Ditha Brickwell: Engeltreiber

Mit ihrem neuen Roman „Engeltreiber“ holt Schriftstellerin Ditha Brickwell das Welttheater des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Anhand zweier Lebensgeschichten spannt Brickwell einen weiten Bogen über Jahrzehnte der Weltgeschichte, die von Krieg, Not und den Härten der Nachkriegszeit geprägt waren, ihre Figuren treibt es durch die Hauptstädte Europas, Wien, Paris, Berlin… von den Umständen bedrängt, nehmen sie doch ihr Leben in die Hand…

Mit ihrer bildreichen Sprache erzeugt Ditha Brickwell bei den Lesern Empathie für ihre Figuren, sie durchbricht den düsteren Hintergrund der geschilderten Zeit mit komischen Momenten und warmherzigem Humor. „Engeltreiber“ erzählt von der Perlenfädlerin Genoveva, Tochter zugewanderter mährischer Bauern, denen in Oberösterreich Missachtung und Ausgrenzung entgegenschlägt. Und von Leo, dem alleingelassenen Sohn reicher Eltern, der in Künstlerkreise, die Abhängigkeit von einer Frau und materielle Not gerät. Die Wege der beiden kreuzen sich, sie schildern einander Episoden vom tapferen Überleben und geben sich Halt. Entlang der Wirklichkeit erzählt hören wir Stimmen im Originalton – aus dem Milieu der Armut und aus den Wiener Künstlerkreisen der kreativen Sechziger Jahre, deren Mitglied Ditha Brickwell war. Als Leser dieser Lebensgeschichten erahnt man den Ursprung unserer heutigen Krisen – wie die apokalyptischen Reiter brechen sie hervor: Pandemie, Hunger, Krieg.

Engeltreiber ist der erste Band der Trilogie Dunkelreise – drei Bücher über drei Epochen  und deren Charaktere –starke Frauen und fantasievolle Jugendliche, jüdische Familien und ihre widerständigen Helfer, Künstler und Weltwanderer…sie alle sind unterwegs auf der Suche nach besserem Leben.

Zur Autorin Ditha Brickwell:
1941 in Wien geboren, studierte Architektur, Städtebau und Bildungsökonomie in Wien, Berlin und New York. Sie arbeitete in Helsinki, Tel Aviv und Paris sowie für den Berliner Senat und die EU in Brüssel, um neue Perspektiven für verarmte Stadtregionen zu entwickeln. Seit 1987 schreibt sie Romane, Essays und Erzählungen. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Wien und Berlin.
Publikationen (Auswahl): 
Die Welt unter meinen Zehen, Zwölf Geschichten aus hundert Jahren. Drava 2019; 
Fedjas Flucht, Roman, Drava 2018; 
Die Akte Europa – eine Utopie geht verloren, Essay-Roman,
Wieser 2010 (ausgezeichnet mit dem Bruno-Kreisky-Preis); 
7 Leben – Frauen biographien, Freimut & Selbst 2005; 
Der Kinderdieb, Roman,Deuticke 2001; 
Angstsommer, Roman, Mandelbaum Wien 1999. 

Informationen zum Buch:
Ditha Brickwell
Engeltreiber
Roman
Januar 2023
Hardcover, Lesebändchen, 476 Seiten, 26,90 Euro

Drava Verlag:
8.-Mai-Straße 12
A-9020 Klagenfurt / Celovec
https://www.drava.at/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit.

Ein Gastbeitrag von Theo Breuer zu „Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller und seiner Literatour 2022

Seit einiger Zeit freue ich mich über einen regelmäßigen Austausch mit dem Schriftsteller Theo Breuer, der im Zuge meiner Pressearbeit für Literaturverlage entstand. Schon früh in diesem Jahr informierte mich Theo Breuer über sein Vorhaben, sein erstaunliches jährliches Lesepensum als Essayzyklus 2022 in der Literaturzeitschrift Matrix zu veröffentlichen und gab mir, mit der Bitte um Einschätzung, die Texte zu lesen. Auch hier nochmals vielen Dank für dieses wunderbare Vertrauen und dass ich diese Literatour begleiten durfte. Ich war von der Idee, die Lektüren mit dem eigenen Alltag zu verknüpfen und dadurch ein Lesetagebuch zu erschaffen, begeistert, ebenso wie von der poetischen Sprache, die den Lyriker durchklingen lässt.
Im Dialog entstand die Idee, diesem Zyklus nach der Veröffentlichung in Matrix noch ein weiteres Forum zu geben. Neben einem Newsletter, den Theo Breuer nun in der Adventszeit verschickt, stellte er mir seinen Text zum Download auf meinem Blog zur Verfügung. Sein Wunsch war es, seine Gedanken zu „Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller als Beispiel zu veröffentlichen, die gesamte Lesereise findet sich zum Download hier:


