungen.“

Sprachlich sind diese Gedichte einfach kraftvoll, das sind Metaphern, die erst einmal einschlagen mit einer eigenartigen Wucht und dann Gedankenströme freisetzen. „Der Brief des Nachtportiers“ erzwingt keine Scherenschnitte, sondern Lesenächte, in denen man die Zeilen gedanklich wiederkäut, enträtselt, weiterschreibt. Wunderbar!

Der Autor, Schriftsteller, Journalist und Fotograf, gibt Selbstauskunft auf seiner Homepage: http://marcus-hammerschmitt.de/

„Der Brief des Nachtportiers“ ist sein erster Lyrikband, veröffentlicht bei der „Edition Monhardt“, wo 2016 auch sein Erzählband „Waschaktive Substanzen“ erschien.

Informationen zum Buch:
Marcus Hammerschmitt
Der Brief des Nachtportiers
Edition Monhardt, 2019
Gedichte, 84 Seiten, Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen, 21,00 Euro
ISBN 978-3-9817789-6-0

Trailer zum Gedichtband: https://www.youtube.com/watch?v=7PjtSmmsy0E


 

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IM LYRIKRAUM: Henning Kreitel

Kreitelin morgendlicher bahnsteigkälte
gehetztes schnäuzen
gewissenloses husten
dem nächsten ins gesicht

geborgen hauche ich ans fenster
zeichne umrisse
in den bunten scheibenschleier
einiges wird klarer

Henning Kreitel, „im stadtgehege“.

Oftmals holt die Wirklichkeit die Poesie ein: Der Gedichtband „im stadtgehe“ des Fotografen und Schriftstellers Henning Kreitel erschien bereits im November 2019, als Corona eine Erkrankung war, die noch weit entfernt war. Und nun verwandeln auch unsere Städte ihr Gesicht: Ungewohnt still, beinahe unbelebt.

Die Stadt, ansonsten ein Gehege, in dem das Leben pulsiert, mit allen seinen Schattenseiten: Die Gedichte Kreitels kreisen unverkennbar um die Metropole Berlin, ein Ort an dem „saftiges schreigespräch“, „handygegröl“ und „huptumult“ dominieren. Der Spaziergänger „im auswegkreislauf auf ruhesuche“ findet keinen rückzugsort. Nur ab und an, vor allem morgens, eine „arie am morgen“ und „einsamer amselgesang“.

„Berlin ist im Übergang und generiert seine neuen Ortsgefühle und widersprüchlichen Emotionen“, schreibt Frank Eckardt, Professor für Stadtsoziologie an der Bauhaus-Universität Weimar, im Vorwort zu diesem Gedichtband. So zeugten auch Kreitels Gedichte von „Ambivalenz und schwieriger Aneignungsfähigkeit“.

Im Stadtgehe entscheidet sich nachts in einem Augenblick, ob man „raubtier oder beute“ ist, derweil die „lustentkernten kiezbewohner“ ankämpfen gegen die Leere ihres Lebens. Die Stadt: In diesem Buch zwar ein belebter, aber nur in Teilen lebenswerter Ort.

Der Unruhe städtischen Lebens, die er mit Worten vermittelt, setzt Henning Kreitel Illustrationen von großer Ruhe entgegen: Stille Ecken, aufgenommen in den großen Berliner Parks. Rückzugsorte, so in den Erläuterungen, die „als Steckdosen“ dienen, um wieder Energie zu tanken und vom stressigen Stadtalltag abzuschalten.

Kreitel bearbeitete seine Bilder im Eisendruckverfahren, der Cyanotypie, deren charakteristischer das „Berliner Blau“ ist. Die Serie „Auf Ruhesuche“ ist, so der Fotograf, noch nicht abgeschlossen. Die Suche geht weiter.

Informationen zum Buch:
Henning Kreitel
im stadtgehege
Mitteldeutscher Verlag 2019
Broschiert, 112 × 186 mm, 110 Seiten, Cyanotypien, 12,00 Euro
ISBN 978-3-96311-312-3

IM LYRIKAUM: Marco Kerler

KerlerVergiss nicht:
Ringe hinterlassen
einen weißen Fleck am
Finger wenn man sie
ablegt ist das Land
noch unentdeckt

Marco Kerler/ Michael Blümel, „Als hätte sie eine Kirche entweiht“

Beinahe zart und bedächtig erscheint dieses Gedicht in einem Band, der eine „Atmosphäre des Rauschens“, berauschter Nächte, suchender Tage, zwischen Feier und Verlust hinterlässt. Nicht nur von fernher erinnern die Themen an Charles Bukowski – denn „Unser gemeinsamer Song war ein Bukowski Gedicht“.

