Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter

usa-2558531_1920

Bild von fockjoshua auf Pixabay

„Dr. Finch streckte die Beine aus. „Es ist ziemlich kompliziert“, sagte er, „und ich möchte nicht, dass du dem leidigen Irrtum verfällst, dir auf deine Komplexe etwas einzubilden – du würdest uns damit bis ans Ende unserer Tage langweilen, also lassen wir die Finger davon. Die Insel eines jeden Menschen, Jean Louise, der Wächter eines jeden Menschen ist sein Gewissen. So etwas wie ein kollektives Gewissen gibt es nicht.“
Das war neu, aus seinem Munde. Aber lass ihn reden, irgendwie wird er den Weg ins 19. Jahrhundert finden.
„…und du, die du mit einem eigenen Gewissen geboren wurdest, hast es irgendwann an das deines Vater geheftet, wie eine Klette. Als Heranwachsende, als Erwachsene hast du deinen Vater mit Gott verwechselt, ohne es selber zu merken. Du hast ihn nie als einen Mann mit dem Herzen und den Schwächen eines Mannes gesehen.“

Es ist wohl über kein anderes Buch in den letzten Wochen so viel gesprochen und geschrieben worden wie über jenes: Harper Lees Erstling „Gehe hin, stelle einen Wächter“. 1960 veröffentlichte sie „Wer die Nachtigall stört“, jenen Südstaaten-und Anti-Rassismus-Roman, der ein Jahr später mit dem Pulitzer ausgezeichnet wurde, sich mehr als 40 Millionen Mal verkaufte, dessen Verfilmung mit Gregory Peck als integrem Anwalt Atticus mit drei Oscars gekrönt wurde und in dessen Folge Jahr für Jahr zahlreiche Amerikaner ihren Nachwuchs „Atticus“ taufen liessen. Und dann kam: Nichts mehr. Es schien, als sei Harper Lee mit Mitte 30 angesichts des eigenen Erfolgs verstummt.

„Ich hatte gehofft, dass die Kritiker mich einen schnellen, barmherzigen Tod sterben lassen würden, aber gleichzeitig hoffte ich auch, dass jemand „Wer die Nachtigall stört“ ausreichend lieben würde, um mir Mut zu machen. Als dieser Fall dann tatsächlich eintrat, war es auf eine Art nicht weniger anstrengend, als das Szenario, das ich mir zuvor ausgemalt hatte.“

Zwar gab es in der Folge noch die Ankündigung eines Romans und eines Sachbuches, doch die Veröffentlichungen blieben aus. Harper Lee, die bis zu ihrem Erfolg in New York gelebt hatte, zog schließlich wieder in ihre Heimatstadt zurück, nach Monroeville, jenem Südstaatenstädtchen, das die Schriftstellerin und ihr Freund aus Kindertagen, Truman Capote, zu einem literarischen Pilgerort verwandelt hatten. Monroeville – das ist auch Maycomb, dieser fiktionale Ort, der sozusagen eine literarische Wiederauferstehung feiert: Erst jetzt, fast ein halbes Jahrhundert nach dem Pulitzer-Erfolg, wurde der Erstling von Harper Lee veröffentlicht. „Gehe hin, stelle einen Wächter“, entstand bereits Mitte der 50er-Jahre, spielt aber Jahre nach der „Nachtigall“. Die Lektorin hatte das Manuskript als unausgereift empfunden und Harper Lee vorgeschlagen, aus den Kindheitspassagen ein eigenes Buch zu machen – die „Nachtigall“. Jetzt wurde dieses Manuskript, das gescheiterte Debüt sozusagen, doch noch veröffentlicht.

Scout (Jean Louise), die burschikose Kleine, ist eine nicht weniger burschikose 26jährige, die für einige Sommerwochen in ihren Heimatort zurückkehrt. Ihr Bruder Jem ist bereits verstorben, Kindheitsfreund Dill – hinter dem eindeutig Truman Capote steckt – ist nach dem Krieg irgendwo in Europa geblieben und Atticus, der Übervater, scheint zwar körperlich angeschlagen, aber geistig immer noch ungebrochen. Bis Scout hinter die Fassade blickt.

