Mirabilis Verlag: Wer denkt sich die Wörter aus?

Auch wenn in Filmen, in Büchern und in so mancher Gute-Nacht-Geschichte viele Tiere sprechen: Sprache ist nur dem Menschen eigen und sein wichtigstes Mittel der Verständigung. Sprache sei ganz und gar die klügste und wichtigste Erfindung der Menschheit – so heißt es in manch einer Schrift zur Sprache. Doch ist Sprache wirklich eine Erfindung – so wie der Buchdruck von Johannes Gutenberg oder die Dampfmaschine von James Watt? Wenn das so ist – wer hat sie dann erfunden? Wenn Sprache aber gar keine Erfindung ist, was ist sie dann? Hat sie einen Anfang und ein Ende? Warum gibt es so viele davon? Was machen wir mit Sprache? Und was macht sie mit uns? Warum verändert sich Sprache? Wer denkt sich die Wörter aus? Und wozu ist Grammatik gut? Auf diese und andere Fragen gibt das Kindersachbuch erste Antworten: Wer bestimmt, was die Wörter bedeuten?
Warum sterben manche von ihnen? Gibt es eigentlich für alles ein Wort?

ZIELGRUPPE: Das Buch richtet sich an Kinder ab 10 Jahren. Sie sollen für Sprache sensibilisiert, aber auch unterhalten werden. Gleichzeitig hilft es Erwachsenen dabei, das Interesse der Kinder an Sprache zu fördern. Die Texte gehen von Alltagsbeobachtungen aus und nehmen zahlreiche Anleihen bei der Kinder- und Jugendliteratur auf. Die Illustrationen sind dabei oft ebenso mehrdeutig und metaphorisch wie die Wörter.

BEGLEITANGEBOTE:  Hörbeispiele, weiterführende Informationen, Anregungen und Spiele zum Buch gibt es unter www.sprachfutter.de (derzeit noch im Aufbau). Dies alles lädt zu einer Wort-Schatz-Suche der besonderen Art ein. Zudem sind zwei Folgebände bereits in Planung – die Wortschatzsuche geht also weiter!

DIE AUTOREN:

BRIGITTE SCHNIGGENFITTIG arbeitet als Dolmetscherin und Übersetzerin und lehrt seit 1985 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur deutschen und zur polnischen Sprache.

DR. JÖRG WAGNER promovierte in Angewandter Sprachwissenschaft. Seit 1993 lehrt er Sprachwissenschaft am Germanistischen Institut der Universität Halle.

DIETER GILFERT studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein. Seit 1978 arbeitet er freischaffend als Maler und Grafiker in Halle (Saale).

Bibliographische Angaben:

Brigitte Schniggenfittig, Jörg Wagner: 
Wer denkt sich die Wörter aus? Eine Wort-Schatz-Suche.
Sachbuch für Kinder ab 10 Jahren
mit Illustrationen von Dieter Gilfert
Mirabilis Verlag, April 2021
ISBN 978-3-947857-12-8
112 Seiten, 19 cm x 24 cm
Hardcover, Fadenheftung
19 € [D]  19,60 € [AT]

Das Buch erscheint am 30. April. Rezensionsexemplare können gerne hier oder beim Mirabilis Verlag angefragt werden: https://mirabilis-verlag.de/.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um Werbung/gesponserter Beitrag

Mirabilis Verlag: Das neue Programm ist da!

„Zwischen Streuobstwiesen und dem Elbtal, nahe der schönen Stadt Meißen, liegt der Sitz des unabhängigen Mirabilis Verlags, den ich 2011 gegründet habe. Jährlich erscheinen vier bis sechs Bücher – schön gestaltet und inhaltlich wertvoll.“

So, wie Verlegerin Barbara Miklaw ihren Verlag vorstellt, möchte man am liebsten sofort zu einem Verlagsbesuch aufbrechen und auf einer schönen Wiese über das neue Programm plaudern. Dieses ist jetzt gedruckt und steht auch hier zum Download bereit: https://bit.ly/3pTIOvW

Drei Neuheiten bietet der Mirabilis in diesem Frühjahr: Den Generationenroman „Wöbkenbrot und Pinselstrich“ von Jürgen Meier sowie zwei neue Kinderbücher. „Wer denkt sich die Wörter aus?“ erzählt spannend und kindgerecht von der Entwicklung der Sprache. Und „Die Brücke. Wie funktioniert dein Gehirn?“ erläutert anschaulich die Funktionsweise unseres wichtigsten Organs.

Rezensionsexemplare können direkt beim Verlag (post@mirabilis-verlag.de) oder hier (kontakt@birgit-boellinger.com) angefordert werden.

Kennzeichnung: Bei diesem Beitrag handelt sich um Werbung im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.



