Sylvia Plath: The Bed Book

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Bild von LUM3N auf Pixabay

Gelesen wird sie immerzu, doch durch den aktuellen Roman von Connie Palmen, „Du sagst es“ ist sie wieder einmal mehr in aller Munde: Sylvia Plath. Wer sich der amerikanischen Schriftstellerin vor allem über ihre bekannteren Werke „Die Glasglocke“ und „Ariel“ nähert, der lernt vor allem die verzweifelte, melancholische Stimme dieser Frau kennen, die an sich und ihrer Umwelt, vor allem aber an ihrer manisch-depressiven Erkrankung litt.

Doch es gibt eine andere Seite jener talentierten Autorin, die vielleicht manche überraschen wird: Sylvia Plath verfasste ebenfalls zauberhafte Kinderbücher und Gedichte für Leser jeden Alters, oft ergänzt durch eigene Zeichnungen, die richtig reizend und auch witzig sind.

Bei der „Insel Bücherei“ wurde nun wieder das bezaubernde Gedicht „Das Bett-Buch“ aufgelegt, das Sylvia Plath 1959 erstmals veröffentlicht hatte: Die geeignete Bettlektüre für kleine und große Leser, die mit viel Phantasie ausgestattet sind.

Da geht es nicht um das

„…white little Tucked-in-tight little
Nighty-night little
Turn-out-the-light little
Bed -„

sondern da wird die Schlafstätte, eben „die richtige Art Bett“ wahlweise zum U-Boot, zum Düsenjet, gerne auch zum Freßbett, wenn der mitternächtliche Hunger kommt oder aber, wenn die Zeiten stürmischer und gefährlicher sind zum Panzerbett, mit dem man durch die Stadt rumpeln kann.

Zwar nicht gerade pädagogisch korrekt, aber liebevoll und unterhaltsam fordert Sylvia Plath Kinder dazu auf, im Bett gerne zu schreiben, zu malen oder Marmelade zu futtern: Wer eine bunte Bettwäsche hat, muss sich keine Sorgen machen, meint sie.

Und ein wertvoller Tipp für den nahenden Winter ist das Nordpol-Bett:

„Im Nordpol-Bett kannst Du
Auf Pelzen liegen
Das ist für Er-o-be-rer
Ein Riesenvergnügen, 

Und wenn Dir die Nase
so kalt wird wie Eis
Hält ein Einbau-Ofen
Die Zehen dir heiß.“

Wenn man dieses Gedicht liest, dann kuschelt man sich am besten selbst ein bisschen ein – aber nicht in so ein profanes „Turn-out-the-light“-Bett, sondern, wie Sylvia Plath empfiehlt, man lege sich für die Nachtruhe (und andere Dinge) ein „Spaßwunderbett“ zu.

 So, ich wünsch euch jetzt trotz Halloween süße Träume und tolle Bettgeschichten heute Nacht!

PS: „Das Bett-Buch“ wurde von Eva Demski in das Deutsche übertragen. Schön ist, dass neben der deutschen Übersetzung auch das englische Original zu lesen ist. Zudem macht der kleine Band so richtig viel Freunde auch durch die zauberhaften Illustrationen von Rotraut Susanne Berner.
Zu den Verlagsangaben:
http://www.suhrkamp.de/buecher/das_bett-buch-sylvia_plath_19424.html

Ihren eigenen Kindern konnte Sylvia Plath nicht mehr allzu lange selber vorlesen: 1963 nahm sie sich, erst 31 Jahre alt, das Leben. Ihre Tochter und ihr Sohn waren zu diesem Zeitpunkt drei Jahre beziehungsweise ein Jahr alt. 

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