Der Herbst bei Kröner, Dielmann, Mirabilis und der STROUX edition

Die Blätter fallen und die neuen Bücher kommen: Bei den Verlagen, für die ich arbeite, warten die Bücher aus den aktuellen Herbstprogrammen auf ihre Leser.

Alfred Kröner Verlag
Bereits Ende September erschienen sind im Alfred Kröner Verlag die vier Titel aus der Kröner Edition Klöpfer: „Professor Lear“ von Joachim Zelter, „Das Zusammenfalten der Zeit“ von Walle Sayer, „Deutsche Szenen“ von Gerhard Stadelmaier sowie „Und jetzt ist Schluss“ von Christine Lehmann. In diesen Tagen erscheint zudem ein von Gabriele Haefs übersetzter Roman, der ähnlich wie „Brooklyn soll mein Name sein“ von Eduardo Lago (erst vor kurzem im Interview mit Denis Scheck in „Druckfrisch“ zu sehen), in seinem Herkunftsland ein riesiger Erfolg war: „Zweckfreie Kuchenanwendungen“ von Yeoh Jo-Ann.
Der Debütroman der Autorin aus Singapur erhielt aus dem Stand mehrere Preise und Nominierungen und gilt als passendes Portrait der „Post-Millenium-Generation“.
Das Herbstprogramm zum Durchblättern findet sich hier: https://www.book2look.com/book/sasiUXOf71

axel dielmann-verlag
Ein ganzes Herbstprogramm komplett mit Lyrik! Kann das gutgehen? Die Frage stellt sich Verleger Axel Dielmann selbst in seiner Vorschau. Und meint: „Na ganz einfach, indem wundervolle Dichterinnen und Dichter in schöne Bände gepackt werden. Und das ist hier achtfach geschehen. Denn es ist eindeutig so: Die notwendige Erarbeitung von sprachlichen Möglichkeiten, welche sich die rasant und massiv verändernden Rahmenbedinungen unseres Lebens wenigstens in ersten Annäherungen formulieren und ausdrücken könnten, findet in der zeitgenössischen Lyrik statt. Und die Dichterinnen und Dichter, welche ihre Sprache auf die Aussprechbarkeit der neuen Unbegreiflichkeiten und Herausforderungen,
der Komplexität und Dynamik hin prüfen, müssen lesbar gemacht werden.“

Die Vorschau, die auch noch einen EU-Lyrik-Reisepass bietet, und Informationen zu den einzelnen Titeln finden sich hier: http://www.dielmann-verlag.de/de/termine/detail/~id.425~nm.5/LYRIK-Halbjahr-im-Verlag.html
Als PDF zum Download:

Mirabilis Verlag
Beim Mirabilis Verlag erscheint Ende Oktober „Nur einmal mit den Vögeln ziehn“ von Sylvia Frank. Hinter dem gemeinsamen Pseudonym stecken Sylvia und Frank Meierewert. Beide Autoren haben bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, gemeinsam, aber auch einzeln unter verschiedenen Pseudonymen, u. a. beim Aufbau Verlag, bei Ullstein und Gmeiner. Der Roman erzählt das Leben von fünf Menschen von 1977 bis zur Wendezeit 1989/1990.
Jens, Anna Maria, Ivo, Siv und Aki begegnen sich und trennen sich wieder – der Roman schildert ihre Hoffnungen und Träume, Erwartungen und Enttäuschungen, den Wunsch nach Selbstverwirklichung und das Scheitern an der Realität, die Rebellion gegen Systeme und die Suche nach dem eigenen Weg, gepaart mit dem steten Gefühl, alles in diesem einen Leben erreichen zu müssen. – Ein fiktiver Roman, beruhend auf wahren Ereignissen.