Susanne Haun: Werkschau 2013 – 2020

Wer Susanne Haun auf ihrem Blog folgt, weiß wie produktiv und kreativ die Berliner Künstlerin ist. Nun erscheint im Eichhörnchenverlag, in dem bereits ihr Bilderbuch „Landtiere“ veröffentlicht wurde, eine Werkschau, die die Jahre 2013 – 2020 umfasst.
Ich habe die Veröffentlichung lektorierend im Hintergrund unterstützt und war einmal mehr fasziniert von den Arbeiten Susannes, aber auch von den erklärenden Texten, die Meike Lander, Nina A. Schuchardt und Cristina Wiedebusch für diese Werkschau verfasst haben.

Ein Auszug aus dem Vorwort von Nina A. Schuchardt, der Verlegerin:

„Es ist nicht weniger, als die Quadratur des Kreises, an welcher sich diese Broschur versuchen muss, denn das Œuvre Susanne Hauns ist so groß und reich an Höhepunkten, dass es jede Form der Übersicht sprengt und es wächst stetig. Dennoch ist der Künstlerin mit der vorliegenden Sammlung eine herausragende Auswahl einiger ihrer wichtigsten, spannendsten und besonders ihrer aktuellen Werke gelungen.

Der Zufall will es, dass diese Broschur zu einer Zeit erscheint, in der die jetzt lebende Menschheit unter anderem mit der Pandemie durch das Coronavirus Covid-19 (im Folgenden Covid-19) eine ihrer schwersten Krisen ereilt. Mit Blick auf dieses Zeitgeschehen ist sie neben dem stets wachsenden Blog der Künstlerin auch ein Zeugnis ihrer herausragenden Fähigkeit, Relevantes noch im Moment des Geschehens als solches zu erkennen und künstlerisch treffsicher in ihre Bildwelt zu übersetzen.

Überhaupt sind es Susanne Hauns Neigung zu analytischer Weltbetrachtung gepaart mit großem Wissensdurst, die den Nährboden ihrer Kunst ausmachen. Kanalisiert durch regelmäßige Selbstreflexion und Disziplin münden sie als Linie in emotional-fließendem Ausdruck. Jedes ihrer Werke zeugt davon.“

Mehr Information zur Werkschau und eine Bestellmöglichkeit gibt es hier:
https://eichhoernchenverlag.de/produkt/susanne-haun-werkschau-2013-2020/

Zum Blog von Susanne Haun: https://susannehaun.com/

Bücherhamstern (9): Rogers Pommesbude

IMG_1481Das zauberhafte Kinderbuch, das Lena Anlauf heute für die „Kunstanstifter“ vorstellt, ist die erste deutschsprachige Veröffentlichung des bekannten Autors und Illustrators  Rogé.

Das Buch:

Roger träumt davon, mehr aus seinem Dackelleben zu machen, als bellend dem Postboten hinterherzuwetzen oder Autos anzukläffen. Eines Tages entschließt er sich, sein Glück selbst in die Pfote zu nehmen: Er eröffnet eine Pommesbude und wird zum weltbekannten Kartoffelkönig! Doch auf dem Höhepunkt seines Ruhms holt ihn seine Melancholie wieder ein – bis er auf die Pudeldame Charlotte trifft …

Auf dieses zauberhafte Bilderbuch sind wir im Rahmen des bevorstehenden Gastlandauftritts Kanadas auf der Frankfurter Buchmesse 2020 aufmerksam geworden. Es ist die erste Veröffentlichung des vielfach ausgezeichneten Autors und Illustrators Rogé im deutschsprachigen Raum. Wir haben uns gleich in den charmanten Dackel Roger verliebt und möchten euch diese fröhliche Hundegeschichte, die uns zu pommesessenden Menschen von Argentinien über China bis zum Südpol führt, ganz besonders ans Herz legen.

Der Verlag:

Die kunstanstifter – das sind vier buchbegeisterte Ästheten, die das verlegen, was sie selbst zu 100 % gut finden bzw. was sie berührt, begeistert, überrascht. Im Jahr werden es etwa 12 bis 14 Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbücher: Kurzgeschichtensammlungen, Erzählungen, Märchen, neue zeitgenössische Texte ebenso wie klassische Werke, Back- und Kochbücher ebenso wie Reiseführer und Kinder-Bilderbücher. Der rote Faden des Verlagsprogramms ist die Illustration. Gedruckt wird aus ökologischen Gründen in heimischen FSC-zertifizierten Druckereien, soweit möglich klimaneutral und mit mineralölfreien Farben. Größtes Augenmerk wird auf Papier, Verarbeitung und Veredelung, d.h. die Ausstattung und die Haptik der Werke gelegt.