Fritz Göttler schrieb dazu in einem bemerkenswerten Beitrag unter dem Titel „Heldenverkehrung“ in der Süddeutschen Zeitung vom 17. Juli 2015:

„Es ist ein unerbittliches Coming-of-Age für Jean Louise, für den Leser, von dem der „Wächter“ erzählt.“

„Genauso plötzlich, wie ein grausamer Junge die Larve eines Ameisenlöwen aus ihrem Sandloch zerrt, um sie zappelnd in der Sonne liegen zu lassen, wurde Jean Louise an einem schwülen Sommernachmittag um genau 14.18 Uhr aus ihrem friedlichen Dasein gerissen und musste fortan zusehen, wie sie ihre empfindliche Epidermis so gut wie möglich schützen konnte.“

Jean Louise findet im Wohnzimmer ihres Vaterhauses eine Broschüre mit dem Titel „Die schwarze Pest“, erlebt in jenem Gerichtssaal, in dem einst Atticus einen Schwarzen gegen den Mob verteidigte, wie ebendieser Vater an einem Tisch mit Rassisten und Ku-Klux-Klan-Anhängern sitzt und sich letztlich als Vertreter der Rassentrennung entpuppt, weil er insgeheim doch Vorurteile hegt. Eine, so meint Göttler, durchaus weit verbreitete Haltung unter den Liberalen der 50er-Jahre in den Südstaaten.

Fritz Göttler stellt das Buch in Bezug zum Zeitgeschehen:

„Der Roman spielt in einem prekären Moment der amerikanischen Geschichte. Nach Jahrzehnten der strikten Rassentrennung und – diskriminierung beginnt die Regierung in Washington, Gesetze für die Gleichstellung der Afroamerikaner durchzusetzen, was den Wahlzensus angeht oder den Anspruch auf Bildung – und es gibt im Süden Widerstand dagegen. Die Bürgerrechtsbewegung formiert sich, mit Martin Luther King. Maycombs Hauptstraße mündet auf den Highway nach Montgomery, der Hauptstadt Alabamas, wo 1955 die Afroamerikanerin Rosa Parks ihr Recht auf einen „weißen“ Busplatz beanspruchte, wohin zehn Jahre später die Märsche von Selma führten.“

Jean Louise, geprägt von New York und dem Norden, sagt, sie kenne nur eine Art der Farbenblindheit, und zwar die, was schwarz und weiß anbelange. Atticus dagegen fühlt sich, wie wohl so manch anderer, durch die neuen Gesetze bedroht, reagiert mit Vorbehalten und latentem Rassismus.

Ein letztes Mal Fritz Göttler:

„Das Ende einer Jugend, die so glücklich war, dass ganz Amerika und ein großer Teil der Welt sie teilen wollte, die Dekonstruktion eines Mythos.“

Wir haben uns das Buch ebenfalls angesehen.

Birgit: Es wurde als DAS internationale Romanereignis angekündigt, dieses bislang unveröffentlichte Manuskript von Harper Lee. Ein Ereignis ist es – aber mehr aus literaturhistorischer (oder auch aus literatur-voyeuristischer) Sicht denn aus rein literarischen Gesichtspunkten heraus gesehen. Es gab gute Gründe dafür, dass Lektorin Theresa von Hohoff das Manuskript 1957 zurückwies. Das Buch wirkt unausgereift, ein eigentlicher Spannungsbogen baut sich nur mühsam auf, zu viel Abschweifiges, die Charaktere wirken unrund, mit manchmal zu groben Pinsel gezeichnet, die Dialoge streckenweise hölzern. Die wohl schnell zu bewerkstelligende Übersetzung kann ich in ihrer Qualität nicht beurteilen. Doch insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Da ist etwas unfertig, bis hin zum offenen Schluss. Als habe sich da eine junge Frau impulshaft ihre Empörung von der Seele geschrieben – die Empörung über ihre Herkunft aus einer von Rassismus geprägten Region, die Empörung über den Sturz ihres persönlichen Helden, die Empörung über ein kleingeistiges und engstirniges Milieu. Am Ende des Buches kommen Atticus und seine Tochter zu einer Art Waffenstillstand. Der letzte Satz des Buches lautet:

„Sie ging um das Auto herum, und als sie sich hinters Lenkrad schob, achtete sie diesmal darauf, sich nicht den Kopf zu stoßen.“

Für mich klingt das beinahe wie eine Metapher für das Leben der Autorin selbst: Nur niemanden mehr vor den Kopf stoßen, vor allem auch nicht sich selbst?
Wie ihre literarische Figur Scout wagte sich Harper Lee, wohl im Schlepptau ihres Jugendfreundes Truman Capote, nach New York, zoge vom schwül-schwülstigen Südstaatenmilieu in die große, weite, intellektuelle und liberale Welt. Aber anders als Capote konnte sie sich offenbar nie ganz von ihrer Herkunft abkapseln, arrangierte sich irgendwie, kehrte zurück. Mag der „Wächter“ als Akt der Rebellion interpretiert werden, so ist die „Nachtigall“ trotz ihrer antirassistischen Haltung ein Akt der Verklärung, wenn man die beiden Bücher autobiographisch interpretiert. So war Harper Lees eigener Vater Vorbild für Atticus in der „Nachtigall“, ein Zeitungsverleger und Anwalt, der gegen den Rassismus ankämpfte.

Wieviel von Amasa Coleman Lee ist auch im Atticus des „Wächter“ zu finden?
Verstummte Harper Lee nicht nur angesichts des Erfolgs der „Nachtigall“, der schwer zu toppen gewesen wäre, sondern auch, weil sie über die tatsächlichen Verhältnisse nicht schreiben konnte, weil Blut dicker ist als Wasser?
Wollte sie durch ein überarbeitetes, ehrliches „Wächter“-Buch niemanden vor „den Kopf stoßen“, wollte sie sich bewusst mit diesem Milieu der scheinbar aufgeklärten Weißen in ihrer Heimat irgendwie arrangieren, war die Rebellion in ihr verstummt?

Und: Wieviel von Truman Capote steckt tatsächlich in den beiden Büchern? Ein Rezensent sah in der zuweilen aufblitzenden warmherzig-poetischen Sprache des „Wächters“ einen Beleg dafür, dass die Gerüchte, T.C. habe wesentliche Teile der „Nachtigall“ mitgeschrieben – ein Gerücht, dass der notorische Geschichtenerzähler Capote (mehr dazu in George Plimptons Capote-Buch) selbst wohl auch nie ganz aus der Welt bringen wollte – nichtig seien. Für einen Beleg halte ich das nicht – wer die Sprache Capotes aus der „Grasharfe“ und anderen Erinnerungen an seine Kindheit kennt, der findet Übereinstimmungen. Und wieso sollte er nicht auch beim Erstling seiner Kindheitsfreundin geholfen haben?

Dass der „Wächter“, unabhängig von seiner Qualität, zu einem Verkaufserfolg werden würde, das war klar. Die Fragen, die das fast 50jährige Schweigen von Harper Lee aufwerfen, kann das Buch freilich nicht beantworten. Das könnte eben nur eine: Jene fast 90jährige Dame, die, von einem Schlaganfall getroffen, inzwischen in einem Altenheim lebt. Und immer noch schweigt. Und so bleibt am Ende noch eine Frage übrig: Tat man der alten Dame, tat sie sich einen Gefallen damit, dieses Buch jetzt doch noch an die Öffentlichkeit zu bringen? Der „Wächter“: Er wirft jetzt aus vielerlei Gründen dunkle Schatten auf die Nachtigall.

Claudio: Ein Jahr nach Ferguson – und immer noch werden fast 100 Schwarze jährlich von weißen Polizisten getötet. Unzählige weitere Gewalttaten, die rassistisch bedingt sind, gehören zum Alltag in den USA. Dies mehr als ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen der „Nachtigall“. Und deshalb ist es gut, dass der „Wächter“ gerade jetzt erschienen ist. Zeigt das Buch doch, wie tief der Rassismus in den USA (aber nicht nur dort) ist und war. Selbst bei Menschen, bei denen man es nicht vermutet. Atticus, der Übervater, wird vom Sockel gestoßen, die weiße Weste zeigt Flecken. Biedermann und die Brandstifter. Atticus wird im „Wächter“ zu einem jener, die auch hierzulande sagen: „Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, die Menschen aus Syrien tun mir furchtbar leider, ABER…“. Dieses „ABER“ also zeigt, wie wenig Platz unter dem Mantel der human-humanistischen Haltung, die Atticus trägt, tatsächlich für „die anderen“ ist.