Ein Gastbeitrag von Theo Breuer

Ich betrachte das Buch Was wir scheinen, blicke der Frau in die Augen, lese Titel, Untertitel : Hannah Arendt ∙ Poetische Denkerin, mache mir Gedanken über die Wörter ›lyrisch‹ / ›poetisch‹, ›Lyrik‹ / ›Poesie‹, auch im Zusammenhang mit essayistischem Schreiben, das mich, zum Beispiel, das Mäandern gelehrt hat, das auch für Harald Gröhler längst schon selbstverständlich ist beim Verfassen literarischer Texte : Sie mäandern manchmal und steuern dann nicht schnurstracks auf ein Ende zu, sondern sie nehmen manches mit auf. Vorläufig versteh ich die Wörter gewiß keinesfalls als unmittelbare Synonyme. Sinnverwandt mögen sie sein, aber Vorsicht, lieber noch ein bißchen weitergrübeln. Warum denk ich da jetzt dran? Deshalb: Ich frage mich, ob lyrisch denken, poetisch sinnieren etwa eine Art Sinnestäuschung, Chimäre, Trugbild sei, gar eine Flucht aus Raum, aus Zeit, hinein in Traum – und weit, oder sind das Lyrische, das Poetische wirklicher als die Wirklichkeit, die das lyrische Luftbild, die poetische Phantasie gleichsam zurückholen ins ›reale‹, ›tatsächliche‹ Tagesgeschehen – und somit das Sehen verändern, die menschlichen Beziehungen, das Verhältnis zur Welt. Ob Gedicht oder Roman : Wo diese Fragen nicht mitschwingen im komplexen Geflecht der Wörter – handelt es sich da möglicherweise nicht um literarische Texte im engeren Sinne? Poems, including stories and songs, are more capable of forming, formulating, expressing and communicating care, carefulness, and caringness, and doing so more honestly, truthfully, intensely, fully and profoundly, than any other linguistic expression. (Richard Berengarten) Unmittelbar nach diesem Gedankenschub les ich in Harald Gröhlers Erzählung Eine Selbstmörderin : Dank Goethe ist die Ilm hier nicht begradigt. Das macht mir den Herrn von Goethe schon sehr real. Na also. Also was? Was wir scheinen. Auf dieses Buch hab ich, ohne es zu ahnen, seit Jahren gewartet. Vielleicht schon, seit ich Arendts Vita activa oder Vom tätigen Leben las *, spätestens jedoch, seit ich den Film Hannah Arendt mit Barbara Sukova sah. Was ich nicht wußte : Hannah Arendt, die mir die Banalität des Bösen begreifbar machte, schrieb auch Gedichte. Alles, wirklich alles dreht sich um Sprache, les ich auf Seite 17. Ein Satz, sieben Wörter, und die poetische Existenz dieser Frau scheint auf : zielklar, sichtbar, wahr. Hildegard E. Keller gelingt mit dem romanesken Sprachkunstwerk Was wir scheinen die kongeniale Nachempfindung von Wesen, Wirken und Wollen der worttollen Hannah Arendt. Eine poetische Liebesgabe. Lesen!


* Die drei Grundtätigkeiten Arbeit, Herstellen, Handeln sind nun nochmals in der allgemeinsten Bedingtheit menschlichen Lebens verankert, daß es nämlich durch Geburt zur Welt kommt und durch Tod aus ihm wieder verschwindet. Was die Mortalität anlangt, so sichert die Arbeit das Am-Leben-Bleiben des Individuums und das Weiterleben der Gattung; das Herstellen errichtet eine künstliche Welt, die von der Sterblichkeit der sie Bewohnenden in gewissem Maße unabhängig ist und so ihrem flüchtigen Dasein so etwas wie Bestand und Dauer entgegenhält; das Handeln schließlich, soweit es der Gründung und Erhaltung politischer Gemeinwesen dient, schafft die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen, für Erinnerung und damit für Geschichte.

Hildegard E. Keller: Was wir scheinen. Hannah Arendt · Poetische Denkerin. Roman. 574 Seiten. Broschur. Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG, Köln 2022.


Theo Breuer, Jahrgang 1956, schreibt in erster Linie Gedichte und Essays. Seit 1988 veröffentlicht er Ge­dichtbücher (auch visueller Art) sowie essayistische Monographien zur zeitgenössischen Literatur. Breuers Bücher erscheinen seit 2012 im Pop Verlag: Das gewonnene Alphabet (2012); Zischender Zustand ∙ Mayröcker Time (2017); Scherben saufen (2019); Winterbienen im Urftland Empfundene/erfundene Welten in Norbert Scheuers Gedichten und Geschichten (2019), nicht weniger nicht mehr (2021) sowie Vorschlag zur Blüte (2023). Im siebenteiligen Essayzyklus L·i·t·e·r·a·t·o·u·r »22«, in dem rund 88 – fast ausschließlich 2022 erschienene – Bücher vorstellt werden, hat Theo Breuer es in erster Linie auf die Sprache abgesehen, die er in den jeweiligen Büchern vorfindet: »Ohne den Schall der Sprache geht gar nichts«, heißt es bereits im Vorwort.