Das ist sehr gegenwärtige, unmittelbare Poesie, ihre Melancholie wie ein Kater nach durchwachter Nacht. Sie ist den Emotionen auf der Spur, die uns durch die Nächte und Tage treiben:

Jede Frau die ich
berühre stirbt an
deiner Schönheit

Immer wieder werfen die Gedichte Marco Kerlers auch die Frage danach auf, was Poesie ist – sie ist eben nicht nur in dem Schönen, Guten und Wahren zu finden, sondern auch

im Aschenbecher im Einer in
Baumkronen Augenringen
auf Herdplatten

Davon zeugt auch die Produktivität des 1985 in Ulm geborenen Lyrikers, der bereits mehrere Bände veröffentlichte, seine Gedichte per SMS an Freunde verschickt, die ihm am Herzen liegen und seit 2018 zudem jeden Samstag eines für die Buchhandlung Aegis in Ulm schreibt.

Für diesen Band wurde jedes Gedicht von Michael Blümel illustriert, kraftvoll, detailreich, meist etwas düster.

Informationen zum Buch:

Marco Kerler/Michael Blümel
Als hätte sie eine Kirche entweiht
Rodneys Underground Press (RUP)
Softcover, 96 Seiten, 44 Gedichte, 44 Zeichnungen, 11,00 Euro


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Lisel Mueller: Brief vom Ende der Welt

Noch eine Chance gemeinsam aufzuwachen,
ich nehme die Einladung für
einen weiteren Morgen an. Noch eine Chance,
um den schwarzen Traum, allein zu erwachen,
über den Rand der Welt zu schieben,
wo mich kein Leben erhält.

Lisel Mueller, aus: „Notizen im Winter“ in „Brief vom Ende der Welt“, ausgewählte Gedichte.

Liest man diese melancholischen Zeilen, die in ihrem letzten in den USA erschienenen Gedichtband „Alive Together“ (1996) enthalten sind, liest man diese „Notizen im Winter“, eigentlich ein Lied auf den Herbst des Lebens, das von der Ahnung des Endes, des irgendwann nahenden Todes spricht, dann wird einem das Gemüt dieser Tage erst richtig schwer. Ein Schwanengesang, ein Abschiedslied – am 21. Februar verstarb Lisel Mueller in Chicago, nur wenige Wochen nach ihrem 96. Geburtstag.

Im deutschen Blätterwald löste diese Nachricht kein Rauschen und Rascheln aus, nicht einmal ein Windhauch war zu spüren. Was nicht nur bedauerlich, sondern auch beschämend ist: Denn Lisel Mueller, als Elisabeth Annedore Neumann am 8. Februar 1924 in Hamburg geboren, war eine herausragende Lyrikerin, ihr Werk ist von berührender Schönheit, von tiefer Nachdenklichkeit geprägt.

In den Vereinigten Staaten zählte sie zu den bedeutendsten Dichterinnen der Gegenwart, wurde mit allen namhaften Preisen ausgezeichnet, mit dem Carl Sandburg Prize, dem Lamont Award, dem National Book Award und nicht zuletzt, als einzige in Deutschland geborene Dichterin, mit dem Pulitzer Preis für Lyrik.

Und dennoch lief ihr Werk unter dem Radar des deutschen Feuilletons und Verlagswesens. Allein im MaroVerlag erschien bislang unter dem Titel „Brief vom Ende der Welt“ eine Auswahl ihrer Gedichte, herausgegeben und zum überwiegenden Teil von Andreas Nohl, dem renommierten Übersetzer, ins Deutsche übertragen. Das Ausmaß ihrer Unbekanntheit mag auch damit zusammenhängen, dass Lisel Mueller, ihrem Vater, der als aufgeklärter Pädagoge und Jude vor den Nationalsozialisten flüchten musste, gemeinsam mit Mutter und Schwester bereits 1939 ins Exil in die Vereinigten Staaten folgte. Die junge Frau fasste schnell Fuß in der neuen Heimat, zum Schreiben begann sie als Reaktion auf den frühen Tod der Mutter und in ihrer neuen Sprache, dem amerikanischen Englisch.

Mag sein, dass es diese Biographie war, die ihren Teil dazu beitrug, dass Lisel Müller leider immer noch eine große Unbekannte hierzulande ist, mag auch sein, dass Lyrikerinnen es von Haus aus schwer haben – aber keineswegs sollte man an ihrem Werk vorübergehen.

