Walle Sayer: Nichts, nur

Nichts, nur

Nichts, nur der Vollmond, der sich spiegelt im ruhigen Wasser, ein an den See entrichteter Obolus der Nacht. Nichts, nur ein paar Raben, Funktionäre der Farbe Schwarz, hocken im Geäst, zerkrächzen die Sicht. Nichts, nur die Runde am Nebentisch, Schaumkronen setzen sie sich auf, erlassen ihre Edikte, danken ab. Nichts, nur: diese Tonfolge, dieser Auftakt.

Gegenden, Landschaften, Orte, ein Figurenkabinett, die Her­kunft, der Historienhauch, das Antlitz der Dinge, Wortfährten, Alltagsbühnen: „Nichts, nur“ versammelt Gedichte, Prosage­dichte und Erzählminiaturen von Walle Sayer aus 35 Jahren des Schreibens. „Nichts, nur“ ist ein Lesebuch, Kompendium, Querschnitt und Zwischensumme des Schriftstellers aus dem Schwarzwald.

Walle Sayer schreibt selbst dazu: „Konturiert sich eine Geschichte, hat es etwas von einer Er­zählminiatur. Ich glaube, wenn ein Lyriker erzählt, sucht er den Punkt, den Augenblick, die Wendung, den Gedankensprung, mit dem oder durch den Prosaisches in Poesie übergeht.“

Obwohl das Buch erst am 18. März offiziell im Kröner Verlag erscheint, kann man sich jetzt schon einen Eindruck machen. Gedok Stuttgart lädt ein zu »Sprachlandschaften«, einer Online-Leseperformance am Sonntag, 14. März um 15 Uhr.

Fünf preisgekrönte Schriftsteller*innen der verschiedensten Gattungen aus Baden-Württemberg präsentieren Textminiaturen und -fragmente in Form einer Live-Lese-Collage. Aus den individuellen Arbeiten entstehen in der fragmentarischen Zusammenschau neue Sprachlandschaften. Daniel Oliver Bachmann verbindet die verschiedenen Textfragmente mit den Klängen seiner Handpan.Mit dabei: Daniel Oliver Bachmann, Beate Rygiert, Tina Stroheker, Eva Christina Zeller und eben Walle Sayer, der Einblick in „Nichts, nur“ gewährt.

Die Veranstaltung ist kostenlos und unter folgendem Link anzusehen: https://youtu.be/sWiJnOFVVO4.

Walle Sayer lebt mit seiner Familie in Horb und schreibt Gedichte und Prosa. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u. a. den Thaddäus-Troll-Preis, den Förderpreis zum Hölderlinpreis, das Hermann-Lenz-Stipendium, den Berthold-Auerbach-Preis, die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg, den Ludwig-Uhland-Förderpreis, das Spreewald Literaturstipendium, den Basler Lyrikpreis fürs bisherige Gesamtwerk sowie den Gerlinger Lyrikpreis. Er ist Mitglied im deutschen PEN.

Walle Sayer. Bild: Karl-Heinz Kuball

Angaben zur Veranstaltung: Leseagentur Sabine Fecke
Informationen zum Buch: Kröner Verlag
Pressekontakt und Rezensionsexemplare: b.boellinger@kroener-verlag.de

Online-Lesung mit Theres Essmann

Online-Lesung und Gespräch zu »Federico Temperini«
FR 26.03.21, 19:00-20:30 Uhr

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Kölner Taxifahrer Jürgen Krause und der seltsame ältere Herr Federico Temperini, der ihn als Chauffeur anheuert. Aus der Begegnung der ungleichen Männer erwächst nach und nach eine Verbindung, die auch über den Tod hinaus Bestand hat. Die Novelle, aus der die Schriftstellerin Theres Essmann am Freitag, 26.März 2021 um 19:00 Uhr lesen wird, verhandelt Fragen nach dem, was einem Menschenleben Größe, Bedeutung und Sinn verleiht.

Theres Essmann wurde für Ihre Novelle »Federico Temperini« wurde mit dem Literaturstipendium 2021 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Theres Essmann studierte Germanistik und Philosophie, lebt als Autorin in Stuttgart. In ihrem anderem Leben arbeitet sie als Führungskraft in der freien Wirtschaft. Das Gespräch führt Wolfgang Tischer (literaturcafe.de) mit ihr.

Buchhinweis: Theres Essmann, Federico Temperini, Klöpfer Narr, 2020
Mehr Information zum Buch unter www.theres-essmann.de

DIE VERANSTALTUNG FINDET ONLINE STATT: Sie benötigen zur Teilnahme einen Computer oder Laptop mit Internetzugang sowie ggfs. Kamera und Mikrofon. Bitte reservieren Sie Ihre Teilnahme unter www.hospitalhof.de. Den Zugangslink erhalten Sie 1-3 Tage vor der Veranstaltung zugesandt.

KOSTENBEITRAG entfällt. Quelle: Hospitalhof Stuttgart