STROUX edition: Tatjana Gromača – Die göttlichen Kindchen

Voll scharfzüngigem Witz und in poetischer Verdichtung erzählt Tatjana Gromača über die 90er Jahre, als Jugoslawien zerbricht und das soziale Gefüge in ihrer Heimat Kroatien durch den Krieg irreparablen Schaden nimmt. Als „Protokollantin, Dolmetscherin und Gerichtsschreiberin“ nimmt sie ihre Leser:innen mit in die eigene Familie, ins Dorf, in die „sedierte“ Stadt, den surrealen Supermarkt, in das marode Kreiskrankenhaus, wo sich die Verwerfungen der Gesellschaft überdeutlich manifestieren. Die Mutter verschläft– wie im Dornröschenschloss – die für sie unerträglichen Zustände, während ihre Tochter in immer neuen Umkreisungen dieser „künstlerischen Krankheit“ den Faden der Geschichte entrollt. Tatjana Gromača verknüpft die Diagnose ihrer psychisch kranken Mutter mit einer bisweilen drastischen und ironischen Beschreibung der durch den Bürgerkrieg zerstörten „kranken“ Gesellschaft. Sie erhielt für den 2012 erschienen Roman den „Vladimir Nazor Preis für Literatur“ und den „Jutarnji Preis als Roman des Jahres 2013“ in Kroatien. Der Verlag Stroux edition wurde für nun für die von traduki geförderte Übersetzung durch Will Firth mit der Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2022 ausgezeichnet.

Die Autorin:
TATJANA GROMAČA wurde 1971 in Sisak, Kroatien, geboren. Sie studierte Komparatistik und Philosophie an der Universität Zagreb. 2001 erhielt sie ein Stipendium der Berliner Akademie der Künste. Ab 2000 bis 2008 arbeitete sie als Journalistin für die politisch-satirische Wochenzeitung Feral Tribune/Split sowie für die Tageszeitung Novi list/Rijeka. Seit 2017 schreibt sie Literaturkritiken, Essays, Reiseberichte und geisteswissenschaftliche Beiträge für das kroatische Radio. Sie veröffentlichte zwei Prosabände, einen Gedichtband und eine Sammlung von Reportagen. Božanska dječica (Die göttlichen Kindchen) brachte ihr in Kroatien 2012 den Vladimir-Nazor-Preis für das beste Prosawerk und 2013 den Jutarnji-list-Preis für den besten Roman des Jahres. Tatjana Gromača lebt heute in Pula.

Informationen zum Buch:

TATJANA GROMAČA
Die Göttlichen Kindchen
Aus dem Kroatischen von Will Firth
STROUX edition, München
132 Seiten, Klappenbroschur
€ 20,00 [D]
ISBN 978-3-948065-24-9
Erscheinungstermin: 24. November 2022

LESERSTIMMEN:

„Ein sehr aufwühlender Roman, der auch abstoßende und schwer erträgliche Stellen enthält. Der leider sehr aktuell ist. Und nachhallt.“ – Petra Knobling bei „Die Welt erlesen“

„Eine seltene Perle in einem Meer aus Büchern – eine Lektüre, die Spuren hinterlässt.“ – Alexander Carmele von „Kommunikatives Lesen“

„Diese Umwidmung, Umpolung von Werten des gemeinschaftlichen Lebens hin zur Ausgrenzung, Anfeindung einschließlich der grausamen und rasenden Morderei, dann danach das Vergessen und die Freiheit für die Mörder (während die Opfer für immer gefangen bleiben), das fängt Gromača in ihrer Prosa meisterlich ein.“ – Eric Giebel bei vitabu vingi

edition pudelundpinscher: Vera Schindler-Wunderlich – Langsamer Schallwandler

Kkann ichh nicht spre? Der Rhein
strömt und singt, ich aber grab
im Gesetz und find Vorsätzliches
Verursachen einer Überschwemmung
oder eines Einsturzes, eines Schallwandels,
einer Geburt oder eines

krumm schwimmenden Gedichts.

Auszug aus dem Gedicht „Art. 227 Ziff. 1 Abs. 1“, Vera Schindler-Wunderlich, „Langsamer Schallwandler“

In der Laudatio zum Schweizer Literaturpreis 2014 für die deutsch-schweizerische Lyrikerin Vera Schindler-Wunderlich hieß es:
„Genuin und gelehrt kommen die Gedichte von Vera Schindler-Wunderlich daher: vor allem aber schwungvoll. Rhythmus und Treffsicherheit prägen ihre Verse; sie erzählen Geschichten, die uns wie Bilder- und Worträtsel begegnen. Zeichen und Wunder. Solche Rätsel wollen aufgeschlüsselt sein. Nach und nach geben sie Teile von Sinn preis, voller Ernst und – auch – Humor.“

Die Schriftstellerin, die mit „Dies ist ein Abstandszimmer im Freien“ (2012) ihren ersten Lyrikband veröffentlichte, lässt sich Zeit mit ihrer Poesie. 2016 folgte „Da fiel ich in deine Gebäude“ und nun, ganz aktuell, der neue Lyrikband „Langsamer Schallwandler“. In der Zwischenzeit publizierte sie regelmäßig Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Einige Gedichte wurden ins Französische, Italienische, Rätoromanische, Englische, Spanische, Slowenische, Indonesische und Arabische übersetzt.