Die Buchhandlung:

Unsere Bücher könnt ihr aktuell über die Onlineshops eurer Lieblingsbuchhandlung bestellen – bei vorhandenem Buch wird in der Nachbarschaft oft taggleich per Fahrrad geliefert! Wenn ihr keine Buchhandlung in unmittelbarer Nähe habt, könnt ihr euch die Bücher auch per Post schicken lassen – zum Beispiel vom Buchstäbchen in Stuttgart, der Buchhandlung Roter Stern in Marburg oder der Buchhandlung Erlesenes und Büchergilde in Mainz.

Informationen zum Buch:

Rogé
Rogers Pommesbude
Aus dem Französischen von Anne Thomas
Hardcover mit Leinenrücken und Goldprägung
Umfang: 32 Seiten, Format: 260 x 265 mm, Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-942795-99-9

www.kunstanstifter.de


Wegen der Coronakrise bietet der Blog unabhängigen und kleinen Verlagen unter der Rubrik #buecherhamstern die Möglichkeit, Titel aus ihrem Programm sichtbar zu machen. Das ist ein Zeichen der Solidarität für das verlegerische Engagement, das für Vielfalt und Auswahl für Lesende sorgt. Diese Beiträge sind kostenfreie Werbung.

Struwwelpeter: Von Anfang an ein Streitfall

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Bildquelle: Wikimedia/Struwwelpeter-Museum Frankfurt

“Konrad!“ sprach die Frau Mama, „ich geh aus und du bleibst da. Sei hübsch ordentlich und fromm, bis nach Haus ich wieder komm.“

Der Struwwelpeter war kaum erschienen, schon war er umstritten: „Jämmerliches Machwerk“, „Schmutzliteratur“, „albernes Buch“, lauteten die harschen Urteile. Der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann jedoch blieb stur. Er hatte das ganze Buch für seinen Sohn getextet und gemalt und bedingte sich bei der Drucklegung aus, dass – obwohl er selbst auch eingestand, dass manches „dilettantisch“ sei – das Buch unverändert blieb.

Erschreckte es bei seinem Erscheinen 1845 vor allem die Schöngeister, die im Buch Stellen des „Gemeinen und Ekelhaften“ zu finden meinten, war es in den 1970er Jahren (und eigentlich noch bis heute) umstritten aufgrund seiner „schwarzen Pädagogik“: Zu schlimmes Unheil drohe hier unwillfährigen Kindern.

Dies ist die Ebene, auf der Erwachsene über Kinderbücher diskutieren. Welches Kind aber glaubt im Ernst, dass beim Daumenlutschen der Schneider mit der Riesenschere um die Ecke lauert? Oder auf Suppenverweigerung binnen sieben Tagen der Hungertod folgt? Und ging es überhaupt darum, Kinder einzuschüchtern und zu ängstigen mit diesem Buch?

Die Schriftstellerin Maria Beig schildert ihre Leseerfahrung so: Sie war nicht wegen der Grausamkeiten, sondern hauptsächlich deswegen empört, weil die Eltern Paulinchen alleine zuhause ließen und der Suppenkasper nicht einmal ein Butterbrot bekam. Eine Spontanumfrage im Bekanntenkreis ergab: Alle Eltern machen sich Gedanken, ob der „Struwwelpeter“ für ihre Kinder zumutbar ist – und die meisten Kinder wollen ihn trotzdem lesen. Die Eltern sind meist auch gestruwwelpeterisiert – und keiner kann sich an Alpträume erinnern. Es kommt auf die Familie an: Wer das Vertrauen haben kann, dass die Struwweleien in erster Linie Geschichten sind, der kann diese Geschichten auch genießen.

Bruno Bettelheim („Kinder brauchen Märchen“) vertrat sogar die These, dass solche Struwweligkeiten helfen könnten, Kindern ihre schwache Seite zu zeigen: Ihren Jähzorn, ihre Aggressivität, deren Auswirkungen auf andere sie so kennenlernen. Das scheint mir zwar etwas an den pädagogischen Struwwelhaaren herbeigezogen, aber wer weiß – vielleicht können die Erzählungen doch eine Anregung sein, sich über die Voraussetzungen des Miteinanders zu unterhalten.

Die Figuren – Hans-Guck-in-die-Luft und Zappel-Philipp – haben jedenfalls bislang noch jede Zeitkritik überstanden, der Struwwelpeter ist nach wie vor ein Klassiker: Irgendwie scheint er doch mitten in die kindliche Seele zu treffen. Verleger und Schriftsteller Michael Krüger sagt dazu, was Kinder von Büchern wollen:
„Es muss komisch sein. Es muss spannend sein. Und es muss eine ganz tolle Geschichte erzählt werden. Man kann also nicht gerade mit Becketts Romanen Kinder erfreuen“.