Benno Schirrmeister von der taz ist einer der wenigen Kenner ihres Werks hierzulande, der ihr nicht nur etliche längere Artikel in der taz widmete, sondern auch eine Ausstellung über ihr Leben und Werk mitkuratierte (ein Interview zur Ausstellung im Deutschen Auswandererhaus findet sich hier). Er schreibt in einem Portrait über die „Dichterin der zweiten Sprache“:

„Deutsche Dichterin ist falsch, das klingt nach Vereinnahmung, darum darf es nicht gehen. Lisel Mueller ist Amerikanerin, Bürgerin der USA seit den frühen 1940ern. Ihre Lyrik ist durch und durch amerikanisch, auch wenn hie und da Brecht-Zitate auftauchen – und sie immer wieder die Abgründe der deutschen Volksmärchen nutzt (…)
Deutschland spielt aber immer eine Rolle, eine zutiefst ambivalente, für sie selbst und in ihren Texten: „For ­years“, schreibt sie, nachdem sie 1983 erstmals die Stätten ihrer Kindheit besucht hat, „I did not want to be German, wanted nothing to do with German traditions“
(…) Und trotzdem nennt sie Deutschland „what should have been my own country“, also, das, was mein Land hätte sein sollen.

Diese Ambivalenz spricht auch aus ihrem Gedicht „Eine Anthologie von deutschen Nachkriegsgedichten“, das in der Maro-Auswahl enthalten ist:

Amerika hat mich gerettet
und die Geschichte hat mir eine Nase gedreht:
Ich wurde nicht unter Trümmern
begraben, noch wurde ich
an einem gefrorenen Straßengraben erschlagen (…)

Es ist das Schuldgefühl der Überlebenden, das aus diesen Zeilen spricht, und  zugleich die Bewunderung für die Nachkriegsgeneration. Vielleicht schwingt auch ein wenig Wehmut mit, weil sie schon da weiß, dass sie nicht mehr dazugehört:

Unter diesen Dichtern bin
ich Dornröschen, eine Schläferin im Tal,
eine Fremde ihrem Mut,
wenn sie eine neue Sprache schaffen
aus den Trümmern und dem Bösen,
aus dem Grauen ihres Wissens. Ich sehe
staunend wie das Wort
aus Ruinen sich erhebt
und, eine lebende Zelle, sich teilt,
ins zukünftige Geschick.

Auch wenn einige dieser Gedichte von ihrer amerikanischen Sozialisation sprechen – so die Szenen aus „Glückliche und unglückliche Familien“ oder die Zeilen an „Ihr Müden, Ihr Armen“, ganz ist die Nabelschnur nicht durchschnitten, die Herkunft lässt sich nicht vollends abschütteln, auch nicht das Wissen um das, was in Deutschland, in Europa geschah.

Andreas Nohl schreibt denn auch in seinem Nachwort zu „Brief vom Ende der Welt“:

„So sehr das Bewusstsein der Unversehrtheit Muellers Werk von dem gleichaltriger deutschsprachiger Dichter unterscheidet – Paul Celan war um vier Jahre älter, Ingeborg Bachmann um zwei Jahre jünger als sie -, so sehr unterscheidet sie sich von ihren amerikanischen Zeitgenossen in dem Bewusstsein der historischen Kontingenz, die eine solche Rettung ermöglichte.“

In den folgenden Sätzen geht Andreas Nohl auf die weitere Entwicklung der Dichterin ein:

„Erst im Privaten, im Familienleben, in eigensinnigen Traditionen und Erbschaften lässt sich eine Art Einspruch, lässt sich eine Art menschliche Würde gegen die Machination des historischen Unglücks formulieren. Doch umgekehrt trägt das geglückte Private immer die Male des bloßen Davongekommenseins.“

Die damit einhergehende Zwiespältigkeit sei ein wesentliches Motiv ihrer Gedichte.

Nach außen hin dominiert das private Glück im Leben der Poetin: Am College lernt sie Paul E. Mueller kennen, die beiden heiraten 1943, mit ihrem Mann und den beiden Töchtern führt sie zwar ein tätiges, aber auch beschauliches, ein normales Leben. Was aber ihren Gedichten weder verzärtelten noch sentimentalen Ton gibt, vielmehr sind ihre Gedichte geprägt von einer souveränen Ruhe, häufig geradezu auch beinahe lakonisch-beiläufig wirkend, man werfe nur einen Blick auf ihren Lebensbericht.