„Vera Schindler-Wunderlich hat bisher zwei sehr beachtete Lyrikbände vorgelegt mit Gedichten, die sich ähneln in ihrem starken lyrischen Duktus. Nun hat sich ein Schallwandler in ihre Poesie hineingeschoben, es ergibt sich ein neuer Ton“, schreibt die Lyrikerin Lioba Happel in ihrer Nachbemerkung zu diesem aktuellen Lyrikband. Etlichen der hier vorgelegten Texte, ob im experimentellen oder im eher vertrauten Stil gehalten, liege etwas zugrunde, was schon früher bei der Dichterin anklang: „eine feine Selbstbefragung der Zeilen“. So entstünden immer wieder neu zu begehende Textlabyrinthe, sei es über Alltägliches, sei es über Abgründiges. Diesem freien Fluss der Worte und Gedanken entspricht auch die typographische Gestaltung der Texte – eine Lyrik, die im mehrfachen Sinne manches auf den Kopf stellt.

Zur Autorin:

Bild: Sharon Stucki Select

Vera Schindler-Wunderlich, Jahrgang 1961, gebürtig aus Solingen (Deutschland). Seit 1994 berufstätig in der Schweiz, seit 2000 dort wohnhaft, seit 2009 Doppelstaatsbürgerin.

1980-1988: Studium der Musikwissenschaften, Romanistik und Anglistik in Köln, Aberdeen und Freiburg im Breisgau. Wissenschaftliche Abschlussarbeit über die Lyrik von Gerard Manley Hopkins. 1989 Weiterbildung zur Fachzeitschriftenredaktorin.

Seit 1990: Tätig als Redaktorin, Lektorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit 2005 teilzeitlich Redaktorin, bis 2016 auch Protokollführerin, bei den schweizerischen Parlamentsdiensten in Bern.

2008-2012: Redaktorin bei der Literaturzeitschrift „orte“.

Förderungen, Anerkennungen:

2014 Schweizer Literaturpreis
2016 Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur beider Basel
2020 nominiert für den Publikumspreis des Feldkircher Lyrikpreises
2020 Werbeitrag der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
2021 Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur beider Basel

Informationen zum Buch:
Vera Schindler-Wunderlich
Langsamer Schallwandler
Gedichte
Fadengeheftete Klappenbroschur
108 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Umschlagentwurf: Georg Mayr-Nusser
ISBN 978-3-906061-31-3

Edition pudelundpinscher
Bürglistrasse 19, CH-8820 Wädenswill
Email: post@pudelundpinscher.ch
www.pudelundpinscher.ch

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit

KRÖNER VERLAG: Yeoh Jo-Ann – Zweckfreie Kuchenanwendungen

„Offenbar gab es tatsächlich Menschen, die nicht begriffen, wozu Kuchen gut war, die das einfach nicht begriffen und deshalb niemals Zutritt zur Kuchengemeinschaft haben, niemals seine Menschen sein würden.“

Zugegeben: Der Romantitel „Zweckfreie Kuchenanwendungen“ klingt auf den ersten Blick etwas irreführend, nach Tortenschlachten und Klamauk. Davon ist dieser feine Roman aus Singapur, jetzt aktuell im Herbstprogramm des Kröner Verlags erschienen, jedoch meilenweit entfernt.

Ja, das Buch verfügt über Humor, aber den der feinen Art, und ja, die Protagonisten, vor allem die Hauptfigur, ein Englischlehrer namens Sukhin Dhillon sind leicht schräg. Doch wie sich dieser einsame, schrullige Mittdreissiger langsam öffnet, als er seine Jugendliebe wieder trifft, das ist voller Herzenswärme erzählt. Und ermöglicht den Blick auf ein Singapur, den wir Europäer so gar nicht erahnen: Denn seine Jugendliebe Jinn ist obdachlos, lebt in einem Haus aus Kartons (die im Debütroman von Yeoh Jo-Ann ebenfalls eine große Rolle spielen) mitten in der High-Tech-Welt Singapurs.

Liebe, heißt es, geht durch den Magen – in diesem besonderen Roman nimmt das außergewöhnliche Formen an: Denn Sukhin und Jinn arbeiten schließlich gemeinsam in einer Armenküche. Und Sukhings geregeltes Leben wird gründlich auf den Kopf gestellt…

Die ersten begeisterten Stimmen zum Buch sind, kaum ist es erschienen, schon da:
Lena Bodewein hat den Roman im NDR besprochen: https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Zweckfreie-Kuchenanwendungen-Ein-Buch-voller-poetischer-Bilder,yeoh100.html

und Petra vom Blog Welterlesen schreibt über ihn in einem Brief an eine Freundin in Wien:
https://welterlesen.com/2022/11/06/brief-yeoh-ju-ann-zweckfreie-kuchenanwendungen/

Und beim Verlag freut man sich nun auf weitere Buch-Kuchen-Bilder, ganz zweckfrei!