Auch zum Struwwelpeter hatte Robert Gernhardt, der große Satiriker, eine ganz eigene Sichtweise:
Ich halte übrigens beide Bücher (gemeint ist auch Max und Moritz) für hervorragend, unabhängig von den schrecklichen Ausgängen: Die Verfasser arbeiten mit Witz und Pointen, und möglicherweise haben sie in ihrer gnadenlosen Sichtweise ja sogar recht: Möglicherweise endet jeder Versuch, sich dem System zu widersetzen letal bzw. blutig, doch es sind immer offene Wunden; während jene Wunden, die durch die Anpassung geschlagen werden, unsichtbar sind und bleiben.“

Und manchmal gibt es bei Heinrich Hoffmann ja auch noch ein winziges Türchen für die Subversion – sei es in der Geschichte vom Hasen und Jäger oder vom fliegenden Robert: Einfach Wegschweben ist manchmal die beste Lösung.

James Joyce: Die Katzen von Kopenhagen

LEIDER!
KANN ICH DIR KEINE KOPENHAGENER KATZE SCHICKEN,
WEIL ES IN KOPENHAGEN KEINE KATZEN GIBT.

James Joyce, der liebevolle Opa: Ganz begeistert bin ich von einem Brief, den der Schriftsteller vermutlich 1936 aus Dänemark an seinen Enkel Stephen James schickte. Er teilt dem Vierjährigen auf eine recht skurrile, lyrisch-versponnene Art und Weise mit, warum er ihm keine Katze aus Kopenhagen schicken kann – mit Süßigkeiten gefüllte Katzen waren zu dieser Zeit ein beliebtes Geschenk.
Statt über Süßigkeiten schreibt Joyce seinem Enkel aus Kopenhagen über dänische Polizisten, die den ganzen Tag im Bett liegen und Buttermilch trinken, über rote Jungs auf roten Rädern, die den Job der Polizisten erledigen – und kommt ganz am Schluss auf eine geniale Idee. Aber die wird hier nicht verraten…

Schließlich mussten auch die Joyce-Anhänger viel Geduld haben, bis „Die Katzen von Kopenhagen“ erscheinen durften: Es dauerte bis 2012, bis die rechtlichen Voraussetzungen für die „Welturausgabe“ geklärt waren. Das Kinderbuch zeigt den augenzwinkernden, humorvollen Joyce, wie er auch im „Ulysees“ aufblitzt und dem Harry Rowohlt mit seiner Übersetzung den passenden Ton gibt. „Die Katzen von Kopenhagen“ erschien beim Hanser Verlag. Die Illustrationen von Wolf Erlbruch (2003 für sein Lebenswerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet) stehlen dem skurrilen Text beinahe die Schau – so richtig schöne, dicke Buttermilch-Katzen und faulenzende Polizisten, die als Illustrationen auch für sich stehen können.


Verlagsangaben:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-katzen-von-kopenhagen/978-3-446-24159-6/

Bild zum Download: Katze


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Alan Alexander Milne: Pu der Bär

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Bild von redmupfe auf Pixabay

Wir gehen auf eine Expedition“, sagte Christopher Robin, als er aufstand und sich abbürstete. „Danke, Pu.“

„Auf eine Expotition?, sagte Pu eifrig. „Ich glaube, auf so was war ich noch nie. Wohin müssen wir um auf diese Expotition zu kommen?“

„Expedition, dummer alter Bär. Da ist ein x drin.“

„Ach!“, sagte Pu. „Ich weiß.“ Aber das stimmte eigentlich gar nicht.

„Wir werden den Nordpohl entdecken.“

„Ach!“, sagte Pu wieder. „Was ist der Nordpohl?“, fragte er.

„Das ist eben etwas, was man entdeckt“, sagte Christopher Robin leichthin, denn genau wusste er es auch nicht.

„Pu der Bär“, Alan Alexander Milne, 1926

Die größten Abenteuer finden im Kopf statt. Dann ist es auch möglich, jeden Tag auf eine „Expotition“ zu gehen, selbst an so trist-grauen Februartagen wie diesen. Dann lässt sich immer „irgendwas“, wie Pu schließlich meint, entdecken. Und wenn man dann noch gute Freunde hat wie Ferkel, Känga mit Ruh, Eule und I-Ah, dann macht es auch nichts aus, wenn die Expotition etwas wild wird und nebenbei das Essen ausgeht: Hauptsache, man ist zusammen.

Es ist vor allem die Freundschaft, die in dieser kleinen, skurrilen Clique herrscht, die Alan Alexander Milne in seinem Buch feiert. Milne (1882-1956) studierte Mathematik, arbeitete dann aber als Journalist und wurde Mitherausgeber der Satirezeitschrift „Punch“.