Diesen Anklang haben auch die ersten Zeilen bei „Entwurf für eine Landschaft“:

Sieh, der einsame Wanderer
an diesem kältesten Sonntag des Jahres
schultert da draußen die ganze Last der Geschichte.

Im „Brief vom Ende der Welt“ schreibt Lisel Mueller:

Der Punkt ist: seit ich dich verlor,
bin ich durch die Welt gezogen,
dich zu suchen, und statt deiner
fand ich mich selbst, Bruchstücke einer Frau,
die langsam zueinander passen.

Liest man ihre späteren Gedichte, wie „Im Schwinden“ oder „Dinge“, dann merkt man auch, da hat eine zu sich gefunden, da passen die Stücke zusammen, auch wenn das Ende, an dem alles zerbricht, naht. Man würde sich nun nur noch wünschen, der Brief vom Ende der Welt käme endlich an, in dem Land, in dem Lisel Muellers Leben begann, und die Menschen hier könnten diese wundervolle Lyrik, so klug und wunderbar mit ihren fein gesetzten Metaphern, lesen und würdigen.


Informationen zum Buch:
Lisel Mueller
Brief vom Ende der Welt
MaroVerlag
Paperback, 108 Seiten, 14,00 Euro
ISBN: 978-3-87512-281-7


Weitere Informationen:

„Die Dichterin der zweiten Sprache“: Portrait in der taz
Curriculum Vitae by Lisel Mueller: Gedichtinterpretation
„Blood Oranges“ by Lisel Mueller: Gedichtinterpretation


 

IM LYRIKRAUM: Henning Ziebritzki

ZiebritzkiWandertaube

„Jedes Gedicht wie ein Grabstein, auf dem nur das Geburtsdatum steht,
unwiederholbar vorbei, was nicht aufhört, in deinem Kopf aufzuschwärmen,
Aufruhr im Gedankenfleisch (…)
Jede Zeile wie ein Schluck, ätzend, jeder Schluck ein Bollwerk
gegen alles, was nicht inspiriert ist, gegen das Leiden der Kreatur,
die Panik, eines Zombies Pilgerfahrt zu sein.“

Henning Ziebritzki, „Vogelwerk“

Die Wandertaube, sie ist in diesem Vogelwerk die einzige ihrer Art, die bereits ausgestorben ist – symbolhaft steht sie da, in diesem schmalen Band, für das, was in unserer Natur, in der Welt allgemein verloren geht. Damit meine ich nicht nur den tatsächlichen Raubbau an unseren Ressourcen, sondern auch das Talent des Menschen innezuhalten, still zu beobachten.

Der Anblick einer Amsel, die sich „aus ihrem Geräuschversteck“ schüttelte, gab dem Lyriker und evangelischen Theologen Henning Ziebritzki den Anstoß zu diesen 52 Gedichten, als er mitten in einer Schreibkrise steckte. Poetische Ornithologie in nüchternem Sprachgewand: Keine rauschhaften, mystisch aufgeladenen Naturbeobachtungen bietet dieser Band, sondern eher präzise-sachliche Beschreibungen, eingekleidet in Alltags- und Innenbetrachtungen, einer in „Unruhe geratenen Subjektivität“, wie es in einer Besprechung durch Kristian Kühn in „Signaturen“ heißt.

So beim „Grünspecht“:

„(…) Leuchtender wird sein Grün,
sein Rot, weil die Sonne zu seinem Gefieder
spricht, der Nebel mit seinem Flug,
als er rufend fortfliegt, sein Gellen
Stille wird, die mit sich spricht.“

Für „Vogelwerk“, an dem Ziebritzki sechs Jahre arbeitete, erhielt er heuer den wichtigsten deutschen Lyrikpreis, den Peter-Huchel-Preis. Eine nicht unumstrittene Entscheidung, wie Kritiker Tobias Lehmkuhl im Deutschlandfunk urteilte:

„Es ist ein schöner Band, es ist ein guter Band, es ist ein sehr lesbarer Band“, sagt er. Aber er sei wenig aufregend. „Also, die Sprache ist hier Mittel zum Zweck, die Sprache ist nicht so aufgeladen, nicht zum Zerreißen gespannt. Sie ist halt Werkzeug in dieser Naturbetrachtung, Naturbeschreibung, aber sie geht kein Wagnis ein.“ 

Unabhängig von der Debatte um die Preiswürdigkeit: Lesenswert ist das „Vogelwerk“ allemal. Es bietet in einer Zeit, in der wir umgeben sind von aufgeregtem digitalen Gezwitscher, Momente der Stille, der Ruhe, die in uns erst dazu befähigen können, den dunklen Schrei des Habichts zu hören oder die „flackernde Flamme“, die die Wassertaube hinterlässt, wahrzunehmen.