Informationen zum Buch:
Yeoh Jo-Ann
Zweckfreie Kuchenanwendungen
Roman. Übersetzt von Gabriele Haefs
Alfred Kröner Verlag, Oktober 2022
320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 24,00 €
ISBN 978-3-520-62501-4

https://www.kroener-verlag.de/details/product/zweckfreie-kuchenanwendungen/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.

MIRABILIS VERLAG: Sylvia Frank – Nur einmal mit den Vögeln ziehn

Der neue Roman „Nur einmal mit den Vögeln ziehn“ von Sylvia Frank fügt sich ein in einen thematischen Schwerpunkt des Mirabilis Verlags: Ein literarischer Blick auf ein Land, das es so nicht mehr gibt. Der vor wenigen Tagen mit dem sächsischen Verlagspreis ausgezeichnete Verlag von Barbara Miklaw hat unter anderem bereits mit Reinhard Kuhnert und Jürgen Meier Autoren im Programm, die ostdeutsche Geschichte aus einer besonderen Perspektive beleuchten. Der aktuelle Roman „Nur einmal mit den Vögeln ziehn“ nähert sich diesem Thema aus einem besonderen Blickwinkel: Er erzählt von Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden in der DDR und damit auch von Träumen, Hoffnungen, gescheiterten Lebensentwürfen, aber auch von überraschenden Wendungen.

Zum Buch:
Fesselnd und berührend erzählt der Roman, der eine Zeitspanne von 1977 bis 1990 umfasst, von fünf jungen Menschen, die in der DDR heranwachsen. Die Lebensläufe der Romanfiguren Jens, Anna Maria, Ivo, Siv und Aki werden schlaglichtartig beleuchtet, sind ganz individuell und doch auch typisch für das Leben junger Menschen. Multiperspektivisch wird von ihren Hoffnungen und Träumen, ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung, ihrem Scheitern an der Realität und der mutigen Rebellion gegen Systeme und familiäre Erwartungen erzählt. Ein fiktiver Roman, beruhend auf wahren Ereignissen.

Der Roman erscheint in diesen Tagen. Eine Signierstunde zur Buchpremiere findet bereits am 11. November bei Thalia Rostock statt:
https://www.thalia.de/shop/home/veranstaltungen/showDetail/39602/

Die Autoren:
Sylvia Frank ist ein erfolgreiches Autorenpaar, das seit dreißig Jahren aus Sylvia Vandermeer und Frank Meierewert besteht. Prof. Dr. Sylvia Vandermeer wurde 1968 in Zeitz geboren, legte in Meuselwitz ihr Abitur ab und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau. 2007 wurde sie an der Wirtschaftsuniversität Wien habilitiert. Sie war international als Dozentin tätig und arbeitet heute als freiberufliche Malerin und Autorin.
Dr. Frank Meierewert ist in Brandenburg an der Havel geboren und aufgewachsen. Er studierte Drehbuch an der Filmschule Wien sowie Sozial- und Kulturantrhopologie an der Universität Wien. Seit 2016 ist er freiberuflich als Autor tätig. Beide leben auf der Insel Rügen.
Beide Autoren haben bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, gemeinsam, aber auch einzeln unter verschiedenen Pseudonymen, u. a. beim Aufbau Verlag, bei Ullstein und Gmeiner.
Autorenfoto: Andreas Kondler

Informationen zum Buch:

Sylvia Frank
Nur einmal mit den Vögeln ziehn
Roman
Mirabilis Verlag, November 2022
ISBN 978-3-947857-18-0
Hardcover, Fadenheftung, Schutzumschlag, Lesebändchen
360 S., 25 €
Umschlaggestaltung: Florian L. Arnold

www.mirabilis-verlag.de

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.

EDITION MAULHELDEN: Alfonsina Storni – Werkausgabe in fünf Bänden

Alfonsina Storni (1892–1938), geboren in Sala Capriasca TI, kam mit vier Jahren nach Argentinien und lebte von 1912 bis zu ihrem Freitod 1938 in Buenos Aires. Sie ist eine der wichtigsten Künstlerinnen Argentiniens vor dem Zweiten Weltkrieg und eine der eigenwilligsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk ist von Mythen über Leben und Tod überwachsen, die sich erstaunlich hartnäckig halten.