„Pu der Bär“ schrieb er 1926 für seinen Sohn Christopher Robin, der durch das Buch ebenfalls weltberühmt wurde. Harry Rowohlt, der geniale Übersetzer und Verfasser von „Pooh`s Corner“, meinte dazu in der ihm eigenen Art:

„Und Christopher Robin findet heute natürlich nichts alberner, als wenn man zu ihm sagt: Ach, Sie sind Christopher Robin? Wie nett. Dann erzählen Sie mal.“ Fehlte nur noch: „Ich habe Sie mir viel jünger vorgestellt.“

Die Kolumne „Pooh`s Corner“, in der die Meinungen eines Bären von sehr geringem Verstand zu lesen waren, erschien in der Zeit. Dass der bärige Rowohlt Verstand hatte: Keine Frage. Manchmal ist es aber auch klüger, sich erst einmal dumm zu stellen. Und im Übrigen: Was nützt einem der Verstand, wenn man kein Herz hat? Pu, das ist klar, hat eines.

„Pu der Bär“ sollte man übrigens in zwei Sprachen lesen, so Deutsch die Mutter(Vater)sprache ist: Das englische Original ist bezaubernd, nicht weniger rühmenswert jedoch die Übersetzungsleistung von Rauschebart Harry Rowohlt. Trotzdem hinterlässt dieser Klassiker unter Kinderbüchern bei mir immer wieder den Eindruck, es sei letztendlich doch ein Buch für Erwachsene: Die können herzlich und laut lachen über die Exzentriker, die Christopher Robins Welt bevölkern. Kinder sitzen staunend daneben und wundern sich, warum die Alten plötzlich so losgackern.

Vielleicht ist beim Lachen auch etwas Schadenfreude dabei – meint man doch, in I-AH seinen sturen, stets miesepetrigen Nachbarn zu erkennen, und Ferkel ist die aufgeschreckte Kollegin im Büro hinten rechts. Übrigens blieb natürlich auch dieses Kinderbuch von Analysen nicht verschont. Gunter Müller hat in seinem Buch „Fette Vögel gehen öfter fremd“ (2012) skurrile Studien zusammengefasst. Und da ist über „Pu der Bär“ zu lesen:

„Der stets unglückliche Pu hat gleich mehrere Störungsbilder. Am auffälligsten ist seine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung. Außerdem leidet er an einer obsessiven Fixierung auf Honig, was auch seine Fettleibigkeit erklärt. Das kleine Ferkel, das so süß ist, wenn es ängstlich, errötet und nervös umherirrt, leidet an einer Angststörung. Auch die Eule hat mit erheblichen Entwicklungsstörungen zu kämpfen. Es handelt sich wohl um eine Legasthenikerin, die durch altkluges Verhalten versucht, ihre phonologischen Defizite zu überspielen.“

Was soll`s. Wenn wir alle perfekt wären, wäre die Welt stinklangweilig. Und es gäbe keinen „Pu der Bär“.

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Kinderbücher von Erika Mann, Marlen Haushofer und Hilde Domin

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Bild: (c) Michael Flötotto

Ihre Namen bringt man mit herausragender Lyrik in Verbindung, mit einem Klassiker der zeitgenössischen Literatur, mit engagiertem politischen Schreiben, mit Exilliteratur, mit Kabarett und modernen Romanen – kurzum mit Erwachsenenliteratur. Doch Hilde Domin, Erika Mann und Marlen Haushofer, sie alle drei schrieben auch ganz bezaubernde und bemerkenswerte Bücher für Kinder und Jugendliche.

„Ich lebte auf einer Insel, die war ganz anders als die Inseln, die ihr kennt. Nachmittags pünktlich um fünf flogen Papageien über das Haus, eine grüne Wolke. Wie Tauben, aber eben grün. Sie kreisten nicht, sie flogen vorbei, und sie unterhielten sich sehr laut, in ihrer eigenen Sprache.“

Hilde Domin, „Die Insel, der Kater und der Mond auf dem Rücken“, 1966

Hilde Domin (1909-2006) verbrachte 22 Jahre ihres Lebens im Exil – einen Großteil davon in der Dominikanischen Republik. Domin, die mit Mädchennamen Löwenstein hieß und nach ihrer Verheiratung Hilde Palm, veröffentlichte ihre Gedichte nach der Rückkehr nach Deutschland 1954 unter dem Pseudonym „Domin“. Abgeleitet von der Insel, auf der sie zum Schreiben fand, die zum Zufluchtsort geworden war. Doch nicht zur reinen Insel der Seligen: Das Andersbleiben in der Fremde, das Leben zwischen verschiedenen Welten, dies kommt auf ganz poetische Art und Weise auch in den Erzählungen über den kleinen Kater Gogh zum Ausdruck. Der Lyrikerin war auf der Insel selbst ein einohriger Kater zugelaufen, der sie Jahre später zu der Geschichte inspirierte. Gogh ist der sprichwörtliche „schwarze Kater“, dem, weil er anders ist als andere Katzen, alles Unheil zugeschrieben wird. Das „Anderssein“: Ein Thema, mit dem Hilde Domin zunächst als Jüdin in ihrem Heimatland, dann als Exilantin auf der Flucht ständig konfrontiert war. Aber auch ein Thema, das Kinder immer wieder bewegt.