Denn dieses Innehalten, das Verharren, das Warten, das Beobachten und damit auch die Zurückgeworfenheit auf das eigene Ich, das ist es, was diese sachliche gehaltene Poesie beinhaltet und den Leser bieten kann. Beim Beobachten von Amsel, Rotdrossel, Teydefink und Kormoran werden die Fragen aufgeworfen, die das Menschsein ausmachen: Leben, Sterben, Einsamkeit, Zweisamkeit, Vergänglichkeit. Solchermaßen begründete auch die Jury für den Peter-Huchel-Preis ihre Entscheidung:

„Henning Ziebritzkis dritter Gedichtband ‚Vogelwerk‘ lässt sich keineswegs einfach als beschauliche Ornithologie oder poetische Mimesis der Schöpfung beschreiben. … Vielmehr hat Ziebritzki in 52 Gedichten, die jeweils mit einem Vogelnamen überschrieben sind, ein lyrisches Kalendarium sinnlicher Grenzerfahrungen und Überwältigungsmomente geschaffen. Den Porträts jeder einzelnen Vogelart ist immer auch ein Selbstporträt des lyrischen Subjekts eingeschrieben. Dabei spricht kein unbeteiligter, in sich ruhender Beobachter, sondern einer, der sich existenziellen Fragen aussetzt.“

Es ist der Weißstorch, der für eine gewollte Verlangsamung der Zeit steht:

„Mehr Schnabel als Kopf, mehr Warten
als Bewegen, als Suchen und langsames
Abmessen, ein Stocken, ein Schreiten,
das Rückschritt bleibt (…)

Besprechungen finden sich bei Signaturen und Fixpoetry.

Informationen zum Buch:

Helmut Ziebritzki
Vogelwerk  
Wallstein Verlag, 2019
Gebunden, 64 Seiten, 18,00 Euro
ISBN 978-3-8353-3554-7


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IM LYRIKRAUM: Admiral Mahić

MahicRab bei Bora

Wohl dem der die Bora liebt,
auch auf einer ankernden Fähre.
Stahlharte Matrosen springen herab
wie Gewitterhummeln.
Bei der Kapelle essen zwei kleine Mädchen
aus einer Papiertüte gezuckerte Hostien.
Die göttliche Vernunft pflanzt Menschen an
wächst mit ihnen und besänftigt die Panik.
Wolken ballern, die Dunkelheit rauscht
den Weinberg entlang, über dem aufgerissenen Meer.
„Ich besitze eine Blume, die niemand pflücken kann“
Alles ist Staub außer dem Wohlsein.
Alles ist Glut und Salz.

Aus: „Flirrende Visionen“ von Admiral Mahić

Es ist, als habe die Bora selbst, dieser harsche Küstenwind an der Adria, diese Gedichte an Land gespült: Sie sind nicht aus Worten geschrieben, sondern aus den Elementen gemacht. Feuer, Wasser, Erde, Luft. Da ist einer, der das Leben und die Liebe feiert, auch deren schmerzhafte Seiten und dies in ekstatische Lieder gießt.

Vielsagend ist bereits das erste Gedicht dieses Bandes, der ein ganzes Leben in einem Tag unterbringt. Die „Memoiren eines jungen Banjalukaners“ umfassen das poetische Konzept dieses Dichters, der die Tradition des Volkssängers mit der Moderne verbindet:

„Genau um 9.29 am 19. Jänner
vor Christus und Mohammed sprang ich aus einer fliegenden Untertasse
auf das vereiste Dach der Gebärklinik von Banja Luka…“

Und von dort aus führt uns der Dichter im rasenden Galopp durch ein Land, das geprägt ist von seinen Traditionen, von den politischen Verwerfungen älterer und jüngster Zeit, in der Liebe und Gewalt Hand in Hand gehen.

Der bosnische Dichter Admiral Mahić (1948 – 2015) war Mitbegründer des P.E.N. Zentrums von Bosnien-Herzegowina, Herausgeber des Magazins „Republika poezije“ und einer alljährlich stattfindenden Künstlerkarawane durch die Herzegowina. Vor allem aber war er, so der Verlagstext, ein „Philanthrop und Weltbürger“, „Vertreter einer ekstatischen Poesie, die das Leben feiert, aber auch Echoraum für das multikulturelle Milieu Bosniens und die historischen Verwerfungen in diesem Raum“ sind.