Ihr Werk lag nach ihrem Freitod unter dem weltbekannten Lied Alfonsina y el mar gewissermaßen begraben. Nun hat es Hildegard E. Keller erstmals vollständig ans Licht geholt: die erste deutschsprachige Werkausgabe zeigt eine Frau, die längst in den Kanon der großen Weltliteratur gehört. Der Tod oder gar die Neigung zum Suizid sei das Hauptmotiv in Stornis Lyrik – solche oft wiederholten Behauptungen zeigen eine Schlagseite des Mythos Alfonsina Storni und nur eine von vielen Verkürzungen. Sie zeigen die Nicht-Rezeption von Alfonsina Stornis Gesamtwerk. „Die Pionierin des Wortes, des Feminismus, die Frau, die für die Autonomie einer Künstlerin stand, wurde als Selbstmörderin stillgestellt“, so Hildegard E. Keller. Es sei an der Zeit für die Wiederentdeckung und Sichtbarmachung einer einzigartigen Kämpferin.
Ein besonders schönes Finale dieser Werkausgabe, die in Kellers Edition Maulhelden erscheint, bildet nun der eben erst erschienene fünfte Band: ULTRAFANTASÍA: Die Lieblingsgedichte der Lyrikerin und der Übersetzerin, viele davon zum ersten Mal auf Deutsch. Auch die Gedichte, die Alfonsina Storni bis heute zu einer der meistrezitierten Dichterinnen gemacht haben, sind in dem Band, den Hildegard Keller selbst illustriert hat, enthalten. Weitere Informationen gibt es im Flyer zur Werkausgabe.

Informationen zu Buch & Verlag:
Alfonsina Storni
ULTRAFANTASÍA.
Lieblingsgedichte.
Handverlesen, übersetzt, illustriert und mit
einem Nachwort von Hildegard Keller
Durchgehend vierfarbig, mit Lesebändchen.
256 Seiten. 29,00 € (D), 29,00 CHF, 29,00 € (A)
ISBN: 978-3-907248-10-2 

Edition Maulhelden
Zollikerstr. 265
CH-8008 Zürich
+41 44 382 21 53
info@maulhelden.ch

Im Rahmen meiner Pressearbeit für die Edition Maulhelden.

EDITION FAUST: Manfred Winkler – Noch hör ich deine Schritte


In den tiefen Mulden der Zeit
verflackert einer einmaligen
Kerze Licht.
Es ist schon spät
über Mitternacht hinaus,
viel zu spät zum Briefeschreiben
an dich –
den Farben der Erinnerung
und der Poesie
nur ein Gedanke kommt vielleicht
der aufflackert im Traum
und vergessen wird

„In den tiefen Mulden der Zeit“ von Manfred Winkler in: „Noch hör ich deine Schritte“, deutsch- und hebräischsprachige Gedichte, Edition Faust, Oktober 2022, herausgegeben und ausgewählt von Monica Tempian und Jan Kühne

Er wurde vor 100 Jahren in einer Kulturlandschaft geboren, deren Blüte einzigartig ist: Manfred Winkler kam 1922 in der Bukowina zur Welt, dort, wo auch Paul Celan und Rose Ausländer geboren sind. „Als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Rechtsanwaltes erfuhr er die für begabte Landeskinder typische Ausbildung: Mit vierzehn kam er in die Hauptstadt Czernowitz/Cernăuţi, wo er zusammen mit Ukrainern, Polen, Rumänen, Ungarn, Juden und Deutschen aufs Gymnasium ging. Eine der historisch bewegtesten Landschaften Mittelosteuropas, die von 1775 bis 1918 zur Habsburgermonarchie gehörte und 1919 durch den Vertrag von Saint-Germain dem Königreich Rumänien zugeteilt wurde, bewahrte die Bukowina zur Zeit von Winklers Schulausbildung noch den Ruf einer multiethnischen Provinz mit einer besonders intensiven Produktivität des schöpferischen Lebens“, schreibt Monica Tempian im Vorwort zu dem Jubiläumsband „Noch hör ich deine Schritte“, der zum 100. Geburtstag des Dichters, Übersetzers und bildenden Künstlers bei der Edition Faust herauskommt.

Erstmals wird dabei die deutsch- und hebräischsprachige Lyrik in einem Band zusammengefasst, ergänzt durch eine Auswahl unveröffentlichter Gedichte aus dem Nachlass. Eine über Länder und Zeiten hinweg Sehnsucht weckende Stimme erklingt in der Lyrik Manfred Winklers, erregt Neugier, wirbt um Verständnis. Winklers Verse schöpfen sowohl aus seiner reichen verinnerlichten Lebenserfahrung als auch aus dem Arsenal zahlreicher Kulturen und Literaturen. Erinnerung und Abwehr des Vergessens, Krieg und politische Wirren, Ortswechsel und das unruhige Suchen nach Orientierung, Nähe und Gemeinsamkeit, menschliche Endlichkeit und immer wieder: die Grenze als kritische
Größe des Lebens – das sind Themen, denen sich der Lyriker mit unerbittlicher Aufrichtigkeit stellt.

Wenige Jahre vor seinem Tod hatte er der Germanistin und Literaturwissenschaftlerin Monica Tempian schriftlich sein plein pouvoir für die Veröffentlichung seines Werks gegeben. Die Herausgabe der deutsch- und hebräischsprachigen Gedichte Manfred Winklers (1922–2014) ist aus einer Zusammenarbeit Dr. Monica Tempians (Victoria University of Wellington) und Dr. Jan Kühnes (Hebrew University of Jerusalem) unter Mitwirkung von Rick Sahar (Victoria University of Wellington) hervorgegangen. Hans-Jürgen Schrader, Yvonne Livay und Hans Bergel (1925–2022) ist es hauptsächlich zu verdanken, dass Winklers Nachlass dem Archiv des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München (IKGS) anvertraut wurde, das den Jubiläumsband unterstützt.