Hilde Domin hatte ansonsten nur für Erwachsene geschrieben. Die Texte um den Kater Gogh blieben eine Ausnahme. 1966 wurde sie von der Kinderbuchverlegerin Gertraud Middelhauve gebeten, einen Text für Kinder zu verfassen. So entstand der »Bericht von einer Insel«, der in der Anthologie »Dichter erzählen für Kinder« veröffentlicht wurde. Unter dem Titel „Die Insel, der Kater und der Mond auf dem Rücken“ wurde die Geschichte zum 100. Geburtstag der Dichterin im Jahr 2009 vom S. Fischer Verlag veröffentlicht, illustriert von Alexandra Junge.


„Seit Christoph Bartel zehn Jahre alt war, durfte er allein bei den Booten sein und aufpassen. Er hatte auch eine schwarze Ledertasche umhängen wie ein erwachsener Straßenbahnschaffner und wußte genau, daß eine halbe Stunde Kahn fahren dreißig Pfennige kostete, wenn die Leute selber ruderten. Wenn aber er ruderte, Christoph– Stoffel, kostete sie fünfzig Pfennige, und in diesem Fall war er besonders stolz. Natürlich ging das alles nur nachmittags, denn vormittags war Schule, und Stoffel war sogar ein ziemlich guter Schüler. «Vom Schlechtsein hat man bloß Ärger», pflegte er zu sagen, «und schließlich sind die Lernsachen ja alle ganz ulkig – man muß sie sich nur richtig zurechtlegen.»“

Erika Mann, „Stoffel fliegt übers Meer“, 1932

Eine ganz andere Seite zeigte die sonst so scharfzüngige Kabarettistin und Journalistin Erika Mann (1905-1969) in den insgesamt sieben Kinderbüchern, die sie schrieb. Vor allem das erste davon, das 1932 erschienene „Stoffel fliegt übers Meer“ (als Taschenbuch beim Rowohlt Verlag erhältlich) fand großen Anklang. Gewidmet war es ihren jüngeren Geschwistern Elisabeth und Michael: „Für Medi und Bibi, weil sie meine Geschwister sind, und weil sie es gerne wollten“. Die Illustrationen dazu steuerte ihr Jugendfreund Richard Hallgarten bei. Das Buch erschien kurze Zeit nach dem Suizid des Malers und Grafikers, der sich im Mai 1932 das Leben genommen hatte – eigentlich wollte Erika Mann Hallgarten mit diesem Projekt Lebensmut geben, doch er war nicht zu halten.

Das Buch erzählt vom zehnjährigen Stoffel, der zum Unterhalt seiner Familie durch Bootsvermietungen etwas beisteuert. Die Weltwirtschaftskrise macht sich auch in der ländliche Idylle bemerkbar: Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Daher will Stoffel den reichen Onkel Sepp im sagenhaften Amerika besuchen. Er gelangt über verschiedene Stationen tatsächlich in den Zeppelin nach New York und erlebt dabei etliche Abenteuer – mit Happy End.

Im Hause Mann hatten Kinderbücher Tradition: Schon Erikas Vater und Onkel – Thomas und Heinrich, müßig zu erwähnen – hatten ihren jüngeren Geschwistern ein „Bilderbuch für artige Kinder“ gewidmet. Erika setzte als älteste Tochter von Klaus Mann diese Tradition fort. Neben Szenen aus den Kinderspielen, die die jungen Manns so trieben, gingen auch viele authentische Erlebnisse in den „Stoffel“ ein, Urlaubsabenteuer im bayerischen Land oder auch die Weltreise, die Erika und Klaus Mann 1927 unternommen haben. Das Kinderbuch ist auch heute noch herzerwärmend und lesenswert. Marcel Reich-Ranicki schrieb 1989 über Erika Manns Texte für Kinder: „Die flotten und phantasievollen Kinderbücher, in denen sie bisweilen den Großmeister dieses Genres, Erich Kästner also, heiter nacheiferte, hatten viele Leser (…). Es seien dem Stoffel daher viele neue Leser gewünscht.“


„Als er noch ganz winzig war, nannten ihn die Menschen Peter. Er lag bei seiner Mutter Tschitschi in einem weichgepolsterten Korb, und es ging ihm sehr gut. Seine Mutter war weich und warm, roch sehr angenehm und versorgte ihn mit süsser Milch. Manchmal juckte ihn etwas, aber er wusste nicht, dass es ein Floh war, und er vergass den kleinen Schmerz gleich wieder. Seine Mutter war eine zarte silbergraue Katze, die sehr viel auf Reinlichkeit hielt und ihn immer wieder sauberleckte. Sein Vater war der ärgste Raufbold der Stadt, sein Grossvater ein riesiger Dorfkater, der berühmt war wegen seiner Stimme, und einer seiner fernen Urahnen war ein Wildkater gewesen. Von ihm stammte die schöne Zeichnung auf Peters Fell und sein unbändiges Temperament.“

Marlen Haushofer, „Bartls Abenteuer“, 1964.