Deutlich wird dies beispielsweise an einem Gedicht, das vergleichsweise kurz und sehr konkret ist und sich auf die Brücke bezieht, an der 1914 das Attentat verübt wurde, das die Welt erschütterte:

Princips Brücke

Wasser tropft
aus einem jungfräulichen Speier.
Es brennt mir in der Hand.

Der Brücken-Attentäter
taumelte in die Denkerstube.
Eine Waffe kann
auch eine Abenteuerreise bescheren …

Die Türen der Tramway
öffnen sich:
Archivalien steigen aus
unter der Achsel des Richters.

Da wo Princip stand
befinden sich jetzt zwei Ampeln
und Verkehrszeichen
die auf Passanten schießen.

Wie oben bereits bemerkt, bildet dieses Gedicht in seiner Konkretheit beinahe eine Ausnahme unter den „flirrenden Visionen“, die von Wind, Glut und Kraft dieser europäischen Region geprägt sind, von einem Dichter geschrieben sind, der von sich selbst sagt:

Falls ich noch in diesem Leben weile
muss ich mich vergiftet haben
mit den Geräuschen des Surrealen …

„Flirrende Visionen“ heißt demnach auch der zweisprachige Band, der eine Art Vermächtnis für dieses dichterische Werk ist. Ausgewählt und übersetzt wurden die Gedichte von Barbara Sax, die Lektorin am Institut für Slawistik und am Institut für Bildungs- und Erziehungswissenschaften in Graz ist.

Informationen zum Buch:
Admiral Mahić
Flirrende Visionen
Mit einem Nachwort von Faruk Ŝehić
danube books, Ulm, 2019
Hardcover, Fadenheftun, 164 Seiten, 18 Euro
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IM LYRIKRAUM: Agnieszka Lessmann

LessmannMutter Sprache

Jetzt, nach ihrem Tod schreiben:
Schritte barfuß auf rissigem Boden
an den Rändern der Schollen
bröckelt der Staub
Es erscheint ein einziges Wort:
DURST

Agnieszka Lessmann, „Fluchtzustand“.

Jedes einzelne Gedicht in diesem ganz aktuell erschienenen Band ist ein Stolperstein, ein Denkanstoß. „Fluchtzustand“: Ein Zustand, so wird es an einzelnen Poemen deutlich, den die Autorin aus eigenem Erleben kennt, das dringt aus Gedichten wie „Zimmer hier“ und „Erinnerung an Wien, 11. November 1968“ hervor, die sich mit Vergangenheit und Herkunft auseinandersetzen.

Aber im „Fluchtzustand“ zu sein, das ist auch die Situation der Menschen, mit denen die Kulturjournalistin und Hörbuchautorin Agnieszka Lessmann in ihrer Arbeit als Dozentin bei Integrationskursen zu tun hat.

Für die vielen Facetten dessen, was Heimatverlust bedeutet, was die Unsicherheit des Ankommens in einer fremden Welt heißt, wie der Bruch zwischen Vergangenheit und ungewisser Zukunft vonstatten geht, für diese Facetten findet und nutzt Lessmann in ihrem ersten Gedichtband verschiedene Formen: Mal in kürzester Verdichtung wie in „Mutter Sprache“, mal in fast balladenhafter Langform, mal lautmalerisch, mal direkt und mitten ins Mark.

Und mit Bildern, die sich einprägen. So ein Auszug aus dem anrührenden Gedicht „Wie man sein Haus verlässt“, das Fluchtzustände aus drei Ländern und drei Generationen zusammenführt:

ragen die Skelette der
Häuser von Aleppo
in grauen Himmel
wo der Alp und die Zitronen
fallen aschen in
den Sand.

Agnieszka Lessmann wurde in Polen geboren und wuchs in Israel und Deutschland auf. Mehr Informationen zur Autorin finden sich unter www.agnieszkalessmann.de

Die Autorin liest zudem aus ihrem Band bei den Kölner Literaturclips.

Informationen zum Buch:
Agnieszka Lessmann
Fluchtzustand
Elif Verlag 2020
Klappenbroschur mit Fadenheftung, 100 Seiten, 18,00 Euro
ISBN 978-3-946989-28-8

Ein Interview mit der Autorin findet sich auf dem Blog Bücheratlas.