Manfred Winkler war Lyriker, Bildhauer, Maler und Übersetzer Paul Celans ins Hebräische.
Am 27. Oktober 1922 in Putila nahe Czernowitz geboren, nach Shoa und Deportation im Zuge der rumänischen Repatriierung der Juden in Israel neu beheimatet, war Winkler bis 1981 als Leiter des „Theodor-Herzl-Archivs“ und Lektor der Herzl-Edition tätig. Danach wirkte er als freier Schriftsteller im Jerusalemer LYRIS-Dichterkreis. Für seine hebräische Lyrik wurde ihm 1999 der große Preis des Israelischen Ministerpräsidenten für Lyrik verliehen. Manfred Winkler starb am 12. Juli 2014 in Tsur Hadassah. Seine bleibende Bedeutung besteht in der Vermittlung zwischen europäischen und orientalischen
Sprachen und Kulturen. Sein Werk steht exemplarisch für die Begegnung zwischen
dem deutschen und hebräischen Sprachraum: Nebst dem mehrsprachig geprägten deutschen Idiom seiner multikulturellen Herkunftsregion Bukowina und der damit aufgerufenen Sphäre von humanistischer Gesinnung macht es auf beeindruckende Weise die kulturelle Sphäre der orientalischen Welt mit ihrer spezifischen Sprachfärbung vernehmbar.

Informationen zum Buch:

Manfred Winkler
Noch hör ich deine Schritte
Deutsch- und hebräischsprachige Gedichte

Edition Faust, Oktober 2022
Herausgegeben und ausgewählt von Monica Tempian und Jan Kühne
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 €
Mit Zeichnungen und Skizzen von Manfred Winkler
ISBN 978-3-949774-09-6

https://editionfaust.de/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für die Edition Faust.

STROUX EDITION: Mit dabei bei Bayerns besten Indie-Büchern und Verlagen

Über eine doppelte Auszeichnung darf man sich bei der STROUX edition aus München freuen: Mit „Emma Bonn 1879–1942. Spurensuche nach einer deutsch-jüdischen Schriftstellerinvon Angela von Gans schaffte es der Verlag auf die Empfehlungsliste 2022 des Freistaats Bayern. Das Kultusministerium zeichnet dabei jeweils zehn herausragende Bücher von unabhängigen Verlagen aus Bayern aus.

Angela von Gans begibt sich auf Spurensuche nach einer jüdisch-deutschen Schriftstellerin und Lyrikerin, die lange Zeit so gut wie vergessen war. Bisher unveröffentlichte Gedichte und autobiographische Hinweise in Romanen und Erzählungen sowie familiäre Dokumente zeichnen das Bild einer Frau, die nicht nur aufgrund familiärer und politischer Begrenzungen um ihren eigenen Weg kämpfen musste. Für das Buch wurden zahlreiche familiäre Quellen, unter anderem aus dem Bayerischen Staatsarchiv, der Anna Amalia Bibliothek, der Dresdner staatlichen Kunstsammlung, dem Yad Vashem Archiv, zu Rate gezogen.

Die Jurybegründung:
„Dem Leben ihrer fernen Verwandten Emma Bonn nähert sich die Autorin Angela von Gans schreibend an und holt damit eine deutsch-jüdische Schriftstellerin aus der Vergessenheit, die sich im Dunstkreis von Thomas Mann und Bruno Frank bewegte. In New York geboren, aus der Frankfurter Bankiersfamilie Bonn stammend, lebte und schrieb Emma Bonn in den 1930er-Jahren in Feldafing, bis sie 1942 schwerkrank in das „Altersghetto“ von Theresienstadt deportiert wurde und dort starb. Sie hinterließ neben einem Roman ein
lyrisches Werk. Dieses macht die Biografie wieder zugänglich. Die Auswahl der Gedichte traf die Lyrikerin Dagmar Nick.“

Doch damit nicht genug: Ebenso erhält die STROUX edition heuer eine Auszeichnung als einer von zehn Indie-Verlagen aus Bayern, die durch ihr Verlagsprogramm und besondere Projekte überzeugen können.

„Lebenserinnerungen und Familiengeschichten aufzuschreiben oder die eigene Biografie, der Wunsch ist bei vielen Menschen vorhanden und verstärkt sich in bestimmten Lebensphasen. Der Verlag STROUXedition hält seit 2017 Ausschau nach besonders interessanten Stoffen und Manuskripten, die sich darüber hinaus durch erzählerisches Talent und literarisches Gespür auszeichnen. So ist ein interessantes Programm biografischer Literatur entstanden, das auf die Vergangenheit Europas mit ihren Katastrophen des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Geschichte blickt“, heißt es in der Jurybegründung.