Bei Marlen Haushofer (1920-1970) denkt man unwillkürlich auch an „Die Wand“, das berühmteste Buch der österreichischen Schriftstellerin. Neben ihren Romanen und Novellen veröffentlichte sie jedoch auch eine ganze Reihe Kinder- und Jugendbücher. Lange Zeit war die Wahrnehmung eine andere – die Autorin war nach ihrem Tod zwar noch einigermaßen wegen ihrer Kinder- und Jugendbuchliteratur im Gedächtnis geblieben. Ihre weitaus schwierigeren, dunkleren Werke für Erwachsene wurden vergessen, nach ihrem Tod war es still geworden um ihre literarischen Werke. Erst mit der Neuauflage von “Die Wand” 1983 schenkte man Haushofer als einer Vertreterin feministischer Literatur wieder die ihr gebührende Aufmerksamkeit.

Zurück zu den Kinderbüchern: Das bekannteste davon ist wohl die 1964 erschienene Roman um den kleinen Kater Bartl, der in eine Familie kommt, sich dort zurechtfinden muss und beim Erwachsenwerden einige Abenteuer und kleinere Katastrophen übersteht. Freunde der Autorin versicherten später, der Roman gebe auch ein Abbild von Marlen Haushofers Familie, doch das Ehe- und Familienleben der Autorin waren bei weitem nicht so idyllisch, von Trennungen und Zwistigkeiten geprägt. Über die Hauskatze Iwan, wohl ein Vorbild für den Bartl, sagte Haushofer einmal, er sei das einzige Wesen in der Familie, über das es keine Streitigkeiten gäbe.

Ob nun ein herbeigeschriebenes und –gesehntes Familienidyll oder nicht: Der Roman mit seinem leicht naiven Ton ist dennoch für kleiner Kinder auch heute noch (vor-)lesenswert und stellenweise, um ihn mit diesem altmodischen Ausdruck zu bedenken, auch ganz „entzückend“.

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Sylvia Plath: The Bed Book

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Bild von LUM3N auf Pixabay

Gelesen wird sie immerzu, doch durch den aktuellen Roman von Connie Palmen, „Du sagst es“ ist sie wieder einmal mehr in aller Munde: Sylvia Plath. Wer sich der amerikanischen Schriftstellerin vor allem über ihre bekannteren Werke „Die Glasglocke“ und „Ariel“ nähert, der lernt vor allem die verzweifelte, melancholische Stimme dieser Frau kennen, die an sich und ihrer Umwelt, vor allem aber an ihrer manisch-depressiven Erkrankung litt.

Doch es gibt eine andere Seite jener talentierten Autorin, die vielleicht manche überraschen wird: Sylvia Plath verfasste ebenfalls zauberhafte Kinderbücher und Gedichte für Leser jeden Alters, oft ergänzt durch eigene Zeichnungen, die richtig reizend und auch witzig sind.

Bei der „Insel Bücherei“ wurde nun wieder das bezaubernde Gedicht „Das Bett-Buch“ aufgelegt, das Sylvia Plath 1959 erstmals veröffentlicht hatte: Die geeignete Bettlektüre für kleine und große Leser, die mit viel Phantasie ausgestattet sind.

Da geht es nicht um das

„…white little Tucked-in-tight little
Nighty-night little
Turn-out-the-light little
Bed -„

sondern da wird die Schlafstätte, eben „die richtige Art Bett“ wahlweise zum U-Boot, zum Düsenjet, gerne auch zum Freßbett, wenn der mitternächtliche Hunger kommt oder aber, wenn die Zeiten stürmischer und gefährlicher sind zum Panzerbett, mit dem man durch die Stadt rumpeln kann.

Zwar nicht gerade pädagogisch korrekt, aber liebevoll und unterhaltsam fordert Sylvia Plath Kinder dazu auf, im Bett gerne zu schreiben, zu malen oder Marmelade zu futtern: Wer eine bunte Bettwäsche hat, muss sich keine Sorgen machen, meint sie.

