LESEZEICHEN von: Jutta Reichelt

Jutta„Eine Frau, die am Abgrund steht und ihn nicht sieht. Vielleicht hat mich die Suche nach diesem Bild zur Schriftstellerin gemacht. Jedenfalls kommt es mir so vor, als habe ich mit diesem Bild den Raum des Symbolischen erstmals betreten. Als es mir eines Tages einfiel, kam es mir sofort wahrer vor als jede Erinnerung, die ich besitze, zutreffender als jeder Satz, mit dem ich versuchen könnte zu beschreiben, wer ich bin oder was mich ausmacht.“

Jutta Reichelt, „Wie ich Schriftstellerin wurde. Geschichte einer Hochstapelei.

Wie bist du zum Schreiben gekommen, wie wurden Sie Schriftstellerin? Keine Autorin, kein Autor, die nie mit dieser Frage konfrontiert würden. Oftmals klingen die Antworten phrasenhaft, häufig ist die Frage vielleicht auch nicht in einem Satz aufzuklären, meist liegt die Antwort vergraben in der eigenen Biographie. So wie bei Jutta Reichelt, die viele Blogger dank ihrer virtuellen Schreibwerkstatt, in der sie Wissen und Tipps weitergibt und zum eigenen Schreiben ermuntert, kennen.

Seit einiger Zeit arbeitet sie an einem Buch über „Lebensgeschichtslosigkeit“: Es handelt von Menschen, die über keine oder zumindest keine Lebensgeschichte im klassischen Sinne verfügen, es handelt auch von ihr selbst. Einen Auszug aus diesem Text hat Jutta Reichelt nun als Sonderdruck veröffentlicht: „Wie ich Schriftstellerin wurde. Geschichte einer Hochstapelei.“

Darin erzählt sie, wie sie spät zur Schriftstellerin wurde. Und warum. Ein Zitat:

„Viele Menschen denken, dass der therapeutische Effekt des Schreibens vor allem im Loswerden liegt und natürlich gibt es das auch, dass man sich etwas von der Seele schreibt und allein schon durch die Transformation des Erlebten in das Medium der Sprache Distanz gewinnt. Aber für mich ging es im Schreiben immer viel weniger ums Loswerden als ums Finden.“

Wer nun neugierig geworden ist: Der Sonderdruck kann direkt bei Jutta Reichelt bestellt werden.

https://juttareichelt.com/

Bücherhamstern (21): Die Geheimnisse meiner drei Leben

Bleiben Sie neugierig! Welch passenderen Slogan könnte es wohl für einen Verlag geben – und für einen Verleger wie Axel Dielmann, der es versteht, diese Neugierde auf ungewöhnliche Literatur zu vermitteln. Wie in seinem Beitrag zum Bücherhamstern!

Das Buch:

1922 in Mainz in eine jüdische Feinhändler-Familie hineingeboren, floh Peter Sichel über Monate vor dem Terror der Natzis – 1943 kam der heute 96-Jährige als GI zurück, nahm an der Entsetzung seiner Geburtsstadt teil, wurde anschließend Mitglied des amerikanischen Geheimdienstes und Leiter des CIA-Büros West-Berlin, wo er die Entstehung des Eisernen Vorhangs und der McCarthy-Ära. Schließlich geht Sichel 1959 nach New York, baut zusammen mit seiner Familie eine der weltweit größten Weinhandelshäuser auf – eine schier unglaublich pralle Lebensgeschichte!

9783866382633.SichelDer Verlag:

Der axel dielmann – verlag in Frankfurt am Main ging 1993 aus der Zeitschrift für Literatur SCHRiTTE hervor. Jährlich erscheinen ca. 20 literarische Titel zeitgenössischer deutschsprachiger Autoren, aber auch Übersetzungen aus diversen Sprachen und Kulturen. Dazu die Bände der Reihe ETIKETT mit Sponsorpartnern. Es geht um eigensinnige Autoren und eigenwillige Lektüre – Verlagsmotto: Bleiben Sie neugierig!

Die Buchhandlung:

Der Buchplatz von Daniel Bogdanov ist eine Einkaufsinsel am bodenständigeren Rand des mondänen Sachsenhausen. In einem charmanten dreischenkligen Dreieck aus Weinstube, Baumarkt, Lebensmittelmarkt, italienischem Restaurant (das an der Ecke Holbeinstraße!) findet sich eine Buchhandlung, lustvollgestopft mit einem breiten Sortiment, das indes seine Lieblingsstücke pflegt und mit liebenswertem Service auf uns zukommt.

Der Veleger höchstpersönlich liest hier aus diesem spannenden Buch:

Informationen zum Buch:

Peter Sichel
Die Geheimnisse meiner drei Leben
axel dielmann verlag
ISBN
978-3-86638-263-3, 464 Seiten, 24 Euro

http://www.dielmann-verlag.de/


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