Insbesondere wird mit der damit verbundenen Verlagsprämie auch die im November kommende Veröffentlichung unterstützt: Es erscheint von der kroatischen Schriftstellerin Tatjana Gromača der Kurzroman „Die Göttlichen Kindchen“ in deutscher Übersetzung durch Willi Firth.

Auf sehr poetische Weise erzählt Tatjana Gromača vom Zerbrechen ihrer Mutter in der Zeit der Wirtschaftskrise, des wütenden Nationalismus und des Krieges in Kroatien in den 90er Jahren. Sie verknüpft die Diagnose des Zustands ihrer Mutter bzw. ihrer Eltern mit einer bisweilen drastischen und ironisch-witzigen Beschreibung der durch den Bürgerkrieg zerstörten „kranken“ Gesellschaft. Tatjana Gromača erhielt für ihren Roman den „Vladimir Nazor Preis für Literatur“ und den „Jutarnji Preis als Roman des Jahres 2013“ in Kroatien.

Das komplette Programm und das Profil des Verlages findet sich hier: https://stroux-edition.de/. Die Listen mit allen Titeln der unabhängigen Verlage, die 2022 in Bayern ausgezeichnet werden, sind beim Literaturportal Bayern zu finden: „Bayerns beste Independentbücher“ und „Verlagsprämien des Freistaats Bayern“.

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für die STROUX edition.

MICHAEL KLEINHERNE: Absinth

„Ich sehe dir eine Weile zu, bis ich nach meiner Urlaubslektüre greife und versuche, in den Text einzutauchen. Merkwürdigerweise habe ich Murakamis Aufziehvogel mitgenommen, die Geschichte einer Trennung. In dem Roman zeigen sich die Risse zwischen beiden Partnern Schritt für Schritt, bei uns beiden kommt es mir vor, als fiele mir ein Schleier vom Gesicht, der die Risse zwischen uns bisher verborgen hat, und nun scheint es bereits eine
Kluft zu sein. Du liegst da auf dem Rücken, die Hände hinter dem Nacken verschränkt, und hörst System of a Down oder ähnlichen Lärm, mit geschlossenen Augen, und ich vernehme nur das rhythmische, aus den Kopfhörern herausdrängende Hämmern des Nu Metal.“

Michael Kleinherne, „Absinth“, Roman, Kulturmaschinen Verlag, 2022.

In einem fast lakonischen Ton erzählt Michael Kleinherne in seinem neuen Roman die Geschichte einer Beziehung, die nach dem Rausch der ersten Verliebtheit von Schatten umwölkt ist. Marius und Maria sind schon länger ein Paar. Doch während einer Reise in die Toskana bemerkt Marius, dass Maria sich ihm zunehmend entfremdet. Dennoch vermag er die Signale nicht richtig zu deuten und so ist er fast überrascht, dass sich ihre Beziehung, kaum zurück aus diesem letzten gemeinsamen Urlaub, für immer verändert.
„Absinth“ ist ein zugleich tiefgründiger und kurzweiliger Roman über die große Liebe und ihr Scheitern. Kleinherne schildert mit wenigen, aber treffenden Worten die familiären Verstrickungen und Fesseln, die Maria und Marius gefangen halten und entspinnt so das Psychogramm einer komplizierten Beziehung. Lähmende Eifersucht, selbstmörderische Trauer sowie die unglaublichen Momente des Glücks – all diese Emotionen nehmen beim Lesen gefangen. Und so ist „Absinth“ auch eine fesselnde Geschichte, die man kaum aus der Hand legen möchte.

Zum Autor:
Michael Kleinherne, 1964 in Westfalen geboren, lebt in Bayern. Er arbeitet dort nach Studium und Promotion als freier Autor und Journalist sowie als Dozent für Kreatives Schreiben und Englisch. 2002 erhielt er den Reportagepreis der Akademie der Bayerischen Presse in München. An der Universität Eichstätt-Ingolstadt leitet er seit 2012 das von ihm ins Leben gerufene jährliche Festival LiteraPur. 2015 war er auf Einladung der University of Dallas Gastautor am Dallas Goethe Center. Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
2012 erschien sein Kurzgeschichtenband Drehpause im jos fritz.verlag, Freiburg. 2014 kam die Novelle Daniel, 2016 der Roman Die Aktion und 2020 der Roman Der Mann auf dem Foto im Bayerischen Poeten- & Belletristik-Verlag heraus. Verschiedene Kurzgeschichten sind in unterschiedlichen Anthologien veröffentlicht worden.

Informationen zum Buch:
Michael Kleinherne
Absinth
Kulturmaschinen Verlag
geb. 154 S., Lesebändchen, Schutzumschlag, ISBN 978-3-96763-227-9, 21 €
kart. 154 S., ISBN 978-3-96763-226-2, 13 €
Erscheinungstermin: 19.9.2022
Rezensionsexemplare, Interviewanfragen, Fotos gibt es direkt bei:
Kulturmaschinen Verlag
Sven j. Olsson
sven.j.olsson@kulturmaschinen.com
+49(0)1773135938
https://kulturmaschinen.com/

Hier findet sich eine Leseprobe:

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für Michael Kleinherne.