Das Programm zum Download:

STROUX edition:
Vor 80 Jahren, am 3. Oktober 1942, wurde in Peenemünde zum ersten Mal eine A4-Rakete gestartet. Alfred Schmidt erzählt in dem biographischen Roman „Gröttrup und das Universum der erfinderischen Zwerge“ die Geschichte des genialen Erfinders Helmut Gröttrup, die auch ein Stück DDR-Geschichte ist. Das Buch erscheint am 17. Oktober.

Im November folgt mit „Die Göttlichen Kindchen“ von Tatjana Gromača die Übersetzung ihres Romans über die Geschichte ihrer Mutter, die an den Folgen der Wirtschaftskrise, des aufkommenden Nationalismus und des Krieges in Kroatien psychisch zerbricht. Das Buch wurde in Kroatien mit mehreren Preisen ausgezeichnet, nun wird es erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen.

Das Programm zum Download:

Wer eines der (oder alle) Programme per Post zugesandt haben möchte – ich freue mich über eine kurze Nachricht. Und natürlich nehme ich gerne auch Rezensionswünsche entgegen, versende Leseproben und weitere Informationen.

KRÖNER VERLAG: Joachim Zelter – Die Verabschiebung

Eigentlich könnte alles gut sein zwischen Julia und Faizan. Seit einigen Wochen sind die beiden ein Liebespaar – wenn Faizan denn nur in diesem Land bleiben dürfte. Als Asylbewerber aus Pakistan sind seine Chancen auf ein Hierbleiben gleich null. Und so entschließt sich Julia, ihren Freund zu heiraten, obgleich sie eigentlich niemals und unter keinen Umständen jemals heiraten wollte. Doch wenn sie geglaubt hat, dass mit einer Ehe nun alles gut wird, hat sie sich geirrt.
Beklemmend-spannend erzählt Joachim Zelter von der End- und Aussichtslosigkeit eines Asylverfahrens, wo auch eine Ehe kein hinreichender Grund mehr für irgendetwas ist. Sein Roman beschreibt einen kafkaesk-kalten Kosmos akribischen Rechts, in dem die beteiligten Menschen – in einem endlosen Kraftakt – immer mehr an Autonomie und Substanz verlieren, bis kaum mehr etwas von ihnen übrig ist. Menschenwürde? Sie erweist sich in Zelters neuem Roman zunehmend als Konjunktiv.

Zum Autor:
Joachim Zelter, 1962 in Freiburg geboren, studierte und lehrte Literatur in Tübingen und Yale. Seit 1997 freier Schriftsteller. Bei Klöpfer & Meyer erschienen u. a. Der Ministerpräsident (2010), nominiert für den Deutschen Buchpreis, sowie Im Feld (2018). Zuletzt erschien Imperia (2020). Joachim Zelter erhielt zahlreiche Auszeichnungen: u. a. den begehrten Preis der ›LiteraTourNord‹. Er ist Mitglied im Deutschen PEN.

www.joachim-zelter.de

Informationen zum Buch:
Joachim Zelter
Die Verabschiebung
Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 2021

Stimmen zum Buch:

„Worte, die mit voller Wucht den Nerv treffen. Das kann weh tun. Und so kann das nur die Literatur.“ – Silke Arning, SWR 2

Die Verabschiebung ist ohne Frage seit langem Zelters bester und bewegendster Roman.“ – Wolfgang Tischer, literaturcafe.de

„Dort wo das im Begriff des Staates verborgene Abstrakte ins Konkrete des einzelnen Lebens eingelassen ist, wo schmerzlich klar wird, dass Worte an keine Wirklichkeit hinreichen, aber trotzdem umso größere Macht entfalten können.“ – Andreas Kohm, Die Rheinpfalz

„Ein aktueller und eindringlicher Roman, der die Flüchtlingspolitik als genau das aufzeigt, was sie ist: unmenschlich.“ – Monika Abbas, monerl.de

Die Verabschiebung hat etwas hoffnungslos Realistisches. Wenn Sie also weiter in ihrer heilen Welt leben wollen, sollten Sie es besser nicht lesen. Allerdings verpassen Sie dann ein wirklich großartiges Buch.“ – Meike Bogmaier, Aufklappen