Und ein wertvoller Tipp für den nahenden Winter ist das Nordpol-Bett:

„Im Nordpol-Bett kannst Du
Auf Pelzen liegen
Das ist für Er-o-be-rer
Ein Riesenvergnügen, 

Und wenn Dir die Nase
so kalt wird wie Eis
Hält ein Einbau-Ofen
Die Zehen dir heiß.“

Wenn man dieses Gedicht liest, dann kuschelt man sich am besten selbst ein bisschen ein – aber nicht in so ein profanes „Turn-out-the-light“-Bett, sondern, wie Sylvia Plath empfiehlt, man lege sich für die Nachtruhe (und andere Dinge) ein „Spaßwunderbett“ zu.

 So, ich wünsch euch jetzt trotz Halloween süße Träume und tolle Bettgeschichten heute Nacht!

PS: „Das Bett-Buch“ wurde von Eva Demski in das Deutsche übertragen. Schön ist, dass neben der deutschen Übersetzung auch das englische Original zu lesen ist. Zudem macht der kleine Band so richtig viel Freunde auch durch die zauberhaften Illustrationen von Rotraut Susanne Berner.
Zu den Verlagsangaben:
http://www.suhrkamp.de/buecher/das_bett-buch-sylvia_plath_19424.html

Ihren eigenen Kindern konnte Sylvia Plath nicht mehr allzu lange selber vorlesen: 1963 nahm sie sich, erst 31 Jahre alt, das Leben. Ihre Tochter und ihr Sohn waren zu diesem Zeitpunkt drei Jahre beziehungsweise ein Jahr alt. 

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Erich Kästner: Pünktchen und Anton

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Bild von StockSnap auf Pixabay

Von den Büchern meiner Kindheit war „Pünktchen und Anton“ immer einer meiner Favoriten: Es erzählt von Freundschaft, von Zusammenhalt – auch über Schranken hinweg -, von dem gemeinsamen Eintreten für die richtige Sache, aber auch davon, dass manche Menschen „mehr Familie“ sein können als die Anverwandten. Von einer Vespa erzählt das Buch freilich nicht. Aber wie solche Assoziationen entstehen, das ist sowieso eine ganz andere Geschichte.

Luise Pogge, wegen ihrer Zierlichkeit Pünktchen genannt, wächst in äußerlich ziemlich guten Verhältnissen auf – ihr Vater ist Spazierstockfabrikantendirektor, die Wohnung so groß, dass Pünktchen schon auf dem Weg vom Mittagessen zu ihrem Zimmer wieder Hunger bekommt. Sie lernt Anton und damit eine ganz andere Welt kennen: Er ist Halbwaise, die Mutter krank, Anton muss nicht nur im Haushalt helfen, sondern auch Geld erbetteln, damit man über die Runden kommt.

Erich Kästner arbeitete so, wie in etlichen seinen anderen Kinderbüchern, den Hintergrund der Wirtschaftskrise und der zunehmenden Proletarisierung in der Weimarer Republik ein. „Pünktchen und Anton“ ist zugleich ein Plädoyer für Toleranz, Solidarität und Mut: Die beiden Kinder lernen es, sich für einander einzusetzen.

Als Kind, kann ich mich erinnern, mochte ich die Geschichte, fand aber die Einsprengsel dieses Herrn Kästners irgendwie lästig. Denn Erich Kästner hat einzelnen Kapiteln einige Extraseiten hinzugefügt, sogenannte „Nachdenkereien“. Da spricht er über Phantasie, Mut, Lüge, Respekt, Familienglück – bei dem schreibt er, ihm fiele auf, dass dieses eigentlich von Erwachsenen gelesen werden müsse.

Jedoch nicht nur dieses – heute, scheinbar erwachsen, lese ich Kästners „Nachdenkereien“. Lästig sind sie immer noch, aber auf eine andere Art und Weise: Weil man beim Lesen merkt, wie wenig man doch vorwärts kommt, wie viel man meint gelernt zu haben, über das Menschsein und Menschliches, und dann doch auf der Stelle tritt. Aber der Kästner war ein skeptischer Optimist – und das steckt an. So schreibt er:

Die sechzehnte Nachdenkerei handelt:
Vom glücklichen Ende

(…) Wir hatten einmal einen Mitschüler, der schrieb regelmäßig von seinem Nachbar ab. Denkt ihr, er wurde bestraft? Nein, der Nachbar wurde bestraft, von dem er abschrieb. Seid nicht allzu verwundert, wenn euch das Leben einmal bestraft, obwohl andere die Schuld tragen. Seht zu, wenn ihr groß seid, daß es besser wird! Uns ist es nicht ganz gelungen. Werdet anständiger, ehrlicher, gerechter und vernünftiger, als die meisten von uns waren!

Die Erde soll früher einmal ein Paradies gewesen sein. Möglich ist alles.
Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich!

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