In der „Nachtigall“ klingt Atticus noch so:

„Es gibt Dinge in unserer Welt, über denen die Menschen den Kopf verlieren. Sie können dann einfach nicht mehr gerecht sein, selbst wenn sie es wollten. Steht in unseren Gerichtshöfen das Wort eines Weißen gegen das eines Schwarzen, dann gewinnt unweigerlich der Weiße. Das ist eine Tatsache, wenn auch eine sehr häßliche.
(…)
Gerade vor Gericht sollte allen Menschen, von welcher Farbe des Regenbogens sie auch sein mögen, das gleiche Recht zuteil werden. Nur neigen die Leute leider dazu, ihre Vorurteile mit auf die Geschworenenbank zu nehmen. Du wirst später tagtäglich Weiße sehen, die Schwarze betrügen. Aber eines möchte ich dir sagen, und bitte, vergiß es nicht: Wenn ein Weißer – ganz gleich, wie angesehen, wie vornehm, wie reich er ist – einem Schwarzen so etwas antut, dann gehört dieser Weiße zum Pack.“

Ich empfand diese Figur, den moralischen aufrechten Verfechter humanistischer Gesinnung, den intellektuellen Vertreter der Menschlichkeit versus eher dumpfe Weiße mit rassistischer Gesinnung, immer schon als seltsam überhöht. Zuviel des Guten. Und jetzt zeigt dieses frühe Buch dieser Chronistin einer Art Südstaatenromantik (nach dem Motto „So lange es wahre Helden gibt, werden Rassenkonflikte überwunden“) einen anderen, vielleicht echteren Atticus: Der, der unter der liberalen Anwaltrobe tiefverwurzelte, über Generationen verfestigte Vorurteile in sich trägt. Zwar sind ihm in der Theorie alle Menschen gleich, in der Praxis sieht es jedoch anders aus: Das Recht auf Wahlbeteiligung, die Fähigkeit zur Bildung spricht Atticus der schwarzen Bevölkerung ab. Sicher, auch er will sich letzten Endes mit dem „weißen Pack“ des Klan nicht gemein machen – aber ebenso wenig möchte er wohl einem schwarzen Kollegen auf der Anwaltsbank gegenübersitzen. Und so ist er im Grunde ein Vertreter des übelsten Rassismus: Den, den man kaum erkennt, der im Geist vorhanden ist und sich in seinen Anschauungen von Generation zu Generation fortsetzt.

Schmunzeln musste ich, als die Marketingmaschine für dieses Buch anlief: Selten, dass es ein Roman in die altehrwürdigen Nachrichtensendungen unserer Öffentlich-Rechtlichen schafft. Gezeigt wurden US-Amerikaner, die am Erscheinungstag Schlange standen. Eine Dame äußerte – fast schon ein wenig hysterisch – ihre Angst, was aus „ihrem Atticus“ wohl im „Wächter“ geworden sei. Nun, die Angst hatte ihre Begründung. Und vielleicht auch etwas Gutes: Wenn das Buch dazu beiträgt, die Diskussion um offenen und verdeckten Rassismus in den USA weiterzuführen, dann ist es trotz seiner offensichtlichen Mängel (sprachlich und inhaltlich) noch ein spätes Geschenk von Harper Lee an ihre Heimat.

Wir danken dem DVA-Verlag (hier Verlagsangaben zum Buch) für das Besprechungsexemplar.

Spende? Gerne!

Wer das Engagement dieses Blogs unterstützen möchte, kann dies gerne mit einem Beitrag via Paypal tun. Oder ganz klassisch mit einer Überweisung, die Daten dafür finden sich im Impressum.