„Der Kampf eines pakistanischen Flüchtlings und seiner deutschen Ehefrau um ihre gemeinsame Zukunft trägt dabei zunehmend kafkaeske Züge. Denn genauso wie es dem Helden der kurzen Kafka-Legende Vor dem Gesetz nicht gelingt, vorgelassen und gehört zu werden, können Faizan und Julia unternehmen, was immer sie wollen: Am Ende findet sich der Mann, mitten in der Nacht aus seinem Zuhause abgeholt und nur mit dem Nötigsten versehen, bewacht von zwei Beamten an Bord einer Boeing 747 wieder …“ – Dietmar Jacobsen, literaturkritik.de

„Joachim Zelter schrieb aus tiefer Betroffenheit einen Roman, der zu tiefst betroffen macht.“ – Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch

„Man wünschte sich, Die Verabschiebung wäre nur ein Roman.“ – Wolfgang Schiffer, Wortspiele

„Hier sitzt jedes Wort.“ – Claudia Kowalski, renies-lesetagebuch.blogspot.com

„Wie das Leben aus den Fugen gerät, Gesundheit, Finanzen, das soziale Umfeld […], wo polizeiliche Gewalt ohne Vorwarnung über Faizan hereinbricht und seine Abschiebung Julia hilflos zurücklässt in der Einsamkeit und Leere der kommenden Monate.“ – Andreas Kohm,
Badische Zeitung

„Die Geschichte, die Joachim Zelter erzählt, wühlt auf, macht wütend, wirkt nach.“ – Christoph Feil, Heilbronner Stimme

„Schonungslos macht Zelter den quälenden Wahnsinn erbarmungsloser ‘Anhörungen’ […] erlebbar, und präzise, unmissverständlich, in hautnahem Stakkato das Grauen der eigentlichen Abschiebung.“ – Carmen Warstat, Backnanger Kreiszeitung

„Der Albtraum eines Asylverfahrens in allen unwürdigen bis kafkaesken Details.“ – Jürgen Kanold, Südwest Presse

„Der Tübinger Autor Joachim Zelter erzählt in seinem brillanten Roman davon, welche Schicksale in dem Abgrund verschwinden, der zwischen Begriffen und Lebensrealitäten
klafft.“ –Stuttgarter Zeitung

„Wie mit einer Kamera hält Zelter fest, wie ein Staat konsequent seine Gesetze durchsetzt.“ – epd

„Ein grandioser Roman.“ – Matthias Kehle, Badisches Tagblatt

„JoachimZelters beklemmend schöner Roman rührt den Verstand und geht zu Herzen. Die Verabschiebung ist auch eine Liebesgeschichte unserer Zeit, in der nach Schein und Sein zwischenmenschlicher Beziehungen und politischer Werte gefragt wird.“
Südwest Presse Extra

„Das einzige, was ein Schriftsteller in einem solchen Fall tun kann, ist schreiben. Und je länger Joachim Zelter schrieb, desto mehr begriff er, was geschehen war. Er verfasste nicht ein politisches Pamphlet oder eine Dokumentation, sondern einen Roman, in
dem er die Ereignisse zur Kenntlichkeit zuspitzte.“ Oswald Burger, Südkurier

Wolfgang Tischer von literaturcafe.de interviewte Joachim Zelter für seinen Podcast und zieht sein persönliches Fazit: „Die Verabschiebung« ist ohne Frage seit langem Zelters bester und bewegendster Roman.“
Zum Nachhören: https://www.literaturcafe.de/podcast-joachim-zelter-ueber-die-verabschiebung-wir-alle-suchen-einen-platz/

Und auch Hauke Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt empfiehlt das Buch als wichtige Lektüre in seinem Kanal „Leseschatz TV“:


Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Kröner Verlag.