€5,00

Sloan Wilson: Der Mann im grauen Flanell

„Walkers Vorzimmer war beeindruckend. Als Tom es betrat, wusste er, dass er für eine Stelle ernsthaft in Betracht gezogen wurde, vielleicht sogar für eine ziemlich gute. Walker hatte zwei Sekretärinnen, die eine offenkundig wegen ihres Aussehens, die andere der Nützlichkeit wegen ausgesucht.“

Sloan Wilson, „Der Mann im grauen Flanell“, DUMONT Verlag, 2013, Übersetzung Eike Schönfeld.

Wer Richard Yates mag und wer John Cheever liest, der wird auch an diesem Buch Gefallen finden. Man sieht den idyllischen Vorort vor sich, in dem die aufstrebenden jungen Leute wohnen, die Pendler mit ihren weißen Krägen und im grauen Flanell-Anzug, am Bahnhof winken die Gattin im Petticoat. Abends ertönt das sanfte Klirren der Cocktail-Gläser. Ein Paar, zunächst auf den ersten Blick erinnernd an die Folien von Doris Day & Rock Hudson. So locker der Ton, so leicht die Sprache. Darunter lauert jedoch das Melodram à la Douglas Sirk.

Die Raths sind ein nettes Paar – aber ständig in Geldnöten, jonglierend in einem leicht maroden Haushalt, dahintuckernd in einer veralteten Auto-Kiste. Tom arbeitet bei einer gemeinnützigen Stiftung. Beide wollen mehr, beide wollen aber auch „ehrlich“ bleiben. Ehrlichkeit ist ein Schlüsselwort dieses Romans.

Denn Tom, der den Zweiten Weltkrieg als aktiver Soldat miterleben musste, befindet sich bereits unbewusst in einem zweiten schweren Konflikt: Wie authentisch bleiben, wenn man bereits mitten drin ist im Kapitalismus- und Leistungsgetriebe?  Der Krieg war, so wird deutlich, eine tragische Zäsur – seine Konsequenz jedoch ist keine Neuorientierung der Gesellschaft, keine Neuordnung. Tom bleibt im Hamsterrad.

Auch ein Erbe bringt keine Erleichterung, sondern neue Zwänge – Erbschaftssteuern, Erbstreitigkeiten, Grundstücksspekulationen. Vom schlecht bezahlten Job in der Gemeinnützigkeit wechselt Tom als PR-Mann zu einem Großunternehmer. Der will, für die eigene Reputation, eine Stiftung für psychische Gesundheit gründen. Aus dem Nine-to-Five-Job wird ein Rund-um-die-Uhr-Manager-Dasein, man fürchtet um die psychische Gesundheit der Protagonisten mit.

Natürlich löst sich alles in Wohlgefallen auf, die Raths sind als Paar einfach zu nett. Zurück bleibt ein schaler Nachgeschmack. Im scheinbar leichten Lese-Cocktail war zuviel Hochprozentiges.

„Der Mann im grauen Flanell ist ein Buch über die Fünfziger“, schreibt Jonathan Franzen in seinem Nachwort zur Neuauflage. „Die erste Hälfte lässt sich immer noch zum Vergnügen lesen, die zweite als Ausblick auf die darauf folgenden Sechziger. Schließlich vermachten die Fünfziger den Sechzigern ihren Idealismus – und ihre Wut.“

Der 1955 erschienene Roman würde sofort ein Bestseller, der Titel „The Man in the Grey Flanel Suit“ zu einem feststehenden Begriff. Bereits 1956 wurde der Roman verfilmt mit Gregory Peck in der Hauptrolle.
Informationen des Verlags zum Autor: „Sloan Wilson wurde 1920 in Norwalk, Connecticut geboren. Mit achtzehn segelte er einen Schoner von Boston nach Havanna. Er studierte in Harvard, diente im Zweiten Weltkrieg in der United States Coast Guard und arbeitete als Reporter und Hochschullehrer. Er hat fünfzehn Bücher veröffentlicht, darunter ›Der Mann im grauen Flanell‹ (1955) und ›A Summer Place‹ (1958). Sloan Wilson starb 2003 in Colonial Beach, Virginia.“


Bild zum Download: Graffiti Zwickau